Zukunftsfinanzierungs- & Wachstumschancengesetz: Neue Impulse für den Wirtschaftsstandort Deutschland

30. November 2023

Bei der wohl letzten Veranstaltung des GWD-Fachforums Sustainable Finance in 2023 widmeten wir uns der Frage  der Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland, gerade auch vor dem Hintergrund der Rechtsprechung des BVG zum KTF. Die kürzlich im Deutschen Bundestag beratenen Zukunftsfinanzierungs-und Wachstumschancengesetze sollten...mit Sascha Müller MdB

Das Thema im wohl letzten Fachforum Sustainable Finance in 2023 war eigentlich das „Zukunftsfinanzierungs- und Wachstumschancengesetz“. Impulsgeber aus der Politik war Sascha Müller MdB, Obmann der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Finanzausschuss im Bundestag. In der von Gabriele C. Klug moderierten hybriden Runde war aber zunächst das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Klima- und Transformationsfonds Diskussionsgegenstand. Hinzu kamen die Folgen auch für den Wirtschaftsstabilisierungsfonds sowie natürlich ein Austausch zwischen anwesender Wirtschaft und der Politik zur Frage der Reform der sogenannten Schuldenbremse.

Die Themen verbanden sich dann auch sehr gut unter Fragestellungen wie: Was bleibt an Finance und Sustainability in Zeiten der Schuldenbremse? Wie können wir die Transformation finanzieren? Und wie stellen sich Wachstumschancen und Zukunftsfinanzierung in unserer heutigen Zeit dar?

Der Fokus des Dialogs lag im Folgenden dann auf der Bedeutung des Zukunftfinanzierungsgesetzes, gerade auch für Start-ups als wesentlicher Innovationsmotor.

Sascha Müller MdB, Obmann im Finanzausschuss: „In Zeiten von wirtschaftlicher Transformation sind Start-ups essenziell, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Mit dem Zukunftsfinanzierungsgesetz machen wir den Finanzplatz Deutschland attraktiver und sorgen mit der Reform der Mitarbeiterkapitalbeteiligung dafür, dass Start-ups ihre Mitarbeiter ohne steuerliche Benachteiligung direkt am Unternehmenserfolg partizipieren lassen können.“

 

Fin Stempel, Manager Public Affairs and Public Relations, Raisin-Gruppe: „Für uns ist nach dem Aufschieben des Generationenkapitals durch das Haushaltsurteil in Karlsruhe nun vor allem spannend, wann und in welcher Form wir Reformen in der gesetzlichen Rente und privaten Altersvorsorge sehen werden. Hier braucht es dringend mutige Reformierungen, die schnell in die Tat umgesetzt werden.“

Weitere Veranstaltungen

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01.04.2025
Roundtable auf der Hannover Messe 2025: KI als Schüssel zur Arbeitskräftesicherung
Bis 2036 gehen fast 20 Millionen Menschen in Rente – ein Großteil dieser Stellen wird nicht nachbesetz. Die Potenziale von Digitalisierung und Automatisierung sollten hierbei gezielt genutzt werden, um Geschäftsprozesse zu verbessern, Arbeitnehmer:innen zu entlasten und Arbeitszeit effektiver einzusetzen. Bis zu 25 % repetitiver Tätigkeiten können durch KI unterstützt werden, sodass Arbeitskräfte entlastet sind und sich auf anspruchsvollere und wertschöpfende Tätigkeiten konzentrieren können. Gleichzeitig muss sichergestellt werden, dass Arbeitnehmende mit den neuen Technologien arbeiten können. Weiterbildung, Kompetenz-basiertes Recruiting und gezielte Fördermaßnahmen für Qualifizierung spielen eine Schlüsselrolle. Doch wie gelingt die effektive Integration von KI in Arbeits-, Produktions- und Logistikprozesse? Welche Qualifikationen brauchen Beschäftigte und was sind die konkreten Bedarfe der Unternehmen und ihrer Mitarbeitenden? Wie wir diese Herausforderung meistern und weitere Fragen möchten wir gemeinsam mit Ihnen diskutieren und freuen uns auf Impulse aus der Praxis u.a. von Accenture.
Arbeitsmarkt und Demografie
15.01.2025
Zukunft unseres Arbeitsmarktes: Weiterbildung zielgerichtet stärken
In einer schnelllebigen und dynamischen Arbeitswelt ist es von entscheidender Bedeutung, dass Deutschland über eine wettbewerbsfähige „Workforce“ verfügt, um den Wohlstand und die Wirtschaftskraft auch in Zukunft zu sichern. Die Einführung innovativer KI-Anwendungen und zahlreiche weitere Veränderungen stellen uns vor erhebliche Herausforderungen. In diesem Kontext rücken Weiterbildung sowie das Konzept des lebenslangen Lernens immer stärker in den Fokus. Qualifizierung ist ein wesentlicher Schlüssel, um die Arbeitswelt zukunftssicher zu gestalten und um unsere wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu stärken. Wir wollen gemeinsam erörtern, wie innovative Ansätze aus der Wirtschaft bereits erfolgreich umgesetzt werden – und welche Unterstützung seitens der Politik erforderlich ist, um diese Potenziale weiter zu entfalten. In der Diskussion möchten wir insbesondere folgende Themen behandeln: Wie lassen sich Weiterbildungsangebote so gestalten, dass sie die individuellen Anforderungen von Unternehmen und Mitarbeitenden optimal erfüllen und gleichzeitig die Bereitschaft für lebenslanges Lernen stärken? Welche Hürden gibt es aktuell bei der beruflichen Weiterbildung? Und decken die aktuellen Förderprogramme den Weiterbildungsbedarf von Unternehmen und Mitarbeitenden ausreichend ab? Wir freuen uns auf Impulse durch Ricarda Lang MdB und Stellv. Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales, Bündnis 90/Die Grünen und Dr. Gunilla Fincke, Leiterin der Abteilung I, Qualifizierung, Aus- und Weiterbildung und Fachkräftesicherung, Bundesministerium für Arbeit und Soziales, sowie Praxisbeispiele von Vertreter:innen aus der Wirtschaft.
Arbeitsmarkt und Demografie
28.09.2022
Fachforum Ernährungswirtschaft
Beim zweiten Fachforum der Dialogreihe „Transformation der Lebensmittelwertschöpfungskette: transparent, nachhaltig, versorgungssicher“, moderiert von GWD-Vorstand und Bäckermeister Roland Schüren, fanden neben Impulsvorträgen von Anne-Monika Spallek MdB und Prof. Dr. Achim Spiller Workshops zur Vertiefung der drei Themenschwerpunkte statt: 1. Faire marktwirtschaftliche Bedingungen in der Lebensmittelwertschöpfungskette Der Einfluss des Handels und großer Stakeholder:innen, wie verarbeitende Konzerne und Fast-Food-Ketten, wurde in diesem Workshop kritisch beleuchtet. Denn diese können aufgrund ihrer Marktposition Einfluss auf Nachhaltigkeitsstandards in der Wertschöpfungskette nehmen. Teilnehmende dieses Workshops verteilten sich auf Firmen entlang der gesamten Wertschöpfungkette, von der Produktion bis zum Einzelhandel. 2. Transparenz über die Nachhaltigkeitseffekte der Lebensmittelproduktion und Anreizsysteme für die ökologische Transformation In diesem Workshop standen die Wechselwirkungen zwischen Nachhaltigkeitskennzeichnungen und das Verhalten von Verbraucher:innen im Mittelpunkt. Denn Lebensmittel spiegeln aktuell noch nicht die „wahren Kosten“ der Herstellung wider – diese bezeichnen ökonomisch die Internalisierung externer Kosten. Fragen zur Einpreisung dieser externen Effekte wurden in dieser Runde diskutiert. 3. Gestaltung regionaler Wertschöpfungsketten und einer neue Ernährungskultur Die Chancen einer veränderten Ernährungskultur wurden in diesem Workshop in den Vordergrund gerückt. Auch wenn aktuell Inflation und Preisängste das Kaufverhalten beeinflussen, so ist dennoch in den letzten Jahren innerhalb der Gesellschaft das Bewusstsein für eine neue Kulinarik, die Nachhaltigkeit und Genuss verbindet, gewachsen. Fragen, wie die Ziele ländlicher Entwicklung mit nachhaltiger Agrarwirtschaft verknüpft werden können und das Engagement der Bürger:innen zur Gestaltung der Wertschöpfungsketten gestärkt werden kann, wurden unter den Teilnehmenden diskutiert. Niclas Biener, Head of EU Affairs & Agricultural Policy bei REWE und Teilnehmer am ersten Workshop, ging auf die Relevanz kleiner Produzent:innen ein: „Lokale und regionale Erzeuger:innen sind eine bedeutende Stütze unseres Produktsortiments – vor allem bei unseren selbstständigen Kaufleuten. Diese Produzent:innen darf die Politik nicht aus den Augen verlieren, sonst droht uns der unwiederbringliche Verlust von kleinen Betrieben.“ Im zweiten Workshop zeigte Wolfgang Kühnl, CEO von InFamily Foods Holding, auf, wie ökonomische Anreize für die nachhaltige Ernährungswirtschaft sinnvoll gestaltet werden können: „Die Einführung einer Steuer auf vermeintlich weniger nachhaltige Produkte, wie z.B. Fleisch, würde den Fortschritt in diesen Produktkategorien abwürgen. Welcher Unternehmer wird entlang der Wertschöpfungskette in nachhaltige Haltungsformen und Technologien investieren, wenn sein Produkt unabhängig von der erbrachten Nachhaltigkeitsleistung durch eine pauschale Steuer diffamiert wird? Eine Ausweitung des Zertifikathandels auf weitere Umweltaspekte würde hingegen einen marktwirtschaftlichen Anreiz hin zu einer nachhaltigeren Ausrichtung der Lieferkette bieten.“ Jana Gäbert, Strategische Entwicklung, PR & Biodiversität bei der Agrargenossenschaft Trebbin eG und Teilnehmerin des dritten Workshops, ging vor allem auf die Wichtigkeit der Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln ein: „Rückverfolgbarkeit und Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln sind entscheidende Werkzeuge, um bei Konsument:innen Vertrauen aufzubauen und Transparenz herzustellen. Erst mit dem „Wissen, wo es herkommt“ können dann auch höhere Ziele wie Klimaschutz und Biodiversitätsförderung vermittelt werden. Die wissenschaftliche Gestaltung und Überwachung der Prozesskette muss nachvollziehbar und transparent, mit verständlichen Maßzahlen agieren und unabhängig von der Produktionsform (biozertifiziert oder nicht) sein.“