Wirtschaftsfaktor Inklusion

24. Juni 2024

mit Corinna Rüffer MdB, Bündnis 90/Die Grünen und Mitglied des Ausschusses für Arbeit und Soziales

Die Inklusion von Menschen mit Behinderung in den Arbeitsmarkt ist ein wichtiger Baustein, um sowohl eine nachhaltige und integrative Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Deutschland zu ermöglichen als auch dem Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken. Die Relevanz des Themas ist dabei vielen Unternehmen noch nicht bewusst: Inklusion meint weit mehr als den barrierefreien Zugang zum Arbeitsplatz, sondern betrifft auch chronische und psychische Erkrankungen. Aktuell leben 8 Mio. anerkannte schwerbehinderte Menschen in Deutschland, davon haben nur 4% eine angeborene Beeinträchtigung, die restlichen entstanden im Laufe des (Arbeits-)Lebens. Angesichts der demografischen Entwicklungen und der Zunahme von psychischen Erkrankungen wird sich der Anteil schwerbehinderter Menschen am Arbeitsmarkt voraussichtlich weiter erhöhen. Gemeinsam mit Vertreter:innen aus Politik und Wirtschaft haben wir daher darüber diskutiert, welchen Hürden Unternehmen bei der Förderung von Inklusion begegnen sowie welche Maßnahmen sie dabei unterstützen können.

Als Impulsgeberinnen durften wir Corinna Rüffer MdB, Bündnis 90/Die Grünen und Mitglied des Ausschusses für Arbeit und Soziales, sowie Prof. Dr. Gudrun Wansing, Sprecherin des Arbeitsbereiches Inklusion im Kontext von Arbeit und Beruf des Zentrums für Inklusionsforschung Berlin an der Humboldt-Universität, begrüßen. Best Practice Beispiele aus der Wirtschaft stellten Sebastian Cramer, Inklusionsbeauftragter bei Merck KGaA, und Olaf Guttzeit, Head of Disability Management bei Boehringer Ingelheim, vor.

Die Diskussion im Anschluss an die Impulsvorträge machte deutlich, dass in Bezug auf Inklusion einen Kulturwandel notwendig ist. Es besteht vielfach der Trugschluss, dass Personen mit Behinderung nicht qualifiziert sind und keinen wirtschaftlichen Beitrag leisten können. Dabei zeigen Statistiken, dass 1,1 Millionen Menschen mit Behinderung in Beschäftigung sind und dies oft mit geringen Kündigungszahlen einhergeht. Darüber hinaus betonten die Impulsgebenden die Bedeutung von Inklusion für die Unternehmenskultur, insbesondere für die Förderung von Innovation.

Ein inklusiver Arbeitsmarkt ist nicht nur ein Menschenrecht, sondern auch eine Notwendigkeit, um dem Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken. Die Veranstaltung zeigte, dass Unternehmen bereit sind, inklusiv zu handeln, die politischen Rahmenbedingungen und praktischen Unterstützungsangebote müssen jedoch weiter verbessert und vor allem in der Breite bekannter gemacht werden.

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17.10.2024
Kommunale Wärmeplanung
Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Energieversorgung spielt die kommunale Wärmeplanung eine entscheidende Rolle. Für eine erfolgreiche und langfristig effiziente Planung sowie Umsetzung ist ein intensiver Austausch zwischen Politik und den verschiedenen Wirtschaftsakteuren – darunter Stadtwerke, private Energieversorger, Abwärme-Erzeuger und Bauträger – unerlässlich. Im Rahmen eines Regionalforums haben wir daher gemeinsam mit dem Zweiten Bürgermeister von München, Dominik Krause, über Herausforderungen und mögliche Lösungsansätze diskutiert. Im Fokus des Austauschs standen neben den verschiedenen Technologien im Bereich der Wärmeversorgung unter anderem auch der Ausbau der Infrastruktur sowie die Finanzierungsfrage. In der Diskussion wurden konkrete bürokratische Hürden benannt – wie die Schallverordnung im Kontext des Wärmepumpenbaus – und ein verbindlicher Zeitplan für die Umsetzung der Wärmeplanung als zentrale Forderung an die Politik geäußert, um Planungssicherheit für alle beteiligten Akteur:innen zu schaffen. Weitere Informationen zum Thema sind auch in unserem Perspektivenpapier „Wärmewende im Gebäude zum Erfolg bringen zusammengefasst.
Klimaneutralität, Energiewende und IndustriepolitikRegionalforen
10.10.2023
Transformationsfinanzierung: neue Chancen durch Fin.Connect.NRW
Am zehnten Oktober kamen im Satellite Office in Düsseldorf Mitglieder der Regionalgruppe NRW zusammen, insbesondere um Finanzierungsmöglichkeiten der Transformation hin zu einer digitalen und ökologisch sozialen Marktwirtschaft aufzuzeigen und zu diskutieren. Der Bankenverband Nordrhein-Westfalen mit Managing Director Steffen Pörner und die Landesregierung NRW stellten in diesem Rahmen ihre Plattform Fin.Connect.NRW vor, welche zur Initialisierung von Projekten und Lösungsstrategien zur nachhaltigen Transformationsfinanzierung ins Leben gerufen wurde. Impulsgeber Simon Rock MdL betonte in seinem Beitrag zudem den Nutzen der Initiative: „Zur Erreichung der Klimaschutzziele sind erhebliche Investitionen bei Unternehmen notwendig. Studien schätzen diesen Kapitalbedarf auf rund 80 Mrd. Euro pro Jahr allein für Nordrhein-Westfalen. Um diesen Investitionsbedarf vornehmlich bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zu decken und hierzu passende Finanzierungspartner zu finden, hat das Land NRW die Initiative Fin.Connect.NRW aufgebaut, um Kapitalgeber und Kapitalnehmer besser miteinander zu vernetzen. Denn nur im passenden Zusammenspiel mit privaten Finanzinstitutionen wird die Transformationsfinanzierung und damit der klimaneutrale Umbau unseres Wirtschaftssystems gelingen.“ 
RegionalforenStandortpolitik, Infrastruktur und Europa
20.09.2023
EU-Mercosur Association Agreement – Navigating Economic Opportunities and Climate Challenges
Am 20. September trafen in der GWD-Repräsentanz Seine Exzellenz, der Botschafter von Brasilien, Roberto Jaguaribe, und Dr. Anton Hofreiter MdB, Vorsitzender des Ausschusses für Angelegenheiten der Europäischen Union im Bundestag, im Rahmen einer Global Perspectives-Diskussionsrunde zum Thema „EU-Mercosur Association Agreement: Navigating Economic Opportunities and Climate Challenges“ aufeinander. Beide betonten die positiven Auswirkungen, die ein Abschluss des Abkommens für Menschen und Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks haben würde, und freuten sich über die engen deutsch-brasilianische Kooperationen auf Regierungsebene, die durch die Verhandlungen entstanden waren. Botschafter Jaguaribe sah das EU-Mercosur-Abkommen als große Chance für Brasilien, eine nachhaltige Wirtschaft aufzubauen, um die Entwaldung des Regenwalds finanziell unrentabel zu machen und gleichzeitig Wohlstand in die Amazonas-Gebiete zu bringen.   Dr. Hofreiter stellte allerdings auch klar, dass das Abkommen nur erfolgreich wäre, wenn es auf die richtige Art und Weise umgesetzt wird. Die bedeute, dass einige viel diskutierte Problempunkte wie der Einsatz von Pestiziden oder die Rechte von Indigenen im Amazonas beim Abschluss des Abkommens mitgedacht würden. Die Bedenken der Zivilgesellschaft in der EU und im Mercosur-Raum müssten beachtet und ernst genommen werden, um alle von den Vorteilen einer EU-Mercosur-Freihandelszone zu überzeugen.     Außerdem betonte Seine Exzellenz, der Botschafter von Brasilien, Roberto Jaguaribe die Vorteile des Abkommens für beide Wirtschaftsregionen: „Das Assoziierungsabkommen zwischen dem Mercosur und der Europäischen Union ist eine einzigartige Gelegenheit, die Beziehungen zwischen unseren beiden Regionen wieder auf eine breitere Basis zu stellen und einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zu einem Zyklus des Wirtschaftswachstums auf der Grundlage eines gemeinsamen Engagements für soziale und ökologische Nachhaltigkeit zu machen.“
Geoökonomie, Resilienz und Sicherheit