Regionalforum NRW

28. März 2023

Unter dem Titel  „Verbesserung & Transformation von Verkehr und Logistik im Rheinland“ fanden am 28. März die Rheinlandgespräche der GWD-Regionalgruppe NRW in Köln statt. Die Diskussion drehte sich rund um Fragen zur letzten Meile, Beitrag der Wirtschaft zur Transformation und die Zukunftsfähigkeit des Individualverkehrs. Außerdem gab es Impulse von Udo Sieverding, Abteilungsleiter Mobilität der Zukunft im NRW-Landesministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr, Gisela Kohl-Vogel, Präsidentin der IHK Aachen, sowie Wibke Brems, Fraktionsvorsitzende der Grünen Landtagsfraktion.

Im Gespräch wurde ein betriebliches Mobilitätskonzept vorgestellt, laut dem für den Güterverkehr ein Mix aus Straße und Schiene erforderlich ist, für den Privatverkehr von Bürger:innen sei der Ausbau von Radwegen in NRW ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Ebenfalls ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist die Nähe NRWs zu den Häfen von Rotterdam und Antwerpen, sowie zum Binnenhafen Duisburg, über die große Mengen Güter transportiert werden. Dies erhöht die Relevanz einer funktionsfähigen Schiene, welche Güter- vom Personenverkehr entkoppelt.

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29.04.2022
Regionaltreffen NRW
Die Regionalgruppe NRW traf sich am 29. April bereits zum zweiten Mal. Als Gastreferentin durften wir zu diesem Anlass Mona Neubaur begrüßen, Landesvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen und Spitzenkandidatin zu den Landtagswahlen in NRW. Mit den Teilnehmer:innen teilte und diskutierte sie ihre Überlegungen zu einer sozial-ökologischen Umgestaltung der Wirtschaft und einer Neuausrichtung der öffentlichen Verwaltung in NRW – unter anderem auch mit Blick auf die derzeitige weltpolitische Lage mit all ihren auch wirtschaftlichen Konsequenzen. Weitere Informationen im NL 02/2022
19.08.2024
Austausch zum Perspektivenpapier Wasserstoff-Hochlauf
Der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland ist eine große Herausforderung und kann maßgeblich zur Erreichung der Klimaneutralität beitragen. Die Anwendungsmöglichkeiten in der Wirtschaft sind dabei zwar in der Theorie sehr breit, müssen in der Praxis jedoch von den richtigen Rahmenbedingungen begleitet werden. Das Cluster Energie & Wärmewende unseres Fusionspartners hat dazu ein Perspektivenpapier erarbeitet, welches in der Sitzung präsentiert und gemeinsam mit mit Felix Banaszak MdB, Wasserstoff-Experte der Grünen-Bundestagsfraktion, diskutiert wurde. Wesentliche Punkte des Perspektivenpapiers sind: Überwindung von Unsicherheiten für Investitionen in Angebot und Nachfrage von Wasserstoff Die Nutzung von Wasserstoffspeichern Den Aufbau und den Betrieb von Elektrolyseuren anreizen Hochlauf durch Nutzung von Wasserstoff-Derivaten flexibilisieren Als entscheidende Punkte benannte Felix Banaszak im Austausch: Mit dem Amortisationskonto für das Kernnetz sei eine sinnvolle Absicherung gefunden worden, um die Investitionen in Pipelines anzureizen. Aber angesichts der enormen Kosten, die u.a. für den Wasserstoff-Hochlauf noch entstehen würden, müsse auch die Debatte über die Schuldenbremse in ihrer derzeitigen Form geführt werden. Darüber hinaus brauche es klare Rahmenbedingungen, die planbar über die Legislaturperioden hinaus gehen würden. Die Mitglieder aus den Unternehmen diskutierten dazu folgende Punkte: Richtig sei eine Priorisierung auf jene großen Abnehmer(Industrien), die ihre Prozesse nicht elektrifizieren könnten. Eine zu starke Fokussierung könnte allerdings dabei Gefahr laufen, dass sich eine Preisnormalisierung von Wasserstoff verzögern könne. Die Strombezugskriterien seien ein wesentlicher Kostenfaktor für die H2-Produktion in Deutschland. Für den Technologie-Fortschritt brauche es Förderungen über einen langen Zeitraum. Zudem lohne es sich auch zu erörtern, inwieweit steuerliche Aspekte berücksichtigt werden könnten, um Anreize zu schaffen.
Klimaneutralität, Energiewende und Industriepolitik
25.06.2024
Kreislaufwirtschaft – Seltene Erden und Industriemetalle
Der Wandel hin zu einer dekarbonisierten Wirtschaft erhöht den Bedarf an seltenen Erden und Industriemetallen. Für eine erfolgreiche Transformation des Industriestandorts Deutschland ist die Sicherstellung einer nachhaltigen Rohstoffversorgung demnach essentiell. Da Deutschland und die EU bei der Gewinnung und Verarbeitung seltener Erden und Industriemetalle stark von einzelnen Ländern abhängig sind, stellt eine effektive Rückgewinnung derselben sowie die Schließung von Rohstoffkreisläufen eine zentrale Herausforderung dar. Welche Barrieren für eine branchenübergreifende Kreislaufwirtschaft überwunden werden müssen, stand im Fokus des Austauschs zwischen Vertreter:innen aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Als Impulsgeber:innen durften wir Dr. Michael Weltzin, Referat IVB1 Mineralische Rohstoffe, Kreislaufwirtschaft, Fachaufsicht BGR des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), Dr. Lukas Gast, Teamleiter Circular Economy beim Institut für die Zukunft der Industriegesellschaft (INZIN), sowie Dr. Britta Bookhagen, Arbeitsbereichsleiterin Recyclingrohstoffe bei der Deutschen Rohstoffagentur (DERA), begrüßen. Dr. Michael Weltzin vom BMWK betonte die Bedeutung der Rohstoffstrategie der Bundesregierung, die Maßnahmen zur Diversifizierung und zur Förderung der Kreislaufwirtschaft umfasst. Er erklärte: „Wir brauchen die Einleitung eines Paradigmenwechsels zur Förderung der Kreislaufwirtschaft. Ziel muss es sein, dass es zukünftig keine Rolle mehr spielt, ob ein Rohstoff zuvor Abfall war oder nicht. Hierfür brauchen wir gleiche Standards für primäre und sekundäre Rohstoffe.“ Dr. Britta Bookhagen erläuterte die Herausforderungen des Recyclings seltener und strategischer Metalle und die Notwendigkeit, wirtschaftliche und energieeffiziente Prozesse zu entwickeln. Sie betonte: „Wir sehen bereits gute etablierte Stoffkreisläufe dort, wo es sich wirtschaftlich lohnt. Das zeigt die grundsätzliche Herausforderung: Recycling muss wirtschaftlich sein. Dazu müssen die Rahmenbedingungen stimmen und es muss strategisch und in Wertschöpfungsketten gedacht werden.“ Dr. Lukas Gast hob die globale Rohstoffknappheit hervor und betonte die Rolle von Recyclingfähigkeit und Risikovorsorge. „Die Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie (NWKS) und der EU Critical Raw Materials Act (CRMA) können wichtige Beiträge dazu leisten, den Primärmaterialbedarf zu reduzieren und den Anteil der Recyclingrohstoffe zu erhöhen. Für eine effektive Umsetzung ist es wichtig, die relevanten Stoffströme zu priorisieren und Strategien und Maßnahmen zur Steigerung der Materialeffizienz dabei ebenfalls zu berücksichtigen.” In der anschließenden Diskussion wurden drei zentrale Punkte erörtert: 1. die gesellschaftliche Verantwortung und das Bewusstsein für Rohstoffrecycling müssen gestärkt werden; 2. technische und wirtschaftliche Innovationen sind entscheidend für effektives Recycling; 3. die Ausbildung und Integration von Fachkräften im Recyclingbereich muss verbessert werden. Teilnehmer:innen betonten die Notwendigkeit konkreter Maßnahmen und Standards für Recycling sowie das Fachkräfteproblem im Handwerksbereich.
Geoökonomie, Resilienz und Sicherheit