Regionalforum NRW: CO2 freies NRW – Strategien für Wasserstoff und CCU/CCS

24. Januar 2023

Wie kann Nordrhein-Westfalen CO2-neutral werden? Und welche Rolle spielen dabei Wasserstoff und CCU/CCS? Zu diesen Fragen sowie dem künftigen Wasserstofftransport entlang der Rheinschiene kamen Mona Neubaur MdL, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie, sowie stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen und Vertreter:innen von Unternehmen verschiedener Branchen am Dienstag den 24. Januar ins Gespräch. 

Dabei kamen verschiedene Stimmen aus Wirtschaft und Politik zu Wort. Beginnend wurde die Pandemie und Wirtschaftskrise als Digitalisierungstreiber hervorgehoben und die Bedeutung von erneuerbaren Energien in der Transformation betont. Anschließend wurde die Relevanz diversifizierter Importstrategien unterstrichen, um einseitige Abhängigkeiten zu vermeiden. 

Während ihres Impulsbeitrags ging Neubaur auf NRW als Industrie- und Wirtschaftsstandort mit vielen mittelständischen Unternehmen ein. Gerade die große Transformation stellt NRW als Produktionsstandort für Stahl vor viele Herausforderungen, sodass nun ein schneller Umbau zu einer sicheren und nachhaltigen Energieversorgung, also eine “grüne Modernisierung” bevorsteht. Dies kann vor allem mit grünem Wasserstoff gelingen, mit Unterstützung von CCS, bei unvermeidbaren Emissionen:

„Der massive Ausbau der erneuerbaren Energien und ein verantwortungsvoller Umgang mit unvermeidbaren CO2-Emissionen sind die Eckpfeiler für die klimaneutrale Transformation des Industriestrandortes Nordrhein-Westfalen. Auch wenn uns dafür nur etwas mehr als 20 Jahre Zeit bleiben, blicke ich mit Zuversicht in die Zukunft: Der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft nimmt Fahrt auf, die Unternehmen im Land unterstützen die Transformation, nutzen ihre starken Netzwerke und strukturieren ihre Prozesse für die Kreislaufwirtschaft um. Alle haben das Ziel im Blick und arbeiten gemeinsam daran, dass Nordrhein-Westfalen die erste klimaneutrale Industrieregion Europas wird.“ 

Katherina Reiche, Vorstandsvorsitzende, Westenergie AG: „GreenClusterNRW: Der energiewirtschaftliche Strukturwandel bietet die Chance, unser Bundesland als Vorreiter für die Wasserstoffwirtschaft zu etablieren – ein Schlüsselelement für mehr Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit. Mit starken Infrastrukturen und einer hohen Dichte an Industrie und Mittelstand verfügt NRW dabei bereits über sehr gute Voraussetzungen. Jetzt gilt es, alle Akteure vor Ort zu einem innovativen H2-Ökosystem zusammenzuführen – für ein starkes Miteinander.“

 

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03.11.2022
LTT Zeitenwende — auch bei Erwerbsmigration und Integration?
Viele deutsche Unternehmen sehen den Fachkräftemangel als großes Risiko für ihren Unternehmenserfolg. Was muss geschehen, damit Deutschland für Zuwanderer wieder attraktiver wird? Im LTT Zeitenwende  mit Misbah Khan MdB, Mitglied im Ausschuss für Inneres und Heimat des Deutschen Bundestages, Dr. Tanja Fendel, Bereich Migration, Integration und internationale Arbeitsmarktforschung (INTER) am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), und Kristin Hühnergarth, REWE Group, sowie weiteren Teilnehmenden aus der Mitgliedschaft wurden die Chancen, Herausforderungen und Möglichkeiten der Fachkräfteeinwanderung in Deutschland diskutiert. Dr. Tanja Fendel – (C) DiCV/Jo Schwartz Dr. Tanja Fendel bewertet die bisherigen Anstrengungen, um Fachkräfte aus dem Ausland anzuwerben, als unzureichend und möchte daher auch Geflüchtete in den Arbeitsmarkt integrieren: „Die rechtlichen Änderungen im Rahmen des Fachkräfteeinwanderungsgesetz stellen wichtige Erleichterungen für den Zuzug von Fachkräften nach Deutschland dar, eine substanzielle Erhöhung der Fachkräftezuwanderung ist jedoch nicht zu erwarten. Hierfür wären wahrscheinlich maßgebliche Reformen zur Vereinfachung der Gleichwertigkeitsprüfungen ausländischer beruflicher Abschlüsse erforderlich.“ „Die in den letzten Jahren und seit Anfang des Jahres nach Deutschland gekommenen Geflüchteten können zur Reduzierung des Fach- und Arbeitskräftebedarfs beitragen, auch wenn mit der Schutzgewährung durch das Asylsystem auf Grundlage des Grundgesetzes und der völkerrechtlichen Verpflichtung Deutschlands primär andere Ziele als die Steuerung der Arbeitsmigration im Vordergrund stehen. Für die Arbeitsmarktintegration Geflüchteter kommt neben der Unterstützung bei der Arbeitssuche und -vermittlung der Deutschspracherwerb (auch im Rahmen der Teilnahme an Integrations- und Sprachkursen), die Beratung zur Anerkennung beruflicher Abschlüsse sowie umfassende Bildungs- und Weiterbildungsangebote eine hohe Relevanz zu, um zu vermeiden, dass ein Großteil der Geflüchteten langfristig unterhalb der eigenen Qualifikation beschäftigt ist.“  Misbah Khan MdB ging dabei auf mangelnde attraktive Angebote für Fachkräfte aus dem Ausland ein, darunter Bildungschancen und Integrationsmöglichkeiten auch für Familien. Außerdem sei ein gesamtgesellschaftlicher Wandel dringend nötig, damit die ca. 400.000 fehlenden Fachkräfte auch langfristig im Land bleiben:  „Unsere Wirtschaft ist nicht zuletzt angesichts der demographischen Entwicklung dringend auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen. Mit dem neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetz werden wir bürokratische Hürden abbauen und Verfahren digitalisieren, damit der Zuzug endlich schneller und einfacher gelingt. Als Gesellschaft müssen wir uns jedoch auch die Frage stellen, wie wir mit Migrant*innen umgehen. Hass, Hetze und Ausgrenzung sind keine Werbung für ein Einwanderungsland.“ Kristin Hühnergarth Kristin Hühnergarth der REWE Group betont, dass auch die Anerkennung nichtakademischer Berufe in Deutschland vereinfacht werden muss: „Die Diskussion um den Fachkräftemangel greift leider zu kurz: Es fehlt mittlerweile an Kräften auf allen Qualifizierungsniveaus – wir sprechen längst von einem Arbeitskräftemangel. Entscheidend wird für Branchen wie der Unseren zudem sein, dass die nun diskutierten Maßnahmen endlich auch stärker auf nicht-akademische Berufe abzielen.“   
17.07.2024
Roundtable Regionale Wirtschaft in Sachsen: Kreislaufwirtschaft ausbauen
Was braucht es, damit Kreislaufwirtschaft ein immer wichtigerer Teil der Wertschöpfungskette sein kann? Zu dieser Frage diskutierten bei Pyral im sächsischen Freiberg gut ein Dutzend Unternehmen und Verbände aus der Region mit Michael Kellner, grüner Bundestagsabgeordneter und Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz. Pyral gehört zu PreZero aus der Schwarz-Gruppe, Mitglied der Wirtschaftsvereinigung der Grünen. Dabei ging es auch um die Chancen der Transformation am Standort Sachsen. Eines der wichtigsten Themen war das so genannte Abfallende – also ab welchem Punkt im Kreislauf ein Material statt als Müll als Rohstoff eingestuft wird, was den Unternehmen die Handhabung deutlich einfacher macht und auch Einfluss auf die Preise hat. Teils sind auch Preisunterschiede zwischen Produkten aus Neumaterial und aus Recycling eine Herausforderung, hier könnte der Staat in der Beschaffung etwa für den Bau von Straßen einen Leitmarkt etablieren. Genauso wichtig, so zeigte sich in vielen Beiträgen, ist der Bürokratieabbau. Dabei ist es vielfach die Umsetzung vor Ort und die Furcht der Ämter vor Entscheidungen, was die Unternehmen ausbremst. Michael Kellner warb dafür, dass durch die Novelle des  Bundesimmissionsschutzgesetz jetzt bei Vorliegen vollständiger Unterlagen ein Bescheid innerhalb von drei Monaten erfolgen muss – und die Bundesregierung strebe hier weitere Verbesserungen an. PreZero Pyral zeigte sich beim Rundgang durch das Unternehmen vor dem Roundtable leistungsstark. Enorme 60% der Alu-Leichtverpackungen aus dem Gelben Sack in Deutschland verarbeitet das Unternehmen im Werk. 95% der Energie spart das Unternehmen in der Aluminiumproduktion mit innovativer Technik durch Recycling statt Neuherstellung. Und trägt damit bei zur Rohstoffsicherheit unseres Landes. Mit dabei beim intensiven Austausch waren die Pyral-Chefs Andreas Reissner und Markus Reissner, außerdem Vertreter von PreZero und Schwarz. Aus der Region und zum Thema waren weiterhin mit dabei REIKAN GmbH, Tricera Energy GmbH, SUC GmbH, Circular Saxony, Befesa, Becker Umweltdienste, LVR Sachsen, IHK Chemnitz. Ferner die Mitglieder der Wirtschaftsvereinigung ALBA, Felix Schoeller GmbH, und Interzero. Allen gemeinsam ist: Sie treiben die Kreislaufwirtschaft – für Nachhaltigkeit, für Resilienz, für den Standort Deutschland.
Geoökonomie, Resilienz und SicherheitRegionalforen
28.05.2026
Alte Stärken, neue Chancen – Zukunft des Industriestandorts Sachsen-Anhalt
Die Industrielandschaft in Sachsen-Anhalt zeichnet sich durch eine spannende Mischung aus regional verankerten Unternehmen und neuen Playern aus: Traditionelle Wirtschaftsbereiche wie Chemie, Maschinenbau und Automobilzulieferer befinden sich inmitten von intensiven Transformationsprozessen, während sich neue Hightech-Branchen zunehmend etablieren. Wie lässt sich diese Dynamik zur langfristigen Stärkung des Industriestandorts nutzen? Und welche akuten Herausforderungen und Folgen ergeben sich aus den Lieferengpässen infolge des Irankriegs? Im Rahmen eines regionalen Round Tables bei Bayer im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen wollen wir diskutieren, welche politischen Weichenstellungen es braucht, um die Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit des Standorts nachhaltig zu sichern: Alte Stärken, neue Chancen – Zukunft des Industriestandorts Sachsen-Anhalt Mit: Michael Kellner, MdB und Sprecher für Energiepolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Olaf Meister, MdL und Sprecher für Wirtschaft, Finanzen, Kommunales, Wissenschaft sowie Tourismus der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen in Sachsen-Anhalt. Die Veranstaltung setzt auf Austausch: Impulse, konkrete Unternehmensperspektiven aus der Region und eine offene Diskussion – u. a. mit Blick auf regionale Stakeholder und Netzwerke. Bringen Sie also gerne Ihre Perspektiven, konkreten Herausforderung und Lösungen mit ein.
Klimaneutralität, Energiewende und IndustriepolitikRegionalforen