Regionaltreffen in NRW

30. Juni 2021

Am 30. Juni lud der Grüne Wirtschaftsdialog (GWD) nun auch zu einer Kick-off-Veranstaltung in NRW. Ca. 20 Eigentümer und CEOs aus großen, mittleren und klei­nen Unternehmen verschiedenster Branchen aus ganz NRW von Aachen bis Münster sowie Politike­rinnen und Politiker von Bündnis 90/Die Grünen aus NRW kamen in Düsseldorf zusammen, um eine neue Ebene des Dialogs zwischen Wirtschaft und grüner Politik mit dem Fokus auf die regiona­len Besonderheiten des Bundeslandes zu initiieren. Diese regionalen Austauschveranstaltungen sollen regelmäßig stattfinden und die gemeinsame Arbeit an der Transformation hin zu einer nach­haltigen, an den Pariszielen orientierten Wirtschaftsentwicklung in NRW auf ein weiteres vertrau­ensvolles Fundament zu stellen.

Unter den Anwesenden der Auftaktveranstaltung waren Mona Neubaur, Vorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen in NRW, die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Düsseldorfer Landtag Wibke Brems, Roland Schüren, Vorstandsmitglied des GWD und Bundestagskandidat der Grünen in NRW, die Bundestagsabgeordneten Oliver Krischer und Markus Kurth sowie das neue Sprecherteam der Gruppe Trixi Bannert und Klaus Hermann.

Mona Neubaur, Vorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen in NRW: „Die klimaneutrale Transformati­on unserer heimischen Wirtschaft ist eine der zentralen Herausforderungen des kommenden Jahr­zehnts. Gleichzeitig ist sie die einmalige Chance, Wohlstand und Sicherheit für kommende Genera­tionen zu schaffen. Das kann Politik aber nicht alleine hinbekommen – dafür brauchte es mutige Unternehmerinnen und Unternehmer, die voran gehen und diesen Wandel aktiv gestalten. Der Grü­ne Wirtschaftsdialog bringt diese Menschen zusammen und ins Gespräch miteinander – das ist gera­de für den Industrie. und Dienstleistungsstandort Nordrhein-Westfalen vor herausgehobener Be­deutung. Ich freue mich sehr, dass es gelungen ist, dieses Format in NRW zu etablieren.“

Roland Schüren, Bäckereiunternehmer aus Hilden, E-Mobility-Entrepreneur, Vorstandsmitglied des GWD und Bundestagskandidat für Bündnis 90 / Die Grünen: „Unser NRW-Auftakt offenbarte mit seinen vielfältigen Diskussionssträngen der Teilnehmer, welche Bereiche sehr schnell von der Politik angegangen werden müssen. Es entstand ein intensiver Vorgeschmack auf die wichtigen Themen der geplanten, kommenden Fachforen, von energieintensiver Industrie mit Wasserstoffwirt­schaft bis hin zur Veranstaltungsbranche. – Ein sehr gelungener Auftakt.“

Trixi Bannert, Sprecherin des NRW-Kreises, Weinhändlerin, Sommelière und Inhaberin einer Ver­anstaltungsagentur aus Münster: „Ich war begeistert von unserer Auftaktveranstaltung des Grünen Wirtschaftsdialog NRW in der Nachtresidenz in Düsseldorf : Es hat uns gezeigt, welch großes Inter­esse seitens der Wirtschaft und der grünen Politik besteht, die gegenseitigen Ansichten darzustellen und zu begreifen. Das Ziel, in einem offenen Dialog kontrovers und trotzdem zugewandt aufeinan­der zuzugehen, wurde in großartiger Weise umgesetzt und hat unsere Erwartungen übertroffen.“

Klaus Hermann, Sprecher des NRW-Kreises, Geschäftsführer der KH Versicherungen GmbH in Münster, Moderator und Coach: „In einer Zeit, in der mit rasantem Tempo enorme Veränderungen eintreten und weitreichende ordnungspolitische Unterstützungen notwendig sein werden, ist ein direkter Dialog zwischen Wirtschaft und Politik so wichtig wie selten zuvor. Diesen zu moderieren und zu begleiten ist eine tolle und sehr sinnvolle Aufgabe, die ich gerne übernehme. Gerade in NRW finden wir mit reger Startup Szene in direkter Nachbarschaft zum Mittelstand und der Industrie eine breite Mixtur der Interessen, die mit der Politik an einen Tisch gebracht werden sollten. Das errei­chen wir durch den GWD.“

Weitere Veranstaltungen

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19.01.2022
LTT Inflation-Stagflation-Transformation
Das Thema „Inflation“ verfestigt sich und gewinnt zunehmend an Relevanz. Wird der Wohlstand durch Inflation, Stagflation oder gar „greenflation“ gefährdet – was ist zu tun? Am 19. Januar stellten Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor des Instituts für Wirtschaftsforschung Köln (IW) und Katharina Beck MdB, Sprecherin für Finanzpolitik der Grünen Bundestagsfraktion und ordentliches Mitglied im Finanzausschuss des Bundestages, im Rahmen eines digitalen GWD-LunchTimeTalks ihre Einschätzungen zu diesem Thema vor und diskutierten mit GWD-Mitgliedern und geladenen Gästen, welche finanzpolitischen Instrumente eine Antwort auf die aktuellen Herausforderungen geben könnten. Auszüge aus der Diskussion in unserem Newsletter 01/2021
28.09.2022
Fachforum Ernährungswirtschaft
Beim zweiten Fachforum der Dialogreihe „Transformation der Lebensmittelwertschöpfungskette: transparent, nachhaltig, versorgungssicher“, moderiert von GWD-Vorstand und Bäckermeister Roland Schüren, fanden neben Impulsvorträgen von Anne-Monika Spallek MdB und Prof. Dr. Achim Spiller Workshops zur Vertiefung der drei Themenschwerpunkte statt: 1. Faire marktwirtschaftliche Bedingungen in der Lebensmittelwertschöpfungskette Der Einfluss des Handels und großer Stakeholder:innen, wie verarbeitende Konzerne und Fast-Food-Ketten, wurde in diesem Workshop kritisch beleuchtet. Denn diese können aufgrund ihrer Marktposition Einfluss auf Nachhaltigkeitsstandards in der Wertschöpfungskette nehmen. Teilnehmende dieses Workshops verteilten sich auf Firmen entlang der gesamten Wertschöpfungkette, von der Produktion bis zum Einzelhandel. 2. Transparenz über die Nachhaltigkeitseffekte der Lebensmittelproduktion und Anreizsysteme für die ökologische Transformation In diesem Workshop standen die Wechselwirkungen zwischen Nachhaltigkeitskennzeichnungen und das Verhalten von Verbraucher:innen im Mittelpunkt. Denn Lebensmittel spiegeln aktuell noch nicht die „wahren Kosten“ der Herstellung wider – diese bezeichnen ökonomisch die Internalisierung externer Kosten. Fragen zur Einpreisung dieser externen Effekte wurden in dieser Runde diskutiert. 3. Gestaltung regionaler Wertschöpfungsketten und einer neue Ernährungskultur Die Chancen einer veränderten Ernährungskultur wurden in diesem Workshop in den Vordergrund gerückt. Auch wenn aktuell Inflation und Preisängste das Kaufverhalten beeinflussen, so ist dennoch in den letzten Jahren innerhalb der Gesellschaft das Bewusstsein für eine neue Kulinarik, die Nachhaltigkeit und Genuss verbindet, gewachsen. Fragen, wie die Ziele ländlicher Entwicklung mit nachhaltiger Agrarwirtschaft verknüpft werden können und das Engagement der Bürger:innen zur Gestaltung der Wertschöpfungsketten gestärkt werden kann, wurden unter den Teilnehmenden diskutiert. Niclas Biener, Head of EU Affairs & Agricultural Policy bei REWE und Teilnehmer am ersten Workshop, ging auf die Relevanz kleiner Produzent:innen ein: „Lokale und regionale Erzeuger:innen sind eine bedeutende Stütze unseres Produktsortiments – vor allem bei unseren selbstständigen Kaufleuten. Diese Produzent:innen darf die Politik nicht aus den Augen verlieren, sonst droht uns der unwiederbringliche Verlust von kleinen Betrieben.“ Im zweiten Workshop zeigte Wolfgang Kühnl, CEO von InFamily Foods Holding, auf, wie ökonomische Anreize für die nachhaltige Ernährungswirtschaft sinnvoll gestaltet werden können: „Die Einführung einer Steuer auf vermeintlich weniger nachhaltige Produkte, wie z.B. Fleisch, würde den Fortschritt in diesen Produktkategorien abwürgen. Welcher Unternehmer wird entlang der Wertschöpfungskette in nachhaltige Haltungsformen und Technologien investieren, wenn sein Produkt unabhängig von der erbrachten Nachhaltigkeitsleistung durch eine pauschale Steuer diffamiert wird? Eine Ausweitung des Zertifikathandels auf weitere Umweltaspekte würde hingegen einen marktwirtschaftlichen Anreiz hin zu einer nachhaltigeren Ausrichtung der Lieferkette bieten.“ Jana Gäbert, Strategische Entwicklung, PR & Biodiversität bei der Agrargenossenschaft Trebbin eG und Teilnehmerin des dritten Workshops, ging vor allem auf die Wichtigkeit der Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln ein: „Rückverfolgbarkeit und Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln sind entscheidende Werkzeuge, um bei Konsument:innen Vertrauen aufzubauen und Transparenz herzustellen. Erst mit dem „Wissen, wo es herkommt“ können dann auch höhere Ziele wie Klimaschutz und Biodiversitätsförderung vermittelt werden. Die wissenschaftliche Gestaltung und Überwachung der Prozesskette muss nachvollziehbar und transparent, mit verständlichen Maßzahlen agieren und unabhängig von der Produktionsform (biozertifiziert oder nicht) sein.“
10.09.2024
Datenökonomie: Chancen, Herausforderungen und die Rolle der Politik
Der Einsatz von Daten bietet für viele Unternehmen großes Potenzial, effizienter zu wirtschaften und ihr Angebot optimal auf die Nachfrage anzupassen. Die Bundesregierung plant, mit dem Dateninstitut einen nationalen Akteur zu schaffen, der das Datenökosystem koordiniert und eine bessere Vernetzung sowie Innovationen ermöglicht. Doch viele Fragen, wie der Wettbewerb um Daten auf dem freien Markt organisiert werden kann, sind noch unbeantwortet. In diesem Kontext werden wir uns im Rahmen der Clustersitzung austauschen. Wir freuen uns auf Impulse von Dr. Anna Christmann MdB, Beauftragte für Digitale Wirtschaft und Start-ups des BMWK sowie ordentliches Mitglied im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung im Bundestag, von Roland Werner, Senior Director Public Policy bei Uber, und von Kathrin Schwan (angefragt), Managing Director – Data & AI Network Lead bei Accenture.
Innovation, Digitalisierung und Technologie