Regionale Strukturen für Kreislaufwirtschaft

29. Mai 2024

mit dem Sächsischen Staatsminister Wolfram Günther: Kreiswirtschaftliche Ansätze sind von entscheidender Bedeutung für eine nachhaltige Wirtschaftsweise: Dadurch wird nicht nur die Umweltbelastung reduziert, sondern auch die Abhängigkeit von endlichen Ressourcen und Drittstaaten verringert...

Kreiswirtschaftliche Ansätze sind von entscheidender Bedeutung für eine nachhaltige Wirtschaftsweise: Dadurch wird nicht nur die Umweltbelastung reduziert, sondern auch die Abhängigkeit von endlichen Ressourcen und Drittstaaten verringert und damit Resilienz in der Wirtschaft gesteigert. Auf lange Sicht ermöglicht Kreislaufwirtschaft eine nachhaltige Entwicklung, die sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Ziele in Einklang bringt. Auf dem Weg dort hin stellen sich jedoch zahlreiche Herausforderungen in Hinblick auf Regulatorik, Neugestaltung von Lieferketten und die Finanzierung von neuen innovativen Technologien und Infrastruktur. 

Im Rahmen des Regionalforums Sachsen haben wir gemeinsam mit den Teilnehmenden sowie dem Sächsischen Staatsminister für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft Wolfram Günther diskutiert, auf welche Weise Landespolitik dazu beitragen kann, kreislaufwirtschaftliche Ansätze zu fördern bzw. zu ermöglichen. Gleichzeitig haben wir beleuchtet, welche Kooperation zwischen Produzenten, Entsorgern und Verarbeitungsunternehmen möglich und notwendig sind, um Rückführungs- und Recyclingprozesse effizient zu gestalten. In einem Impulsvortrag hat Valentina Beatovic-Dobman von Dow Deutschland Inc. die Potenziale Sachsens hinsichtlich der Entwicklung eines  Kreislaufwirtschaft-Ökosystems beleuchtet und erläutert, welche politischen Rahmenbedingungen aus Sicht von Dow den Weg dorthin beschleunigen könnten.

Beatovic-Dobmann betont die Möglichkeiten, die eine Transformation in Sachsen mit sich bringt:
„Kreislaufwirtschaft ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und wir befinden uns zusammen mit unseren Partnern in der Transformation. Kollaborationen entlang der Wertschöpfungskette und mit Wissenschaft sind entscheidend und diese Region Sachsen hat ein großes Potential für die Skalierung der Kreislaufwirtschaft“.

Staatsminister Günther stellt die Vorteile einer Kreislaufwirtschaft heraus:
»Die Wirtschaft der Zukunft arbeitet in Kreisläufen. Wir müssen weg vom Raubbau an der Natur und von Abfallbergen und hin zu geschlossenen Stoffkreisläufen und Wiederverwendung. Kreislaufwirtschaft schützt Umwelt und Klima, zahlt sich aber auch betriebswirtschaftlich aus – weil neue Rohstoffe nicht mehr teuer beschafft werden müssen, weil Kreislaufwirtschaft ein Geschäftsfeld ist und unsere Volkswirtschaft resilienter macht. Denn Kreislaufwirtschaft heißt auch, sich strategisch unabhängiger von Lieferländern zu machen, in denen Menschenrechte und Umweltstandards nicht eingehalten werden.«

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Wie weiter mit der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie in der neuen Legislatur?
Die kommende Bundesregierung möchte an die Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) anknüpfen, die erstmals alle Maßnahmen und Ziele auf dem Weg zur Circular Economy gebündelt hat. Die vorige Bundesregierung hat im Dezember 2024 die NKWS beschlossen. Diese bündelt Maßnahmen und Ziele aus allen Wirtschaftssektoren, um den Ressourcenverbrauch in Deutschland zu reduzieren und zugleich die wirtschaftliche Resilienz, vor allem die Verfügbarkeit von wichtigen oder kritischen Rohstoffen, zu erhöhen. Die neue Bundesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag bekräftigt, an der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie anzuknüpfen. Geplant sind unter anderem ein Eckpunktepapier mit kurzfristigen Maßnahmen sowie die Entwicklung von Lösungen für das chemische Recycling und die Förderung digitaler Innovationen zur Schließung von Stoffkreisläufen. Welche Maßnahmen sollten aus Ihrer Sicht mit Priorität umgesetzt werden, damit mehr Lösungen der Kreislaufwirtschaft realisiert und Rohstoffsicherheit gewährleistet werden? Welche Rahmenbedingungen braucht es jetzt, damit Unternehmen die Chancen der Transformation zur Kreislaufwirtschaft besser nutzen können?
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LTT Innovationen der kommunalen Verkehrswende
Eine sozial-ökologische Verkehrswende wird im Zuge steigender globaler Temperaturen und Lebenserhaltungskosten mehr denn je gebraucht. Dass neue, günstige Tarife dazu beitragen, Emissionen im Transportsektor zu senken, indem mehr Menschen auf den ÖPNV umsteigen, hat das 9-Euro-Ticket bewiesen. Welche Innovationen zusätzlich zur Verkehrswende, auch auf kommunaler Ebene, beitragen haben Nyke Slawik MdB, stellvertretende Vorsitzende des Verkehrsausschusses des Deutschen Bundestages, sowie dem Mobilitätsforscher Prof. Dr. Heiner Monheim näher beleuchtet. Letzterer hat die Integration urbaner Seilbahnen in das ÖPNV-Netz , als neues Mobilitätskonzept vorgestellt.  Nyke Slawik MdB: „Ein Bundesmobilitätsplan kann Städte und Kommunen handlungsfähiger machen, indem diesen mehr Entscheidungsspielraum gewährt wird. Kommunen und Städte sollen selbst entscheiden dürfen, ob und in welcher Höhe Tempolimits erlassen, verkehrsberuhigte Zonen errichtet und gesonderte Stellplätze nur für Anwohnende ausgewiesen werden, ebenfalls ist eine Innenstadtmaut denkbar. Letztere Konzepte sind neben einem Anreiz, auf ein Auto zu verzichten eine lukrative Einnahmequelle, die in nachhaltige ÖPNV-Systeme reinvestiert werden kann.“ „Der ÖPNV kann eine große Rolle in der Erreichung unserer Klimaziele, aber auch sozialer Gerechtigkeit spielen. Auf Klimaebene verschließt die zentrierte Ausrichtung der Verkehrsinfrastruktur auf das Auto große Flächen, verschmutzt die Luft und erzeugt Lärm – ein ausgeklügeltes ÖPNV-System bedient sich dagegen klimafreundlichen Innovationen wie Seilbahnen, welche weder große Flächen in Anspruch nehmen, noch die Lebensqualität in der Stadt verringern. Auf sozialer Ebene kann der ÖPNV zur Inklusion, aber auch Geschlechtergerechtigkeit beitragen. Denn das Auto wird aufgrund der Gender-Pay-Gap und gesellschaftlichen Strukturen eher von Männern genutzt, während günstige und clevere ÖPNV-Angebote von allen Personen ungeachtet ihres Körpers, Geschlechts oder sozialen Schicht in Anspruch genommen werden können. Aktuell sind jedoch einige Bahnhöfe nicht mit Aufzügen ausgestattet, fehlende Beleuchtung verringert die Sicherheit von Haltestellen bei Nacht besonders für FLINTA*. Da muss sich noch einiges tun.“ „Trotz der hohen und zeitweilig stark gestiegenen Kosten der Tarifanpassung ist das ÖPNV-System im Vergleich zur Mobilität via Auto deutlich unterfinanziert. Es benötigt eine steuerliche Incentivierung, wie im KFZ-Bereich und die Möglichkeit der Einbindung anderer Mikro- und auch Makromobilitätskonzepte, wie Sharing-Angebote, Ride-Pooling, Seilbahntechnologien und mehr.“   Prof. Dr. Heiner Monheim: „Seilbahnen werden bisher zu selten als innvolle Ergänzung zu Bus und Bahn gehandelt. Im Vergleich zum konventionellen SPNV (Schienenpersonennahverkehr) haben sie wichtige Vorteile: Sie sind zügig aufgebaut, nehmen kaum Platz in Anspruch, versiegeln keine Flächen und bieten darüber hinaus noch die Möglichkeit, des Ab- und Wiederaufbaus an anderen Standorten. Somit sollten sie unbedingt in der Stadt- und Verkehrsplanung mitgedacht werden und Bestandteil kommunaler Nahverkehrspläne werden.“ Die gesamte Präsentation zur Zukunft urbaner Seilbahnen als Teil des städtischen ÖPNV hier zur Ansicht: [pdf-embedder url=“https://gruener-wirtschaftsdialog.de/wp-content/uploads/2022/08/Seilbahnen-lang.pdf“ title=“Präsentation: Zukunft urbaner Seilbahnen als Teil des städtischen ÖPNV“]
27.04.2021
Ad-hoc Forum E-Fuels
Für die Erreichung der Pariser Klimaziele werden E-Fuels unabdingbar eine Rolle spielen und sind ein wichtiger Baustein für die Energiewende. Dies gilt insbesondere in der Luft- und Schifffahrt, bei denen Elektrifizierung keine realistische Perspektive für die absehbare Zukunft darstellt. Gleichzeitig hat die Mehrheit der Teilnehmer:innen des Fachforums einem großflächigen Einsatz von E-Fuels im PKW-Sektor keine realistische Perspektive eingeräumt. Durch die geringe bestehende Produktionskapazität werden E-Fuels weiterhin in der Breite der Einsatzbereiche relativ teure Optionen bleiben. Für die Steigerung der Wirtschaftlichkeit von E-Fuels bedarf es daher eines globalen Ausbaus von E-Fuel-Produktionsstätten und erneuerbaren Energiequellen. Vor dem Hintergrund dieser Herausforderungen und auf der Suche nach konkreten Vorschlägen für die Schaffung angemessener Rahmenbedingungen wird der GWD das Fachforum E-Fuels definitiv fortführen und das Thema mit weiteren Veranstaltungen vorantreiben. Die Zusammenfassung der Diskussion finden Sie in unserem Sondernewsletter Mobilität II. Digitale Konferenz