Rahmenbedingungen des Photovoltaikausbaus

22. April 2024

Mit Fabian Ehmann MdL: Die Stärkung der Photovoltaikindustrie in Deutschland und Europa muss eine energie-, klima-, außen-, und sicherheitspolitische Priorität werden. Im Arbeitsfeld Energie werden wir uns deshalb im Rahmen einer Veranstaltungsreihe mit dem Thema Photovoltaik von A bis Z – von der Herstellung bis zum Einbau auseinandersetzen. Die Auftaktveranstaltung der Reihe...

Die Stärkung der Photovoltaikindustrie in Deutschland und Europa muss eine energie-, klima-, außen-, und sicherheitspolitische Priorität werden. Im Arbeitsfeld Energie werden wir uns deshalb im Rahmen einer Veranstaltungsreihe mit dem Thema Photovoltaik von A bis Z – von der Herstellung bis zum Einbau auseinandersetzen. Die Auftaktveranstaltung der Reihe mit Impulsen von Fabian Ehmann MdL, Sprecher Energie und Klimaschutz in Rheinland-Pfalz, Anna Heimsath, Abteilungsleiterin Analyse, PV-Module und Kraftwerke beim Fraunhofer ISE, sowie Amir Roughani, Gründer und CEO der VISPIRON Gruppe sowie Vorstand des GWD, widmete sich den energiepolitischen Rahmenbedingungen des Photovoltaikausbaus in Deutschland.

Im Fokus standen hier die Überwindung der Hindernisse beim Ausbau, die Integration von Photovoltaik (PV) ins Stromnetz sowie der Förderrahmen und das Investitionsklima. Unter anderem wurde dabei ein Abbau von Netzentgelten, aber auch von Subventionen für fossile Energien skizziert, gleichzeitig ein wirksamer CO2-Preis gefordert. Einstimmigkeit gab es bei den Forderungen nach mehr Digitalisierung und beschleunigten Genehmigungsverfahren. Darüber hinaus wurden auch innovative Technologien und Trends in der Branche beleuchtet, mitunter Leichtbau-Photovoltaik oder Panels in Bauwerke oder Fahrzeuge zu integrieren, aber auch schwimmende Panels sowie das breite Themenfeld Agri-PV. Hervorgehoben wurde ebenso die Notwendigkeit für langlebige Module und eine erhöhte Effizienz. Außerdem wurden der zügige Zubau von PV-Anlagen und das Solarpflicht-Gesetz für Gewerbeneubauten und Parkplätze (ab 50 PKW) gelobt.

Amir Roughani zeigte in seinem Impulsvortrag Lösungsansätze auf, welche die Solarbranche langfristig stärken können:

„China ist mit etwa 90% verbautem PV-Modul-Anteil der wichtigste Lieferant für den Photovoltaikausbaus in Deutschland. Die strukturelle Abhängigkeit von China stellt jedoch eine komplexe Herausforderung dar, die nicht durch kurzfristige Maßnahmen im Bereich der Modulproduktion allein gelöst werden kann. Die Einführung von Zöllen und Resilienzboni würde den Ausbau der Photovoltaik erheblich verlangsamen und verteuern, was ein enormer finanzieller Kraftakt wäre. Stattdessen sollten Mittel in die Modernisierung der Verwaltung fließen, um Genehmigungsprozesse zu beschleunigen.

Besorgniserregend ist, dass deutsche PV-Modulhersteller derzeit etwa dreimal teurer sind als die Weltmarktpreise. Diese Preisdifferenz verdeutlicht die Dimension der Herausforderung, die wir nicht allein durch Resilienzboni bewältigen können.“

Anna Heimsath bestärkt die Vorteile innovativer PV-Lösungen für Deutschland:

„Integrierte Photovoltaik und PV-Anlagen im Batteriespeicher werden in Zukunft immer relevanter, um Flächennutzungskonflikte zu verringern und zukünftigen Lastprofilen und Netzanforderungen gerecht zu werden. Klare Gesetzgebung bringt Sicherheit, fördert den jährlich steigenden PV-Zubau und kann durch weitere Maßnahmen die heimische Industrie stärken.“

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11.03.2026
Wie der ländliche Raum zum Vorreiter wirtschaftlicher Transformation wird
In vielen ländlichen Regionen wie dem Sauerland schlägt das industrielle Herz Deutschlands: produzierender Mittelstand, globale Lieferketten, Energie- und Rohstofffragen – und gleichzeitig Unternehmen, die seit jeher pragmatisch, robust und innovationsstark auf neue Lagen reagieren. Welche Strategien funktionieren? Was können andere Regionen vom Sauerland lernen? Wo liegen Hemmnisse – und welche politische sowie unternehmerische Hebel bringen Tempo in die nachhaltige Modernisierung? Diese Fragen diskutieren unsere Mitglieder mit Sandra Stein, MdB und Sprecherin Mittelstand der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, und Jörg Nolte, Hauptgeschäftsführer der IHK Arnsberg. Der regionalen Round Table vor Ort in Arnsberg, Nordrhein-Westfalen setzt auf Austausch statt Frontalvorträge: Impulse, konkrete Unternehmensperspektiven aus der Region und eine offene Diskussion – u. a. mit Blick auf regionale Stakeholder und Netzwerke.
RegionalforenStandortpolitik, Infrastruktur und Europa
13.05.2024
Dekarbonisierung des Güterverkehrs II: Schiene und kombinierter Verkehr
In der zweiten Diskussionsrunde zum Thema Güterverkehr konzentrierte sich die Diskussion auf die Dekarbonisierung des Schienen- wie des kombinierten Verkehrs, wobei stets der Kontext zu den anderen Verkehrswegen und -anbietern im Blick behalten wurde. Neben konkreten technischen Lösungen, beispielsweise die europaweite Einführung einheitlicher digitaler Kopplungsvorrihtungen für Waggons, wurden auch politische Rahmenbedingungen besprochen. So wurde scharfe Kritik an der vom BMBF geplanten Anhebung der Trassenpreise für Güterbahnunternehmen um 16% geübt. Erneut durften wir Matthias Gastel MdB, Mitglied im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie bahnpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen begrüßen, zudem Dr. Martina Niemann, Vorstand Finanzen & Controlling sowie Vorstand Angebotsmanagement bei DB Cargo. Prof. Dr. Markus Hecht, Leiter des Fachgebiets Schienenfahrzeuge am Institut für Land- und Seeverkehr der Technischen Universität Berlin, ging vor allem auf die oben genannten technischen Fragen ein und informierte über den Stand der Entwicklung. Foto: DB Cargo / Oliver Lang Dr. Niemann betonte dabei Bedingungen für die Privatwirtschaft für Investitionen in die Schiene: „Die Privatwirtschaft wird die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene nur dann weiterhin fördern und ausbauen, wenn Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit dieser Transformation gegeben sind. Alles andere ist unrealistisch!“ (c) Stefan Kaminski Gastel zeigte auf, welche Veränderungen es beim Schienengüterverkehr noch bedarf: „Der Schienenverkehr ist der Schlüssel zur Klimaneutralität des Güterverkehrs. Für das Erreichen der Verlagerungsziele bedarf es einer konsequenten Umsetzung des Deutschlandtakts, damit Systemtrassen für alle Verkehrsarten und ausreichende Trassenkapazitäten zur Verfügung stehen. Für den dringend notwendigen Ausbau des Netzes braucht es endlich eine mehrjährige und abgesicherte Finanzierungarchitektur für die Schiene! Ohne diese wird es nicht gelingen, Güter im großen Stil auf die Schiene zu verlagern.“
Klimaneutralität, Energiewende und Industriepolitik
03.06.2024
Biodiversität im Bau: Biophiles Design in Neu- und Bestandsbauten
Biodiversität ist entscheidend für unsere Lebensgrundlage, für unsere Lebensqualität, und die Qualität der Gewässer. Daher haben wir im zweiten Fachforum Bauen & Wohnen der Reihe Biodiversität im Bau mit dem Titel „Biophiles Design in Neu- und Bestandsbauten“ unter Moderation von Dr. Ipek Ölcüm, Fachanwältin für Bau- und Architektenrecht und Wirtschaftsmediatorin (IHK) mit Expert:innen aus Politik und Wirtschaft die Bedeutung von biophilem Design sowie biodiversitätsfördernden Lösungen wie Dachbegrünungen diskutiert. Denn versiegelte Innenstädte gefährden auch die Gesundheit von Menschen, wenn sich die Innenstädte in den Sommermonaten verstärkt aufheizen. Beim fortschreitenden Verlust von Biodiversität kann Fassadenbegrünung zwar helfen, jedoch wird die Biodiversitätskrise dadurch nicht gelöst. Anja Liebert MdB, Ausschuss für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen, leitete die Diskussion mit einem Impulsvortrag ein, in dem sie die Relevanz der Sicherung von Biodiversität aufzeigte: „Biodiversität im Bau nutzt nicht nur den Tieren, sondern auch den Menschen, indem Quartiere durch mehr natürliche Lebensräume aufgewertet werden. Neben der erhöhten Lebensqualität fördert der Naturschutz im Bau die Resilienz gegen sich verstärkende Wetterereignisse: Grünflächen wirken sowohl kühlend als auch als natürlicher Speicher für Wasser.“ Städte bieten vielen Arten unterschlupf, wenn auf dem Land durch landwirtschaftliche Nutzung Lebensräume zerstört werden. Dennoch werden auch in Städten immer mehr Arten durch das Wachstum der Städte verdrängt – urbane Freiräume werden immer kleiner. Dabei könnten Tiere bei der Gestaltung von Neubauten mitgedacht werden. Landschaftsarchtektin Christine Jakoby von Studio Animal-Aided Design klärte in ihrem Impulsvortrag über gängige Fehlannahmen beim Naturschutz  im Bau auf: „Ein Problem des Naturschutzes im Bau liegt in der Fehlannahme, dass Mensch und Tiere als unterschiedliche Systeme mit gegensätzlichen Anforderungen gesehen werden müssen. Dazu erwarten viele Auftraggeber enorme Aufwendungen für die Implementierung von biodiversitätsfördernden Maßnahmen, obgleich auch durch verhältnismäßig geringe Kosten Erfolge erzielt werden können, sofern (tierische) Artenvielfalt bei der Planung mitgedacht wird.“ 
Standortpolitik, Infrastruktur und Europa