LunchTimeTalk: Wirtschafts- und Außenpolitische Folgen der US-Zwischenwahlen

5. Dezember 2022

Beim digitalen LunchTimeTalk am 5. Dezember warf der GWD gemeinsam mit Dr. Stormy-Annika Mildner, Direktorin des Aspen Institute Deutschland e.V., und Tobias B. Bacherle MdB, Bundestagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen und Mitglied des Auswärtigen Ausschusses im Deutschen Bundestag, einen Blick auf die aktuellen Entwicklungen in den USA mit Schwerpunkt auf die Handelsbeziehungen.

Dabei erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zunächst, dass die Handelspolitik nicht Top-Prio in den ersten zwei Jahren der Biden-Administration war, es ging vielmehr um die Stärkung von Förderung der Industrie und Produktion in den USA; darüber hinaus wird Handel in den Staaten eher mit Sicherheitspolitik verknüpft. Zu den weiteren Handelsbeziehungen hieß es, TTC habe großes Potenzial und könnte EU und USA aus transatlantischer Sicht enger zusammenführen. Es wird dennoch wohl eher keine großen Abkommen mehr geben, die Motivation auf europäischer Seite sei eher gering. Individuelle Abkommen wird es aber weiterhin geben.

„Was das Thema Datenverwertung angeht, heißt es ja immer, dass die USA uns weit voraus sind. Ich plädiere dafür, unsere hohe Datensicherheit nicht immer nur als Hindernis, sondern auch als Chance zu begreifen. Genau dieser andere Umgang mit Daten kann einen USP auf dem globalen Markt darstellen und wird so auch schon teilweise von Handelspartnern wahrgenommen.“ Tobias M. Bacherle MdB im Verlauf der Diskussion zur wirtschaftlichen Bedeutung der Digitalisierung im transatlantischen Verhältnis

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12.04.2023
Fachforum Kreislaufwirtschaft
Nachdem das letzte Treffen des Fachforums Kreislaufwirtschaft einen branchenübergreifenden Ansatz verfolgte, hat sich diese Sitzung zum Thema „Die neuen europäischen Verpackungsregelungen” auf Abfallvermeidung und Mehrweg, Anforderungen an die nachhaltige Gestaltung von Verpackungen sowie das effiziente Abfallmanagement konzentriert. Als Grundlage der Diskussion dienten die Impulsvorträge von der Referentin für die nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie und Ressourceneffizienz im Bundesumweltministerium (BMUV) Stefanie Schäfter, dem Abteilungsleiter Kreislaufwirtschaft des Wuppertal Instituts Prof. Dr. Henning Wilts sowie Felix Vogt-Heffinger, Referent für Vermeidung und Verwertung von Verpackungsabfällen (BMUV). Anschließend standen besonders die nationalen und europäischen Vorgaben für Mehrweg und zum chemischen Recycling im Fokus, dabei herrschte Einigkeit, dass dem mechanisches Recycling gegenüber chemischen Methoden Priorität eingeräumt werden sollte. Prof. Dr. Henning Wilts betonte in seinem Vortrag unter anderem die Chancen sowie Herausforderungen von Mehrwegsystemen: „Die Vermeidung von Verpackungsabfällen bietet zahlreiche ökologische als auch ökonomische Potentiale zur Einsparung von CO2-Emissionen genauso wie von Kosten. Häufig sind entsprechende Ansätze mit einer Erhöhung der Komplexität verbunden – es müssen beispielsweise mehr Akteur:innen einbezogen werden als bei klassischen Einweg-Lösungen. Von daher braucht es regulatorische Impulse, um hier auch Planungssicherheit für entsprechende Investitionen zu geben. Ein zentraler Ansatzpunkt sind dabei auch Standards und Normen, die gibt es seit langem für die klassische lineare Wirtschaft, für die Kreislaufwirtschaft hingegen noch nicht in ausreichendem Maße gibt. Hier ist hoher Handlungsbedarf erkenbar, wenn die Kreislaufwirtschaft sich auch am Markt durchsetzen können soll.“ David Lommatzsch, Umwelt- und Kreislaufwirtschaftsmanager der Schwarz Gruppe, stellt außerdem die Beurteilung der Ökobilanz (Life-Cycle-Assessment/LCA) von Verpackungen als essentiell heraus: „Einheitliche Standards – insb. beim Design for Recycling – und verbindliche Ziele zum Einsatz von Rezyklaten spielen für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft von Verpackungen im EU-Binnenmarkt eine zentrale Rolle. Es ist gut, dass dies jetzt auf EU-Ebene mit der PPWR (Proposal Packaging and Packaging Waste Regulation) angegangen wird. Regulatorische Hürden, beispielsweise beim Einsatz von Rezyklaten in kontaktsensitiven Anwendungen, sollten dabei aber beachtet und unter Maßgabe des Verbraucherschutzes bestmöglich abgebaut werden. Im Sinne eines ganzheitlichen Klima- und Ressourcenschutzes sollte zudem stets der gesamte Lebensweg einer Verpackung betrachtet werden und dabei auch Faktoren wie Transport- & Logistikemissionen sowie Vermeidung von Lebensmittelabfällen Betrachtung finden.“
Geoökonomie, Resilienz und Sicherheit
24.04.2024
Klimaneutrale Schifffahrt
Mit knapp über drei Prozent aller Emissionen weltweit stößt der internationale Seeverkehr mehr CO2 aus als ganz Deutschland. Diese Emissionen haben sich laut der Europäischen Umweltagentur in den letzten zwei Jahrzehnten um etwa 32 Prozent erhöht. In Anbetracht dieser Tatsache haben internationale Gremien wie die UN-Schifffahrtsorganisation IMO erste Klimaziele festgelegt. Auf dem Weg der Umsetzung liegen jedoch zahlreiche Herausforderungen. Im Rahmen des Fachforums haben wir uns daher im gemeinsamen Austausch mit Dieter Janecek MdB, Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft und Tourismus, und Jürgen Gerdes, Managing Director bei MES, den verschiedenen Fragen im Zusammenhang mit einer klimaneutralen Schifffahrt gewidmet. Dabei wurde den Teilnehmenden eine Vielzahl nachhaltiger Innovationen beleuchtet, welche großes Potenzial für enorme CO2-Einsparungen in der Schifffahrt mit sich bringen. Darunter bereits auf dem Markt verfügbare Lösungen wie ein an hydrodynamische Effekte angepasste Bauweise, die Nutzung von Biofuels und der Einbau von Filtersystemen. Diese könnten ab sofort eingesetzt werden und somit zur Transformation der Branche beitragen. Gleichzeitig wurden aber auch sich noch in der Entwicklung befindende Technologien wie elektrische Antriebe, sowie Carbon Management Systeme, welche direkt auf dem Schiff installiert werden, vorgestellt. Darüber hinaus standen auch politische Rahmenbedingungen sowie die Förderlandschaft und Beschaffung der finanziellen Mittel für die Transformation im Fokus der Diskussion. Gerdes ging in seinem Impulsvortrag detailliert auf CO2-einsparende Technologien ein: „Um die Umweltauswirkungen der Schifffahrt zu senken, gibt es bereits heute nicht nur verfügbare Technologien & Lösungen für z.B. die verbesserte Anpassung an hydrodynamische Effekte oder die Reduzierung des Stromverbrauchs; aber auch kohlenstoffarme Betriebsmittel wie Biofuels. Eine weitere wichtige Möglichkeit zur Emissionsminderung könnte zukünftig der Einsatz von on-board Filtersystemen darstellen, bei denen CO2 direkt aus dem Abgas gefiltert, an Bord zwischengespeichert und für die Weiternutzung an Land verfügbar gemacht wird.“  
Klimaneutralität, Energiewende und Industriepolitik
15.03.2023
Fachforum Ernährungswirtschaft
Zukunft der Ernährung – Welches Potential bieten alternative Proteinquellen für den Klimaschutz? Egal ob Tierwohl, Klimaschutz oder Gesundheit: bei der Ernährung dreht es sich heute längst nicht mehr nur um den Geschmack. Auch die wachsende Weltbevölkerung und veränderte Essgewohnheiten führen dazu, dass alternative Proteinquellen und Innovationen in der Lebensmittelproduktion an Bedeutung für den Klimaschutz gewinnen. Doch welche nutzbaren Alternativen gibt es eigentlich? Und inwieweit können neuartige Lebensmittel und Technologien die Land- und Ernährungswirtschaft maßgeblich verändern? Diese und weitere Fragestellungen haben wir gemeinsam mit der Impulsgeberin Viola Molkenthin, Referentin im BMEL im Referat Ökologische Lebensmittelwirtschaft, sowie den Impulsgebern Stefan Beuermann, UFOP Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V und Dr. Benjamin Leon Bodirsky vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung diskutiert. In der Veranstaltung, welche von Dr. Zoe Mayer MdB angeregt wurde, gab es unter den Teilnehmenden Übereinstimmung darüber, dass die Technologie sowie die Industrie in Deutschland bereit ist auf pflanzliche Proteinquellen umzustellen. Damit pflanzliche Alternativen jedoch auch von Endverbraucher:innen angenommen werden, bedarf es einer erhöhten Sichtbarkeit dieser Produkte, sowie einer Konsumveränderung der Verbraucher:innen. Eine erhöhte Nachfrage führt dann zu günstigeren Preisen. Zusätzlich können Instrumente wie CO2-gesteuerte Preissenkungen das Konsumverhalten lenken.        
Geoökonomie, Resilienz und Sicherheit