Klimaneutrale Schifffahrt

24. April 2024

mit Dieter Janecek MdB: Mit knapp über drei Prozent aller Emissionen weltweit stößt der internationale Seeverkehr mehr CO2 aus als ganz Deutschland. Diese Emissionen haben sich laut der Europäischen Umweltagentur in den letzten zwei Jahrzehnten um etwa 32 Prozent erhöht. In Anbetracht dieser Tatsache haben internationale Gremien wie die UN-Schifffahrtsorganisation IMO...

Mit knapp über drei Prozent aller Emissionen weltweit stößt der internationale Seeverkehr mehr CO2 aus als ganz Deutschland. Diese Emissionen haben sich laut der Europäischen Umweltagentur in den letzten zwei Jahrzehnten um etwa 32 Prozent erhöht. In Anbetracht dieser Tatsache haben internationale Gremien wie die UN-Schifffahrtsorganisation IMO erste Klimaziele festgelegt. Auf dem Weg der Umsetzung liegen jedoch zahlreiche Herausforderungen. Im Rahmen des Fachforums haben wir uns daher im gemeinsamen Austausch mit Dieter Janecek MdB, Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft und Tourismus, und Jürgen Gerdes, Managing Director bei MES, den verschiedenen Fragen im Zusammenhang mit einer klimaneutralen Schifffahrt gewidmet.

Dabei wurde den Teilnehmenden eine Vielzahl nachhaltiger Innovationen beleuchtet, welche großes Potenzial für enorme CO2-Einsparungen in der Schifffahrt mit sich bringen. Darunter bereits auf dem Markt verfügbare Lösungen wie ein an hydrodynamische Effekte angepasste Bauweise, die Nutzung von Biofuels und der Einbau von Filtersystemen. Diese könnten ab sofort eingesetzt werden und somit zur Transformation der Branche beitragen. Gleichzeitig wurden aber auch sich noch in der Entwicklung befindende Technologien wie elektrische Antriebe, sowie Carbon Management Systeme, welche direkt auf dem Schiff installiert werden, vorgestellt. Darüber hinaus standen auch politische Rahmenbedingungen sowie die Förderlandschaft und Beschaffung der finanziellen Mittel für die Transformation im Fokus der Diskussion.

Gerdes ging in seinem Impulsvortrag detailliert auf CO2-einsparende Technologien ein:

„Um die Umweltauswirkungen der Schifffahrt zu senken, gibt es bereits heute nicht nur verfügbare Technologien & Lösungen für z.B. die verbesserte Anpassung an hydrodynamische Effekte oder die Reduzierung des Stromverbrauchs; aber auch kohlenstoffarme Betriebsmittel wie Biofuels. Eine weitere wichtige Möglichkeit zur Emissionsminderung könnte zukünftig der Einsatz von on-board Filtersystemen darstellen, bei denen CO2 direkt aus dem Abgas gefiltert, an Bord zwischengespeichert und für die Weiternutzung an Land verfügbar gemacht wird.“

 

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28.02.2024
Innovationsstandort Berlin Brandenburg
Berlin-Brandenburg bietet ein einzigartiges Ökosystem aus Industrie, Start-ups und Forschungseinrichtungen, welches die Metropolregion zu einem der attraktivsten Innovationsstandorte in Europa macht. Gleichzeitig stellen aktuelle Entwicklungen in der Region sowie im Kontext des internationalen Wettbewerbs im Hinblick auf Fachkräfte, Wirtschaftsförderung und Energieversorgung den Standort vor neue Herausforderungen. Anlass genug also, das neue GWD-Regionalforum „Metropolregion Berlin-Brandenburg“ (RFBB) ins Leben zu rufen: Hier wird künftig diskutiert, welche politischen Rahmenbedingungen notwendig sind, um den industriellen Sektor in der Metropolregion nachhaltig zu sichern und auszubauen. Am Mittwoch den 28. Februar wurde das RFBB in den Räumen der Berliner Repräsentanz eröffnet. Initiiert wurde die Gruppe von Nicole Ludwig (Ex-AGH-Abgeordnete, Bündnis 90 / Die Grünen und Unternehmerin) und Michael Knoll, Leiter Urbane Transformation & Stakeholdermanagement bei der GASAG. Letzterer moderierte auch das Eröffnungspanel mit Impulsvorträgen von Tuba Bozkurt MdA, Sprecherin für Industrie und Digitalwirtschaft der Grünen Fraktion im Abgeordnetenhaus, Sonja Jost, Geschäftsführerin DexLeChem und Vizepräsidentin der IHK Berlin sowie Mitglied im Beirat des GWD, und Wolfgang Schyrocki, Staatssekretär der Senatsverwaltung für Finanzen des Landes Berlin (CDU). Die Runde konzentrierte sich zunächst eher auf die Berliner Perspektive, bis es auch zur Frage des Standes der Cluster-Strategie der beiden Länder ging (im Moment eher ausbaufähig). Zu den angesprochenen Themen gehörten: Die Wirtschaftspotenziale Berlins liegen nicht in der Breite, sondern in speziellen Bereichen und somit ist eine gezielte Industriepolitik zu bevorzugen. Bei Clustern sind stetige Potenzialanalysen von herausragender Bedeutung. Wie kann sichergestellt werden, dass es einen sicheren Ressourcenfluss für den Industriestandort gibt, und wie können systematisch Stoffe aus Abfall wieder in den Inputstoffstrom eingeführt werden? Welche Rahmenbedingungen können die angespannte Arbeitsmarktsituation mildern, welche nicht nur den Fachkräftemangel beinhaltet, sondern auch einen breiteren Personalmangel? Als Beispiel wurden Perspektiven für Personen ohne formalen Bildungsabschluss genannt. Welche Strategien benötigt der Senat, um die Potenziale der KI in Berlin voranzubringen?  Was sind die Anforderungen für zukunftsfähige Industrieparks? Einzelne Start-Ups können nicht leisten, auch noch die notwendige Infrastruktur zu schaffen. Stimmen aus der Veranstaltung: Tuba Bozkurt MdA: „Berlin braucht eine strategische Industriepolitik. Es geht zum einen darum, Rahmenbedingungen zu schaffen, welche eine Transformation der bestehenden Industrie erleichtern. Dazu gehört auch, Räume zu schaffen, in denen große Industrieunternehmen und mittelständische Unternehmen mit Start-Ups zusammenkommen, um Innovationen zu beschleunigen und in die Breite zu tragen. Zum anderen muss analysiert werden, welche Cluster das größte Wachstumspotenzial besitzen. Deren Förderung braucht Priorität! Es ist davon auszugehen, dass es dann vor allem um „grünes Wachstum“ gehen wird.“ Wolfgang Schyrocki, Staatssekretär der Finanzverwaltung: „Berlin hat viele Rahmenbedingungen, die es ermöglichen würden, einen innovativen Industriestandort zu schaffen, wenn diese richtig zusammengeführt werden. Die Verwaltung spielt hier natürlich eine zentrale Rolle und muss sich dafür in erster Linie auch selbst transformieren. Beispielsweise müssen wir beim Thema der Digitalisierung die Perspektive vom absoluten Schutz wechseln hin zu einer Perspektive, die den Wüschen und Bedürfnissen der Bürger:innen und Unternehmen gerecht wird. Das verlangt nicht zuletzt einen Kulturwandel – den wir nun aktiv gestalten und vorantreiben.“ Sonja Jost, DexLeChem und Vizepräsidentin der IHK Berlin: „Alle sprechen immer von der Transformation der Wirtschaft – also Bestehendes verändern. Worüber wir in Berlin jedoch noch viel öfter sprechen sollten, ist über das ganz Neue, was hier entstehen könnte. In wichtigen Bereichen der Chemie- oder der KI-Forschung gehört Berlin beispielsweise zum obersten Prozent weltweit, das ist ein enormes Potenzial. Um dieses zu bergen, braucht es jedoch eine gezielte Förderung von Transfer, von Innovationshubs – kurz, es braucht eine Strategie seitens der Regierung.“ „Wenn wir den industriellen Sektor in der Metropolregion stärken und ausbauen wollen, müssen wir anfangen, Stoffströme konsequent kreislaufwirtschaftlich zu denken – nur so ist ein nachhaltiges Wachstum möglich. Aus einer solchen holistischen Perspektive lassen sich auch Anforderungen für zukunftsfähige Industrieparks ableiten. Es braucht hier klare Konzepte und eine sichere Finanzierung – dafür braucht es eine gezielte Industriepolitik.“ Die kommenden Dialogformate des RFBB werden die verschiedenen Aspekte vertieft und gezielt behandeln, u.a. auch bei Treffen in Potsdam und anderen Städten der Region.
Innovation, Digitalisierung und TechnologieRegionalforen
22.05.2023
Fachforum Mobilität
Die individuelle Mobilitätsfreiheit von Personen und eine zuverlässige Logistik von Produkten und Waren sind Grundvoraussetzungen einer funktionierenden Marktwirtschaft. Gleichzeitig ist der Verkehrssektor einer der größten Verursacher von Treibhausgasen – in Deutschland als auch weltweit. Eine massive Reduktion der Emissionen im Verkehrssektor ist alternativlos, um die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens zu erreichen. Dazu bedarf es eines umfassenden Umdenkens, welches in der Veranstaltung mit Nyke Slawik MdB Bündnis 90/Die Grüne und stellvertretende Vorsitzende des Verkehrsausschusses des Deutschen Bundestages, und Mobilitätsforscher und Verkehrsexperte Prof. Dr. Andreas Knie diskutiert wurde. Foto (c) Michelle Gutiérrez Nyke Slawik MdB plädierte außerdem für eine smarte Kombination der verschiedenen Mobilitätskonzepte: „Menschen wollen bequem, günstig, schnell und sicher unterwegs sein. All das kann die Kombination aus ÖPNV, Fahrrad, On-Demand- und Sharing-Angeboten bieten. Mit dem Deutschlandticket sind wir bereits einen wichtigen Schritt in Richtung Mobilitätswende gegangen. Damit wir das Potential des ÖPNV ausschöpfen können, müssen wir jetzt die Rahmenbedingungen für die kombinierte Nutzung verbessern. Deshalb setzen wir uns für eine Verbesserung der Infrastruktur und für mehr sichere Fahrradstellplätze an Knotenpunkten des ÖPNV ein. Außerdem fordern wir mit dem „Mobilpass“ eine gute digitale Lösung, die Routenplanung und Ticketing für alle Mobilitätsangebote in einer App vereint.“  Prof. Dr. Andreas Knie kritisierte den Status-Quo des ÖPNV: „Der heutige öffentliche Verkehr taugt als Rückgrat der Verkehrswende nicht. Er ist eingefangen in ein starres Korsett von Finanzierungsverträgen, die keinerlei unternehmerischen Spielraum erlauben. Unter dem Deckmantel der Daseinsvorsorge wird eine Systemlogik festgeschrieben, die die Gesellschaft längst nicht mehr erreicht.“  
Standortpolitik, Infrastruktur und Europa
24.09.2025
Workshop: „Circular Shift“ Wirtschaften im Kreislauf, Ressourcen im Blick: Weichenstellungen für mehr Business Cases der Circular Economy
Wie machen wir die Kreislaufwirtschaft zum Treiber für Wachstum und Resilienz? Für einen Austausch darüber und Handlungsempfehlungen aus der Praxis an die Politik laden wir Sie herzlich zum Workshop „Circular Shift – Wirtschaften im Kreislauf, Ressourcen im Blick“ der Wirtschaftsvereinigung der Grünen ins Circular Valley nach Wuppertal ein. Wir freuen uns sehr darüber, dass wir Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, als Speakerin für einen Austausch sowie Dr. Christian Untrieser MdL, Sprecher der CDU-Fraktion für Wirtschaft, Industrie und Klimaschutz und André Stinka MdL, Sprecher der SPD-Fraktion für Wirtschaft, Industrie und Klimaschutz gewinnen konnten. Bei der Veranstaltung diskutieren Mitglieder der Wirtschaftsvereinigung der Grünen aus dem Kompetenzcluster Rohstoffe und Kreislaufwirtschaft, regionale Unternehmen, Start-ups sowie politische Vertreter:innen gemeinsam konkrete Ansätze für mehr Kreislaufwirtschaft und Ressourcensicherheit.
Geoökonomie, Resilienz und Sicherheit