Quantencomputing: Von der Forschung in die Praxis

20. Oktober 2023

mit Anna Christmann MdB und Dr. Edeltraud Leibrock: Forschungserfolge rund um KI sind derzeit in aller Munde. Weniger bekannt ist, dass es auch bei einer weiteren Zukunftstechnologie in den letzten Jahren bahnbrechende Fortschritte gegeben hat: Quantencomputing. Noch sind die weitreichenden Innovationspotenziale, die der Einsatz von Quantencomputern birgt, hauptsächlich...

Forschungserfolge rund um KI sind derzeit in aller Munde. Weniger bekannt ist, dass es auch bei einer weiteren Zukunftstechnologie in den letzten Jahren bahnbrechende Fortschritte gegeben hat: Quantencomputing. Noch sind die weitreichenden Innovationspotenziale, die der Einsatz von Quantencomputern birgt, hauptsächlich in Forschungskreisen bekannt. Daher haben wir im Rahmen unseres GreenTeaTimeTalks vor allem die konkrete Anwendungsfelder dieser Technologie in der Wirtschaft in den Fokus gerückt. Nach Begrüßung und Einführung in das Thema durch die zum 1. Oktober berufene GWD-Geschäftsführerin Katharina Krüger tauschten sich Tech-Expert:innen und Unternehmensverter:innen über den aktuellen Forschungsstand und die Anwendungsfelder der Zukunftstechnologie aus. Als Impulsgeberinnen waren die Koordinatorin der Bundesregierung für die Deutsche Luft- und Raumfahrt sowie Beauftragte für Digitale Wirtschaft & Start-ups im BMWK, Dr. Anna Christmann MdB, und die Naturwissenschaftlerin und Tech-Pionierin bei Connected Innovations, Dr. Edeltraud Leibrock zu Gast.

Insgesamt betonte die vom Managing Partner des Fraunhofer Technologie-Transfer Fonds Matthias Keckl moderierte Runde die Chancen, die Quantencomputings für den Standort Deutschland birgt.

Dabei ging Dr. Leibrock auf die Vorteile des Forschungsstandorts Deutschland für Unternehmen ein. Denn während die US-amerikanische Hardwareentwickler bereits große Entwicklungsfortschritte vorweisen können, müssen Unternehmen in Deutschland jetzt investieren, um in enger Zusammenarbeit mit den Forschungseinrichtungen Software für Quantencomputer zu entwickeln:

Quantentechnologien stellen eine große Chance für die Wirtschaft hierzulande dar. Auch wenn die praktische Anwendung noch ein paar Jahre in der Zukunft liegt, so lohnt es sich doch für Unternehmen, sich bereits heute damit zu beschäftigen. Wir sind in Europa traditionell stark in Forschung und Entwicklung und haben gerade auch in Deutschland sehr gute Strukturen für den Transfer in die Wirtschaft. Die Use Cases und die Software-Entwicklung für Quantencomputer können allerdings nur durch die Anwenderunternehmen selbst getrieben werden. Das erfordert zum jetzigen Zeitpunkt noch eine recht hohe Risikobereitschaft. Hier ist die Politik gefordert, innovationsfreundliche Rahmenbedingungen zu schaffen.“

Dr. Christmann zeigte auf, welche Maßnahmen von politscher Seite ergriffen werden, um Innovationen im Bereich Quantencomputing zu fördern:

„Quantencomputing wird eine wichtige Leittechnologien für viele Branchen werden und deswegen sollten wir schon heute gute Rahmenbedingungen für zukünftige Innovationen schaffen. Hier gibt es noch viel Entwicklungspotential, aber die starke Grundlagenforschung und die vielen Expert:innen in Deutschland stellen eine sehr gute Ausgangslage dar. Eine Schlüsselfunktion nimmt hier die DLR Quantencomputing-Initiative ein, im Rahmen derer Industrie, Wirtschaft, Start-ups und Forschung gemeinsam prototypische Quantencomputer entwickeln. Mit den Mitteln aus dem Zukunftsfonds wollen wir zudem nicht nur öffentliche Investitionen für Technologien wie z.B. Quantencomputing bereitstellen, sondern vor allem auch privates Kapital mobilisieren.“ 

 

 

Weitere Veranstaltungen

Alle Veranstaltungen
28.02.2024
Innovationsstandort Berlin Brandenburg
Berlin-Brandenburg bietet ein einzigartiges Ökosystem aus Industrie, Start-ups und Forschungseinrichtungen, welches die Metropolregion zu einem der attraktivsten Innovationsstandorte in Europa macht. Gleichzeitig stellen aktuelle Entwicklungen in der Region sowie im Kontext des internationalen Wettbewerbs im Hinblick auf Fachkräfte, Wirtschaftsförderung und Energieversorgung den Standort vor neue Herausforderungen. Anlass genug also, das neue GWD-Regionalforum „Metropolregion Berlin-Brandenburg“ (RFBB) ins Leben zu rufen: Hier wird künftig diskutiert, welche politischen Rahmenbedingungen notwendig sind, um den industriellen Sektor in der Metropolregion nachhaltig zu sichern und auszubauen. Am Mittwoch den 28. Februar wurde das RFBB in den Räumen der Berliner Repräsentanz eröffnet. Initiiert wurde die Gruppe von Nicole Ludwig (Ex-AGH-Abgeordnete, Bündnis 90 / Die Grünen und Unternehmerin) und Michael Knoll, Leiter Urbane Transformation & Stakeholdermanagement bei der GASAG. Letzterer moderierte auch das Eröffnungspanel mit Impulsvorträgen von Tuba Bozkurt MdA, Sprecherin für Industrie und Digitalwirtschaft der Grünen Fraktion im Abgeordnetenhaus, Sonja Jost, Geschäftsführerin DexLeChem und Vizepräsidentin der IHK Berlin sowie Mitglied im Beirat des GWD, und Wolfgang Schyrocki, Staatssekretär der Senatsverwaltung für Finanzen des Landes Berlin (CDU). Die Runde konzentrierte sich zunächst eher auf die Berliner Perspektive, bis es auch zur Frage des Standes der Cluster-Strategie der beiden Länder ging (im Moment eher ausbaufähig). Zu den angesprochenen Themen gehörten: Die Wirtschaftspotenziale Berlins liegen nicht in der Breite, sondern in speziellen Bereichen und somit ist eine gezielte Industriepolitik zu bevorzugen. Bei Clustern sind stetige Potenzialanalysen von herausragender Bedeutung. Wie kann sichergestellt werden, dass es einen sicheren Ressourcenfluss für den Industriestandort gibt, und wie können systematisch Stoffe aus Abfall wieder in den Inputstoffstrom eingeführt werden? Welche Rahmenbedingungen können die angespannte Arbeitsmarktsituation mildern, welche nicht nur den Fachkräftemangel beinhaltet, sondern auch einen breiteren Personalmangel? Als Beispiel wurden Perspektiven für Personen ohne formalen Bildungsabschluss genannt. Welche Strategien benötigt der Senat, um die Potenziale der KI in Berlin voranzubringen?  Was sind die Anforderungen für zukunftsfähige Industrieparks? Einzelne Start-Ups können nicht leisten, auch noch die notwendige Infrastruktur zu schaffen. Stimmen aus der Veranstaltung: Tuba Bozkurt MdA: „Berlin braucht eine strategische Industriepolitik. Es geht zum einen darum, Rahmenbedingungen zu schaffen, welche eine Transformation der bestehenden Industrie erleichtern. Dazu gehört auch, Räume zu schaffen, in denen große Industrieunternehmen und mittelständische Unternehmen mit Start-Ups zusammenkommen, um Innovationen zu beschleunigen und in die Breite zu tragen. Zum anderen muss analysiert werden, welche Cluster das größte Wachstumspotenzial besitzen. Deren Förderung braucht Priorität! Es ist davon auszugehen, dass es dann vor allem um „grünes Wachstum“ gehen wird.“ Wolfgang Schyrocki, Staatssekretär der Finanzverwaltung: „Berlin hat viele Rahmenbedingungen, die es ermöglichen würden, einen innovativen Industriestandort zu schaffen, wenn diese richtig zusammengeführt werden. Die Verwaltung spielt hier natürlich eine zentrale Rolle und muss sich dafür in erster Linie auch selbst transformieren. Beispielsweise müssen wir beim Thema der Digitalisierung die Perspektive vom absoluten Schutz wechseln hin zu einer Perspektive, die den Wüschen und Bedürfnissen der Bürger:innen und Unternehmen gerecht wird. Das verlangt nicht zuletzt einen Kulturwandel – den wir nun aktiv gestalten und vorantreiben.“ Sonja Jost, DexLeChem und Vizepräsidentin der IHK Berlin: „Alle sprechen immer von der Transformation der Wirtschaft – also Bestehendes verändern. Worüber wir in Berlin jedoch noch viel öfter sprechen sollten, ist über das ganz Neue, was hier entstehen könnte. In wichtigen Bereichen der Chemie- oder der KI-Forschung gehört Berlin beispielsweise zum obersten Prozent weltweit, das ist ein enormes Potenzial. Um dieses zu bergen, braucht es jedoch eine gezielte Förderung von Transfer, von Innovationshubs – kurz, es braucht eine Strategie seitens der Regierung.“ „Wenn wir den industriellen Sektor in der Metropolregion stärken und ausbauen wollen, müssen wir anfangen, Stoffströme konsequent kreislaufwirtschaftlich zu denken – nur so ist ein nachhaltiges Wachstum möglich. Aus einer solchen holistischen Perspektive lassen sich auch Anforderungen für zukunftsfähige Industrieparks ableiten. Es braucht hier klare Konzepte und eine sichere Finanzierung – dafür braucht es eine gezielte Industriepolitik.“ Die kommenden Dialogformate des RFBB werden die verschiedenen Aspekte vertieft und gezielt behandeln, u.a. auch bei Treffen in Potsdam und anderen Städten der Region.
Innovation, Digitalisierung und TechnologieRegionalforen
24.05.2023
GTTT Diversität in Führungspositionen
Zahlreiche Studien belegen, dass Diversität, vor allem im Top-Management, positive wirtschaftliche Effekte mit sich bringt – nichtsdestotrotz stagniert hier die Entwicklung in den meisten Unternehmen. Im Rahmen des GWD-GreenTeaTimeTalks haben wir daher vor allem über die Herausforderungen bei der Umsetzung von Diversität in Führungspositionen diskutiert.   Spannende und auch teils schockierende Impulse haben Ekin Deligöz MdB, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, und Dr. Philine Erfurt Sandhu, Programmleiterin der hochschulzertifizierten Weiterbildung „Strategische Kompetenz für Frauen in Aufsichtsräten“ an der Berlin Professional School der HWR Berlin mit eingebracht. Sandhu Erfurt stellte vor allem Daten und Erkenntnisse aus ihrer aufsehenerregenden Studie zu dem Thema “Der Einfluss von Investoren auf die Diversität in deutschen Aufsichtsräten und Vorständen” vor, welche im Januar dieses Jahres veröffentlicht wurde.   Ekin Deligöz MdB, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, zeigte dabei die Vorteile divers besetzter Führungsteams auf und betonte den Wirkungshebel gesetzlich geschaffener Rahmenbedingungen: “Mehr Frauen in Führungspositionen sind nicht nur im Sinne der Geschlechtergerechtigkeit – es ist ein konkreter Beitrag für den Erfolg von Unternehmen. Dass Investoren in puncto Diversität sogar mehr wollen, als gesetzlich gefordert ist, zeigt: Wir haben mit unseren gesetzlichen Vorgaben einen Stein ins Rollen gebracht und sind auf einem guten Weg.” Dr. Philine Erfurt Sandhu, Programmleiterin „Strategische Kompetenz für Frauen in Aufsichtsräten“ an der HWR Berlin, wies auf die positiven wirtschaftlichen Folgen von Quotierungen in Aufsichtsräten und anderen Führungsgremien hin: „Geschlechterquoten haben einen spannenden Professionalisierungseffekt in Gremien. Studien zeigen, dass Frauenquoten im Aufsichtsrats und in Führungspositionen zu einer strukturierteren Personalauswahl führen und dadurch viel stärker auf die Qualifikation geschaut wird. Das Qualifikationsniveau steigt damit insgesamt, mittelmäßige Männer fallen durchs Raster. Insofern könnten wir auch von einer „Professionalisierungsquote“ sprechen, die nicht nur Chancengleichheit bringt, sondern auch die Leistungsfähigkeit und Expertise in der Unternehmensführung stärkt.“
Arbeitsmarkt und Demografie
01.02.2024
Advanced EU-Chile Framework Agreement: Unlocking Opportunities
Gemeinsam mit der Botschafterin von Chile I.E. Magdalena Atria Barros und Dr. Anton Hofreiter MdB, Vorsitzender des Ausschusses für die Angelegenheiten der Europäischen Union, haben wir das Advanced EU-Chile Framework Agreement diskutiert, das am 13. Dezember 2023 unterzeichnet wurde. Das Abkommen ist von zentraler geopolitischer Bedeutung. Es wird die langjährige Partnerschaft der EU mit einem wichtigen gleichgesinnten Partner stärken, die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit beider Länder erhöhen und sie bei der Bewältigung der aktuellen globalen Herausforderungen unterstützen.  Ein Hauptaugenmerk der Veranstaltung wurde auf die Möglichkeiten und die Herausforderungen einer vertieften Kooperation zwischen Chile und der EU bzw. Deutschland in Bezug auf Rohstoffe, Menschenrechte und nachhaltige Energiegewinnung gelegt. Während Chile bereits hohe Standards für nachhaltige Richtlinien auf sozialer, ökonomischer und ökologischer Ebene umgesetzt hat, liegt der Fokus des Abkommens auf beidseitig verstärktem Handel von Gütern und grünen Energieträgern wie Wasserstoff und seltenen Erden wie Lithium. Auch erleichtert das Abkommen Investitionen EU-weit-agierender und deutscher Unternehmen in das südamerikanische Land. Chiles Botschafterin i.E. Magdalena Atria Barros hebt die Vorteile des Abkommens auch für Chile hervor: „Das jüngst unterschriebene Advanced EU-Chile Framework Agreement markiert die Hoffnung auf eine neue Ära der internationalen Zusammenarbeit. Neben der ohnehin vorhandenen Wertenähe zwischen Chile und Europa bildet das Abkommen zusätzlich den Nährboden für gemeinsames wirtschaftliches Wachstum unter Einhaltung höchster Umwelt- und Nachhaltigkeitsstandards. So kann Chile beispielsweise wegen seiner großen Lithiumvorkommen und seines enormen Potenzials bei der Erzeugung von grünem Wasserstoff ein wesentlicher strategischer Handelspartner für die Transformation in Europa werden. Wir sprechen uns daher für ein stärkeres Interesse und Engagement deutscher Unternehmen in Chile aus.“   
Geoökonomie, Resilienz und Sicherheit