GreenTeaTimeTalk mit Prof. Dr. Maja Göpel und Dr. Andreas Audretsch MdB

15. November 2022

Am 15. November fand der GreenTeaTimeTalk (GTTT) zum Thema „Von der Verteidigung der Demokratie hin zur Gestaltung der Zukunft“ statt. Prof. Dr. Maja Göpel und Dr. Andreas Audretsch teilten dabei ihre Expertise zu gesellschaftlichen Allianzen für die Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft in den Räumlichkeiten des PalaisPopulaire der Deutschen Bank. *
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abei wurden Bedingungen und Herausforderungen für ein Gelingen dieser Transformation unter verschiedenen Aspekten diskutiert: Wie überwinden wir die Widersprüche und Dichotomien in Gesellschaft und Wirtschaft zum Umbau? Welche Bilanzierungsformen bilden die wahren Kosten und Gewinne der Wirtschaft ab, wenn die Kosten für die Umwelt miteinbezogen werden sollen?  Und zentral: Welche neuen Allianzen braucht es, um den Umbau zukunftsfähig zu gestalten, Bequemlichkeiten zu überwinden und (neuen) Wohlstand zu gewähreisten?

Dr. Andreas Audretsch unterstrich in seinem Impulsvortrag die Chance umfangreicher Hilfspakete für die Transformation:
„Wir investieren weit über 100 Milliarden Euro in den ökologischen Umbau. Mit dem Klima- und Transformationsfonds stützen wir die Wirtschaft nach der Corona-Krise und treiben zugleich eine nachhaltige Zukunft voran. Genau so macht es Sinn. Wenn wir nun angesichts des Energie-Krieges Russlands gegen Europa mit weiteren 200 Milliarden Euro Wirtschaft und Gesellschaft stützen, muss gleichzeitig immer im Mittelpunkt stehen, grundlegende Veränderungen anzustoßen. Nur den Status Quo mit viel Geld zu konservieren wäre ein großer Fehler. Darum subventionieren wir zum Beispiel nur einen Teil des Gasverbrauches und auch nicht bis auf Vorkriegsniveau. Es muss immer klar sein, dass sich der Umstieg lohnt. Wir müssen weg von den Fossilen, Erneuerbare sind die günstigste und sauberste Energiequelle, die wir haben – und Erneuerbare machen uns unabhängig von Diktatoren wie Wladimir Putin.“

Die Lenkungswirkung einer Internalisierung externer Effekte in Produktionsprozessen unterstrich Prof. Dr. Maja Göpel:
Wir sollten aufhören, von „billiger“ Energie zu sprechen. Für die nächsten Jahrzehnte gibt es keine billige Energie, schon gar nicht grenzenlose Mengen davon: Sobald Schäden am Naturkapital wie Wasser oder Biodiversität eingepreist, oder prekäre Menschenrechtssituationen berücksichtigt werden, drängen Fragen der Effizienz und Suffizienz nach vorne und die Wertschöpfung von Unternehmen sieht deutlich anders aus.“

 

Dr. Andreas Audretsch MdB, ist Stellv. Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag und Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales.
Prof. Dr. Maja Göpel, ist Politökonomin, Expertin für Nachhaltigkeitspolitik und Transformationsforschung und Mitbegründerin von Scientists4Future.

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12.04.2023
Fachforum Kreislaufwirtschaft
Nachdem das letzte Treffen des Fachforums Kreislaufwirtschaft einen branchenübergreifenden Ansatz verfolgte, hat sich diese Sitzung zum Thema „Die neuen europäischen Verpackungsregelungen” auf Abfallvermeidung und Mehrweg, Anforderungen an die nachhaltige Gestaltung von Verpackungen sowie das effiziente Abfallmanagement konzentriert. Als Grundlage der Diskussion dienten die Impulsvorträge von der Referentin für die nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie und Ressourceneffizienz im Bundesumweltministerium (BMUV) Stefanie Schäfter, dem Abteilungsleiter Kreislaufwirtschaft des Wuppertal Instituts Prof. Dr. Henning Wilts sowie Felix Vogt-Heffinger, Referent für Vermeidung und Verwertung von Verpackungsabfällen (BMUV). Anschließend standen besonders die nationalen und europäischen Vorgaben für Mehrweg und zum chemischen Recycling im Fokus, dabei herrschte Einigkeit, dass dem mechanisches Recycling gegenüber chemischen Methoden Priorität eingeräumt werden sollte. Prof. Dr. Henning Wilts betonte in seinem Vortrag unter anderem die Chancen sowie Herausforderungen von Mehrwegsystemen: „Die Vermeidung von Verpackungsabfällen bietet zahlreiche ökologische als auch ökonomische Potentiale zur Einsparung von CO2-Emissionen genauso wie von Kosten. Häufig sind entsprechende Ansätze mit einer Erhöhung der Komplexität verbunden – es müssen beispielsweise mehr Akteur:innen einbezogen werden als bei klassischen Einweg-Lösungen. Von daher braucht es regulatorische Impulse, um hier auch Planungssicherheit für entsprechende Investitionen zu geben. Ein zentraler Ansatzpunkt sind dabei auch Standards und Normen, die gibt es seit langem für die klassische lineare Wirtschaft, für die Kreislaufwirtschaft hingegen noch nicht in ausreichendem Maße gibt. Hier ist hoher Handlungsbedarf erkenbar, wenn die Kreislaufwirtschaft sich auch am Markt durchsetzen können soll.“ David Lommatzsch, Umwelt- und Kreislaufwirtschaftsmanager der Schwarz Gruppe, stellt außerdem die Beurteilung der Ökobilanz (Life-Cycle-Assessment/LCA) von Verpackungen als essentiell heraus: „Einheitliche Standards – insb. beim Design for Recycling – und verbindliche Ziele zum Einsatz von Rezyklaten spielen für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft von Verpackungen im EU-Binnenmarkt eine zentrale Rolle. Es ist gut, dass dies jetzt auf EU-Ebene mit der PPWR (Proposal Packaging and Packaging Waste Regulation) angegangen wird. Regulatorische Hürden, beispielsweise beim Einsatz von Rezyklaten in kontaktsensitiven Anwendungen, sollten dabei aber beachtet und unter Maßgabe des Verbraucherschutzes bestmöglich abgebaut werden. Im Sinne eines ganzheitlichen Klima- und Ressourcenschutzes sollte zudem stets der gesamte Lebensweg einer Verpackung betrachtet werden und dabei auch Faktoren wie Transport- & Logistikemissionen sowie Vermeidung von Lebensmittelabfällen Betrachtung finden.“
Geoökonomie, Resilienz und Sicherheit
11.03.2022
Mitgliederversammlung
Die Mitgliederversammlung des Grünen Wirtschaftsdialogs, wegen der Pandemie bereits zweimal verschoben, fand nun am 11. März als hybrides Format in den Räumen des Deutsche Börse-Hub in Berlin statt. Vor den zahlreich anwesenden Förder- und persönlichen (sog. „ordentlichen“) Mitgliedern konnten die Vorsitzenden die sehr erfolgreiche Entwicklung des GWD im vergangenen Jahr darlegen und einen Ausblick auf die in den kommenden Monaten geplanten Aktivitäten und Entwicklungen geben. Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einem öffentlichen Teil, in dem Saori Dubourg, Vorständin unseres Mitgliedsunternehmens BASF, einen Impulsvortrag mit anschließender Diskussion bot. Weitere Informationen in unserem Sondernewsletter zur Mitgliederversammlung.
22.02.2024
Arbeitsmarktintegration
Roundtable in NRW zum Thema Arbeitsmarktintegration zusammen mit Landesgeschäftsstelle von Bündnis 90/Die Grünen und weiteren Vertreter*innen von Wirtschaftsverbänden und Flüchtlingsorganisationen, inkl. Vorstellung des Perspektivenpapiers „Migration als Chance begreifen“.
Arbeitsmarkt und DemografieRegionalforen