FF Digitale Landwirtschaft: Potentiale nutzen – Risiken minimieren

16. Februar 2023

Nachdem der GWD sich in den vergangenen Monaten intensiv mit dem Thema Landwirtschaft und Ernährung beschäftigt hat (das daraus entstandene Positionspapier wird in den kommenden Wochen veröffentlicht), richtete sich der Fokus nun auf die Frage der Digitalisierung in der Landwirtschaft. Zusammen mit Gisela Sengl MdL, Stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für Landwirtschaft und Ernährung von Bündnis 90/Die Grünen im Bayerischen Landtag, und Dr. Markus Gandorfer, Leiter der Projektgruppe Digitalisierung an der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft diskutierten am 16. Februar im bayrischen Landshut Unternehmensvertreter:innen sowie Agrarexpert:innen zu verschiedenen Leitfragen wie: Welche Folgen hat die digitale Transformation für die Landwirtschaft und die Agrarbranche? Wie können Landwirt:innen, Umwelt und Verbraucher:innen gleichermaßen einen Nutzen aus den Möglichkeiten ziehen? Und was ist nötig, um Vorbehalte abzubauen?

Dazu verweisen wir auch gerne auf die Berichterstattung in den Landshuter Nachrichten.

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26.06.2023
CCS/CCU und die Carbon Management Strategie der Bundesregierung
In den drei Energie-Fachforen zum wirtschaftlichen Einsatz von CO2-Abscheidungs-, Speicherungs- bzw. Nutzungstechnologien (CCS/CCU) konnten bereits zahlreiche Herausforderungen in der CCS-Anwendung identifiziert und gemeinsam mit Vertreter:innen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), des Bundestags und der Wirtschaft diskutiert werden. Die vorerst letzte Veranstaltung in dieser Themenreihe fokussierte sich im Detail die Carbon Management Strategie (CMS), welche aktuell von der Bundesregierung erarbeitet und voraussichtlich im Herbst vorliegen wird. Dr. Sebastian Fischer aus dem BMWK (Referat IV E 2 – Marktrahmen zur Dekarbonisierung der Industrie, international Kooperation) gab dazu erneut einen Impuls für die anschließende Diskussion. Gleichzeitig spielte auch das auf Basis der bisherigen Veranstaltungen im Auftrag von der HAW Hamburg für den GWD verfasste Thesenpapier eine Rolle: Die dort aufgegriffenen Anforderungen und Priorisierungen an die CMS wurden in der Veranstaltung gemeinsam weiter erörtert. Dass CCS und CCU wichtige Maßnahmen für die Bundesregierung sind, um die Klimaziele zu erreichen, insbesondere die Klimaneutralität bis 2045, wurde in der Veranstaltung mehrfach betont. Darüber hinaus wurden die aktuellen Entwicklungen in anderen Ländern wie Dänemark, Norwegen, den USA und Australien, die bereits CCS und CCU nutzen oder nutzen wollen, diskutiert. Auch die EU strebt an, die Möglichkeiten von CCS zu nutzen und auf kommerzieller Ebene einzuführen, um ihre Klimaziele zu erreichen: Der Net-Zero Industry Act der EU hat bereits eine jährliche CO2-Abscheidung von mindestens 50 Millionen Tonnen ab 2030 festgelegt. Auch bei der Carbon Management Strategie der Bundesregierung sollen klare Anwendungsgebiete für CCS und CCU benannt und die rechtlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Allerdings wurde klargestellt, dass die CMS nur ein Instrument ist und nicht die einzige Lösung zur Erreichung der Klimaziele darstellt. Weitere Schwerpunkte liegen auf der Vermeidung von Treibhausgasemissionen, der Ressourceneffizienz und der sauberen und transparenten Bilanzierung, insbesondere bei CCU, um Doppelzählungen zu vermeiden. Es wurde betont, dass Anreizsysteme und Förderungen entwickelt werden müssen, um einen kommerziellen Maßstab zu erreichen, und dass die Öffentlichkeit (Stakeholderdialog) in den Prozess einbezogen wird. Außerdem betonte Dr. Nathalie Martin Hübner, Corporate Governmental and Stakeholder Affairs Manager der Robert Bosch GmbH, die Bedeutung gemeinsamer internationaler Anstrenungen zur CO2-Senkung und -Speicherung: „Die Problematik der CO2-Emissionen macht nicht vor nationalen Grenzen halt. Bei Modellierungen zu möglichem Einsatz von CCS und der Erarbeitung von konkreten Lösungsansätzen sollte daher die internationale Perspektive viel stärker betrachtet werden – nicht nur europaweit, sondern auch global.“ Moderiert wurde die Veranstaltung vom 1. GWD-Vorsitzenden Thomas Gambke.    
Klimaneutralität, Energiewende und Industriepolitik
13.12.2024
Die Europäische Sustainable Finance Agenda: Weichenstellung für eine grüne Zukunft
Die Europäische Union hat in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte im Bereich Sustainable Finance gemacht. Die EU-Taxonomie wurde als Klassifizierungssystem für nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten eingeführt. Neue Offenlegungspflichten wie die CSRD und die SFDR wurden implementiert. Zudem hat die EU-Kommission eine umfassende Sustainable Finance Strategie vorgelegt. Trotz dieser Fortschritte besteht weiterhin ein jährlicher Investitionsbedarf von 260 bis 300 Milliarden Euro, um die Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen. Für die kommende Legislaturperiode des Europäischen Parlaments stehen verschiedene Ansätze zur Diskussion. Diese reichen von einer Weiterentwicklung der EU-Taxonomie über die Stärkung von Übergangsfinanzierungen bis hin zur besseren Integration von Nachhaltigkeitsrisiken in Finanzmarktregulierungen. Auch die Harmonisierung von ESG-Ratings und die Förderung nachhaltiger Finanzprodukte stehen auf der Agenda. Gleichzeitig wird debattiert, wie öffentliche und private Investitionen besser verzahnt werden können, um die notwendigen Transformationsprozesse zu finanzieren. Wir freuen uns sehr, Rasmus Andresen MdEP, Koordinator im Haushaltsausschuss und Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Währung, sowie Dr. Franziska Schütze vom DIW Berlin als Impulsgebende begrüßen zu dürfen.
Standortpolitik, Infrastruktur und Europa
05.05.2021
Ad-hoc Forum Dekarbonisierung Fernwärme und quartiersbezogene Wärmeversorgung
Um die zentrale Herausforderung der Dekarbonisierung des Wärmesektors aufzugreifen, widmet sich der Grüne Wirtschaftsdialog zurzeit verstärkt dem Spannungsfeld Dekarbonisierung der Fernwärme bei parallelem Ausbau der quartiersbezogenen Nahwärmeversorgung. Hier treffen Wohnungswirtschaft und Energieversorgungsunternehmen mit unterschiedlichen Perspektiven aufeinander, was das große Gewicht der Fragestellung unterstreicht. Am 5. Mai wurde in einem spannenden und konstruktiven Rundgespräch mit Politik und Energieversorgungsunternehmen skizziert, welche Hürden der Transformation im Weg stehen und welcher Rahmenbedingungen es bedarf, um die Wärmeversorgung dauerhaft jenseits von fossilen Energieträgern zu gewährleisten. Neben der Lenkungswirkung eines höheren CO2-Preises – kostendeckend wären 190€ hieß es aus der Runde – wurden unter anderem die Wichtigkeit der sozialpolitischen Begleitung, hoher Sanierungsraten und der Akzeptanzschaffung für die Transformation vor Ort betont. Für die Umsetzung zentral ist die Schaffung quartiersbezogener Bündnisse und kommunaler Kooperationen zwischen Wohnungswirtschaft und Energieversorgungsunternehmen. Mit: Franz Untersteller, Umweltminister Baden-Württemberg, und Gerhard Zickenheiner, MdB