Fachforum Altersvorsorge: Die Weiterentwicklung des Drei-Säulen-Systems der Alterssicherung – mit Markus Kurth MdB

28. November 2022

Das Fachforum Altersvorsorge hat sich der Zukunft und Weiterentwicklung des Alterssicherungssystems in Deutschland verschrieben, welches sich aufgrund des demografischen Wandels mit grundlegenden Herausforderungen konfrontiert sieht. Auf der hybriden Sitzung wurden konkrete Handlungsempfehlungen für eine Reform der Altersvorsorge diskutiert, insbesondere, auf welche Weise ein Ausbau der privaten Rentenversicherung zum Erhalt des Lebensstandards im Rentenalter beitragen kann. Moderiert wurde die Veranstaltung von Sebastian Frevel.

Dr. Karin Becker, Managementberaterin Wirtschaft, R+V Allgemeine Versicherung, ging in der Diskussion auf die Hindernisse ein, welche auf die betriebliche AV aktuell und zukünftig zukommen:

„Die Rentenpolitik muss im Kontext des realen Arbeitsmarktes gesehen werden. Das aktuelle System der betrieblichen Altersvorsorge geht von Erwerbsbiographien aus, die es so künftig kaum noch geben wird. Außerdem braucht es valide Alternativen für jene Personen, die sich nicht in einem Beschäftigungsverhältnis befinden.“

Markus Kurth MdB und Sebastian Frevel, GWD-Mitglied und Moderation

Markus Kurth MdB, Mitglied des Haushaltsausschusses sowie des Ausschusses für Arbeit und Soziales des Deutschen Bundestags, betonte, dass der Aspekt der Nachhaltigkeit bei der Reform der Alterssicherung berücksichtigt werden muss:

„Es ist aus grüner Sicht irritierend, dass im Rahmen der durch das BMF eingesetzten „Fokusgruppe private Altersvorsorge“, welche zur Aufgabe hat, die Möglichkeit eines öffentlich verwalteten Fonds zu prüfen, keine Prüfung nachhaltiger Anlagekriterien vorgesehen ist.“

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16.08.2022
Fachforum Altersvorsorge
Im Rahmen eines Arbeitsfrühstücks wurde die Zukunft der Altersvorsorge in Deutschland beleuchtet und Impulse für eine Neuausrichtung gegeben. Denn der demographische Wandel stellt Deutschland bei der Altersvorsorge vor massive Herausforderungen. Diese haben wir gemeinsam mit Dr. Elmar Dönnebrink, Leiter des Referats „Tragfähigkeit, Alterssicherung und Demografie“ im Bundesministerium der Finanzen, sowie Julia Schäfer, Mitarbeiterin im Bundestagsbüro von Stefan Schmidt MdB, besprochen. Thema war auch der steigende Trend, der sich besonders bei jungen Menschen abzeichnet: Sie nutzen vermehrt Anlagemöglichkeiten wie börsengehandelte Indexfonds, die es ihnen ermöglichen, relativ unkompliziert, günstig und breit gestreut in Aktien zu investieren. Jens Döbbelin, Public Affairs Manager der DKB | Deutsche Kreditbank AG, hat diese Trendwende wie folgt beschrieben: Jens Döbbelin, Public Affairs Manager bei DKB „Schon heute gibt es bei jungen Menschen einen Wandel bei der Altersvorsorge. Sie gehen immer weiter weg von klassischen Produkten wie zum Beispiel der Riester-Rente und hin zu Aktien, Fonds und ETF-Sparplänen, teilweise bewusst und explizit mit einem Fokus auf Nachhaltigkeit. Diesen Trend sollte man durch eine staatliche Anerkennung und Förderung von langfristig angelegten Wertpapiersparplänen unterstützen und nutzen. Statt gefühlte Hürden oder neue, komplizierte Altersvorsorgeprodukte zu schaffen, gäbe es so weiteren Schwung für diesen leicht zugänglichen Weg der Altersvorsorge.“
17.06.2026
Bioökonomie als Standortmotor für Mecklenburg-Vorpommern
Angesichts der zunehmenden Krisen rund um Rohstoffknappheit und unsichere Lieferketten rückt die Bioökonomie immer stärker in den Fokus, denn Sie adressiert zugleich mehrere Voraussetzungen für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum: Ressourcensicherheit, Klimaschutz und regionale Wertschöpfung. Vor diesem Hintergrund wollen wir im Rahmen eines regionalen Roundtables in Rostock gemeinsam mit unseren Mitgliedern sowie unserem politischen Gast Claudia Müller MdB und Spitzenkandidatin der Grünen für die Landtagswahl, diskutieren, welche politischen Weichenstellungen Mecklenburg-Vorpommern braucht, um sein Potenzial als Modellregion für biobasierte Wertschöpfung zu realisieren: Folgende Fragen wollen wir unter anderem beleuchten: Wie kann ein „level playing field“ für bioökonomische Lösungen geschaffen werden – auf dem Markt generell und insbesondere bei der öffentlichen Beschaffung? Welche flankierenden Instrumente braucht es von politischer Seite, um den Ausbau der Bioökonomie, auch von der Forschung in die Praxis, zu fördern und welche Vernetzung zwischen den Akteuren aus Wirtschaft, Politik/Behörden und Forschung ist nötig? Welche Aspekte muss eine zukunftsgerichtete Rohstoffpolitik für M-V berücksichtigen? Die Veranstaltung setzt auf Austausch, Teilnehmer:innen dürfen gerne ihre Perspektiven, konkreten Herausforderung und Lösungsvorschläge einbringen.
RegionalforenStandortpolitik, Infrastruktur und Europa
18.11.2024
Gesetzesreform für die Energiewende: Die Novelle des EnWG
Kann die Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes noch umgesetzt werden? In Teilen, ja. Dafür setzen sich die Bundestagsabgeordneten Ingrid Nestle (Bündnis 90/Die Grünen) und Nina Scheer (SPD) ein. Knapp vor dem Ende der Legislaturperiode liegt das kurz EnWG genannte Gesetz auf dem Tisch und soll bestenfalls noch beschlossen werden. Welche Punkte darin noch unbedingt bearbeitet und umgesetzt werden sollten, besprachen die Mitglieder der Wirtschaftsvereinigung der Grünen mit den Bundestagsabgeordneten. Zeitliche Dringlichkeit und überschaubare Komplexität sind der Maßstab, nach dem jetzt ausgesucht wird, was noch zum Beschluss vorgeschlagen wird – einfach damit auch andere Parteien schnell überzeugt werden können. Die Mitglieder führten entsprechend ihre wichtigsten Punkte an: Regelungen für Negative Strompreise, Direktvermarktung und die Spitzenkappung. Diese Aspekte sollten sich in der Novelle bestenfalls noch finden, um eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien auch über die aktuelle Legislaturperiode hinaus zu gewährleisten. Darüber hinaus sollten aber auch die Fragen zu Netzentgelten und Speicherkapazitäten, die jeweils nicht Teil des EnGW sind, geklärt werden.
Klimaneutralität, Energiewende und Industriepolitik