Fachforum Sustainable Finance

16. Juni 2021

Am 16. Juni fand unter Leitung von Gabriele C. Klug und Josef Krieg die Veranstaltung „Impulse für einen nachhaltigen Mittelstand“ im Rahmen des Fachforums Sustainable Finance statt. Der Mittelstand ist eine tragende Säule der deutschen Wirtschaft und lag bisher zu wenig im Fokus der grünen Transformation. Nachhaltigkeitskonzepte für Großindustrie können nicht einfach auf den Mittelstand übertragen werden, da die einhergehende Bürokratie diesen überlasten würde. Stattdessen müssen innovative Lösungen für den Mittelstand gefunden werden, um Anreize für Klimaneutralität zu schaffen, um Klimarisiken bilanziell abzubilden, und um Digitalisierung bei der Erfassung klimarelevanter Informationen zu nutzen. Um diese Lösungen zu definieren, wird der GWD das Thema im Rahmen eines neu geschaffenen Fachforums Mittelstand fortführen.

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24.05.2023
GTTT Diversität in Führungspositionen
Zahlreiche Studien belegen, dass Diversität, vor allem im Top-Management, positive wirtschaftliche Effekte mit sich bringt – nichtsdestotrotz stagniert hier die Entwicklung in den meisten Unternehmen. Im Rahmen des GWD-GreenTeaTimeTalks haben wir daher vor allem über die Herausforderungen bei der Umsetzung von Diversität in Führungspositionen diskutiert.   Spannende und auch teils schockierende Impulse haben Ekin Deligöz MdB, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, und Dr. Philine Erfurt Sandhu, Programmleiterin der hochschulzertifizierten Weiterbildung „Strategische Kompetenz für Frauen in Aufsichtsräten“ an der Berlin Professional School der HWR Berlin mit eingebracht. Sandhu Erfurt stellte vor allem Daten und Erkenntnisse aus ihrer aufsehenerregenden Studie zu dem Thema “Der Einfluss von Investoren auf die Diversität in deutschen Aufsichtsräten und Vorständen” vor, welche im Januar dieses Jahres veröffentlicht wurde.   Ekin Deligöz MdB, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, zeigte dabei die Vorteile divers besetzter Führungsteams auf und betonte den Wirkungshebel gesetzlich geschaffener Rahmenbedingungen: “Mehr Frauen in Führungspositionen sind nicht nur im Sinne der Geschlechtergerechtigkeit – es ist ein konkreter Beitrag für den Erfolg von Unternehmen. Dass Investoren in puncto Diversität sogar mehr wollen, als gesetzlich gefordert ist, zeigt: Wir haben mit unseren gesetzlichen Vorgaben einen Stein ins Rollen gebracht und sind auf einem guten Weg.” Dr. Philine Erfurt Sandhu, Programmleiterin „Strategische Kompetenz für Frauen in Aufsichtsräten“ an der HWR Berlin, wies auf die positiven wirtschaftlichen Folgen von Quotierungen in Aufsichtsräten und anderen Führungsgremien hin: „Geschlechterquoten haben einen spannenden Professionalisierungseffekt in Gremien. Studien zeigen, dass Frauenquoten im Aufsichtsrats und in Führungspositionen zu einer strukturierteren Personalauswahl führen und dadurch viel stärker auf die Qualifikation geschaut wird. Das Qualifikationsniveau steigt damit insgesamt, mittelmäßige Männer fallen durchs Raster. Insofern könnten wir auch von einer „Professionalisierungsquote“ sprechen, die nicht nur Chancengleichheit bringt, sondern auch die Leistungsfähigkeit und Expertise in der Unternehmensführung stärkt.“
Arbeitsmarkt und Demografie
21.06.2024
Roundtable Regionale Wirtschaft bei DHL in Schönefeld
Arbeitskräfte für den Standort Brandenburg: Zuwanderung sichert Wohlstand Runder Tisch regionale Wirtschaft bei DHL in Schönefeld mit grünen Staatssekretären Was tun gegen den Arbeitskräftemangel und für den Standort Brandenburg – das war Thema eines Gespräches zwischen Unternehmen aus der Region und zwei grünen Staatssekretären aus Bund und Land. Zuvor hatten sich die beiden Politiker bei einem Rundgang durch die Niederlassung der DHL Group in Schönefeld intensiv mit der Betriebsleitung sowie direkt mit Beschäftigten ausgetauscht. Angestoßen hatte dies die Wirtschaftsvereinigung der Grünen, jetzt fusioniert mit dem Grünen Wirtschaftsdialog. Eines der Ergebnisse der vielen Gespräche: Zuwanderung ist ein positiver Faktor. Sie trägt dazu bei, , dass es genug Arbeitskräfte für die Unternehmen und damit Wohlstand für alle gibt. Ebenso ist auch die Erwerbstätigkeit von Frauen wichtig. Diese ist im Osten Deutschlands auch nach der Gründung einer Familie deutlich höher ist als im Westen, was gut ist für das Arbeitskräfteangebot. „Menschen, die in unserem Land eine neue Heimat suchen, sind eine Bereicherung für den Arbeitsmarkt“, sagte der DHL-Niederlassungsleiter Marcel Bender. „Sie sind wichtig für die Zukunft unseres Landes und das Funktionieren unserer Wirtschaft, auch mit Blick auf den demographischen Wandel. Daher setzen wir uns dafür ein, noch bestehende Hürden für einen schnellen Zugang von Zugewanderten zum deutschen Arbeitsmarkt zu beseitigen.“ Zur Mobilisierung des gesamten Potenzials von Arbeitskräften hat das Unternehmen Programme zur Förderung von Frauen in Führungspositionen und Mentoring. Und das mit Erfolg. „Entweder die Menschen kommen her, oder die Unternehmen gehen weg“ „Arbeitskräfte sind ein entscheidender Standortfaktor,“ sagte der Bundestagsabgeordnete für Brandenburg und Parlamentarische Staatssekretär aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, Michael Kellner. „Wir werden den Wohlstand dieses Landes nicht halten können, ohne zugewanderte Fachkräfte. Entweder die Menschen kommen zu den Unternehmen oder die Unternehmen gehen zu den Menschen. Das würde bedeuten: sie gehen raus aus Brandenburg, raus aus Deutschland – das wollen wir nicht. Als Bundesregierung haben wir endlich die Weichen gestellt und erleichtern Zuwanderung von Fachkräften. Wer dagegen hetzt, gefährdet unseren Wohlstand.“ Aus dem Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg war Staatsekretärin Antje Töpfer dabei, auch sie von Bündnis 90/Die Grünen. „Um unbezahlte Aufgaben in Kinderbetreuung, Altenpflege, Haushalt zu erledigen, reduzieren Frauen in höherem Umfang als Männer ihre Wochenarbeitszeit“, erklärte Töpfer. „30 Prozent der Männer arbeiten weniger als 40 Stunden pro Woche, aber knapp 60 Prozent der Frauen. Dies führt zu geringeren Einkommen und zu geringeren Altersbezügen. Die ökonomische Eigenständigkeit von Frauen wird damit eingeschränkt.” Zugleich wird damit weniger der dringend benötigten Arbeitskraft angeboten. “Das zeigt: In Sachen Gleichstellung gibt es noch sehr viel zu tun.“ Runder Tisch regionale Wirtschaft – von Lidl bis Rolls Royce „Wir alle können nur gewinnen, wenn die Arbeitswelt flexibler und offener wird mit einem klaren Fokus auf Chancengleichheit und persönliche Weiterentwicklung, ohne Einschränkung durch Geschlecht, Alter, Herkunft“, sagte Hansjörg Votteler, Unternehmer und Leiter des Kompetenzclusters Arbeitsmarkt in der Wirtschaftsvereinigung der Grünen, die kürzlich mit dem Grünen Wirtschaftsdialog fusioniert ist. „Allzu starre Regeln etwa bei den Arbeitszeiten, auch wenn sie gut gemeint sind und es sie schon ewig gibt, passen nicht mehr in eine von der Knappheit von Arbeitskräften geprägte Zeit. Sinnvoller sind zum Beispiel Arbeitszeitkonten und smarte betriebliche Regelungen.“
RegionalforenStandortpolitik, Infrastruktur und Europa
22.04.2024
Rahmenbedingungen des Photovoltaikausbaus
Die Stärkung der Photovoltaikindustrie in Deutschland und Europa muss eine energie-, klima-, außen-, und sicherheitspolitische Priorität werden. Im Arbeitsfeld Energie werden wir uns deshalb im Rahmen einer Veranstaltungsreihe mit dem Thema Photovoltaik von A bis Z – von der Herstellung bis zum Einbau auseinandersetzen. Die Auftaktveranstaltung der Reihe mit Impulsen von Fabian Ehmann MdL, Sprecher Energie und Klimaschutz in Rheinland-Pfalz, Anna Heimsath, Abteilungsleiterin Analyse, PV-Module und Kraftwerke beim Fraunhofer ISE, sowie Amir Roughani, Gründer und CEO der VISPIRON Gruppe sowie Vorstand des GWD, widmete sich den energiepolitischen Rahmenbedingungen des Photovoltaikausbaus in Deutschland. Im Fokus standen hier die Überwindung der Hindernisse beim Ausbau, die Integration von Photovoltaik (PV) ins Stromnetz sowie der Förderrahmen und das Investitionsklima. Unter anderem wurde dabei ein Abbau von Netzentgelten, aber auch von Subventionen für fossile Energien skizziert, gleichzeitig ein wirksamer CO2-Preis gefordert. Einstimmigkeit gab es bei den Forderungen nach mehr Digitalisierung und beschleunigten Genehmigungsverfahren. Darüber hinaus wurden auch innovative Technologien und Trends in der Branche beleuchtet, mitunter Leichtbau-Photovoltaik oder Panels in Bauwerke oder Fahrzeuge zu integrieren, aber auch schwimmende Panels sowie das breite Themenfeld Agri-PV. Hervorgehoben wurde ebenso die Notwendigkeit für langlebige Module und eine erhöhte Effizienz. Außerdem wurden der zügige Zubau von PV-Anlagen und das Solarpflicht-Gesetz für Gewerbeneubauten und Parkplätze (ab 50 PKW) gelobt. Amir Roughani zeigte in seinem Impulsvortrag Lösungsansätze auf, welche die Solarbranche langfristig stärken können: „China ist mit etwa 90% verbautem PV-Modul-Anteil der wichtigste Lieferant für den Photovoltaikausbaus in Deutschland. Die strukturelle Abhängigkeit von China stellt jedoch eine komplexe Herausforderung dar, die nicht durch kurzfristige Maßnahmen im Bereich der Modulproduktion allein gelöst werden kann. Die Einführung von Zöllen und Resilienzboni würde den Ausbau der Photovoltaik erheblich verlangsamen und verteuern, was ein enormer finanzieller Kraftakt wäre. Stattdessen sollten Mittel in die Modernisierung der Verwaltung fließen, um Genehmigungsprozesse zu beschleunigen. Besorgniserregend ist, dass deutsche PV-Modulhersteller derzeit etwa dreimal teurer sind als die Weltmarktpreise. Diese Preisdifferenz verdeutlicht die Dimension der Herausforderung, die wir nicht allein durch Resilienzboni bewältigen können.“ Anna Heimsath bestärkt die Vorteile innovativer PV-Lösungen für Deutschland: „Integrierte Photovoltaik und PV-Anlagen im Batteriespeicher werden in Zukunft immer relevanter, um Flächennutzungskonflikte zu verringern und zukünftigen Lastprofilen und Netzanforderungen gerecht zu werden. Klare Gesetzgebung bringt Sicherheit, fördert den jährlich steigenden PV-Zubau und kann durch weitere Maßnahmen die heimische Industrie stärken.“
Klimaneutralität, Energiewende und Industriepolitik