Fachforum Sustainable Finance

10. Mai 2021

Am 10. Mai fand unter der Leitung von Gabriele C. Klug und Bernd Geilen die dritte Vertiefungsveranstaltung des Fachforums Sustainable Finance mit dem Titel „Der Impact des „grünen“ Investment-Booms – Wie schaffen wir datenbasierte Transparenz?“  statt. Die Finanzindustrie ist ein entscheidender Hebel für die Transformation hin zu einer klimaneutralen Ökonomie. Auf dem Weg zu einem 1,5°C-Pfad spielen einheitliche Szenarioanalysen, verbindliche Standards und Screening-Methoden und einfache sowie durchschaubare Finanzprodukte eine entscheidende Rolle. Szenarioanalysen erlauben es Unsicherheiten zu modellieren, indem sie Prognosen, abhängig von der Entwicklung verschiedener Parameter darstellen.

Weitere Informationen im Newsletter 06/2021

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30.11.2023
Zukunftsfinanzierungs- & Wachstumschancengesetz: Neue Impulse für den Wirtschaftsstandort Deutschland
Das Thema im wohl letzten Fachforum Sustainable Finance in 2023 war eigentlich das „Zukunftsfinanzierungs- und Wachstumschancengesetz“. Impulsgeber aus der Politik war Sascha Müller MdB, Obmann der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Finanzausschuss im Bundestag. In der von Gabriele C. Klug moderierten hybriden Runde war aber zunächst das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Klima- und Transformationsfonds Diskussionsgegenstand. Hinzu kamen die Folgen auch für den Wirtschaftsstabilisierungsfonds sowie natürlich ein Austausch zwischen anwesender Wirtschaft und der Politik zur Frage der Reform der sogenannten Schuldenbremse. Die Themen verbanden sich dann auch sehr gut unter Fragestellungen wie: Was bleibt an Finance und Sustainability in Zeiten der Schuldenbremse? Wie können wir die Transformation finanzieren? Und wie stellen sich Wachstumschancen und Zukunftsfinanzierung in unserer heutigen Zeit dar? Der Fokus des Dialogs lag im Folgenden dann auf der Bedeutung des Zukunftfinanzierungsgesetzes, gerade auch für Start-ups als wesentlicher Innovationsmotor. Sascha Müller MdB, Obmann im Finanzausschuss: „In Zeiten von wirtschaftlicher Transformation sind Start-ups essenziell, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Mit dem Zukunftsfinanzierungsgesetz machen wir den Finanzplatz Deutschland attraktiver und sorgen mit der Reform der Mitarbeiterkapitalbeteiligung dafür, dass Start-ups ihre Mitarbeiter ohne steuerliche Benachteiligung direkt am Unternehmenserfolg partizipieren lassen können.“   Fin Stempel, Manager Public Affairs and Public Relations, Raisin-Gruppe: „Für uns ist nach dem Aufschieben des Generationenkapitals durch das Haushaltsurteil in Karlsruhe nun vor allem spannend, wann und in welcher Form wir Reformen in der gesetzlichen Rente und privaten Altersvorsorge sehen werden. Hier braucht es dringend mutige Reformierungen, die schnell in die Tat umgesetzt werden.“
Standortpolitik, Infrastruktur und Europa
11.03.2022
Mitgliederversammlung
Die Mitgliederversammlung des Grünen Wirtschaftsdialogs, wegen der Pandemie bereits zweimal verschoben, fand nun am 11. März als hybrides Format in den Räumen des Deutsche Börse-Hub in Berlin statt. Vor den zahlreich anwesenden Förder- und persönlichen (sog. „ordentlichen“) Mitgliedern konnten die Vorsitzenden die sehr erfolgreiche Entwicklung des GWD im vergangenen Jahr darlegen und einen Ausblick auf die in den kommenden Monaten geplanten Aktivitäten und Entwicklungen geben. Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einem öffentlichen Teil, in dem Saori Dubourg, Vorständin unseres Mitgliedsunternehmens BASF, einen Impulsvortrag mit anschließender Diskussion bot. Weitere Informationen in unserem Sondernewsletter zur Mitgliederversammlung.
28.09.2022
Fachforum Ernährungswirtschaft
Beim zweiten Fachforum der Dialogreihe „Transformation der Lebensmittelwertschöpfungskette: transparent, nachhaltig, versorgungssicher“, moderiert von GWD-Vorstand und Bäckermeister Roland Schüren, fanden neben Impulsvorträgen von Anne-Monika Spallek MdB und Prof. Dr. Achim Spiller Workshops zur Vertiefung der drei Themenschwerpunkte statt: 1. Faire marktwirtschaftliche Bedingungen in der Lebensmittelwertschöpfungskette Der Einfluss des Handels und großer Stakeholder:innen, wie verarbeitende Konzerne und Fast-Food-Ketten, wurde in diesem Workshop kritisch beleuchtet. Denn diese können aufgrund ihrer Marktposition Einfluss auf Nachhaltigkeitsstandards in der Wertschöpfungskette nehmen. Teilnehmende dieses Workshops verteilten sich auf Firmen entlang der gesamten Wertschöpfungkette, von der Produktion bis zum Einzelhandel. 2. Transparenz über die Nachhaltigkeitseffekte der Lebensmittelproduktion und Anreizsysteme für die ökologische Transformation In diesem Workshop standen die Wechselwirkungen zwischen Nachhaltigkeitskennzeichnungen und das Verhalten von Verbraucher:innen im Mittelpunkt. Denn Lebensmittel spiegeln aktuell noch nicht die „wahren Kosten“ der Herstellung wider – diese bezeichnen ökonomisch die Internalisierung externer Kosten. Fragen zur Einpreisung dieser externen Effekte wurden in dieser Runde diskutiert. 3. Gestaltung regionaler Wertschöpfungsketten und einer neue Ernährungskultur Die Chancen einer veränderten Ernährungskultur wurden in diesem Workshop in den Vordergrund gerückt. Auch wenn aktuell Inflation und Preisängste das Kaufverhalten beeinflussen, so ist dennoch in den letzten Jahren innerhalb der Gesellschaft das Bewusstsein für eine neue Kulinarik, die Nachhaltigkeit und Genuss verbindet, gewachsen. Fragen, wie die Ziele ländlicher Entwicklung mit nachhaltiger Agrarwirtschaft verknüpft werden können und das Engagement der Bürger:innen zur Gestaltung der Wertschöpfungsketten gestärkt werden kann, wurden unter den Teilnehmenden diskutiert. Niclas Biener, Head of EU Affairs & Agricultural Policy bei REWE und Teilnehmer am ersten Workshop, ging auf die Relevanz kleiner Produzent:innen ein: „Lokale und regionale Erzeuger:innen sind eine bedeutende Stütze unseres Produktsortiments – vor allem bei unseren selbstständigen Kaufleuten. Diese Produzent:innen darf die Politik nicht aus den Augen verlieren, sonst droht uns der unwiederbringliche Verlust von kleinen Betrieben.“ Im zweiten Workshop zeigte Wolfgang Kühnl, CEO von InFamily Foods Holding, auf, wie ökonomische Anreize für die nachhaltige Ernährungswirtschaft sinnvoll gestaltet werden können: „Die Einführung einer Steuer auf vermeintlich weniger nachhaltige Produkte, wie z.B. Fleisch, würde den Fortschritt in diesen Produktkategorien abwürgen. Welcher Unternehmer wird entlang der Wertschöpfungskette in nachhaltige Haltungsformen und Technologien investieren, wenn sein Produkt unabhängig von der erbrachten Nachhaltigkeitsleistung durch eine pauschale Steuer diffamiert wird? Eine Ausweitung des Zertifikathandels auf weitere Umweltaspekte würde hingegen einen marktwirtschaftlichen Anreiz hin zu einer nachhaltigeren Ausrichtung der Lieferkette bieten.“ Jana Gäbert, Strategische Entwicklung, PR & Biodiversität bei der Agrargenossenschaft Trebbin eG und Teilnehmerin des dritten Workshops, ging vor allem auf die Wichtigkeit der Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln ein: „Rückverfolgbarkeit und Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln sind entscheidende Werkzeuge, um bei Konsument:innen Vertrauen aufzubauen und Transparenz herzustellen. Erst mit dem „Wissen, wo es herkommt“ können dann auch höhere Ziele wie Klimaschutz und Biodiversitätsförderung vermittelt werden. Die wissenschaftliche Gestaltung und Überwachung der Prozesskette muss nachvollziehbar und transparent, mit verständlichen Maßzahlen agieren und unabhängig von der Produktionsform (biozertifiziert oder nicht) sein.“