Fachforum Neue Arbeit & Neue Qualifikation

17. Mai 2023

Mit Dr. Wolfgang Strengman-Kuhn MdB, Dr. Siegrun Brink, Frank Büchner und Bernd Grube: Neben den Vorträgen ging es in einem Expertengespräch zwischen Politik, der Wissenschaft und der Wirtschaft um die Thematik von unternehmerischen Initiativen in der Weiterbildung. Ganz besonders lag der Fokus auf der Rolle und Wirkung von unternehmensübergreifenden Netzwerken und Weiterbildungsplattformen. Die...

Für das Fachforum Neue Arbeit & Neue Qualifikation „Unternehmerische Initiativen in der Weiterbildung“ konnte der GWD Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn MdB, Obmann im Ausschuss für Arbeit und Soziales, Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Dr. Siegrun Brink, Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn, Frank Büchner, Qualifizierungsverbund in der Lausitz für Erneuerbare Energien (QLEE), Verbundmanager LEAG sowie Bernd Grube, Personalleiter der Powertrain Solutions Division der Robert Bosch GmbH, für Impulsvorträge gewinnen.

Neben den Vorträgen ging es in einem Expertengespräch zwischen Politik, der Wissenschaft und der Wirtschaft um die Thematik von unternehmerischen Initiativen in der Weiterbildung. Ganz besonders lag der Fokus auf der Rolle und Wirkung von unternehmensübergreifenden Netzwerken und Weiterbildungsplattformen. Die Veranstaltung bot einerseits die Chance einen Überblick über bundespolitische Vorhaben im Bereich der Weiterbildung zu bekommen und andererseits allgemeine Forderungen und politische Handlungsbereiche aus  Unternehmensperspektive zu identifizieren.

Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn MdB ordnete die Frage der Qualifikation in die verschiedenen Herausforderungen der Zeit ein und legte da, was das für eine zeitgemäße und zukunftsfähige Gestaltung von Weiterbildung überhaupt bedeutet:

Der demografische Wandel, die Digitalisierung und die Dekarbonisierung sind die drei großen Zukunftsherausforderungen für den Arbeitsmarkt. Durch die demografische Entwicklung sinkt einerseits das Erwerbspersonenpotential, andererseits entstehen Arbeitsplätze im Bereich sozialer Dienstleistungen. Die Digitalisierung bringt viele Chancen, aber es werden Arbeitsplätze wegfallen und neue Qualifikationen werden gebraucht. Auch für den ökologischen Umbau braucht es neue Qualifikationen und es entsteht ein großer Bedarf an neuen Fachkräften. Um all diese Herausforderungen zu meistern, ist Weiterbildung ist ein zentraler Schlüssel. Die Ampelkoalition hat sich viel vorgenommen. Mit dem Weiterbildungsgeld für Arbeitslose wurde ein erster Schritt gegangen. Ganz aktuell arbeiten wir an einem Gesetz zur Stärkung der Weiterbildungsförderung von Erwerbstätigen, besonders für KMU, und die Einführung eines Qualifizierungsgeldes, das Unternehmen im ökologischen Umbau unterstützen soll. Darüber hinaus haben wir Grüne uns in den Koalitionsverhandlungen für eine bessere Weiterbildungsberatung stark gemacht. Dazu werden derzeit die von uns geforderten Weiterbildungsagenturen in so genannten Weiterbildungsverbünden vor Ort aufgebaut, bei denen sich Unternehmen sowie Beschäftigte beraten lassen können.

Bernd Grube ging in seinem Vortrag auf die Rolle der betrieblichen Weiterbildung in der Transformation ein:
„Betriebliche Weiterbildung ist einer der zentralen Faktoren für ein erfolgreiches Agieren in einer sich verändernden Arbeitswelt. Die praxisnahe Vermittlung von Kenntnissen und Fähigkeiten ist ein wichtiger Baustein, um den Fachkräftebedarf der Zukunft zu sichern. Die Politik muss hierfür den erforderlichen Rahmen setzen. Mit einer sinnvollen Arbeitsmarktpolitik und flexiblen Förderinstrumenten kann eine sozialverträgliche Transformation gelingen.“

Frank Büchner stimmte dem zu: „Die Bildung von Qualifizierungsverbünden ist der Schlüssel, um die sozialökologische Transformation erfolgreich zu bewältigen. Indem Unternehmen und Beschäftigte ihr Wissen und ihre Fähigkeiten gemeinsam einbringen, können sie nicht nur voneinander lernen, sondern auch ihr Know-How bündeln – so lassen sich die Herausforderungen eines sich stark wandelnden Arbeitsmarktes überwinden. Zusammen schaffen wir so eine Zukunft, in der Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung im Einklang stehen – eine Zukunft, von der wir alle profitieren.“

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