Fachforum Nachhaltiges Bauen

11. Mai 2023

Am 11. Mai fand der Auftakt der neuen Veranstaltungsreihe „Bauwende: Versöhnung der Baustoffe“ des Fachforums Nachhaltiges Bauen in den Räumlichkeiten des GWD statt. Impulsgeber:innen waren Kassem Taher Saleh MdB, Obmann der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Ausschuss für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen, Prof. Marzia Traverso, Professorin...

Am 11. Mai fand der Auftakt der neuen Veranstaltungsreihe „Bauwende: Versöhnung der Baustoffe“ des Fachforums Nachhaltiges Bauen in den Räumlichkeiten des GWD statt. Impulsgeber:innen waren Kassem Taher Saleh MdB, Obmann der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Ausschuss für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen, Prof. Marzia Traverso, Professorin und Leiterin des Instituts für Nachhaltigkeit im Bauwesen der RWTH Aachen, sowie Prof. Hubert Röder, Professor für Betriebswirtschaftslehre Nachwachsender Rohstoffe an der University of Applied Sciences in Weihenstephan-Triesdorf. Anwendungsbeispiele aus der Praxis lieferte Architekt Julian Trummer (Leipfinger-Bader). Dr. Ipek Ölcüm, Fachanwältin für Bau- und Architektenrecht und Wirtschaftsmediatorin (IHK), moderierte das Event.

Kassem T. Saleh betonte in seinem Impulsvortrag die Relevanz der Baustoffe bei der Erreichung der Pariser Klimaziele:
„In der Baubranche manifestieren sich die gegenwärtigen Krisen in anschaulicher Weise, wobei die Mehrheit auf der nicht nachhaltigen Nutzung der Ressourcen unseres Planeten beruht. Die Auswahl der Baustoffe spielt dabei eine bedeutende Rolle. Um langfristig wirtschaftlich und ökologisch klug zu handeln, bedarf es einer Kombination aus verschiedenen Rohstoffen. Klar ist: Baustoffe der Zukunft sind regional, nachwachsend und kreislauffähig. Das sichert eine nachhaltige Versorgung und verbindet im Sinne der Nachhaltigkeit die ökologische und ökonomische Dimension.“ 

Julian Trummer von Leipfinger-Bader stellte einige neue Anwendungsarten von Baustoffen vor:
„Ich sehe die Zukunft des nachhaltigen Bauens in der Symbiose der Baustoffe. Aus dem 20. Jahrhundert zu lernen kann nicht bedeuten, ein Einheitsmaterial durch ein anderes zu ersetzen. Stattdessen müssen wir wieder zu einer sinnvollen Kombination von Baustoffen finden, in der jedes Material seine Stärken ausspielt. Hier kann vor allem Lehm als Brückenbauer agieren.“

Prof. Marzia Traverso kommentierte in ihrem Impulsvortrag unter anderem den Stellenwert messbarer Kriterien in der Nachhaltigkeitsbewertung von Unternehmen:
„Sagen Sie bitte nicht „Nachhaltigkeit“, wenn Sie es nicht wirklich meinen. Nachhaltige Leistung kann nicht mit Bauchgefühlen erreicht werden, sondern nur mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und quantitativen Messungen. Eine richtige Nachhaltigkeitsbewertung umfasst die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit und den gesamten Lebenszyklus eines Produktes oder einer Wertschöpfungskette einer Organisation.“

Prof. Dr. Hubert Röder bezog sich in seinem Impulsbeitrag auf die Vorteile des Rohstoffes Holz:
„Holz liefert als Baustoff nicht nur die Chance, proaktiv unsere Mischwälder so umzugestalten, dass diese eine erhöhte Klimaresilienz und Biodiversität aufweisen, das Bauen mit Holz ermöglicht auch mehr bezahlbaren Wohnraum und bietet dazu noch einen Ausweg aus der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Somit dient Holz als Baustoff dem Klimaschutz, der Biodiversität, der Schaffung von Wohnraum und der Energiewende in Deutschland und sollte daher staatlich gefördert werden.“

Weitere Veranstaltungen

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30.01.2024
Dekarbonisierung des Güterverkehrs I: Straßengüterverkehr
Im Fachforum Mobilität legt der GWD im Jahr 2024 einen Schwerpunkt auf das Thema Warengüterverkehr. Der Verkehrssektor ist neben dem Gebäudesektor der größte CO2-Emittent in der Bundesrepublik. Die Reihe von Dialogveranstaltungen wurde am 30. Januar mit dem Thema Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs eröffnet. In dem Zusammenhang durften wir Matthias Gastel MdB, Bündnis 90/Die Grünen und Mitglied im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie bahnpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, neben einer ganzen Reihe von Vertreterinnen und Vertretern aus der Wirtschaft begrüßen. Gastel eröffnete mit einem Impulsvortrag, in dem er den Rahmen der Diskussion mit Blick auf die Gesamtmaterie umriss: LKW, also der Straßengüterverkehr, machen zur Zeit rund 75% des Gesamttransportwesens aus; diese Quote kann sinken, dennoch werden LKW auch später nicht verzichtbar sein. Es muss also über neue Technologien und Infrastrukturen nachgedacht werden, um den unvermeidbaren LKW-Verkehr klimafreundlicher zu gestalten. Einiges muss auf Schiene und Wasserstraßen verlagert werden, was auch effizienter und in Zeiten des Arbeitskräftemangels ohnehin unverzichtbar ist. Für den Straßengüterverkehr müssen aber parallel alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um ihn möglichst klimaneutral, gleichzeitig aber auch wirtschaftlich halten zu können. Er selber sieht die Lösung vor allem in der Elektrifizierung, in der Debatte wurden aber auch andere Antriebsarten und dazugehörige Themen, insbesondere der Infrastruktur besprochen. Foto: Stefan Kaminski Matthias Gastel MdB, Mitglied im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie bahnpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen: „Der Güterverkehr ist einer der großen CO2-Emmitenten in Deutschland. Der Hebel zur dringend notwendigen Dekarbonisierung liegt in der Verlagerung eines größeren Anteils des Güterverkehrs von der Straße auf die umweltfreundlichere und energieeffiziente Schiene. Um dieses Ziel zu erreichen, muss die Politik die Wettbewerbsbedingungen zwischen Schiene und Straße weiter angleichen und den Ausbau der Eisenbahninfrastruktur verlässlich vorantreiben. Für einen elektrifizierten Straßengüterverkehr, der den Schienenverkehr sinnvoll ergänzt, benötigt es einen Hochlauf der E-Ladeinfrastruktur und die Förderung von Umschlaganlagen, die multimodale Transportketten ermöglichen.“ So kreiste die Diskussion auch um das Thema Wasserstoff für Verkehr in Konkurrenz zur Produzierenden Industrie, Hochöfen und Chemie, um Biokraftstoffe aus Abfall, um Anschaffungskosten bei klimafreundlichen Neufahrzeugen (Elektrisch oder mit Brennstoffzelle immerhin bis zu dreimal teurer als herkömmliche Verbrennermodelle), oder um die benötigten Hochspannungsnetze für Ladeparks. Auch die Frage des Autonomen Fahrens im Warengüterverkehr wurde besprochen, unter anderem unter dem Aspekt, wo ein solcher Einsatz in Europa sinnvoll wäre. Die Reihe zum Warengüterverkehr wird demnächst fortgesetzt mit Veranstaltungen zu den Themen Schienengüterverkehr, klimaneutrale Schifffahrt, Sustainable Aviation Fuels (SAF), u.a.  
Klimaneutralität, Energiewende und Industriepolitik
24.02.2021
Fachforum Neue Arbeit und Neue Qualifikation
Am 24. Februar lud Philip Morris, im Fachforum vertreten durch Geschäftsführerin Claudia Oeking, zum Thema Purpose ein und begrüßte gemeinsam mit Gabriele C. Klug Gäste aus Wirtschaft und Politik sowie Impulsgeberin Paula Berning von PHINEO zur digitalen Konferenz. Seit einigen Jahren wird die Frage nach dem „Purpose“ – dem Sinn und Zweck eines Unternehmens nicht nur im wirtschaftlichen, sondern auch im gesamtgesellschaftlichen Kontext – immer lauter, auch innerhalb der Unternehmen selbst. Corporate Responsibility ist hierbei ein nicht mehr wegzudenkender Begriff. Unternehmen stehen in der Verantwortung, ihre Ziele und Werte an die sich stetig wandelnde Gesellschaft anzupassen und umzusetzen. Welche Herausforderungen lassen sich daraus für die Unternehmens- sowie für die Mitarbeiterführung ableiten?  Weitere Informationen im Newsletter 03/2021 Digitale Konferenz 
07.05.2024
Eine Stunde zum „Job-Turbo“
Die Frage, wie man geflüchtete Menschen nachhaltig in den Arbeitsmarkt integriert, spielt in der Praxis eine große Rolle. Denn der Bedarf an Fach- und Arbeitskräften im Land ist groß: mehr als 1,7 Millionen Stellen waren zum Jahresende offen, viele davon langfristig. Gleichzeitig haben wir viele Geflüchtete im Land, die arbeiten wollen, deren ausländische Qualifikationen jedoch nicht anerkannt und deren deutschen Sprachkenntnisse noch limitiert sind. Nach Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine konnten 1,1 Millionen Menschen bei uns Schutz finden – dies macht die Thematik umso drängender. Als Reaktion startete die Bundesregierung im Oktober 2023 den sogenannten Job-Turbo. Das Maßnahmenpaket des Arbeitsministeriums sieht u. a. eine frühere Arbeitsvermittlung auch ohne weitreichende Deutschkenntnisse, eine engere Beratung durch die Jobcenter und bessere berufsbegleitende Qualifizierungs- und Sprachkursangebote vor. Doch wie sehr ist dieser Job-Turbo bisher durchgestartet und was braucht es noch? Darüber wollen wir gemeinsam mit Staatssekretärin Leonie Gebers, MdB Andreas Audretsch und Ihnen diskutieren!