Fachforum Lebensmittelverpackungen

19. Mai 2022

Auf der ersten Sitzung des Fachforums am 19. Mai in den Räumlichkeiten des GWD diskutierten die Teilnehmer:innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, wie die gesamte Wertschöpfungskette der Lebensmittelverpackungen von der Materialherstellung bis zur Wiederverwendung oder Entsorgung, auch im Sinne eines Ökodsigns, nachhaltiger gestaltet werden kann. Es wurden Chancen zu mehr Ressourceneffizienz aufgezeigt, Hürden in der Umsetzung identifiziert und erste Vorschläge zu Regulatorik und Förderung gemacht. Dabei wurde der Blick nicht nur auf die bundespolitische, sondern auch auf die europäische Ebene (u.a. Vorschlag der Kommission zur Verpackungsrichtlinie im kommenden Juli) gerichtet.

Dazu Dr. Bettina Hoffmann MdB, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV):
„Auch internationale Krisen dürfen nicht davon ablenken, dass wir bei Fragen des nachhaltigen Wirtschaftens dringend vorankommen müssen – so auch beim Verpackungsrecycling. Das ist auch ein Thema auf europäischer Ebene, entlässt uns aber keineswegs aus der Verantwortung in Deutschland. Die Erarbeitung der nationalen #Kreislaufwirtschaftsstrategie, die wir gerade intensiv und ressortübergreifend vorbereiten, ist dabei prioritäres Mittel.“

Martin Schröder, Direktor Politische Beziehungen der ALBA Services Holding GmbH:
„Die intelligente Gestaltung von #Verpackungen muss belohnt werden. Intelligent heißt im Bereich Verpackungen vor allem: #recyclingfähig. Lebensmittelverpackungen haben oft eine sehr kurze Nutzungsdauer. Das Ziel muss sein, viel Material nach der Nutzung wiederzubekommen und möglichst wenige #Wertstoffe verbrennen zu müssen. Dafür brauchen wir aufgeklärte #Verbraucher, die schon in den Haushalten richtig trennen. Denn nur wenn gut sortiert wird, bekommen wir hochwertige #Recyclingrohstoffe.“

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12.11.2025
Zwischen Klimazielen und Wettbewerbsfähigkeit: die Zukunft des EU-Emissionshandels ETS 1
Der Emissionshandel für die Energiewirtschaft und energieintensive Industrie (EU-ETS 1) hat seit seiner Einführung 2005 maßgeblich dazu beigetragen, die CO₂-Emissionen in der EU zu senken – um mehr als die Hälfte. Gleichzeitig stehen viele Unternehmen derzeit unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Mit Blick auf künftig steigende Kosten im EU-ETS 1 und die zunehmende Einschränkung der kostenlosen Zuteilung wächst vor allem in der energieintensiven Industrie die Sorge um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und des Standorts Deutschland. Wie lassen sich Klimaschutzziele und ein wirtschaftlich wettbewerbsfähiges Umfeld in Einklang bringen? Welche Rolle kann der EU-ETS 1 dabei künftig spielen? – Dazu werden wir mit Dr. Felix Matthes, Forschungskoordinator Energie- und Klimapolitik, Abteilung Energie & Klimaschutz am Öko-Institut, in den Austausch treten.
Klimaneutralität, Energiewende und Industriepolitik
07.02.2024
Öffentliche Verwaltung als Dienstleistung? Neue Wege in der Verwaltungsmodernisierung
Die Effizienz des Verwaltungsapparats nimmt mit immer mehr kleiteiligen Regulierungen und mangelnder Digitalisierung stetig ab. Lange Wartezeiten auf Termine und Bearbeitung von Anträgen führen zu Frustration und einer Verlangsamung der Transformation. Daher wurden im Fachforum Modernes Regieren verschiedene Perspektiven aus Wissenschaft, Verwaltungspraxis und den Bundesländern NRW und Baden-Württemberg aufgezeigt und mit Praxisbeispielen von Dr. Florian Stegmann, Staatsminister im Geschäftsbereich des Ministerpräsidenten und Chef der Staatskanzlei in Baden-Württemberg, Silke Krebs, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes NRW, Dr. Hanna Sammüller-Gradl, Leiterin des Kreisverwaltungsreferats der Stadt München, sowie Prof. Dr. Jörg Bogumil, Inhaber des Lehrstuhls für öffentliche Verwaltung der Ruhr-Universität Bochum untermauert. Unter Moderation von GWD-Vorständin Heidi Schiller wurde zu Beginn der Status-Quo des Verwaltungsapparats beleuchtet. Besonders ein hohes Maß an Bürokratie wurde als Grund für die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der öffentlichen Verwaltung genannt, aber auch der Fachkräftemangel und der geringe Digitalisierungsgrad tragen zur langsamen Bearbeitung von Anträgen  innerhalb der Verwaltung bei. Besonders im Hinblick auf den demographischen Wandel wird es in den kommenden 20 Jahren an ca. 50% der Beschäftigten fehlen, weshalb eine Modernisierung der Prozesse nun umso dringender wird. Ein umfassender Systemwandel kann beispielsweise durch die Implementierung digitaler Tools beschleunigt werden. Gleichzeitig gleicht die Intergration von KI fehlende Fachkräfte aus, indem beispielsweise ein KI-Einstiegstool Antragsstellende bei der Vorauswahl der Anträge hilft bzw. eruiert, ob eine Antragstellung generell einen positiven Ausgang erwarten kann. Außerdem muss die Verwaltung als Dienstleitung auch für Bürger:innen attraktiver werden. So sollten Formulare verständlicher formuliert werden und eine digitale Plattform errichtet werden, auf der aktuelle Bearbeitungsstände von Anträgen einsehbar sind und transparent gezeigt wird, welche Unterlagen noch fehlen. Generell sollte auch bei der Digitalisierung von Prozessen zeitgleich eine Optimierung mitgedacht werden – eine generelle Verschlankung der Prozesse spart Zeit sowie Arbeitskräfte, führt zu mehr Zufriedenheit bei Bürger:innen und baut so mittelfristig wieder mehr Vertrauen in den Staat auf. Staatsminister Dr. Stegmann plädiert für einen umfassenden Wandel in der Verwaltungskultur: “Verwaltungsmodernisierung kann nur mit einem Kulturwandel des gesamten Verwaltungsapparats gelingen. So braucht es eine neue Fehlerkultur, mehr Mut neue Tools und Innovationen einzubinden und einen stärkeren Fokus auf das Angebot eines Verwaltungsdienstleistungsservices, bei dem Bürgerinnen und Bürger im Mittelpunkt stehen.”   Wie eine erfolgreiches Digitalisierungskonzept aussehen kann, schlägt Dr. Sammüller-Gradl vor: „Digitalisierung ist ein win-win: Sie wird immer wichtiger für unsere Kund:innen und entlastet gleichzeitig unsere Mitarbeiter:innen. Meine Vision: Online-Anträge verbunden mit persönlicher Beratung vor Ort für Fragen, die Hilfe erfordern, sowie für Personen ohne Zugang zum Internet.“      
Innovation, Digitalisierung und Technologie
08.09.2023
International Digital Strategy – Perspectives from Kenya and Rwanda
Bei der Frühstücksveranstaltung berichtete Tobias B. Bacherle, Obmann im Digitalausschuss und Mitglied im Auswärtigen Ausschuss von seinem jüngsten offiziellen Besuch in Kenia und Ruanda im Rahmen seiner Delegationsreise. Dieser Bericht leitete den Dialog über die wertvollen Erkenntnisse ein, die er aus den Digitalisierungsinitiativen in diesen beiden afrikanischen Ländern gewinnen konnte. Außerdem war Jacob Olonde, Gründer und CEO des Environmental Capacity and Sustainability Institute (ECAS), zu Gast, der die Bestrebungen seines Instituts zur Schließung von Daten-, Kapazitäts- und Politiklücken im Bereich der grünen Transformation in Kenia und darüber hinaus vorstellte. Bacherle brachte vor allem eine neue Perspektive ein, mit der die Umsetzung einer deutschen Digitalstrategie nachhaltig funktionieren kann: „Ich freue mich, dass ich die Erfahrungen und Eindrücke meiner Delegationsreise nach Kenia und Ruanda beim digitalen Expert:innengespräch des Grünen Wirtschaftsdialog einbringen durfte. Denn viel zu oft wird der Globale Süden beim Thema Digitalisierung und internationaler Digitalpolitik ausgeklammert. Während unsere digitalen Innovationen nach wie vor häufig auf Kosten von Arbeitnehmer:innen des Globalen Südens ermöglicht werden – und unsere digitalen Lieferketten auf Ausbeutung und prekären Arbeitsbedingungen fußen – treiben Kenia und Ruanda gleichzeitig eine nachhaltige Digitalisierung voran. Sowohl in der internationalen Digitalpolitik als auch der digitalen Entwicklungszusammenarbeit ist es jetzt entscheidend, verstärkt zusammenzuarbeiten, damit wir vom jeweils anderen lernen können.“
Innovation, Digitalisierung und Technologie