Fachforum Kreislaufwirtschaft

12. April 2023

Nachdem das letzte Treffen des Fachforums Kreislaufwirtschaft einen branchenübergreifenden Ansatz verfolgte, hat sich diese Sitzung zum Thema „Die neuen europäischen Verpackungsregelungen” auf Abfallvermeidung und Mehrweg, Anforderungen an die nachhaltige Gestaltung von Verpackungen sowie das effiziente Abfallmanagement konzentriert.

Als Grundlage der Diskussion dienten die Impulsvorträge von der Referentin für die nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie und Ressourceneffizienz im Bundesumweltministerium (BMUV) Stefanie Schäfter, dem Abteilungsleiter Kreislaufwirtschaft des Wuppertal Instituts Prof. Dr. Henning Wilts sowie Felix Vogt-Heffinger, Referent für Vermeidung und Verwertung von Verpackungsabfällen (BMUV). Anschließend standen besonders die nationalen und europäischen Vorgaben für Mehrweg und zum chemischen Recycling im Fokus, dabei herrschte Einigkeit, dass dem mechanisches Recycling gegenüber chemischen Methoden Priorität eingeräumt werden sollte.

Prof. Dr. Henning Wilts betonte in seinem Vortrag unter anderem die Chancen sowie Herausforderungen von Mehrwegsystemen:
„Die Vermeidung von Verpackungsabfällen bietet zahlreiche ökologische als auch ökonomische Potentiale zur Einsparung von CO2-Emissionen genauso wie von Kosten. Häufig sind entsprechende Ansätze mit einer Erhöhung der Komplexität verbunden – es müssen beispielsweise mehr Akteur:innen einbezogen werden als bei klassischen Einweg-Lösungen. Von daher braucht es regulatorische Impulse, um hier auch Planungssicherheit für entsprechende Investitionen zu geben.
Ein zentraler Ansatzpunkt sind dabei auch Standards und Normen, die gibt es seit langem für die klassische lineare Wirtschaft, für die Kreislaufwirtschaft hingegen noch nicht in ausreichendem Maße gibt. Hier ist hoher Handlungsbedarf erkenbar, wenn die Kreislaufwirtschaft sich auch am Markt durchsetzen können soll.“
David Lommatzsch, Umwelt- und Kreislaufwirtschaftsmanager der Schwarz Gruppe, stellt außerdem die Beurteilung der Ökobilanz (Life-Cycle-Assessment/LCA) von Verpackungen als essentiell heraus:
„Einheitliche Standards – insb. beim Design for Recycling – und verbindliche Ziele zum Einsatz von Rezyklaten spielen für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft von Verpackungen im EU-Binnenmarkt eine zentrale Rolle. Es ist gut, dass dies jetzt auf EU-Ebene mit der PPWR (Proposal Packaging and Packaging Waste Regulation) angegangen wird. Regulatorische Hürden, beispielsweise beim Einsatz von Rezyklaten in kontaktsensitiven Anwendungen, sollten dabei aber beachtet und unter Maßgabe des Verbraucherschutzes bestmöglich abgebaut werden. Im Sinne eines ganzheitlichen Klima- und Ressourcenschutzes sollte zudem stets der gesamte Lebensweg einer Verpackung betrachtet werden und dabei auch Faktoren wie Transport- & Logistikemissionen sowie Vermeidung von Lebensmittelabfällen Betrachtung finden.“

Weitere Veranstaltungen

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08.06.2023
Chancen und Risiken der Künstlichen Intelligenz
Die Chancen und Herausforderungen der künstlichen Intelligenz (KI) sind spätestens seit dem Launch von ChatGPT in aller Munde. Beim GWD steht das Thema bereits seit längerem im Fokus, und so konnte das Fachforum im Arbeitsfeld Forschung und Innovation kurzfristig eine Veranstaltung dazu durchführen: Marco-Alexander Breit, Leiter der Unterabteilung Künstliche Intelligenz, Daten und Digitale Technologien im BMWK und Dr. Isabella Hermann, Politikwissenschaftlerin und Science-Fiction-Expertin sowie Autorin des Buches „Science Fiction zur Einführung“, diskutierten am 8. Juni mit Unternehmensvertreter:innen aus der Digitalwirtschaft und dem Handel über die Zukunft der künstlichen Intelligenz, die in allen Wirtschaftsbereichen einen bedeutenden Wandel verspricht. Aus der Wirtschaft waren Dr. Guido Brinkel, Leiter Regierungspolitik bei Microsoft, sowie Lukas Klingholz, Leiter Cloud & Künstliche Intelligenz bei Bitkom e.V. zu Gast. Außerdem wurde ChatGPT in die Moderation und Diskussion miteinbezogen. Unter anderem wurde im Fachforum das Erreichen von Human-Parity sowie Natural Language Processing thematisiert, mit dem die Errungenschaft der beinahen Gleichstellung von KI mit menschlicher Kognition und Sprache, beschrieben wird. Dieser Meilenstein verändert die Art und Weise, wie Suchmaschinen im Internet benutzt werden, indem auf individuell gestellte Fragen maßgeschneiderte Antworten ausgegeben werden. Jedoch stand auch der Umgang mit Risiken von KI im Zentrum der Diskussionen: Bei der Annahme neuer Technologien sei es entscheidend, die damit verbundenen Risiken möglichst korrekt zu bewerten. Tendenziell neigten Menschen jedoch dazu, kurzfristige Risiken zu überschätzen und langfristige Konsequenzen zu unterschätzen. Daher wurde während der Veranstaltung auch die Notwendigkeit sinnvoller Regulierungen zur Steuerung der Entwicklung und Anwendung von KI und digitalen Technologien erörtert. Darüber hinaus wurden ungeklärte Haftungsfragen debattiert: Mit dem Anstieg von Cyberkriminalität und potenziellen Unfällen durch KI blieben Haftungsfragen ein dringendes Thema. Es stellte sich entsprechend die Frage, wie das komplexe rechtliche Umfeld in klare Rahmenbedingungen eingegliedert werden kann, um KI effektiv und sicher zu regulieren. Isabella Hermann  ©Anthony Straeger Dr. Isabella Hermann unterstrich sowohl in ihrem Impulsbeitrag, als auch in Ihrem Gastbeitrag zum Thema, wie wichtig nun die Konzentration auf die tatsächlichen Anwendungsbereiche von KI seien: „Wir sollten uns beim Thema Künstliche Intelligenz nicht von Science-Fiction-Diskursen ablenken lassen, die behaupten, die Auslöschung der Menschheit à la Skynet aus den Terminator-Filmen sei das größte Risiko. Solche Reden lenken nicht nur von tatsächlichen Problemen im Hier und Jetzt, wie diskriminierende KI-Systeme oder schlechte Arbeitsbedingungen von Clickworkern, ab. Sie verschleiern auch die positiven Anwendungsfälle in Bereichen wie Medizin und Bildung, die unser Leben ganz real verbessern können.“ >>Zum Gastbeitrag von Dr. Isabella Hermann<<  
Innovation, Digitalisierung und Technologie
10.08.2021
Governance und digitale Transformation von Staat & Verwaltung
Unter Leitung von Gabriele C. Klug und Boris von Chlebowski (Accenture) fand die erste Veranstaltung des Fachforums Digitale Transformation von Staat und Verwaltung statt. Nach Keynotes von Jan Philipp Albrecht, Digitalisierungsminister in Schleswig-Holstein und Dr. Anna Christmann, Sprecherin für Innovationspolitik der Grünen-Fraktion im Bundestag, diskutierten Vertreter:innen der Digitalbranche sowie aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft über die Voraussetzungen „Guten Regierens“ im digitalen Zeitalter. Angesichts sich ständig wandelnder gesellschaftlicher Herausforderungen wie dem Klimawandel oder nicht zuletzt der Corona-Pandemie ist eine handlungsfähige und der Geschwindigkeit der digitalisierten Welt gewachsene öffentliche Verwaltung unverzichtbar. Welche Rahmenbedingungen hierfür geschaffen werden müssen, sind im Positionspapier des GWD festgehalten. Weitere Informationen im Newsletter 11/2021.
14.12.2023
GreenCrunch Zukunftswerkstatt & Jubiläumsdinner
Am 14. Dezember feierten wir unser jährliches GreenCrunch-Dinner, in diesem Jahr besonders festlich, da wir unser fünfjähriges Bestehen begehen konnten! Aus diesem Anlass haben wir das Dinner um eine nachmittägliche Zukunftswerkstatt ergänzt, mit tollen Gästen und spannenden Diskussionen zu einigen unserer zentralen Themenfeldern. Folgende Workshops wurden durchgeführt: 1. Industrie im Wandel: Startups und Neugründungsinfrastruktur in Deutschland. Als Referentin begrüßten wir Melis Sekmen MdB, Obfrau im Wirtschaftsausschuss | Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen im Deutschen Bundestag. Moderation: Christian Forster, Leiter Programmentwicklung, Grüner Wirtschaftsdialog. 2. Klimapolitik und Energiewende: Hessen als Vorbild. Hier freuten wir uns über Kaya Kinkel MdL, Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen im Hessischen Landtag | Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Hessen.  Moderiert wurde dieser Workshop von Biggi Bender, ehemalige Abgeordnete der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen im Deutschen Bundestag 3. Die Rolle der deutschen und europäischen Außenpolitik: Dynamisierung und Harmonisierung der europäischen Industrie im Krisenszenario. Einmal mehr hatten wir in diesem Workshop Philip Krämer MdB, Mitglied im Verteidigungsausschuss | Bündnis 90/Die Grünen zu Gast, der zu den aktuellen Herausforderungen im Bereich Security & Defense referierte und als Gesprächspartner für unsere Gäste zur Verfügung stand. Moderiert wurde der Slot von Marco Lotz, Senior Consultant – Public Sector Defence | Capgemini Invent und weiterhin als freier Mitarbeiter für den GWD für diesen Themenbereich tätig. 4. Paradigmenwechsel zu einem regenerativen Kreislaufwirtschaftssystem: Deutschlands Umsetzung der europäischen Umwelt- und Verpackungsgesetze. Wie schon in unserem Beitrag vom Freitag berichtet hatten wir zu diesem Thema Dr. Bettina Hoffmann, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) als Impulsgeberin und Dialogpartnerin zu Gast und konnten in diesem Zusammenhang auch das aktuellen Positionspapier des GWD überreichen. Beim folgenden festlichen Teil des Tages mit Sektempfang und anschließendem Dinner freuten wir uns über eine Dinner-Speech von Dr. Nicole Dreyer-Langlet, Mitglied der Geschäftsführung und Vizepräsidentin Forschung & Technologie der Airbus Operations GmbH.