Fachforum Digitale Gesundheitswirtschaft

12. Oktober 2022

Zu Gast beim Fachforum waren die parlamentarischen Staatssekretärin im BMWK, Franziska Brantner MdB und Nick Schneider, Leiter des Referats „Grundsatzfragen neue Technologien und Datennutzung“ im BMG, Prof. Dr. Armin Grau MdB, ordentliches Mitglied im Gesundheitsausschuss, sowie Tobias Schulz, Senior Manager, Policy & Public Affairs, Pfizer Pharma GmbH und Prof. Dr. Sylvia Thun, Direktorin, Core-Unit eHealth und Interoperabilität (CEI), Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH) sowie Universitätsprofessorin für Digitale Medizin und Interoperabilität an der Charité Berlin.

Prof. Dr. Sylvia Thun betonte während ihres Impulsbeitrags die Notwendigkeit der Zusammenarbeit für eine schnelle und effektive Umstrukturierung der Gesundheitswirtschaft: „Nur wenn wir alle mit viel Energie zusammen arbeiten, können wir endlich die Vorteile der Digitalisierung erleben. Hierbei geht es um Kooperation und Patient:innenzentriertheit und nicht um das Eigeninteresse einzelner Institutionen, das ist gelebte Interoperabilität.

 

Zustimmung gab es von Tobias Schulz, welcher auf die aktuelle Datenschutzlage in Deutschland aufmerksam machte: „Ein zügiger Informationsaustausch zwischen Forschenden, Selbstverwaltung und Ärzteschaft kann Krankheiten vorbeugen, die Heilung beschleunigen und die Versorgung verbessern. Deshalb benötigen wir dringend verbindliche technische Standards, ein einheitliches Datenschutzrecht und eine Gleichberechtigung aller Akteure beim Zugang zu Gesundheitsdaten.“

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11.11.2022
Fachforum Modernes Regieren: Dateninstitut
Gemeinsam mit Tobias Bacherle MdB, Berichterstatter der Grünen Bundestagsfraktion für das Dateninstitut, haben die Teilnehmenden im Rahmen des GWD-Fachgesprächs die notwendigen Bedingungen für ein zukunftsfähiges Dateninstitut, welches einen Mehrwehrt für Forschung, Politik und Wirtschaft und somit auch für Bürger:innen bietet, besprochen. Inbesondere wie eine verbesserte und gleichzeitig sichere Datennutzung sowie Datenverfügbarkeit aussehen kann, und welche technischen Möglichkeiten es für eine verschlüsselte Datenübertragung, -bearbeitung und -nutzung bereits gibt, stand dabei im Fokus. Die Ziele des Dateninstituts hat Tobias Bacherle MdB in seinem Impulsbeitrag zusammengefasst: „Als „Do-Tank“ soll das Dateninstitut als Vernetzungsstelle für vorhandene Expertise aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft fungieren, dabei praxisnah bleiben und Raum für Pilotprojekte bieten.“      Dr. Frank Bauer, Senior Financial Engineer bei Deloitte, betonte in der Diskussion rund um die Ausgestaltung des Dateninstituts die Herausforderung, fehlendes Vertrauen seitens der Datengeber:innen zu gewinnen: „Die technische Seite einer sicheren Speicherung und Weiterverarbeitung von Daten unter Wahrung der Datensouveränität der Datengeber und aller Datenschutzgesetze haben wir im Griff. Es fehlt allerdings an Anreizen, Daten bereitzustellen. Wir sehen aus verschiedenen Organisationen heraus regelmäßig Widerstände, die wahrscheinlich auf eine Überinterpretation des Begriffs Datenhoheit zurückzuführen sind. Dem können wir nur begegnen, wenn wir das Vertrauen in die vorhandenen technischen Möglichkeiten stärken. Es braucht an dieser Stelle eine transparente Kommunikation mit allen Beteiligten, um eine fortschrittliche Datenökonomie zu gewährleisten.“
19.07.2024
Agenda 2030? Austausch mit dem Finanzminister Baden-Württembergs zu Investitionen, Krediten, Steuern
Was lässt sich machen bei Investitionen, Krediten, Steuern – und wo wollen wir damit hin, wie kann eine „Agenda 2030“ für den Standort Deutschland aussehen? Die Bundesregierung hat diese Woche das Wachstumspaket als Teil ihres Haushaltskompromisses beschlossen. Die Maßnahmen für diese Koalition und für dieses Jahr gut, aber in Zukunft müsse mehr passieren, erklärte Danyal Bayaz, Finanzminister des Landes Baden-Württemberg. Mit ihm diskutierten mehr als 50 Mitglieder der Wirtschaftsvereinigung. Bayaz skizzierte eine Reihe von Reformen, von einer Senkung der Unternehmensbesteuerung über längeres Arbeiten für Ältere bis hin zu stärkeren Arbeitsanreizen im Bürgergeld. Dies würde Grünen und SPD einiges abverlangen. Bayaz bezeichnete sich als Unterstützer der Schuldenbremse für konsumtive Ausgaben. Zugleich sei aber ein Sondervermögen notwendig, um Investitionen in Infrastruktur, Bundeswehr, Bildung, Forschung und Nachhaltigkeit zu finanzieren. Dies würde der FDP etwas abverlangen. Wenn die aktuelle Regierung dies nicht umsetze, werde es die nächste tun. In der Diskussion wurden viele Einzelpunkte angesprochen, vom AI Act über die Relevanz energieintensiver Unternehmen für die deutsche Wirtschaft bis zu Investitionsmöglichkeiten der Versicherungswirtschaft in Infrastrukturprojekte. Und: Eine Agenda 2030 könne nicht nur ein Maßnahmenbündel sein – sondern müsse ein positives Narrativ einer guten Zukunft bieten.
Standortpolitik, Infrastruktur und Europa
15.09.2023
Vereinbarkeit von Familie und Beruf – Erfolgsfaktor für den Arbeitsmarkt der Zukunft
(c) Sonja Macholl Sowohl der demographische als auch gesellschaftliche Wandel bringen große Herausforderungen für den Arbeitsmarkt der Zukunft hervor. Daher widmete sich das Fachforum Neue Arbeit & Neue Qualifikation mit Nina Stahr MdB (Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Mitglied im Familienausschuss, seit 2021 im Bundestag) und Marcus Lueger (Geschäftsführer Finanzen DACH Sanofi-Aventis Deutschland GmbH) am vergangenen Freitag dem Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf – Erfolgsfaktor für den Arbeitsmarkt der Zukunft“. Der Arbeitsmarkt der Zukunft steht vor großen Herausforderungen, wie Fachkräftemangel, Digitalisierung und gesellschaftlichem Wandel. Daher wird es umso wichtiger, bereits ausgebildete und eingearbeitete Fachkräfte in ihren Positionen zu halten. Darüber hinaus ist die Attraktivität von Unternehmen mit familienfreundlichen Strukturen höher, wodurch mehr qualifizierte Arbeitskräfte zusätzlich gewonnen werden können. Außerdem möchten immer mehr Frauen ihre Stellen nicht für die Familiengründung aufgeben, weshalb Anreize für Väter geschaffen werden müssen, Elternzeit zu nehmen. Dies fördert die Verbundenheit der Mitarbeitenden zum Unternehmen und verhindert Diskriminierung aufgrund von Fürsorgeverantwortung. Verschiedene Modelle wie das 8-8-8-Modell und Freistellungen nach der Geburt für Väter erhöhen die Wiedereinstiegsquote von Eltern, vor allem Müttern stark. Nina Stahr MdB betonte außerdem den Effekt von familienfreundlichen Strukturen im Unternehmen auf die Gleichstellung: „Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Als Bildungs- und Familienpolitikerin arbeite ich an Anreizen und Angeboten für junge Paare sich Sorgearbeit paritätisch aufzuteilen und an einem gesellschaftlichen Klima, das diese Entscheidung unterstützt. Ich sehe hier einen wichtigen Hebel für Gleichberechtigung, Steigerung des Fachkräftepotentials und dem Kampf gegen Altersarmut bei Frauen.“ Marcus Lueger stellt die eigenen Maßnahmen und Erfahrungen aus der unternehmerischen Praxis bei Sanofi: “Wir glauben fest daran, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht nur ein sozialer, sondern auch ein wirtschaftlicher Vorteil ist. Bei Sanofi setzen wir daher auf aktive Vaterschaft als Grundhaltung und bieten unseren Mitarbeitenden die Möglichkeit, 14 Wochen Familienzeit bei vollem Lohnausgleich zu nehmen, sei es bei Geburt oder Adoption. Insbesondere unsere Väter nehmen dieses Angebot sehr gut an. Dadurch stärken wir nicht nur die Bindung unserer Mitarbeitenden zum Unternehmen, sondern steigern auch unsere Arbeitgeberattraktivität. Im Sinne einer gelebten Corporate Social Responsibility reden wir nicht nur, sondern haben gehandelt.“ Zum Arbeitsfeld Neue Arbeit/ Neue Qualifikation.  
Arbeitsmarkt und Demografie