Fachforum Ernährungswirtschaft

15. März 2023

Zukunft der Ernährung – Welches Potential bieten alternative Proteinquellen für den Klimaschutz?

Egal ob Tierwohl, Klimaschutz oder Gesundheit: bei der Ernährung dreht es sich heute längst nicht mehr nur um den Geschmack. Auch die wachsende Weltbevölkerung und veränderte Essgewohnheiten führen dazu, dass alternative Proteinquellen und Innovationen in der Lebensmittelproduktion an Bedeutung für den Klimaschutz gewinnen. Doch welche nutzbaren Alternativen gibt es eigentlich? Und inwieweit können neuartige Lebensmittel und Technologien die Land- und Ernährungswirtschaft maßgeblich verändern? Diese und weitere Fragestellungen haben wir gemeinsam mit der Impulsgeberin Viola Molkenthin, Referentin im BMEL im Referat Ökologische Lebensmittelwirtschaft, sowie den Impulsgebern Stefan Beuermann, UFOP Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V und Dr. Benjamin Leon Bodirsky vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung diskutiert.

In der Veranstaltung, welche von Dr. Zoe Mayer MdB angeregt wurde, gab es unter den Teilnehmenden Übereinstimmung darüber, dass die Technologie sowie die Industrie in Deutschland bereit ist auf pflanzliche Proteinquellen umzustellen. Damit pflanzliche Alternativen jedoch auch von Endverbraucher:innen angenommen werden, bedarf es einer erhöhten Sichtbarkeit dieser Produkte, sowie einer Konsumveränderung der Verbraucher:innen. Eine erhöhte Nachfrage führt dann zu günstigeren Preisen. Zusätzlich können Instrumente wie CO2-gesteuerte Preissenkungen das Konsumverhalten lenken.

 

 

 

 

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21.06.2024
Roundtable Regionale Wirtschaft bei DHL in Schönefeld
Arbeitskräfte für den Standort Brandenburg: Zuwanderung sichert Wohlstand Runder Tisch regionale Wirtschaft bei DHL in Schönefeld mit grünen Staatssekretären Was tun gegen den Arbeitskräftemangel und für den Standort Brandenburg – das war Thema eines Gespräches zwischen Unternehmen aus der Region und zwei grünen Staatssekretären aus Bund und Land. Zuvor hatten sich die beiden Politiker bei einem Rundgang durch die Niederlassung der DHL Group in Schönefeld intensiv mit der Betriebsleitung sowie direkt mit Beschäftigten ausgetauscht. Angestoßen hatte dies die Wirtschaftsvereinigung der Grünen, jetzt fusioniert mit dem Grünen Wirtschaftsdialog. Eines der Ergebnisse der vielen Gespräche: Zuwanderung ist ein positiver Faktor. Sie trägt dazu bei, , dass es genug Arbeitskräfte für die Unternehmen und damit Wohlstand für alle gibt. Ebenso ist auch die Erwerbstätigkeit von Frauen wichtig. Diese ist im Osten Deutschlands auch nach der Gründung einer Familie deutlich höher ist als im Westen, was gut ist für das Arbeitskräfteangebot. „Menschen, die in unserem Land eine neue Heimat suchen, sind eine Bereicherung für den Arbeitsmarkt“, sagte der DHL-Niederlassungsleiter Marcel Bender. „Sie sind wichtig für die Zukunft unseres Landes und das Funktionieren unserer Wirtschaft, auch mit Blick auf den demographischen Wandel. Daher setzen wir uns dafür ein, noch bestehende Hürden für einen schnellen Zugang von Zugewanderten zum deutschen Arbeitsmarkt zu beseitigen.“ Zur Mobilisierung des gesamten Potenzials von Arbeitskräften hat das Unternehmen Programme zur Förderung von Frauen in Führungspositionen und Mentoring. Und das mit Erfolg. „Entweder die Menschen kommen her, oder die Unternehmen gehen weg“ „Arbeitskräfte sind ein entscheidender Standortfaktor,“ sagte der Bundestagsabgeordnete für Brandenburg und Parlamentarische Staatssekretär aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, Michael Kellner. „Wir werden den Wohlstand dieses Landes nicht halten können, ohne zugewanderte Fachkräfte. Entweder die Menschen kommen zu den Unternehmen oder die Unternehmen gehen zu den Menschen. Das würde bedeuten: sie gehen raus aus Brandenburg, raus aus Deutschland – das wollen wir nicht. Als Bundesregierung haben wir endlich die Weichen gestellt und erleichtern Zuwanderung von Fachkräften. Wer dagegen hetzt, gefährdet unseren Wohlstand.“ Aus dem Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg war Staatsekretärin Antje Töpfer dabei, auch sie von Bündnis 90/Die Grünen. „Um unbezahlte Aufgaben in Kinderbetreuung, Altenpflege, Haushalt zu erledigen, reduzieren Frauen in höherem Umfang als Männer ihre Wochenarbeitszeit“, erklärte Töpfer. „30 Prozent der Männer arbeiten weniger als 40 Stunden pro Woche, aber knapp 60 Prozent der Frauen. Dies führt zu geringeren Einkommen und zu geringeren Altersbezügen. Die ökonomische Eigenständigkeit von Frauen wird damit eingeschränkt.” Zugleich wird damit weniger der dringend benötigten Arbeitskraft angeboten. “Das zeigt: In Sachen Gleichstellung gibt es noch sehr viel zu tun.“ Runder Tisch regionale Wirtschaft – von Lidl bis Rolls Royce „Wir alle können nur gewinnen, wenn die Arbeitswelt flexibler und offener wird mit einem klaren Fokus auf Chancengleichheit und persönliche Weiterentwicklung, ohne Einschränkung durch Geschlecht, Alter, Herkunft“, sagte Hansjörg Votteler, Unternehmer und Leiter des Kompetenzclusters Arbeitsmarkt in der Wirtschaftsvereinigung der Grünen, die kürzlich mit dem Grünen Wirtschaftsdialog fusioniert ist. „Allzu starre Regeln etwa bei den Arbeitszeiten, auch wenn sie gut gemeint sind und es sie schon ewig gibt, passen nicht mehr in eine von der Knappheit von Arbeitskräften geprägte Zeit. Sinnvoller sind zum Beispiel Arbeitszeitkonten und smarte betriebliche Regelungen.“
RegionalforenStandortpolitik, Infrastruktur und Europa
17.10.2024
Kommunale Wärmeplanung
Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Energieversorgung spielt die kommunale Wärmeplanung eine entscheidende Rolle. Für eine erfolgreiche und langfristig effiziente Planung sowie Umsetzung ist ein intensiver Austausch zwischen Politik und den verschiedenen Wirtschaftsakteuren – darunter Stadtwerke, private Energieversorger, Abwärme-Erzeuger und Bauträger – unerlässlich. Im Rahmen eines Regionalforums haben wir daher gemeinsam mit dem Zweiten Bürgermeister von München, Dominik Krause, über Herausforderungen und mögliche Lösungsansätze diskutiert. Im Fokus des Austauschs standen neben den verschiedenen Technologien im Bereich der Wärmeversorgung unter anderem auch der Ausbau der Infrastruktur sowie die Finanzierungsfrage. In der Diskussion wurden konkrete bürokratische Hürden benannt – wie die Schallverordnung im Kontext des Wärmepumpenbaus – und ein verbindlicher Zeitplan für die Umsetzung der Wärmeplanung als zentrale Forderung an die Politik geäußert, um Planungssicherheit für alle beteiligten Akteur:innen zu schaffen. Weitere Informationen zum Thema sind auch in unserem Perspektivenpapier „Wärmewende im Gebäude zum Erfolg bringen zusammengefasst.
Klimaneutralität, Energiewende und IndustriepolitikRegionalforen
23.10.2023
Die neuen nationalen und europäischen Regelungen zu Verpackungen und Verpackungsentsorgung
Das Fachforum mit Malte Gallée MdEP, Mitglied im Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit des Europäischen Parlaments (Bündnis 90/Die Grünen Deutschland), Dr. Alexander Kronimus von Plastics Europe, Stefan Nowicki von Tetra Pak und Volker Glöckner der ALPLA Group fokussierte sich auf die neuen nationalen und europäischen Entwicklungen im Bereich der Kreislaufwirtschaft, insbesondere Verpackungen und deren Entsorgung. Unter Moderation von Prof. Dr. Henning Wilts vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie diskutierten die Impusgebenden mit den Teilnehmer:innen den Status-Quo des aktuellen, lineren Rohstoffeinsatzes bei Verpackungen und dessen Auswirkungen auf Ressourcen und Ökosysteme weltweit. Dabei zeigten Sie auf, welche Lösungen und Innovationen bereits existieren und welche Herausforderungen noch bestehen, um einen gesamtwirtschaftlichen Rohstoffkreislauf zu erreichen: Während Mehrweg- und Pfandsysteme für manche Branchen und Rohstoffe bereits etabliert sind, bedarf es noch große Steigerungen bei Rezyklateinsätzen. Hier kann eine Mindesteinsatzquote von politischer Seite wirken. Darüber hinaus sollte Suffizienz virginer Materialien an erster Stelle stehen, dies ist jedoch nur durch eine gesteigerte Anzahl geschlossener Materialkreisläufe möglich. Malte Gallée stellte dabei die Rolle von Mehrweg heraus: „Das Konzept „Müll“ ist an sich überholt in einer Welt von begrenzten Rohstoffen. Eine Kreislaufwirtschaft ist notwendig, um unsere Wirtschaft vom Ressourcenverbrauch zu entkoppeln und damit der Klimakrise – und der Verschmutzungskrise – adäquat zu begegnen. Mehrwegquoten spielen eine wichtige Rolle auf dem Weg dorthin, denn Mehrweg wird aus ökologischer und ökonomischer Sicht umso attraktiver, je mehr Infrastruktur dafür aufgebaut ist. Dafür braucht es eine kritische Masse.“   Stefan Nowicki sprach sich für den komplementären Einsatz verschiedener Lösungen aus: „Entscheidend für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft ist nicht die Wiederbefüllbarkeit einer Verpackung, sondern die Wiedervewertbarkeit der eingesetzten Rohstoffe. Wir brauchen eine sinnvolle Co-Existenz aller Verpackungsoptionen. Speziell in Deutschland ist das bewährte Zusammenspiel von Mehrweg- und Einwegsystemen im Markt aus unserer Sicht essenziell, um eine flächendeckende, effiziente und nachhaltige Lebensmittelversorgung zu gewährleisten.“   Volker Glöckner hob vor allem hervor, welche Marktgegebenheiten für eine vollständige Kreislaufwirtschaft bei Verpackungen noch geschaffen werden müssen: „Als einer der weltweit führenden Kunststoffverarbeiter und wachsender Recycler möchten wir unseren Beitrag zum Erreichen des European Green Deal leisten. Hierfür ist es wichtig, dass der Gesetzgeber den Einsatz von Rezyklaten in Kunststoffverpackungen fördern, statt diese pauschal zu benachteiligen. Um die Transformation hin zu einer echten Kreislaufwirtschaft zu ermöglichen, müssen darüber hinaus einheitliche Marktvoraussetzungen für die unterschiedlichen Recyclingtechnologien geschaffen werden. Deswegen darf für die Berechnung des Rezyklatgehaltes aus dem chemischen Recycling (Pyrolyse) ausschließlich der Massebilanzansatz des „rolling average“ herangezogen werden. Dieser entspricht dem „controlled blending“ im mechanischen Recycling und gewährleistet volle Transparenz hinsichtlich des Rezyklatgehaltes von Verpackungen.“
Geoökonomie, Resilienz und Sicherheit