Nutzung digitaler Gesundheitsdaten

17. Juni 2022

Bei unserem Fachforum Digitale Gesundheitswirtschaft am 17. Juni 2022 stand die Nutzung digitaler Gesundheitsdaten im Fokus der Diskussion.

Digitalisierung kann in der Gesundheitsbranche, wenn clever integriert, einen deutlichen Mehrwert für Patient:innen, aber auch Pflegepersonal und Ärzt:innen leisten. Darunter künstliche Intelligenz als Diagnoseunterstützung, die elektronische Patient:innenakte, digitale Sprechstunden und mehr.

Um die vielfältigen Vorteile und Möglichkeiten der Umsetzung zu diskutieren, kamen Kordula Schulz-Asche MdB und pflegepolitische Sprecherin der Grünen im Deutschen Bundestag und diverse Vertreter:innen aus der Branche zusammen.

Einigung bestand über die Chancen, die Digitalisierung in der Gesundheitswirtschaft mit sich bringt.

Dazu Frau Schulz-Asche: „Mit einer leistungsstarken und sicheren digitalen Infrastruktur haben Krankenhäuser und Pflegeheime die Möglichkeit das Patient:innenwohl zu steigern und Kosten zu senken“.

 

Prof. Dr. med. Dr. iur. Christian Dierks, Managing Partner bei Dierks+Company stimmte dem zu, wies jedoch auch auf die Hürden hin, die einer schnellen Umsetzung einer Digitalstrategie im Wege stehen: „Der föderale Flickenteppich bei Datenschutzgesetzen muss dringend harmonisiert werden. Durch ein lernendes Gesundheitssystem mit qualitativ besseren Daten und effizienten Prozessen können wir zusätzlichen Patientennutzen schaffen.“

Zu einem ähnlichen Schluss kam Martin Wisböck, Director Government Affairs bei Brainlab AG:
„[Die Datenschutzlage ist] ein Flickenteppich und bremst die Innovationsfähigkeit und Prozessorientierung vieler Kliniken. Denn durch unterschiedliche Datenschutzregeln in den einzelnen Bundesländern wird die praktische Umsetzung von digitalen Innovationen maßgeblich erschwert.“

 

 

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20.07.2023
Energieversorgung der Industrie in Deutschland
Anlässlich der aktuellen Debatten zu Maßnahmen für eine wettbewerbsfähige Energieversorgung der Industrie in Deutschland lud der GWD Mitgliedsunternehmen aus der energieintensiven Industrie zum Ad-hoc Forum. Die aus der gemeinsamen Arbeit abgeleiteten Handlungsempfehlungen sind im GWD-Standpunkt: „Zukunftsfähige Energieversorgung des Industriestandortes Deutschland“ zusammengefasst. Zentrale Punkte sind: Umsetzung eines zeitlich befristeten Brückenstrompreises Keine Abschaffung des Spitzenausgleichs bei Strom- und Energiesteuern Zukunftsfähige Anpassung des CO2-Preise Der Vorsitzende des GWD, Dr. Thomas Gambke, erläutert die Hintergründe: „Die zu erwartende Entwicklung der Energiepreise in den unterschiedlichen globalen Regionen wird eine ähnlich fundamentale Veränderung von Wertschöpfungsketten nach sich ziehen wie die hohen Unterschiede in den Lohnkosten vor rund 50 Jahren. Auf lange Sicht wird es kaum zu vermeiden sein, dass sich auch die Wertschöpfungsketten von energieintensiven Prozessen an primären Energiekosten orientieren werden. Die Problematik ergibt sich daraus, dass die Verfügbarkeit und die Kosten von erneuerbaren Energien bzw. daraus hergestellte flüssige und gasförmige Energieträger heute kaum seriös bestimmbar sind. Gleichzeitig können wichtige Marktregularien wie der CO2 Preis zumindest mittelfristig – also innert der nächsten rund 25 Jahre – nicht global ohne deutliche Wettbewerbsungleichheiten umgesetzt werden. In diesem Zusammenhang ist es zwingend notwendig, für eine Übergangszeit einen berechenbaren Rahmen für die Verfügbarkeit von Energie in Menge und Preis zu haben, um Investitionssicherheit für die nachhaltige Transformation der deutschen Industrie zu schaffen.“ Mirco Wolf Wiegert, geschäftsführender Gesellschafter der fritz-kulturgüter GmbH, liefert ein anschauliches Beispiel: „Wir bieten unsere Produkte fast ausschließlich in Glas-Mehrwegverpackungen an. Die aktuellen Glaspreise haben sich für uns verdreifacht. Ein Import von Glasverpackungen aus Übersee wird aufgrund von Frachtkosten und des hohen CO2 Ausstoßes nicht funktionierten. Wenn wir in Mitteleuropa keine Glasverpackungen mehr beziehen können, bedeutet dies das Ende des Glasmehrweges und der Übergang zum 100% Einwegverpackungen.“ Zum Arbeitsfeld Energie
Klimaneutralität, Energiewende und Industriepolitik
06.06.2024
Verschmelzung von Wirtschafts- und Sicherheitspolitik
Das Konzept der Economic Security wird zunehmend als integraler Bestandteil von Sicherheitspolitik betrachtet, denn vermehrt nutzen autoritäre Staaten wie z.B. China wirtschaftliche Abhängigkeiten, um Druck in zahlreichen internationalen Politik- und Wirtschaftsbereichen auszuüben. Wie ist darauf auf deutscher und EU-Ebene zu reagieren, welche Ansätze gibt es bereits und was kann noch kommen? Um dieses kontroverse Thema näher zu beleuchten, haben wir zum GreenTeaTimeTalk Economic Security: Verschmelzung von Wirtschafts- und Sicherheitspolitik eingeladen und als Podiumsgäste Reinhard Bütikofer MdEP, Fraktion Grüne/EFA, und Prof. Dr. Moritz Schularick, Präsident des Kiel Instituts für Weltwirtschaft, begrüßt. Moderiert wurde der GreenTeaTimeTalk von Gabriele C. Klug, 2. Vorsitzende des GWD. Die Impulsvorträge sowie die anschließende Diskussion machten deutlich, dass es bei der „neuen Weltwirtschaftsordnung“ vor allem um die Rolle Chinas geht: eine Großmacht, die nicht an dem bisherigen regelbasierten System interessiert ist und gleichzeitig in vielen Bereichen eine globale Marktführerschaft hat. Die Bedeutung von „De-risking“ wurde hervorgehoben, jedoch gleichzeitig festgestellt, dass die deutsche und europäische Politik zu zaghaft bei der Umsetzung dieses Konzepts vorgeht. Reinhard BUTIKOFER in the EP in Brussels Bütikofer äußerte sich in diesem Rahmen u.a. zur Diversifizierung von Lieferketten: „Um die Abhängigkeit von China zu reduzieren, müssen gemeinsam mit Partnerländern neue Wertschöpfungsketten aufgebaut werden. Dafür braucht es unter anderem Abnahmeverpflichtungen seitens deutscher und europäischer Unternehmen. Das wirtschaftliche Interesse des einzelnen Unternehmens ist hier jedoch oft ein anderes, vor allem da Sicherheitsrisiken bisher nicht als Kosten internalisiert werden. Daher braucht es eine stärkere Verschränkung von Handels- und Außenpolitik. Dabei kann es keine „one size fits all“-Lösung geben und es muss klar priorisiert werden, welche Industrien wirklich sicherheitsrelevant sind.“
Geoökonomie, Resilienz und Sicherheit
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Werbeverbot ungesunder Lebensmittel für Kinder und Jugendliche
In Fortsetzung des GWD-Fachforums Ernährungswirtschaft haben wir gemeinsam mit einer hochrangigen Runde aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft über das Gesetzesvorhaben zu klaren Vorgaben für an Kinder gerichteter Lebensmittelwerbung diskutiert. Aus der Politik durften wir uns dabei auf einen Impuls von Rita Hagl-Kehl MdB, zuständige Berichterstatterin für das geplante Werbeverbot der SPD-Fraktion, freuen. Aus der Wissenschaft begleitete ein Impuls von Prof. Dr. Pablo Steinberg, Präsident des Max-Rubner-Instituts, Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel, die Veranstaltung. Unter Moderation von Christian Forster, Programmleiter des Grünen Wirtschaftsdialogs, wurde deutlich, dass keine generalisierenden Aussagen über die Effektivität von bisherigen Selbstregulierungen möglich ist, da viele Faktoren die Gesundheit von Kindern beeinflussen. So spielen Einflüsse der Eltern, insbesondere der Mütter, bereits während der Schwangerschaft wie auch in der Stillzeit eine wichtige Rolle. Einigkeit herrschte darüber, dass die Folgekosten ungesunder Ernährung für die Krankenkassen, aber auch die wirtschaftliche Produktivität enorm sind und vermieden werden sollten. Als wichtigste Stellschraube im gesamtgesellschaftlichen Kontext wurde hier die Bildung als Faktor für eine gesunde Lebensweise eruiert. Dennoch möchte die Bundesregierung keine generelle „Erziehung“ der Bevölkerung vornehmen, sondern lediglich ein etwaiges Werbeverbot für spezifische Werbung für Kinder und Jugendliche durchsetzen. Fraglich ist nun, wie eine umfänglich geltende Definition von „kindertypischen Inhalten“ lauten kann. Prof. Dr. Pablo Steinberg erklärt wann der Grundstein für Kinderernährung gelegt wird: „Ernährungsmuster entwickeln sich in den ersten Lebensjahren des Kindes und beeinflussen spätere Ernährungsmuster. Präventive Interventionen zur Verbesserung der Ernährungsqualität sollten sich insbesondere auf die frühe Kindheit konzentrieren.“
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