Europa als Wirtschaftsmacht – Was braucht die EU, um im globalen Systemwettbewerb zu bestehen?

1. Oktober 2026 | 14:00 – 15:30 Uhr

mit Christoph Wolfrum, Leiter der Abteilung EU-Politik und Geoökonomie im Auswärtigen Amt

Europa steht vor einer doppelten Herausforderung: Nach innen braucht es einen handlungsfähigen Binnenmarkt, entschlackte Regulierung und strategische Investitionsfähigkeit. Nach außen muss es sich als wirtschaftspolitischer Akteur in einem zunehmend fragmentierten globalen Umfeld behaupten, ohne sich abzuschotten. Wie beides gelingt und was das für Unternehmen konkret bedeutet, ist die zentrale Frage eines Austauschs zwischen unseren Mitgliedern und Christoph Wolfrum, Leiter der Abteilung EU-Politik und Geoökonomie im Auswärtigen Amt.

Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem folgende Fragen:

Hinweis: Die Veranstaltung ist nicht öffentlich und unseren Mitgliedern vorbehalten. Eine Teilnahme von Nichtmitgliedern ist im Einzelfall jedoch möglich. Wenden Sie sich dazu gerne per E-Mail an uns!

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24.04.2024
Klimaneutrale Schifffahrt
Mit knapp über drei Prozent aller Emissionen weltweit stößt der internationale Seeverkehr mehr CO2 aus als ganz Deutschland. Diese Emissionen haben sich laut der Europäischen Umweltagentur in den letzten zwei Jahrzehnten um etwa 32 Prozent erhöht. In Anbetracht dieser Tatsache haben internationale Gremien wie die UN-Schifffahrtsorganisation IMO erste Klimaziele festgelegt. Auf dem Weg der Umsetzung liegen jedoch zahlreiche Herausforderungen. Im Rahmen des Fachforums haben wir uns daher im gemeinsamen Austausch mit Dieter Janecek MdB, Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft und Tourismus, und Jürgen Gerdes, Managing Director bei MES, den verschiedenen Fragen im Zusammenhang mit einer klimaneutralen Schifffahrt gewidmet. Dabei wurde den Teilnehmenden eine Vielzahl nachhaltiger Innovationen beleuchtet, welche großes Potenzial für enorme CO2-Einsparungen in der Schifffahrt mit sich bringen. Darunter bereits auf dem Markt verfügbare Lösungen wie ein an hydrodynamische Effekte angepasste Bauweise, die Nutzung von Biofuels und der Einbau von Filtersystemen. Diese könnten ab sofort eingesetzt werden und somit zur Transformation der Branche beitragen. Gleichzeitig wurden aber auch sich noch in der Entwicklung befindende Technologien wie elektrische Antriebe, sowie Carbon Management Systeme, welche direkt auf dem Schiff installiert werden, vorgestellt. Darüber hinaus standen auch politische Rahmenbedingungen sowie die Förderlandschaft und Beschaffung der finanziellen Mittel für die Transformation im Fokus der Diskussion. Gerdes ging in seinem Impulsvortrag detailliert auf CO2-einsparende Technologien ein: „Um die Umweltauswirkungen der Schifffahrt zu senken, gibt es bereits heute nicht nur verfügbare Technologien & Lösungen für z.B. die verbesserte Anpassung an hydrodynamische Effekte oder die Reduzierung des Stromverbrauchs; aber auch kohlenstoffarme Betriebsmittel wie Biofuels. Eine weitere wichtige Möglichkeit zur Emissionsminderung könnte zukünftig der Einsatz von on-board Filtersystemen darstellen, bei denen CO2 direkt aus dem Abgas gefiltert, an Bord zwischengespeichert und für die Weiternutzung an Land verfügbar gemacht wird.“  
Klimaneutralität, Energiewende und Industriepolitik
30.01.2025
Biotechnologie
Die Biotechnologie gilt als Schlüsselbranche für die nachhaltige Transformation unserer Wirtschaft. Insbesondere in Rheinland-Pfalz bietet diese Zukunftsindustrie enormes Potenzial, um innovative Lösungen für Gesundheit, Umwelt und Landwirtschaft zu entwickeln und gleichzeitig wirtschaftliches Wachstum zu fördern. Aktuell gibt es landesweit 500 Forschungsprojekte mit Biotech-Bezug, und Rheinland-Pfalz ist mit 13,6 Patenten pro einer Million Einwohner deutscher Spitzenreiter. In diesem Zusammenhang wollen wir im Regionalforum über die Chancen, Herausforderungen und Rahmenbedingungen für die Biotech-Branche in der Region mit Natalie Cramme-Hill, Landesvorsitzende der Grünen Rheinland-Pfalz, Thorsten Becherer, Direktkandidat zur Bundestagswahl, Bündnis 90/Die Grünen Mainz, Julian Joswig, Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Wirtschaft & Finanzen Rheinland- Pfalz und Bundestagswahlkandidat Bündnis 90/Die Grünen, sowie weiteren politischen Entscheider:innen und Unternehmen aus der Biotechnologiebranche sprechen. Moderiert wird der Austausch von Gabriele C. Klug, Co-Vorstandsvorsitzende der Wirtschaftsvereinigung der Grünen.
Innovation, Digitalisierung und TechnologieRegionalforen
13.05.2022
Roundtable Kreislaufwirtschaft – Perspektiven und Instrumente für eine nachhaltige Bauwirtschaft
Die Treibhausgasemissionen aus der Materialgewinnung, der Herstellung von Bauprodukten, dem Bau und der Renovierung von Gebäuden werden auf 5-12 % der gesamten nationalen Treibhausgasemissionen geschätzt. Durch eine höhere Materialeffizienz könnten 80 % dieser Emissionen eingespart werden – so lautet die Einschätzung der EU im Circular Economy Plan vom März 2020. Die Diskussion in und mit der Bauwirtschaft um Modelle, Strategien und Maßnahmen zur Senkung der CO2-Emissionen hat seither an Fahrt aufgenommen – ein neues Verständnis vom Gebäude als Rohstoffquelle gewinnt an Kontur. Mit dem Roundtable will der GWD diesen Diskurs vorantreiben.In der Auftaktveranstaltung am 13. Mai in Wuppertal, diskutierten die Teilnehmer:innen aus Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam mit Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal, und Hanna Steinmüller MdB, Mitglied im Ausschuss für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen im Deutschen Bundestag, u. a. folgende Fragen: Wie wird aus dem „Triple-Zero-Prinzip“ (zero emissions, zero energy, zero waste) eine konkrete Perspektive für den Gebäudesektor? Welche Instrumente benötigt eine nachhaltige Bauwirtschaft, und welche Erfahrungen gibt es mit bestehenden wie z.B. Urban Mining Index, Zirkularitätsrate oder Ressourcenpass? Welche Rolle spielen Materialdatenbank und Standardisierung? Welche Eckpunkte muss ein den Erfordernissen angepasstes Geschäftsmodell berücksichtigen? Und schließlich: Welche Rahmenbedingungen werden für eine planungssichere Umsetzung benötigt? Teilnehmer:innen-Stimmen: „Kommunen spielen bei der Kreislaufwirtschaft unter dem Aspekt Baustoffe eine zentrale Rolle. Zum einen, weil sie selbst als Bauherrinnen auftreten und hier einen wichtigen Beitrag zur Ausrichtung auf eine zirkuläre Wirtschaft leisten können. Zum andern, weil sie in den administrativen Ebenen diejenigen sind, die unmittelbar und praxisnah sowohl in der politischen Diskussion als auch in der gesellschaftlichen Akzeptanz durch vorbildliche Performance wirken können. Wir in Wuppertal haben zudem den besonderen Vorteil, mit „Circular Valley“ eine Initiative und einen Accelerator für die Zukunftsaufgabe Kreislaufwirtschaft zu haben.“ Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Oberbürgermeister Wuppertal, Bündnis 90/Die Grünen „Mir ist als Wohnungspolitikerin wichtig, die ökologische und die soziale Perspektive im Wohnungsbau gleichermaßen mitzudenken. Steigende Baukosten führen auch zu steigenden Mietkosten und damit zu sozialen Problemen. Mit der Kreislaufwirtschaft im Gebäudebereich können wir gleich zwei Herausforderungen angehen: Ressourcen schonen und Kosten für Mieter*innen sparen.“ Hanna Steinmüller MdB, Bündnis 90/Die Grünen „Wir müssen JETZT mit der Ressourcenwende im Bauwesen beginnen, indem wir Bauteile und Materialien aus der urbanen Mine wiederverwenden oder hochwertig verwerten. Hierfür müssen Regularien vereinfacht werden. Ein Re-Use könnte schon heute gefördert werden, in dem Gutachter für die Freigabe von gebrauchten Bauteilen aus öffentlichen Mitteln finanziert werden.“ Prof. Dr.-Ing. Architektin Anja Rosen, Honorarprofessorin für zirkuläres Bauen, Bergische Universität Wuppertal