EU-Mercosur Association Agreement – Navigating Economic Opportunities and Climate Challenges

20. September 2023

Am 20. September trafen in der GWD-Repräsentanz Seine Exzellenz, der Botschafter von Brasilien, Roberto Jaguaribe, und Dr. Anton Hofreiter MdB, Vorsitzender des Ausschusses für Angelegenheiten der Europäischen Union im Bundestag, im Rahmen einer Global Perspectives-Diskussionsrunde zum Thema „EU-Mercosur Association Agreement...

Am 20. September trafen in der GWD-Repräsentanz Seine Exzellenz, der Botschafter von Brasilien, Roberto Jaguaribe, und Dr. Anton Hofreiter MdB, Vorsitzender des Ausschusses für Angelegenheiten der Europäischen Union im Bundestag, im Rahmen einer Global Perspectives-Diskussionsrunde zum Thema „EU-Mercosur Association Agreement: Navigating Economic Opportunities and Climate Challenges“ aufeinander. Beide betonten die positiven Auswirkungen, die ein Abschluss des Abkommens für Menschen und Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks haben würde, und freuten sich über die engen deutsch-brasilianische Kooperationen auf Regierungsebene, die durch die Verhandlungen entstanden waren. Botschafter Jaguaribe sah das EU-Mercosur-Abkommen als große Chance für Brasilien, eine nachhaltige Wirtschaft aufzubauen, um die Entwaldung des Regenwalds finanziell unrentabel zu machen und gleichzeitig Wohlstand in die Amazonas-Gebiete zu bringen.  

Dr. Hofreiter stellte allerdings auch klar, dass das Abkommen nur erfolgreich wäre, wenn es auf die richtige Art und Weise umgesetzt wird. Die bedeute, dass einige viel diskutierte Problempunkte wie der Einsatz von Pestiziden oder die Rechte von Indigenen im Amazonas beim Abschluss des Abkommens mitgedacht würden. Die Bedenken der Zivilgesellschaft in der EU und im Mercosur-Raum müssten beachtet und ernst genommen werden, um alle von den Vorteilen einer EU-Mercosur-Freihandelszone zu überzeugen.  

 

Außerdem betonte Seine Exzellenz, der Botschafter von Brasilien, Roberto Jaguaribe die Vorteile des Abkommens für beide Wirtschaftsregionen:

„Das Assoziierungsabkommen zwischen dem Mercosur und der Europäischen Union ist eine einzigartige Gelegenheit, die Beziehungen zwischen unseren beiden Regionen wieder auf eine breitere Basis zu stellen und einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zu einem Zyklus des Wirtschaftswachstums auf der Grundlage eines gemeinsamen Engagements für soziale und ökologische Nachhaltigkeit zu machen.“

Weitere Veranstaltungen

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28.11.2022
Fachforum Altersvorsorge: Die Weiterentwicklung des Drei-Säulen-Systems der Alterssicherung – mit Markus Kurth MdB
Das Fachforum Altersvorsorge hat sich der Zukunft und Weiterentwicklung des Alterssicherungssystems in Deutschland verschrieben, welches sich aufgrund des demografischen Wandels mit grundlegenden Herausforderungen konfrontiert sieht. Auf der hybriden Sitzung wurden konkrete Handlungsempfehlungen für eine Reform der Altersvorsorge diskutiert, insbesondere, auf welche Weise ein Ausbau der privaten Rentenversicherung zum Erhalt des Lebensstandards im Rentenalter beitragen kann. Moderiert wurde die Veranstaltung von Sebastian Frevel. Dr. Karin Becker, Managementberaterin Wirtschaft, R+V Allgemeine Versicherung, ging in der Diskussion auf die Hindernisse ein, welche auf die betriebliche AV aktuell und zukünftig zukommen: „Die Rentenpolitik muss im Kontext des realen Arbeitsmarktes gesehen werden. Das aktuelle System der betrieblichen Altersvorsorge geht von Erwerbsbiographien aus, die es so künftig kaum noch geben wird. Außerdem braucht es valide Alternativen für jene Personen, die sich nicht in einem Beschäftigungsverhältnis befinden.“ Markus Kurth MdB, Mitglied des Haushaltsausschusses sowie des Ausschusses für Arbeit und Soziales des Deutschen Bundestags, betonte, dass der Aspekt der Nachhaltigkeit bei der Reform der Alterssicherung berücksichtigt werden muss: „Es ist aus grüner Sicht irritierend, dass im Rahmen der durch das BMF eingesetzten „Fokusgruppe private Altersvorsorge“, welche zur Aufgabe hat, die Möglichkeit eines öffentlich verwalteten Fonds zu prüfen, keine Prüfung nachhaltiger Anlagekriterien vorgesehen ist.“
30.01.2024
Dekarbonisierung des Güterverkehrs I: Straßengüterverkehr
Im Fachforum Mobilität legt der GWD im Jahr 2024 einen Schwerpunkt auf das Thema Warengüterverkehr. Der Verkehrssektor ist neben dem Gebäudesektor der größte CO2-Emittent in der Bundesrepublik. Die Reihe von Dialogveranstaltungen wurde am 30. Januar mit dem Thema Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs eröffnet. In dem Zusammenhang durften wir Matthias Gastel MdB, Bündnis 90/Die Grünen und Mitglied im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie bahnpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, neben einer ganzen Reihe von Vertreterinnen und Vertretern aus der Wirtschaft begrüßen. Gastel eröffnete mit einem Impulsvortrag, in dem er den Rahmen der Diskussion mit Blick auf die Gesamtmaterie umriss: LKW, also der Straßengüterverkehr, machen zur Zeit rund 75% des Gesamttransportwesens aus; diese Quote kann sinken, dennoch werden LKW auch später nicht verzichtbar sein. Es muss also über neue Technologien und Infrastrukturen nachgedacht werden, um den unvermeidbaren LKW-Verkehr klimafreundlicher zu gestalten. Einiges muss auf Schiene und Wasserstraßen verlagert werden, was auch effizienter und in Zeiten des Arbeitskräftemangels ohnehin unverzichtbar ist. Für den Straßengüterverkehr müssen aber parallel alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um ihn möglichst klimaneutral, gleichzeitig aber auch wirtschaftlich halten zu können. Er selber sieht die Lösung vor allem in der Elektrifizierung, in der Debatte wurden aber auch andere Antriebsarten und dazugehörige Themen, insbesondere der Infrastruktur besprochen. Foto: Stefan Kaminski Matthias Gastel MdB, Mitglied im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie bahnpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen: „Der Güterverkehr ist einer der großen CO2-Emmitenten in Deutschland. Der Hebel zur dringend notwendigen Dekarbonisierung liegt in der Verlagerung eines größeren Anteils des Güterverkehrs von der Straße auf die umweltfreundlichere und energieeffiziente Schiene. Um dieses Ziel zu erreichen, muss die Politik die Wettbewerbsbedingungen zwischen Schiene und Straße weiter angleichen und den Ausbau der Eisenbahninfrastruktur verlässlich vorantreiben. Für einen elektrifizierten Straßengüterverkehr, der den Schienenverkehr sinnvoll ergänzt, benötigt es einen Hochlauf der E-Ladeinfrastruktur und die Förderung von Umschlaganlagen, die multimodale Transportketten ermöglichen.“ So kreiste die Diskussion auch um das Thema Wasserstoff für Verkehr in Konkurrenz zur Produzierenden Industrie, Hochöfen und Chemie, um Biokraftstoffe aus Abfall, um Anschaffungskosten bei klimafreundlichen Neufahrzeugen (Elektrisch oder mit Brennstoffzelle immerhin bis zu dreimal teurer als herkömmliche Verbrennermodelle), oder um die benötigten Hochspannungsnetze für Ladeparks. Auch die Frage des Autonomen Fahrens im Warengüterverkehr wurde besprochen, unter anderem unter dem Aspekt, wo ein solcher Einsatz in Europa sinnvoll wäre. Die Reihe zum Warengüterverkehr wird demnächst fortgesetzt mit Veranstaltungen zu den Themen Schienengüterverkehr, klimaneutrale Schifffahrt, Sustainable Aviation Fuels (SAF), u.a.  
Klimaneutralität, Energiewende und Industriepolitik
04.07.2022
GreenTeaTimeTalk – Neuorientierung in der Außenwirtschaft
Nach über zwei Jahren pandemiebedingter Pause konnte am 4. Juli endlich unser zweiter GreenTeaTimeTalk mit dem Titel “Ein Handels- und Finanzsystem jenseits der WTO? Zur Neuorientierung in der Außenwirtschaft” stattfinden. Wir haben zum Panel-Talk eingeladen, um die Herausforderungen, die dieses hochaktuelle Thema mit sich bringt, von verschiedenen Seiten zu beleuchten. Gleichzeitig ist es unser Ziel gewesen, Wege aufzuzeigen, wie ein resilientes internationales Handels- und Finanzsystem im Angesicht der aktuellen, aber auch zukünftigen Krisensituationen ausgestaltet werden kann. Als Panelist:innen konnten wir Stormy-Annika Mildner, Reinhard Bütikofer und Jörg Asmussen gewinnen. Im Fokus standen dabei außerdem mehrfach die Chancen und Möglichkeiten eines Plurilateralismus: Dieser beschreibt den Schluss von zwischenstaatlichen Abkommen mit diversen Partnerstaaten – diese Diversifizierung des Handels vermeidet einseitige Abhängigkeiten und verringert Klumpen-Risiken. Auch die enge Verflechtung zwischen Handels- und Finanzsystemen wurde zum Thema. Dr. Stormy-Annika Mildner Dazu Dr. Stormy-Annika Mildner: „Handel hat über Jahrzehnte zu mehr Wirtschaftswachstum, Wohlstand und Arbeitsplätzen beigetragen – in der EU und weltweit. Zu hohe Abhängigkeiten von einzelnen Ländern und Produzenten ist jedoch gefährlich. Dies gilt umso mehr in einem sich gewandelten geopolitischen Umfeld. Unternehmen und Regierungen tragen gemeinsam Verantwortung, resiliente Handelsbeziehungen aufzubauen. Dabei sollten alle Instrumente der EU-Handelspolitik zum Einsatz kommen: Unilaterale, bilaterale und multilaterale.“     Jörg Asmussen Auf Letztere wies auch Jörg Asmussen hin: „Durch die aktuelle Krisensituation mit steigenden Preisen für Nahrungsmittel und Energie wird die enge Verwebung von Handels- und Finanzsystemen deutlich. Sehen wir uns die internationale Verwendung von Währungen im Handel an, wird klar, dass der US-Dollar mit 66% weiterhin das dominante Zahlungsmittel im globalen Handel ist. Der Euro ist mit knapp 25 Prozent die zweitwichtigste Währung. Auf den japanischen Yen entfallen knapp 9 Prozent und auf den chinesischen Renminbi 2 Prozent. Während der Handel sich global fragmentiert und die Rolle großer Schwellenländer deutlich zugenommen hat, ist das „Bezahlsystem“ klar US-Dollar dominiert, mit Zuwächsen für die europäische Gemeinschaftswährung.“   Reinhard Bütikofer Reinhard Bütikofer zeigte die Relevanz der politischen Dimension beim Abschluss internationaler Handelsabkomen auf: „Wir befinden uns in einer Umbruchsituation, in der allein ökonomische Gesichtspunkte bei dem Abschluss von Handelsabkommen nicht mehr ausreichend sind. Staat und Unternehmen müssen dem Primat der Politik zur Geltung verhelfen, um gemeinsam Verantwortung in der globalen Krise zu übernehmen.“     Über die Panelist:innen: Dr. Stormy-Annika Mildner – Direktorin des Aspen Institute Deutschland Jörg Asmussen – geschäftsführendes Präsidiumsmitglied und Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV) Reinhard Bütikofer – MdEP (Grüne/EFA), Mitglied im Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten (AFET), außenpolitischer Sprecher der Grünen/EFA; stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Internationalen Handel (INTA); Vorsitzender der Delegation des EP für die Beziehungen mit der Volksrepublik China