Erwerbsmigration 2024: Rahmen und Umsetzung

14. Mai 2024

mit Misbah Khan MdB: Basierend auf unserem vergangenen Fachforum zum Thema Erwerbsmigration Ende 2022 evaluierten wir gemeinsam mit Vertreter:innen aus der Wirtschaft, Wissenschaft und Politik die Fachkräfteeinwanderungsstrategie. Dabei wurden im Rahmen eines Impulsvortrages von Dr. Tanja Fendel, Mitarbeiterin im Forschungsbereich „Migration, Integration und Internationale Arbeitsmarktforschung“ am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, vergleichende Daten vorgestellt,...

Basierend auf unserem vergangenen Fachforum zum Thema Erwerbsmigration Ende 2022 evaluierten wir gemeinsam mit Vertreter:innen aus der Wirtschaft, Wissenschaft und Politik die Fachkräfteeinwanderungsstrategie. Dabei wurden im Rahmen eines Impulsvortrages von Dr. Tanja Fendel, Mitarbeiterin im Forschungsbereich „Migration, Integration und Internationale Arbeitsmarktforschung“ am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, vergleichende Daten vorgestellt, die seit Einführung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes erhoben wurden.

Die Daten zeigen, dass 40% aller Unternehmen im Jahr 2023 vom Fachkräftemangel betroffen sind¹. Oftmals ist auch das Fehlen qualifizierter Arbeitskräfte ein Grund für die Schließung von Betrieben. Während für Einwandernde Deutschland attraktiv bezüglich Einkommen, wirtschaftlicher und menschenrechtlicher Lage ist, stehen viele Migrierende jedoch vor einigen Hürden. So sind viele Eingewanderte unzufrieden mit der deutschen Bürokratie sowie dem Familiennachzug und ca. die Hälfte aller Migrant:innen haben bereits Diskriminierungserfahrungen gemacht. Um die Fachkräfteeinwanderung in Deutschland zu erhöhen, bedarf es daher einigen Maßnahmen.

Misbah Khan MdB, Bündnis 90/Die Grünen und Mitglied im Ausschuss für Inneres und Heimat, stellte einige Gesetzesänderungen und Instrumente vor, mit denen auch in Zukunft eine qualifizierte Zuwanderung von Fachkräften sichergestellt und positive Signale gegen rechtsextreme Tendenzen gesetzt werden können. Sie hob dabei die Bedeutung einer höheren Migration nach Deutschland hervor:

„Es braucht eine neue Art wie wir in Deutschland über Migration reden, denn die Brisanz des Arbeitskräftemangels wurde noch nicht verstanden. In vielen Debatten geht es um die Angst vor Einwanderung ins Sozialsystem. Dabei wird vergessen, dass es Migration braucht, damit Arbeitsplätze besetzt und so in die Sozialkassen eingezahlt werden kann. Nur dann kann Deutschland als Sozialstaat langfristig für eine hohe Lebensqualität für alle Bürger:innen sorgen.“

Moderiert wurde die Veranstaltung von Caroline Wittmann Projektreferentin „Unternehmen Berufsanerkennung“ der DIHK Service GmbH.

¹KfW-ifo-Fachkräftebarometer 2023

Weitere Veranstaltungen

Alle Veranstaltungen
10.12.2024
Rentenpolitik: Status quo und Zukunft
Das deutsche Rentensystem steht vor großen Herausforderungen. Aktuell basiert es auf dem Umlageverfahren, welches zunehmend unter Druck gerät. Der demografische Wandel verschärft die Situation: Eine alternde Gesellschaft und niedrige Geburtenraten führen dazu, dass immer weniger Beitragszahlende für immer mehr Rentner aufkommen müssen. Zusätzlich steht der Rentenkasse mit dem Eintritt der geburtenstarken „Babyboomer-Generation“ in den Ruhestand ab 2025 eine weitere Belastungsprobe bevor. Zur Bewältigung dieser Herausforderungen werden verschiedene Ansätze diskutiert. Diese reichen von einer Anhebung des Renteneintrittsalters über die Einführung eines Generationenkapitals als zusätzliche Finanzierungsquelle bis hin zu einer Erhöhung der Bundeszuschüsse. Auch eine Vereinfachung des Rentensystems und langfriste Reformstrategien stehen zur Debatte. In unserer Veranstaltung möchten wir uns mit Markus Kurth MdB, Berichterstatter für Rentenpolitik der Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion, sowie Prof. Dr. Marcel Fratzscher, Präsident des DIW, über den Status quo, die aktuellen Herausforderungen und die Zukunft des deutschen Rentensystems austauschen.  
Arbeitsmarkt und Demografie
29.03.2023
Vortragsabend mit Michael Scharfschwerdt
In Kooperation mit der Plattform für Europäische Sicherheitspolitik lud der GWD am 29. März zum Vortragsabend mit Michael Scharfschwerdt, Leiter des Planungsstabs im Auswärtigen Amt, zum Thema „Die nationale Sicherheitsstrategie Deutschlands“ in der österreichischen Botschaft. Ein Kernpunkt in Scharfschwerdts Vortrag war das neue Verständnis von Sicherheitspolitik: “Die deutsche Sicherheitspolitik ist mehr als Militär und Diplomatie. Die Nationale Sicherheitsstrategie wird daher einem integrierten Sicherheitsansatz folgen, denn nur mit umfassenden Antworten können wir den komplexen Risiken unserer Zeit erfolgreich begegnen.“
Geoökonomie, Resilienz und Sicherheit
22.06.2021
Gestaltung des Pharma- und Biotechnologiestandortes Deutschland in Europa
Am 22. Juni haben sich ​Spitzenvertreter:innen der Pharmaindustrie und Biotechnologie mit Grünen Politiker:innen ​von Landes-, Bundes- und EU-Ebene in einem ersten Dialog zu den Standortvorteilen und -schwierigkeiten in Deutschland und Europa ausgetauscht. Begleitende Leitfragen bei der Veranstaltung waren: Wie schaffen wir es, in Zukunft der Pharma- und Biotechnologiebranche einen höheren Wert beizumessen, welche Erfahrungen können wir aus der Pandemie ziehen und welche Grundvoraussetzungen sollten für einen innovationsfreundlichen Entwicklungsraum in Deutschland und Europa geschaffen werden? Wo liegt die soziale Verantwortung der Pharmabranche und sollte diese durch die Aufhebung des Patentschutzes kontrolliert werden? Wie bekommen wir alle Ressorts zielbringend an einen Tisch, um Zulassungsverfahren zu beschleunigen und Hürden sukzessive abzubauen? Weitere Informationen im Newsletter 07/2021.