Energieversorgung der Industrie in Deutschland

20. Juli 2023

mit Anlässlich der aktuellen Debatten zu Maßnahmen für eine wettbewerbsfähige Energieversorgung der Industrie in Deutschland lud der GWD Mitgliedsunternehmen aus der energieintensiven Industrie zum Ad-hoc Forum.

Anlässlich der aktuellen Debatten zu Maßnahmen für eine wettbewerbsfähige Energieversorgung der Industrie in Deutschland lud der GWD Mitgliedsunternehmen aus der energieintensiven Industrie zum Ad-hoc Forum. Die aus der gemeinsamen Arbeit abgeleiteten Handlungsempfehlungen sind im GWD-Standpunkt: „Zukunftsfähige Energieversorgung des Industriestandortes Deutschland“ zusammengefasst.

Zentrale Punkte sind:

Der Vorsitzende des GWD, Dr. Thomas Gambke, erläutert die Hintergründe:

„Die zu erwartende Entwicklung der Energiepreise in den unterschiedlichen globalen Regionen wird eine ähnlich fundamentale Veränderung von Wertschöpfungsketten nach sich ziehen wie die hohen Unterschiede in den Lohnkosten vor rund 50 Jahren. Auf lange Sicht wird es kaum zu vermeiden sein, dass sich auch die Wertschöpfungsketten von energieintensiven Prozessen an primären Energiekosten orientieren werden. Die Problematik ergibt sich daraus, dass die Verfügbarkeit und die Kosten von erneuerbaren Energien bzw. daraus hergestellte flüssige und gasförmige Energieträger heute kaum seriös bestimmbar sind. Gleichzeitig können wichtige Marktregularien wie der CO2 Preis zumindest mittelfristig – also innert der nächsten rund 25 Jahre – nicht global ohne deutliche Wettbewerbsungleichheiten umgesetzt werden. In diesem Zusammenhang ist es zwingend notwendig, für eine Übergangszeit einen berechenbaren Rahmen für die Verfügbarkeit von Energie in Menge und Preis zu haben, um Investitionssicherheit für die nachhaltige Transformation der deutschen Industrie zu schaffen.“

Mirco Wolf Wiegert, geschäftsführender Gesellschafter der fritz-kulturgüter GmbH, liefert ein anschauliches Beispiel:

„Wir bieten unsere Produkte fast ausschließlich in Glas-Mehrwegverpackungen an. Die aktuellen Glaspreise haben sich für uns verdreifacht. Ein Import von Glasverpackungen aus Übersee wird aufgrund von Frachtkosten und des hohen CO2 Ausstoßes nicht funktionierten. Wenn wir in Mitteleuropa keine Glasverpackungen mehr beziehen können, bedeutet dies das Ende des Glasmehrweges und der Übergang zum 100% Einwegverpackungen.“

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16.02.2023
FF Digitale Landwirtschaft: Potentiale nutzen – Risiken minimieren
Nachdem der GWD sich in den vergangenen Monaten intensiv mit dem Thema Landwirtschaft und Ernährung beschäftigt hat (das daraus entstandene Positionspapier wird in den kommenden Wochen veröffentlicht), richtete sich der Fokus nun auf die Frage der Digitalisierung in der Landwirtschaft. Zusammen mit Gisela Sengl MdL, Stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für Landwirtschaft und Ernährung von Bündnis 90/Die Grünen im Bayerischen Landtag, und Dr. Markus Gandorfer, Leiter der Projektgruppe Digitalisierung an der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft diskutierten am 16. Februar im bayrischen Landshut Unternehmensvertreter:innen sowie Agrarexpert:innen zu verschiedenen Leitfragen wie: Welche Folgen hat die digitale Transformation für die Landwirtschaft und die Agrarbranche? Wie können Landwirt:innen, Umwelt und Verbraucher:innen gleichermaßen einen Nutzen aus den Möglichkeiten ziehen? Und was ist nötig, um Vorbehalte abzubauen? Dazu verweisen wir auch gerne auf die Berichterstattung in den Landshuter Nachrichten.
Geoökonomie, Resilienz und Sicherheit
19.10.2023
Ein Jahr deutsches Lieferkettengesetz – Auswirkungen, Fortschritte, Unsicherheiten?
Beim Fachforum zum Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz mit Max Lucks MdB, Obmann im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Dr. Melanie Müller, Leiterin des Forschungsnetzwerks Nachhaltige Globale Lieferketten bei der Stiftung Wissenschaft und Politik, sowie Cornelia Heydenreich, Bereichsleiterin Unternehmensverantwortung bei Germanwatch e.V., wurde eine Bilanz nach einem Jahr deutsches Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz gezogen und erste Erkentnnisse diskutiert. Sowohl Deutschlands Verantwortung für Menschenrechtsverletzungen, als auch positive Effekte des Gesetztes für in Deutschland und Europa ansässige Unternehmen wurden dabei genannt. Denn gerade in Zeiten mutipler Krisen ist es für Unternehmen wichtig, schnell auf Veränderungen im globalpolitischen Gefüge mit Auswirkungen auf die Wertschöpfungskette reagieren zu können. Kritisch wurden hingegen die Berichtspflichten diskutiert, welche teilweise nur mit hohem bürokratischem Aufwand möglich sind. Max Lucks betonte unter anderem die Außenwirkung des Gesetzes für Deutschland: „Deutschland versteht sich als Vorreiter bei der Umsetzung globaler Umwelt- und Menschenrechtsstandards. Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz trägt zur Aufrechterhaltung Deutschlands Glaubwürdigkeit für das Einstehen dieser Standards in der Außenpolitik bei, indem es Vorgaben für die Entwicklung fairer Arbeitsbedingungen bei internationalen Zulieferunternehmen festlegt und somit die Märkte der Zukunft prägt. Nur so kann unser Wohlstand langfristig stabilisiert werden.“  Katinka Barysch, Chief Human Rights Officer bei Allianz SE, lenkte den Blick auch auf die Europäische Lieferkettenrichtlinie CSDDD (Corporate Sustainability Due Diligence Directive): „Bei der Allianz bemühen wir uns, die Anforderungen des Lieferkettengesetzes mit bestehenden Prozessen bestmöglich zu integrieren. Auch versuchen wir, Synergien zu finden zwischen den Berichtspflichten der CSRD zum Thema „Beschäftigte in der Wertschöpfungskette“ und den Sorgfaltspflichten in der Lieferkette. Wir hoffen, dass die EU solche Synergien bei der finalen CSDDD Version im Blick hat.“ Dr. Melanie Müller hob die Auswirkungen des LKSGs auf die Resilienz von Unternehmen hervor: „Untersuchungen nach der Corona-Pandemie haben gezeigt, dass solche Unternehmen, die über ihre Lieferketten detailliertere Informationen bereitstellen können auch in der Krise resilienter aufgestellt waren. In Zeiten multipler Herausforderungen unterstützen hohe Nachhaltigkeitsstands somit eine erfolgreiche Transformation.“
Geoökonomie, Resilienz und Sicherheit
12.05.2021
Fachforum Neue Arbeit und Neue Qualifikation
Familienfreundlichkeit und die Vereinbarkeit von familiären und beruflichen Tätigkeiten spielen in der heutigen Arbeitswelt eine zentrale Rolle und sind für Arbeitgeber:innen ein wichtiger Standort- und Wettbewerbsfaktor geworden. Zu Gast bei Edenred sind wir unter anderem folgenden Fragen nachgegangen: Wie sieht diese familienfreundliche Arbeitswelt überhaupt aus und was ist dafür notwendig? Welche konkreten Potentiale bietet unsere heutige digitalisierte Arbeitswelt und wie sehen diese Maßnahmen in der Praxis aus? Kirsten Frohnert, Projektleiterin des Netzwerkbüros „Erfolgsfaktor Familie“ bei der DIHK Service GmbH, schilderte in ihrem Beitrag was Familienfreundlichkeit konkret bedeutet, welche unterschiedlichen Maßnahmen es gibt, wie individuelle Ansätze aussehen können und was in der Pandemie besonders wichtig ist. Christian Aubry, Managing Director von Edenred, berichtete in seiner Keynote, wie eine familienorientierte Unternehmenskultur aus Sicht von Edenred umgesetzt werden kann. Interessant ist dabei auch seine internationale Sicht und der Wunsch nach mehr politischer Unterstützung. Einen Impuls aus der grünen Politik gab die Sprecherin für Arbeitnehmer:innenrechte und aktive Arbeitsmarktpolitik der Bundestagsfraktion Beate Müller-Gemmeke, MdB.  Dabei gab Beate Müller-Gemmeke  einen Einblick in neue Arbeitspolitische Maßnahmen und stellte Konzepte aus dem Wahlprogramm der Grünen vor.