Eine Stunde zur aktuellen Lage das internationalen Handels

10. Juli 2024

mit Leiterin der EU-Generaldirektion Handel Sabine Weyand

In dem Austausch wollen wir die aktuelle Lage des Handels aus Sicht der EU diskutieren, insbesondere vor dem Hintergrund geopolitischer Verschiebungen und deren Auswirkungen auf den internationalen Handel (USA/China), sowie konkrete Strategien und Maßnahmen zur Förderung von nachhaltigem Handel und technologischem Fortschritt. Dabei sind auch EU-Strategien, wie handelspolitische Instrumente, Schutzmaßnahmen und multilaterale Handelsabkommen besonders interessant, um zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Binnenmarktes im globalen Kontext beizutragen.

Weitere Veranstaltungen

Alle Veranstaltungen
24.04.2024
Klimaneutrale Schifffahrt
Mit knapp über drei Prozent aller Emissionen weltweit stößt der internationale Seeverkehr mehr CO2 aus als ganz Deutschland. Diese Emissionen haben sich laut der Europäischen Umweltagentur in den letzten zwei Jahrzehnten um etwa 32 Prozent erhöht. In Anbetracht dieser Tatsache haben internationale Gremien wie die UN-Schifffahrtsorganisation IMO erste Klimaziele festgelegt. Auf dem Weg der Umsetzung liegen jedoch zahlreiche Herausforderungen. Im Rahmen des Fachforums haben wir uns daher im gemeinsamen Austausch mit Dieter Janecek MdB, Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft und Tourismus, und Jürgen Gerdes, Managing Director bei MES, den verschiedenen Fragen im Zusammenhang mit einer klimaneutralen Schifffahrt gewidmet. Dabei wurde den Teilnehmenden eine Vielzahl nachhaltiger Innovationen beleuchtet, welche großes Potenzial für enorme CO2-Einsparungen in der Schifffahrt mit sich bringen. Darunter bereits auf dem Markt verfügbare Lösungen wie ein an hydrodynamische Effekte angepasste Bauweise, die Nutzung von Biofuels und der Einbau von Filtersystemen. Diese könnten ab sofort eingesetzt werden und somit zur Transformation der Branche beitragen. Gleichzeitig wurden aber auch sich noch in der Entwicklung befindende Technologien wie elektrische Antriebe, sowie Carbon Management Systeme, welche direkt auf dem Schiff installiert werden, vorgestellt. Darüber hinaus standen auch politische Rahmenbedingungen sowie die Förderlandschaft und Beschaffung der finanziellen Mittel für die Transformation im Fokus der Diskussion. Gerdes ging in seinem Impulsvortrag detailliert auf CO2-einsparende Technologien ein: „Um die Umweltauswirkungen der Schifffahrt zu senken, gibt es bereits heute nicht nur verfügbare Technologien & Lösungen für z.B. die verbesserte Anpassung an hydrodynamische Effekte oder die Reduzierung des Stromverbrauchs; aber auch kohlenstoffarme Betriebsmittel wie Biofuels. Eine weitere wichtige Möglichkeit zur Emissionsminderung könnte zukünftig der Einsatz von on-board Filtersystemen darstellen, bei denen CO2 direkt aus dem Abgas gefiltert, an Bord zwischengespeichert und für die Weiternutzung an Land verfügbar gemacht wird.“  
Klimaneutralität, Energiewende und Industriepolitik
22.05.2023
Fachforum Mobilität
Die individuelle Mobilitätsfreiheit von Personen und eine zuverlässige Logistik von Produkten und Waren sind Grundvoraussetzungen einer funktionierenden Marktwirtschaft. Gleichzeitig ist der Verkehrssektor einer der größten Verursacher von Treibhausgasen – in Deutschland als auch weltweit. Eine massive Reduktion der Emissionen im Verkehrssektor ist alternativlos, um die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens zu erreichen. Dazu bedarf es eines umfassenden Umdenkens, welches in der Veranstaltung mit Nyke Slawik MdB Bündnis 90/Die Grüne und stellvertretende Vorsitzende des Verkehrsausschusses des Deutschen Bundestages, und Mobilitätsforscher und Verkehrsexperte Prof. Dr. Andreas Knie diskutiert wurde. Foto (c) Michelle Gutiérrez Nyke Slawik MdB plädierte außerdem für eine smarte Kombination der verschiedenen Mobilitätskonzepte: „Menschen wollen bequem, günstig, schnell und sicher unterwegs sein. All das kann die Kombination aus ÖPNV, Fahrrad, On-Demand- und Sharing-Angeboten bieten. Mit dem Deutschlandticket sind wir bereits einen wichtigen Schritt in Richtung Mobilitätswende gegangen. Damit wir das Potential des ÖPNV ausschöpfen können, müssen wir jetzt die Rahmenbedingungen für die kombinierte Nutzung verbessern. Deshalb setzen wir uns für eine Verbesserung der Infrastruktur und für mehr sichere Fahrradstellplätze an Knotenpunkten des ÖPNV ein. Außerdem fordern wir mit dem „Mobilpass“ eine gute digitale Lösung, die Routenplanung und Ticketing für alle Mobilitätsangebote in einer App vereint.“  Prof. Dr. Andreas Knie kritisierte den Status-Quo des ÖPNV: „Der heutige öffentliche Verkehr taugt als Rückgrat der Verkehrswende nicht. Er ist eingefangen in ein starres Korsett von Finanzierungsverträgen, die keinerlei unternehmerischen Spielraum erlauben. Unter dem Deckmantel der Daseinsvorsorge wird eine Systemlogik festgeschrieben, die die Gesellschaft längst nicht mehr erreicht.“  
Standortpolitik, Infrastruktur und Europa
13.06.2023
Fachforum Nachhaltiges Bauen
Am 13. Juni fand das zweite Veranstaltung der GWD-Reihe „Bauwende: Versöhnung der Baustoffe“ des Fachforums Nachhaltiges Bauen statt. Jens Deutschendorf, Staatssekretär im hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen (Bündnis 90/Die Grünen) gab einen Impuls zu politischen Rahmenbedingungen und Transformationsplänen. Einen praktischen Impuls lieferte Markus Brunner, Stellvertretender Geschäftsstellenleiter DIN-Normenausschuss Bauwesen (NABau); Prof. Thomas Auer von der Technischen Universität München (TUM) begleitete die Veranstaltung wissenschaftlich. Wie auch bei der ersten Veranstaltung hat Dr. Ipek Ölcüm, Fachanwältin für Bau- und Architekturrecht und Wirtschaftsmediatorin (IHK), moderiert. StS Jens Deutschendorf erinnerte in seinem Impuls an den knappen zeitlichen Rahmen für die Transformation: „Uns bleiben noch 22 Jahre, um unsere Gebäude klimaneutral zu machen. Holz und anderen nachhaltige Materialien können einen großen Beitrag leisten, deshalb müssen wir ihre Anwendung erleichtern. Ein niedriger Energiebedarf und CO2-Ausstoß schützen vor hohen Energiepreisen.“ In der anschließenden Diskussion wurde die Relevanz der Nutzung regionaler Baustoffe betont, aber auch der Bedarf an einer Versöhnung der verschiedenen Baustoffe, um nachhaltig und kreislauforientiert zu bauen. Es wurde jedoch angemerkt, dass Standardisierungen und Normen im Bereich des Rückbaus fehlen und eine Initiative zur Normierung entwickelt wird. Die Ökobilanzierung von Gebäuden sollte bei der Normierung als Maßstab dienen, um Gebäude aus verschiedenen Materialien wie Holz, Beton, Stahl und Stein miteinander zu vergleichen und eine klimaneutrale und klimaangepasste Bauweise zu erreichen. Insgesamt wurde die Notwendigkeit betont, nachhaltige Baustoffe zu definieren, Normen und Standards zu etablieren, den Gebäudebestand zu berücksichtigen und praktikable Lösungen für eine nachhaltige Bauweise, aber auch den Rückbau zu finden. Denn auch wenn nachhaltige Baustoffe verwendet werden, bedeutet dies noch keine (vollständige) Trennung der verbauten Stoffe – dies ist jedoch zum Recycling notwendig. Darüber hinaus umfasste die Diskussion auch die Herausforderungen bei der Zulassung von innovativen Baustoffen und die Bedeutung der Bestimmung von Gebäudedaten.
Standortpolitik, Infrastruktur und Europa