Dekarbonisierung des Güterverkehrs II: Schiene und kombinierter Verkehr

13. Mai 2024

mit Matthias Gastel MdB u.a. In der zweiten Diskussionsrunde zum Thema Güterverkehr konzentrierte sich die Diskussion inhaltlich auf die Dekarbonisierung des Schienen- wie des kombinierten Verkehrs, wobei stets der Kontext zu den anderen Verkehrswegen und -anbietern im Blick behalten wurde.

In der zweiten Diskussionsrunde zum Thema Güterverkehr konzentrierte sich die Diskussion auf die Dekarbonisierung des Schienen- wie des kombinierten Verkehrs, wobei stets der Kontext zu den anderen Verkehrswegen und -anbietern im Blick behalten wurde. Neben konkreten technischen Lösungen, beispielsweise die europaweite Einführung einheitlicher digitaler Kopplungsvorrihtungen für Waggons, wurden auch politische Rahmenbedingungen besprochen. So wurde scharfe Kritik an der vom BMBF geplanten Anhebung der Trassenpreise für Güterbahnunternehmen um 16% geübt.

Erneut durften wir Matthias Gastel MdB, Mitglied im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie bahnpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen begrüßen, zudem Dr. Martina Niemann, Vorstand Finanzen & Controlling sowie Vorstand Angebotsmanagement bei DB Cargo. Prof. Dr. Markus Hecht, Leiter des Fachgebiets Schienenfahrzeuge am Institut für Land- und Seeverkehr der Technischen Universität Berlin, ging vor allem auf die oben genannten technischen Fragen ein und informierte über den Stand der Entwicklung.

Foto: DB Cargo / Oliver Lang

Dr. Niemann betonte dabei Bedingungen für die Privatwirtschaft für Investitionen in die Schiene:

„Die Privatwirtschaft wird die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene nur dann weiterhin fördern und ausbauen, wenn Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit dieser Transformation gegeben sind. Alles andere ist unrealistisch!“

(c) Stefan Kaminski

Gastel zeigte auf, welche Veränderungen es beim Schienengüterverkehr noch bedarf:

„Der Schienenverkehr ist der Schlüssel zur Klimaneutralität des Güterverkehrs. Für das Erreichen der Verlagerungsziele bedarf es einer konsequenten Umsetzung des Deutschlandtakts, damit Systemtrassen für alle Verkehrsarten und ausreichende Trassenkapazitäten zur Verfügung stehen. Für den dringend notwendigen Ausbau des Netzes braucht es endlich eine mehrjährige und abgesicherte Finanzierungarchitektur für die Schiene! Ohne diese wird es nicht gelingen, Güter im großen Stil auf die Schiene zu verlagern.“

Weitere Veranstaltungen

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24.02.2021
Fachforum Neue Arbeit und Neue Qualifikation
Am 24. Februar lud Philip Morris, im Fachforum vertreten durch Geschäftsführerin Claudia Oeking, zum Thema Purpose ein und begrüßte gemeinsam mit Gabriele C. Klug Gäste aus Wirtschaft und Politik sowie Impulsgeberin Paula Berning von PHINEO zur digitalen Konferenz. Seit einigen Jahren wird die Frage nach dem „Purpose“ – dem Sinn und Zweck eines Unternehmens nicht nur im wirtschaftlichen, sondern auch im gesamtgesellschaftlichen Kontext – immer lauter, auch innerhalb der Unternehmen selbst. Corporate Responsibility ist hierbei ein nicht mehr wegzudenkender Begriff. Unternehmen stehen in der Verantwortung, ihre Ziele und Werte an die sich stetig wandelnde Gesellschaft anzupassen und umzusetzen. Welche Herausforderungen lassen sich daraus für die Unternehmens- sowie für die Mitarbeiterführung ableiten?  Weitere Informationen im Newsletter 03/2021 Digitale Konferenz 
26.06.2023
CCS/CCU und die Carbon Management Strategie der Bundesregierung
In den drei Energie-Fachforen zum wirtschaftlichen Einsatz von CO2-Abscheidungs-, Speicherungs- bzw. Nutzungstechnologien (CCS/CCU) konnten bereits zahlreiche Herausforderungen in der CCS-Anwendung identifiziert und gemeinsam mit Vertreter:innen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), des Bundestags und der Wirtschaft diskutiert werden. Die vorerst letzte Veranstaltung in dieser Themenreihe fokussierte sich im Detail die Carbon Management Strategie (CMS), welche aktuell von der Bundesregierung erarbeitet und voraussichtlich im Herbst vorliegen wird. Dr. Sebastian Fischer aus dem BMWK (Referat IV E 2 – Marktrahmen zur Dekarbonisierung der Industrie, international Kooperation) gab dazu erneut einen Impuls für die anschließende Diskussion. Gleichzeitig spielte auch das auf Basis der bisherigen Veranstaltungen im Auftrag von der HAW Hamburg für den GWD verfasste Thesenpapier eine Rolle: Die dort aufgegriffenen Anforderungen und Priorisierungen an die CMS wurden in der Veranstaltung gemeinsam weiter erörtert. Dass CCS und CCU wichtige Maßnahmen für die Bundesregierung sind, um die Klimaziele zu erreichen, insbesondere die Klimaneutralität bis 2045, wurde in der Veranstaltung mehrfach betont. Darüber hinaus wurden die aktuellen Entwicklungen in anderen Ländern wie Dänemark, Norwegen, den USA und Australien, die bereits CCS und CCU nutzen oder nutzen wollen, diskutiert. Auch die EU strebt an, die Möglichkeiten von CCS zu nutzen und auf kommerzieller Ebene einzuführen, um ihre Klimaziele zu erreichen: Der Net-Zero Industry Act der EU hat bereits eine jährliche CO2-Abscheidung von mindestens 50 Millionen Tonnen ab 2030 festgelegt. Auch bei der Carbon Management Strategie der Bundesregierung sollen klare Anwendungsgebiete für CCS und CCU benannt und die rechtlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Allerdings wurde klargestellt, dass die CMS nur ein Instrument ist und nicht die einzige Lösung zur Erreichung der Klimaziele darstellt. Weitere Schwerpunkte liegen auf der Vermeidung von Treibhausgasemissionen, der Ressourceneffizienz und der sauberen und transparenten Bilanzierung, insbesondere bei CCU, um Doppelzählungen zu vermeiden. Es wurde betont, dass Anreizsysteme und Förderungen entwickelt werden müssen, um einen kommerziellen Maßstab zu erreichen, und dass die Öffentlichkeit (Stakeholderdialog) in den Prozess einbezogen wird. Außerdem betonte Dr. Nathalie Martin Hübner, Corporate Governmental and Stakeholder Affairs Manager der Robert Bosch GmbH, die Bedeutung gemeinsamer internationaler Anstrenungen zur CO2-Senkung und -Speicherung: „Die Problematik der CO2-Emissionen macht nicht vor nationalen Grenzen halt. Bei Modellierungen zu möglichem Einsatz von CCS und der Erarbeitung von konkreten Lösungsansätzen sollte daher die internationale Perspektive viel stärker betrachtet werden – nicht nur europaweit, sondern auch global.“ Moderiert wurde die Veranstaltung vom 1. GWD-Vorsitzenden Thomas Gambke.    
Klimaneutralität, Energiewende und Industriepolitik
03.11.2022
LTT Zeitenwende — auch bei Erwerbsmigration und Integration?
Viele deutsche Unternehmen sehen den Fachkräftemangel als großes Risiko für ihren Unternehmenserfolg. Was muss geschehen, damit Deutschland für Zuwanderer wieder attraktiver wird? Im LTT Zeitenwende  mit Misbah Khan MdB, Mitglied im Ausschuss für Inneres und Heimat des Deutschen Bundestages, Dr. Tanja Fendel, Bereich Migration, Integration und internationale Arbeitsmarktforschung (INTER) am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), und Kristin Hühnergarth, REWE Group, sowie weiteren Teilnehmenden aus der Mitgliedschaft wurden die Chancen, Herausforderungen und Möglichkeiten der Fachkräfteeinwanderung in Deutschland diskutiert. Dr. Tanja Fendel – (C) DiCV/Jo Schwartz Dr. Tanja Fendel bewertet die bisherigen Anstrengungen, um Fachkräfte aus dem Ausland anzuwerben, als unzureichend und möchte daher auch Geflüchtete in den Arbeitsmarkt integrieren: „Die rechtlichen Änderungen im Rahmen des Fachkräfteeinwanderungsgesetz stellen wichtige Erleichterungen für den Zuzug von Fachkräften nach Deutschland dar, eine substanzielle Erhöhung der Fachkräftezuwanderung ist jedoch nicht zu erwarten. Hierfür wären wahrscheinlich maßgebliche Reformen zur Vereinfachung der Gleichwertigkeitsprüfungen ausländischer beruflicher Abschlüsse erforderlich.“ „Die in den letzten Jahren und seit Anfang des Jahres nach Deutschland gekommenen Geflüchteten können zur Reduzierung des Fach- und Arbeitskräftebedarfs beitragen, auch wenn mit der Schutzgewährung durch das Asylsystem auf Grundlage des Grundgesetzes und der völkerrechtlichen Verpflichtung Deutschlands primär andere Ziele als die Steuerung der Arbeitsmigration im Vordergrund stehen. Für die Arbeitsmarktintegration Geflüchteter kommt neben der Unterstützung bei der Arbeitssuche und -vermittlung der Deutschspracherwerb (auch im Rahmen der Teilnahme an Integrations- und Sprachkursen), die Beratung zur Anerkennung beruflicher Abschlüsse sowie umfassende Bildungs- und Weiterbildungsangebote eine hohe Relevanz zu, um zu vermeiden, dass ein Großteil der Geflüchteten langfristig unterhalb der eigenen Qualifikation beschäftigt ist.“  Misbah Khan MdB ging dabei auf mangelnde attraktive Angebote für Fachkräfte aus dem Ausland ein, darunter Bildungschancen und Integrationsmöglichkeiten auch für Familien. Außerdem sei ein gesamtgesellschaftlicher Wandel dringend nötig, damit die ca. 400.000 fehlenden Fachkräfte auch langfristig im Land bleiben:  „Unsere Wirtschaft ist nicht zuletzt angesichts der demographischen Entwicklung dringend auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen. Mit dem neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetz werden wir bürokratische Hürden abbauen und Verfahren digitalisieren, damit der Zuzug endlich schneller und einfacher gelingt. Als Gesellschaft müssen wir uns jedoch auch die Frage stellen, wie wir mit Migrant*innen umgehen. Hass, Hetze und Ausgrenzung sind keine Werbung für ein Einwanderungsland.“ Kristin Hühnergarth Kristin Hühnergarth der REWE Group betont, dass auch die Anerkennung nichtakademischer Berufe in Deutschland vereinfacht werden muss: „Die Diskussion um den Fachkräftemangel greift leider zu kurz: Es fehlt mittlerweile an Kräften auf allen Qualifizierungsniveaus – wir sprechen längst von einem Arbeitskräftemangel. Entscheidend wird für Branchen wie der Unseren zudem sein, dass die nun diskutierten Maßnahmen endlich auch stärker auf nicht-akademische Berufe abzielen.“