Vorhaben für Landwirtschaft und Ernährung in der 21. Wahlperiode: Regional, bürokratiearm, ökologisch – aber wie?

18. September 2025

mit Johannes Steiniger MdB, Mitglied im Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat im Deutschen Bundestag und Sprecher der CDU/CSU-Fraktion für Landwirtschaft und Ernährung

Agrardieselvergütung, Entbürokratisierung und Anpassungen beim Tierhaltungskennzeichnungsgesetz – das sind die ersten Maßnahmen der Bundesregierung im Bereich Landwirtschaft und Ernährung. Darüber hinaus haben die Regierungsparteien im Koalitionsvertrag vereinbart, Ernährungssicherung und Ressourcenschonung gleichermaßen als politische Ziele zu berücksichtigen und regionale Wertschöpfungsketten zu erschließen.

Doch wie können die Vorhaben konkret umgesetzt werden – und welche Rahmenbedingungen müssen dafür geschaffen werden? Darüber möchten wir mit Ihnen ins Gespräch kommen – im Rahmen der nächsten Sitzung des Kompetenzclusters Agrarwende und Ernährung mit Johannes Steiniger MdB, Mitglied im Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat im Deutschen Bundestag und Sprecher der CDU/CSU-Fraktion für Landwirtschaft und Ernährung.

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30.06.2021
Regionaltreffen in NRW
Am 30. Juni lud der Grüne Wirtschaftsdialog (GWD) nun auch zu einer Kick-off-Veranstaltung in NRW. Ca. 20 Eigentümer und CEOs aus großen, mittleren und klei­nen Unternehmen verschiedenster Branchen aus ganz NRW von Aachen bis Münster sowie Politike­rinnen und Politiker von Bündnis 90/Die Grünen aus NRW kamen in Düsseldorf zusammen, um eine neue Ebene des Dialogs zwischen Wirtschaft und grüner Politik mit dem Fokus auf die regiona­len Besonderheiten des Bundeslandes zu initiieren. Diese regionalen Austauschveranstaltungen sollen regelmäßig stattfinden und die gemeinsame Arbeit an der Transformation hin zu einer nach­haltigen, an den Pariszielen orientierten Wirtschaftsentwicklung in NRW auf ein weiteres vertrau­ensvolles Fundament zu stellen. Unter den Anwesenden der Auftaktveranstaltung waren Mona Neubaur, Vorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen in NRW, die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Düsseldorfer Landtag Wibke Brems, Roland Schüren, Vorstandsmitglied des GWD und Bundestagskandidat der Grünen in NRW, die Bundestagsabgeordneten Oliver Krischer und Markus Kurth sowie das neue Sprecherteam der Gruppe Trixi Bannert und Klaus Hermann. Mona Neubaur, Vorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen in NRW: „Die klimaneutrale Transformati­on unserer heimischen Wirtschaft ist eine der zentralen Herausforderungen des kommenden Jahr­zehnts. Gleichzeitig ist sie die einmalige Chance, Wohlstand und Sicherheit für kommende Genera­tionen zu schaffen. Das kann Politik aber nicht alleine hinbekommen – dafür brauchte es mutige Unternehmerinnen und Unternehmer, die voran gehen und diesen Wandel aktiv gestalten. Der Grü­ne Wirtschaftsdialog bringt diese Menschen zusammen und ins Gespräch miteinander – das ist gera­de für den Industrie. und Dienstleistungsstandort Nordrhein-Westfalen vor herausgehobener Be­deutung. Ich freue mich sehr, dass es gelungen ist, dieses Format in NRW zu etablieren.“ Roland Schüren, Bäckereiunternehmer aus Hilden, E-Mobility-Entrepreneur, Vorstandsmitglied des GWD und Bundestagskandidat für Bündnis 90 / Die Grünen: „Unser NRW-Auftakt offenbarte mit seinen vielfältigen Diskussionssträngen der Teilnehmer, welche Bereiche sehr schnell von der Politik angegangen werden müssen. Es entstand ein intensiver Vorgeschmack auf die wichtigen Themen der geplanten, kommenden Fachforen, von energieintensiver Industrie mit Wasserstoffwirt­schaft bis hin zur Veranstaltungsbranche. – Ein sehr gelungener Auftakt.“ Trixi Bannert, Sprecherin des NRW-Kreises, Weinhändlerin, Sommelière und Inhaberin einer Ver­anstaltungsagentur aus Münster: „Ich war begeistert von unserer Auftaktveranstaltung des Grünen Wirtschaftsdialog NRW in der Nachtresidenz in Düsseldorf : Es hat uns gezeigt, welch großes Inter­esse seitens der Wirtschaft und der grünen Politik besteht, die gegenseitigen Ansichten darzustellen und zu begreifen. Das Ziel, in einem offenen Dialog kontrovers und trotzdem zugewandt aufeinan­der zuzugehen, wurde in großartiger Weise umgesetzt und hat unsere Erwartungen übertroffen.“ Klaus Hermann, Sprecher des NRW-Kreises, Geschäftsführer der KH Versicherungen GmbH in Münster, Moderator und Coach: „In einer Zeit, in der mit rasantem Tempo enorme Veränderungen eintreten und weitreichende ordnungspolitische Unterstützungen notwendig sein werden, ist ein direkter Dialog zwischen Wirtschaft und Politik so wichtig wie selten zuvor. Diesen zu moderieren und zu begleiten ist eine tolle und sehr sinnvolle Aufgabe, die ich gerne übernehme. Gerade in NRW finden wir mit reger Startup Szene in direkter Nachbarschaft zum Mittelstand und der Industrie eine breite Mixtur der Interessen, die mit der Politik an einen Tisch gebracht werden sollten. Das errei­chen wir durch den GWD.“
07.02.2024
Öffentliche Verwaltung als Dienstleistung? Neue Wege in der Verwaltungsmodernisierung
Die Effizienz des Verwaltungsapparats nimmt mit immer mehr kleiteiligen Regulierungen und mangelnder Digitalisierung stetig ab. Lange Wartezeiten auf Termine und Bearbeitung von Anträgen führen zu Frustration und einer Verlangsamung der Transformation. Daher wurden im Fachforum Modernes Regieren verschiedene Perspektiven aus Wissenschaft, Verwaltungspraxis und den Bundesländern NRW und Baden-Württemberg aufgezeigt und mit Praxisbeispielen von Dr. Florian Stegmann, Staatsminister im Geschäftsbereich des Ministerpräsidenten und Chef der Staatskanzlei in Baden-Württemberg, Silke Krebs, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes NRW, Dr. Hanna Sammüller-Gradl, Leiterin des Kreisverwaltungsreferats der Stadt München, sowie Prof. Dr. Jörg Bogumil, Inhaber des Lehrstuhls für öffentliche Verwaltung der Ruhr-Universität Bochum untermauert. Unter Moderation von GWD-Vorständin Heidi Schiller wurde zu Beginn der Status-Quo des Verwaltungsapparats beleuchtet. Besonders ein hohes Maß an Bürokratie wurde als Grund für die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der öffentlichen Verwaltung genannt, aber auch der Fachkräftemangel und der geringe Digitalisierungsgrad tragen zur langsamen Bearbeitung von Anträgen  innerhalb der Verwaltung bei. Besonders im Hinblick auf den demographischen Wandel wird es in den kommenden 20 Jahren an ca. 50% der Beschäftigten fehlen, weshalb eine Modernisierung der Prozesse nun umso dringender wird. Ein umfassender Systemwandel kann beispielsweise durch die Implementierung digitaler Tools beschleunigt werden. Gleichzeitig gleicht die Intergration von KI fehlende Fachkräfte aus, indem beispielsweise ein KI-Einstiegstool Antragsstellende bei der Vorauswahl der Anträge hilft bzw. eruiert, ob eine Antragstellung generell einen positiven Ausgang erwarten kann. Außerdem muss die Verwaltung als Dienstleitung auch für Bürger:innen attraktiver werden. So sollten Formulare verständlicher formuliert werden und eine digitale Plattform errichtet werden, auf der aktuelle Bearbeitungsstände von Anträgen einsehbar sind und transparent gezeigt wird, welche Unterlagen noch fehlen. Generell sollte auch bei der Digitalisierung von Prozessen zeitgleich eine Optimierung mitgedacht werden – eine generelle Verschlankung der Prozesse spart Zeit sowie Arbeitskräfte, führt zu mehr Zufriedenheit bei Bürger:innen und baut so mittelfristig wieder mehr Vertrauen in den Staat auf. Staatsminister Dr. Stegmann plädiert für einen umfassenden Wandel in der Verwaltungskultur: “Verwaltungsmodernisierung kann nur mit einem Kulturwandel des gesamten Verwaltungsapparats gelingen. So braucht es eine neue Fehlerkultur, mehr Mut neue Tools und Innovationen einzubinden und einen stärkeren Fokus auf das Angebot eines Verwaltungsdienstleistungsservices, bei dem Bürgerinnen und Bürger im Mittelpunkt stehen.”   Wie eine erfolgreiches Digitalisierungskonzept aussehen kann, schlägt Dr. Sammüller-Gradl vor: „Digitalisierung ist ein win-win: Sie wird immer wichtiger für unsere Kund:innen und entlastet gleichzeitig unsere Mitarbeiter:innen. Meine Vision: Online-Anträge verbunden mit persönlicher Beratung vor Ort für Fragen, die Hilfe erfordern, sowie für Personen ohne Zugang zum Internet.“      
Innovation, Digitalisierung und Technologie
24.05.2023
GTTT Diversität in Führungspositionen
Zahlreiche Studien belegen, dass Diversität, vor allem im Top-Management, positive wirtschaftliche Effekte mit sich bringt – nichtsdestotrotz stagniert hier die Entwicklung in den meisten Unternehmen. Im Rahmen des GWD-GreenTeaTimeTalks haben wir daher vor allem über die Herausforderungen bei der Umsetzung von Diversität in Führungspositionen diskutiert.   Spannende und auch teils schockierende Impulse haben Ekin Deligöz MdB, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, und Dr. Philine Erfurt Sandhu, Programmleiterin der hochschulzertifizierten Weiterbildung „Strategische Kompetenz für Frauen in Aufsichtsräten“ an der Berlin Professional School der HWR Berlin mit eingebracht. Sandhu Erfurt stellte vor allem Daten und Erkenntnisse aus ihrer aufsehenerregenden Studie zu dem Thema “Der Einfluss von Investoren auf die Diversität in deutschen Aufsichtsräten und Vorständen” vor, welche im Januar dieses Jahres veröffentlicht wurde.   Ekin Deligöz MdB, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, zeigte dabei die Vorteile divers besetzter Führungsteams auf und betonte den Wirkungshebel gesetzlich geschaffener Rahmenbedingungen: “Mehr Frauen in Führungspositionen sind nicht nur im Sinne der Geschlechtergerechtigkeit – es ist ein konkreter Beitrag für den Erfolg von Unternehmen. Dass Investoren in puncto Diversität sogar mehr wollen, als gesetzlich gefordert ist, zeigt: Wir haben mit unseren gesetzlichen Vorgaben einen Stein ins Rollen gebracht und sind auf einem guten Weg.” Dr. Philine Erfurt Sandhu, Programmleiterin „Strategische Kompetenz für Frauen in Aufsichtsräten“ an der HWR Berlin, wies auf die positiven wirtschaftlichen Folgen von Quotierungen in Aufsichtsräten und anderen Führungsgremien hin: „Geschlechterquoten haben einen spannenden Professionalisierungseffekt in Gremien. Studien zeigen, dass Frauenquoten im Aufsichtsrats und in Führungspositionen zu einer strukturierteren Personalauswahl führen und dadurch viel stärker auf die Qualifikation geschaut wird. Das Qualifikationsniveau steigt damit insgesamt, mittelmäßige Männer fallen durchs Raster. Insofern könnten wir auch von einer „Professionalisierungsquote“ sprechen, die nicht nur Chancengleichheit bringt, sondern auch die Leistungsfähigkeit und Expertise in der Unternehmensführung stärkt.“
Arbeitsmarkt und Demografie