Chancen und Risiken der Künstlichen Intelligenz

8. Juni 2023

Mit Marco-Alexander Breit und Dr. Isabella Hermann: Die Chancen und Herausforderungen der künstlichen Intelligenz (KI) sind spätestens seit dem Launch von ChatGPT in aller Munde. Beim GWD steht das Thema bereits seit längerem im Fokus, und so konnte das Fachforum im Arbeitsfeld Forschung und Innovation...

Die Chancen und Herausforderungen der künstlichen Intelligenz (KI) sind spätestens seit dem Launch von ChatGPT in aller Munde. Beim GWD steht das Thema bereits seit längerem im Fokus, und so konnte das Fachforum im Arbeitsfeld Forschung und Innovation kurzfristig eine Veranstaltung dazu durchführen: Marco-Alexander Breit, Leiter der Unterabteilung Künstliche Intelligenz, Daten und Digitale Technologien im BMWK und Dr. Isabella Hermann, Politikwissenschaftlerin und Science-Fiction-Expertin sowie Autorin des Buches „Science Fiction zur Einführung“, diskutierten am 8. Juni mit Unternehmensvertreter:innen aus der Digitalwirtschaft und dem Handel über die Zukunft der künstlichen Intelligenz, die in allen Wirtschaftsbereichen einen bedeutenden Wandel verspricht. Aus der Wirtschaft waren Dr. Guido Brinkel, Leiter Regierungspolitik bei Microsoft, sowie Lukas Klingholz, Leiter Cloud & Künstliche Intelligenz bei Bitkom e.V. zu Gast. Außerdem wurde ChatGPT in die Moderation und Diskussion miteinbezogen.

Unter anderem wurde im Fachforum das Erreichen von Human-Parity sowie Natural Language Processing thematisiert, mit dem die Errungenschaft der beinahen Gleichstellung von KI mit menschlicher Kognition und Sprache, beschrieben wird. Dieser Meilenstein verändert die Art und Weise, wie Suchmaschinen im Internet benutzt werden, indem auf individuell gestellte Fragen maßgeschneiderte Antworten ausgegeben werden. Jedoch stand auch der Umgang mit Risiken von KI im Zentrum der Diskussionen: Bei der Annahme neuer Technologien sei es entscheidend, die damit verbundenen Risiken möglichst korrekt zu bewerten. Tendenziell neigten Menschen jedoch dazu, kurzfristige Risiken zu überschätzen und langfristige Konsequenzen zu unterschätzen. Daher wurde während der Veranstaltung auch die Notwendigkeit sinnvoller Regulierungen zur Steuerung der Entwicklung und Anwendung von KI und digitalen Technologien erörtert. Darüber hinaus wurden ungeklärte Haftungsfragen debattiert: Mit dem Anstieg von Cyberkriminalität und potenziellen Unfällen durch KI blieben Haftungsfragen ein dringendes Thema. Es stellte sich entsprechend die Frage, wie das komplexe rechtliche Umfeld in klare Rahmenbedingungen eingegliedert werden kann, um KI effektiv und sicher zu regulieren.

Isabella Hermann  ©Anthony Straeger

Dr. Isabella Hermann unterstrich sowohl in ihrem Impulsbeitrag, als auch in Ihrem Gastbeitrag zum Thema, wie wichtig nun die Konzentration auf die tatsächlichen Anwendungsbereiche von KI seien: „Wir sollten uns beim Thema Künstliche Intelligenz nicht von Science-Fiction-Diskursen ablenken lassen, die behaupten, die Auslöschung der Menschheit à la Skynet aus den Terminator-Filmen sei das größte Risiko. Solche Reden lenken nicht nur von tatsächlichen Problemen im Hier und Jetzt, wie diskriminierende KI-Systeme oder schlechte Arbeitsbedingungen von Clickworkern, ab. Sie verschleiern auch die positiven Anwendungsfälle in Bereichen wie Medizin und Bildung, die unser Leben ganz real verbessern können.“

>>Zum Gastbeitrag von Dr. Isabella Hermann<<

 

Weitere Veranstaltungen

Alle Veranstaltungen
28.11.2022
Fachforum Altersvorsorge: Die Weiterentwicklung des Drei-Säulen-Systems der Alterssicherung – mit Markus Kurth MdB
Das Fachforum Altersvorsorge hat sich der Zukunft und Weiterentwicklung des Alterssicherungssystems in Deutschland verschrieben, welches sich aufgrund des demografischen Wandels mit grundlegenden Herausforderungen konfrontiert sieht. Auf der hybriden Sitzung wurden konkrete Handlungsempfehlungen für eine Reform der Altersvorsorge diskutiert, insbesondere, auf welche Weise ein Ausbau der privaten Rentenversicherung zum Erhalt des Lebensstandards im Rentenalter beitragen kann. Moderiert wurde die Veranstaltung von Sebastian Frevel. Dr. Karin Becker, Managementberaterin Wirtschaft, R+V Allgemeine Versicherung, ging in der Diskussion auf die Hindernisse ein, welche auf die betriebliche AV aktuell und zukünftig zukommen: „Die Rentenpolitik muss im Kontext des realen Arbeitsmarktes gesehen werden. Das aktuelle System der betrieblichen Altersvorsorge geht von Erwerbsbiographien aus, die es so künftig kaum noch geben wird. Außerdem braucht es valide Alternativen für jene Personen, die sich nicht in einem Beschäftigungsverhältnis befinden.“ Markus Kurth MdB, Mitglied des Haushaltsausschusses sowie des Ausschusses für Arbeit und Soziales des Deutschen Bundestags, betonte, dass der Aspekt der Nachhaltigkeit bei der Reform der Alterssicherung berücksichtigt werden muss: „Es ist aus grüner Sicht irritierend, dass im Rahmen der durch das BMF eingesetzten „Fokusgruppe private Altersvorsorge“, welche zur Aufgabe hat, die Möglichkeit eines öffentlich verwalteten Fonds zu prüfen, keine Prüfung nachhaltiger Anlagekriterien vorgesehen ist.“
14.11.2023
Der Europäische Gesundheitsdatenraum
Bei der Arbeitsgruppensitzung im Rahmen des Fachforums Gesundheitswirtschaft möchten wir den Entwurf des GWD-Standpunkts zum Thema European Health Data Space (EHDS) diskutieren. Aufbauend auf dem Fachforum am 6. September 2023 zum Thema „Der Europäische Gesundheitsdatenraum: Ein Zugewinn für das Patient:innenwohl?“ mit Sabine Grützmacher MdB wollen wir Kontroversen aufgreifen, unsere Forderungen verschärfen und eine gemeinsame Positionierung finden. Konkret setzen wir uns, unter Berücksichtigung der Chatham House Rule, mit den Fragen des Datenzugriffes, der Datensicherheit sowie der Datenqualität auseinander.
Innovation, Digitalisierung und Technologie
23.06.2025
Fit für morgen – alle mitnehmen, besonders die Erfahrenen
Eine Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt: Mit gezielten Maßnahmen ließe sich bis 2035 das Arbeitsvolumen von 1,36 Mio. Vollzeitkräften in der Altersgruppe 55–70 Jahre mobilisieren. Doch wie gelingt das in einer Arbeitswelt, die sich durch KI, Digitalisierung und demografischen Wandel rasant verändert? Unternehmen stehen vor der doppelten Herausforderung, ihre erfahrenen Mitarbeitenden länger im Erwerbsleben zu halten – und sie gleichzeitig fit für neue Technologien zu machen. Gefragt sind flexible Arbeitszeitmodelle, lebenslanges Lernen, passgenaue Weiterbildungsformate und Anreize für einen flexiblen Übergang in den Ruhestand. Welche Kompetenzen und Rahmenbedingungen braucht die Arbeitswelt von morgen im Zeitalter von KI und lebenslangem Lernen? Und wie sichern wir die Produktivität und Teilhabe erfahrener Beschäftigter – durch Weiterbildung, Gesundheitsvorsorge und generationenübergreifenden Wissenstransfer?
Arbeitsmarkt und Demografie