CEO-Meeting: Rolle der Finanz- und Versicherungswirtschaft in der Transformation

13. Februar 2024

mit Gerald Heere, Niedersächsischer Finanzminister, Silke Stremlau, Vorsitzende des Sustainable Finance-Beirats der BReg, Jörg Arnold, u.a.: Welche Rolle kann und sollte die Finanz- und Versicherungswirtschaft bei der Umsetzung der Transformation spielen? Wo liegen die Unterschiede zur produzierenden Wirtschaft, die sonst meist im Fokus steht?

Welche Rolle kann und sollte die Finanz- und Versicherungswirtschaft bei der Umsetzung der Transformation spielen? Um einen gemeinsamen kritischen Blick auf den Ist-Stand zu werfen sowie neue Wege und Lösungen im Zusammenspiel von Politik, Finanz- und Realwirtschaft zu identifizieren, lud der GWD zum CEO-Meeting auf dem Karriere-Campus Hannover.

Rahmengebende Impulsvorträge durch den Niedersächsischen Finanzminister Gerald Heere, die Vorsitzende des Sustainable Finance-Beirats der Bundesregierung Silke Stremlau, sowie Jörg Arnold, CEO von Swiss Life Deutschland, lieferten die Grundlage für die anschließende von Tjark Melchert, politischer Repräsentant des GDV – Gesamtverband der Versicherer, moderierte Diskussion. 

Themen wie die Priorisierung der Aufgaben in der Transformation, die Rahmengestaltung für Investitionen in der Zeitenwende, Definitionen von Standards für nachhaltige Investitionen und die Verantwortung des Finanz- und Versicherungsvertriebs standen dabei im Mittelpunkt. Die Finanzwirtschaft als solche wurde dabei als ein wesentlicher Hebel hinter der Transformation benannt, denn die Branche ist mit allen Wirtschaftsbereichen verknüpft und kann monetäre Mittel in transformative Projekte lenken. Es wurde diskutiert, welche strategischen Grundsatzentscheidungen aus der Politik diese Steuerung ermöglichen, erleichtern bzw. beschleunigen könnten. Klar ist, dass bereits heute enorme finanzielle Mittel im Markt vorhanden sind, diese aber noch nicht effizient für die Transformation genutzt werden.

Silke Stremlau wies in ihrem Impulsbeitrag auf den bereits eingetretenen Sinneswandel in der Finanzbranche hin –  aber auch, was es für eine konsequente Finanzwende noch braucht:

„Sustainable Finance ist mittlerweile im Mainstream angekommen. Ökologische und soziale Nachhaltigkeit stehen in direkter Verbindung zum Risikomanagement: Die allermeisten Geschäftsmodelle sind von einer intakten Umwelt abhängig. Es wäre daher sinnvoll, dass Natur innerhalb der verschiedenen Analysemodelle einen finanziellen Wert bekommt. Hierbei können wir von anderen Ländern, wie z.B. UK, einiges lernen.“

Der Niedersächsische Finanzminister betonte die Bedeutung eines kritisch-konstruktiven Dialogs in dieser entscheidenden Phase der Transformation:

„Die aktuellen Entwicklungen der wirtschaftlichen Transformation – einschließlich der nachhaltigkeitsbezogenen Regulierung im Finanzsektor – haben zweifelsohne stellenweise disruptiven Charakter. Der Hintergrund ist aber, dass in den letzten 20 Jahren zu wenig in Sachen Transformation geschehen ist und wir ohne Disruption das Versäumte nicht aufholen werden. In dieser kritischen Phase der Transformation ist mir der kritisch-konstruktive Dialog besonders wichtig, um das gegenseitige Verständnis und somit eine stabile Vertrauensbasis zu fördern.“

Jörg Arnold, CEO von Swiss Life Deutschland zeigt noch fehlende Regelungen, welche die Transformation auf wirtschaftlicher und endkund:innenebene anschieben:

„Wir sind uns einig, dass wir die ökologisch-soziale Transformation in Europa wollen und privates Kapital in entsprechende Projekte gelenkt werden sollte. Fehlende Standards für nachhaltige Finanzprodukte führen jedoch dazu, dass der Markt zu undurchsichtig ist und dies ist in der Finanzberatung schwer vermittelbar. Wir brauchen ein einheitliches, verständliches Bewertungssystem – sei es ein Skala- oder ein Stufensystem – um die Komplexität für Privatanlegerinnen und Privatanleger zu reduzieren. Gleichzeitig braucht es neuartige Investitionsgefäße für Kleinsparerinnen und -sparer, damit sie sich an Transformationsprojekten – zum Beispiel auch in ihrer eigenen Region – beteiligen können.“ 

 

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10.08.2021
Governance und digitale Transformation von Staat & Verwaltung
Unter Leitung von Gabriele C. Klug und Boris von Chlebowski (Accenture) fand die erste Veranstaltung des Fachforums Digitale Transformation von Staat und Verwaltung statt. Nach Keynotes von Jan Philipp Albrecht, Digitalisierungsminister in Schleswig-Holstein und Dr. Anna Christmann, Sprecherin für Innovationspolitik der Grünen-Fraktion im Bundestag, diskutierten Vertreter:innen der Digitalbranche sowie aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft über die Voraussetzungen „Guten Regierens“ im digitalen Zeitalter. Angesichts sich ständig wandelnder gesellschaftlicher Herausforderungen wie dem Klimawandel oder nicht zuletzt der Corona-Pandemie ist eine handlungsfähige und der Geschwindigkeit der digitalisierten Welt gewachsene öffentliche Verwaltung unverzichtbar. Welche Rahmenbedingungen hierfür geschaffen werden müssen, sind im Positionspapier des GWD festgehalten. Weitere Informationen im Newsletter 11/2021.
13.05.2022
Roundtable Kreislaufwirtschaft – Perspektiven und Instrumente für eine nachhaltige Bauwirtschaft
Die Treibhausgasemissionen aus der Materialgewinnung, der Herstellung von Bauprodukten, dem Bau und der Renovierung von Gebäuden werden auf 5-12 % der gesamten nationalen Treibhausgasemissionen geschätzt. Durch eine höhere Materialeffizienz könnten 80 % dieser Emissionen eingespart werden – so lautet die Einschätzung der EU im Circular Economy Plan vom März 2020. Die Diskussion in und mit der Bauwirtschaft um Modelle, Strategien und Maßnahmen zur Senkung der CO2-Emissionen hat seither an Fahrt aufgenommen – ein neues Verständnis vom Gebäude als Rohstoffquelle gewinnt an Kontur. Mit dem Roundtable will der GWD diesen Diskurs vorantreiben.In der Auftaktveranstaltung am 13. Mai in Wuppertal, diskutierten die Teilnehmer:innen aus Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam mit Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal, und Hanna Steinmüller MdB, Mitglied im Ausschuss für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen im Deutschen Bundestag, u. a. folgende Fragen: Wie wird aus dem „Triple-Zero-Prinzip“ (zero emissions, zero energy, zero waste) eine konkrete Perspektive für den Gebäudesektor? Welche Instrumente benötigt eine nachhaltige Bauwirtschaft, und welche Erfahrungen gibt es mit bestehenden wie z.B. Urban Mining Index, Zirkularitätsrate oder Ressourcenpass? Welche Rolle spielen Materialdatenbank und Standardisierung? Welche Eckpunkte muss ein den Erfordernissen angepasstes Geschäftsmodell berücksichtigen? Und schließlich: Welche Rahmenbedingungen werden für eine planungssichere Umsetzung benötigt? Teilnehmer:innen-Stimmen: „Kommunen spielen bei der Kreislaufwirtschaft unter dem Aspekt Baustoffe eine zentrale Rolle. Zum einen, weil sie selbst als Bauherrinnen auftreten und hier einen wichtigen Beitrag zur Ausrichtung auf eine zirkuläre Wirtschaft leisten können. Zum andern, weil sie in den administrativen Ebenen diejenigen sind, die unmittelbar und praxisnah sowohl in der politischen Diskussion als auch in der gesellschaftlichen Akzeptanz durch vorbildliche Performance wirken können. Wir in Wuppertal haben zudem den besonderen Vorteil, mit „Circular Valley“ eine Initiative und einen Accelerator für die Zukunftsaufgabe Kreislaufwirtschaft zu haben.“ Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Oberbürgermeister Wuppertal, Bündnis 90/Die Grünen „Mir ist als Wohnungspolitikerin wichtig, die ökologische und die soziale Perspektive im Wohnungsbau gleichermaßen mitzudenken. Steigende Baukosten führen auch zu steigenden Mietkosten und damit zu sozialen Problemen. Mit der Kreislaufwirtschaft im Gebäudebereich können wir gleich zwei Herausforderungen angehen: Ressourcen schonen und Kosten für Mieter*innen sparen.“ Hanna Steinmüller MdB, Bündnis 90/Die Grünen „Wir müssen JETZT mit der Ressourcenwende im Bauwesen beginnen, indem wir Bauteile und Materialien aus der urbanen Mine wiederverwenden oder hochwertig verwerten. Hierfür müssen Regularien vereinfacht werden. Ein Re-Use könnte schon heute gefördert werden, in dem Gutachter für die Freigabe von gebrauchten Bauteilen aus öffentlichen Mitteln finanziert werden.“ Prof. Dr.-Ing. Architektin Anja Rosen, Honorarprofessorin für zirkuläres Bauen, Bergische Universität Wuppertal
25.06.2026
Zukunft der dualen Ausbildung im Mittelstand
Deutschland fehlen Fachkräfte in nahezu allen Branchen, und der demografische Wandel verschärft die Lage zusehends. Betriebe, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen, spüren diesen Mangel im Alltag: Offene Stellen bleiben unbesetzt, Aufträge können nicht angenommen werden, Wachstum wird gebremst. Gleichzeitig verändert die Digitalisierung die Anforderungen an Berufsbilder in einem Tempo, das Unternehmen gleichermaßen vor neue Fragen stellt. Zusammen mit dem Deutschen Mittelstands-Bund (DMB) e.V., der 34.000 kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland vertritt, laden wir unsere Mitglieder zum Austausch über die Zukunft der dualen Ausbildung im Mittelstand ein. Gemeinsam mit einer Delegation von DMB-Mitgliedern und Dr. Anja Reinalter MdB, Sprecherin für Bildung sowie Parlamentarische Geschäftsführerin im Vorstand der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen möchten wir u.a. folgenden Fragen in einem offenen Austausch nachgehen: Wie können Betriebe als Ausbildungspartner gestärkt werden? Welche politischen Rahmenbedingungen braucht es, um junge Menschen für eine Berufsausbildung zu begeistern? Und wie gelingt der Wandel hin zu einer digitalisierten Arbeitswelt? In die Diskussion am 25. Juni in Berlin sollen auch die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage des DMB zur Zukunft der Ausbildung im Mittelstand einfließen. Bitte beachten Sie, dass sich diese Veranstaltung ausdrücklich an Personen aus Unternehmen richtet, die im Mittelstand aktiv sind oder sich unmittelbar mit den wirtschaftlichen und politischen Fragestellungen des Mittelstands befassen.
Arbeitsmarkt und Demografie