Cannabislegalisierung: Wirtschaftliche Chancen, Risiken und Perspektiven

14. März 2024

Mit Dr. Kirsten Kappert-Gonther MdB: Gerade wird in Deutschland die Umsetzung der Cannabislegalisierung diskutiert. Dazu fand am 14. März das Fachforum Gesundheitswirtschaft zur Cannabislegalisierung statt. Im Fokus standen dabei die Implikationen und Potentiale für die Wirtschaft sowie für den medizinischen und den privaten Gebrauch.

Gerade wird in Deutschland die Umsetzung einer Cannabislegalisierung verhandelt. Aus diesem Anlass fand am 14. März ein Fachforum Gesundheitswirtschaft zur Cannabislegalisierung in den Räumlichkeiten des GWDs statt. Im Fokus standen dabei die Implikationen und Potentiale für die Wirtschaft sowie für den medizinischen und den privaten Gebrauch. Hierbei wurde auf die aktuell im Vordergrund stehende erste Säule der Legalisierung eingegangen und gleichzeitig auch die Perspektive auf die zweite Säule, die sich mit der konkreten Umsetzung in regionalen Modellversuchen befasst, gelegt.

Wir durften uns im Rahmen des Fachforums über einen politschen Impulsvortrag durch die Medizinerin und amtierende Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Deutschen Bundestag Dr. Kirsten Kappert-Gonther MdB. freuen. Zudem brachte Prof. Dr. Justus Haucap, Wirtschaftswissenschaftler und Direktor des Düsseldorf Institute for Competition Economics (DICE) von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf eine wissenschaftliche Perspektive ein.

Biggi Bender, gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen Bundestagsfraktion a.D., moderierte die Runde, in der die positiven Effekte der Legalisierung beleuchet, aber auch auf Risiken und Kritik eingegangen wurde. Zu den genannten erhofften positiven Folgen der Legalisierung gehört die Eindämmung des Schwarzmarktes, der wiederum weitere Vorteile mit sich bringt: So werden Konsumierende nicht mehr kriminalisiert und die Prävention vor Abhängigkeiten dadurch unterstützt. Weiterhin wird Cannabis als Genussmittel sicherer, da eine kontrollierte Abgabe über sogenannte Cannabis-Clubs erfolgt. Darüber hinaus birgt eine Legalisierung auch wirtschaftliche Chancen im Bereich des Saatguts, des Anbaus, aber auch im medizinischen Bereich, in dem Cannabis als Medikament eingesetzt werden kann. Außerdem würden der Staat und die Justiz entlastet. Kritisiert wurde das Cannabis-Gesetz hinsichtlich seiner Übergangsphase bis zur 2. Säule (Legalisierung des kommerziellen Nutzens). Denn eine Evaluation des Konsums und dessen Auswirkungen auf beispielsweise die flächendeckende Gesundheit, Sicherheit im Straßenverkehr oder Abhängigkeit unter Jugendlichen nach einem Jahr wird als sehr kurz getitelt.

Dr. Kappert-Gonther betonte die Chancen des Gesetzes für den Jugendschutz:

„Unter den gesundheitsschädlichen Bedingungen der Prohibition steigt die Zahl der Cannabiskonsumierenden. Besonders Kinder und Jugendliche sind gefährdet. Die Reform ermöglicht einen sichereren Konsum für Erwachsene ohne Blei oder synthetische Cannabinoide im Cannabis. Wir setzen einen Fokus auf Prävention und besseren Jugendschutz.“

Prof. Dr. Justus Haucap kritisierte hingegen den Evaluationsrahmen der Teillegalisierung:

„Eine Evaluation bereits nach einem oder auch zwei Jahren wird kaum Erkenntnisse bringen. Das Geld kann man sich besser sparen. Gerade zu Beginn wird nicht alles sofort perfekt klappen. Zudem zeigen Erfahrungen aus dem Ausland, dass es am Anfang viele Leute geben dürfte, die einmal Cannabis ausprobieren, dann aber den Konsum auch wieder einstellen. Auch der Schwarzmarkt wird nicht von heute auf morgen verschwinden, das dauert etwas. Nach einem Jahr ist es viel zu früh Erfolge oder auch Misserfolge dieser Reform zu evaluieren.

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Klimaneutralität, Energiewende und Industriepolitik
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Klimaneutralität, Energiewende und Industriepolitik
24.04.2024
Klimaneutrale Schifffahrt
Mit knapp über drei Prozent aller Emissionen weltweit stößt der internationale Seeverkehr mehr CO2 aus als ganz Deutschland. Diese Emissionen haben sich laut der Europäischen Umweltagentur in den letzten zwei Jahrzehnten um etwa 32 Prozent erhöht. In Anbetracht dieser Tatsache haben internationale Gremien wie die UN-Schifffahrtsorganisation IMO erste Klimaziele festgelegt. Auf dem Weg der Umsetzung liegen jedoch zahlreiche Herausforderungen. Im Rahmen des Fachforums haben wir uns daher im gemeinsamen Austausch mit Dieter Janecek MdB, Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft und Tourismus, und Jürgen Gerdes, Managing Director bei MES, den verschiedenen Fragen im Zusammenhang mit einer klimaneutralen Schifffahrt gewidmet. Dabei wurde den Teilnehmenden eine Vielzahl nachhaltiger Innovationen beleuchtet, welche großes Potenzial für enorme CO2-Einsparungen in der Schifffahrt mit sich bringen. Darunter bereits auf dem Markt verfügbare Lösungen wie ein an hydrodynamische Effekte angepasste Bauweise, die Nutzung von Biofuels und der Einbau von Filtersystemen. Diese könnten ab sofort eingesetzt werden und somit zur Transformation der Branche beitragen. Gleichzeitig wurden aber auch sich noch in der Entwicklung befindende Technologien wie elektrische Antriebe, sowie Carbon Management Systeme, welche direkt auf dem Schiff installiert werden, vorgestellt. Darüber hinaus standen auch politische Rahmenbedingungen sowie die Förderlandschaft und Beschaffung der finanziellen Mittel für die Transformation im Fokus der Diskussion. Gerdes ging in seinem Impulsvortrag detailliert auf CO2-einsparende Technologien ein: „Um die Umweltauswirkungen der Schifffahrt zu senken, gibt es bereits heute nicht nur verfügbare Technologien & Lösungen für z.B. die verbesserte Anpassung an hydrodynamische Effekte oder die Reduzierung des Stromverbrauchs; aber auch kohlenstoffarme Betriebsmittel wie Biofuels. Eine weitere wichtige Möglichkeit zur Emissionsminderung könnte zukünftig der Einsatz von on-board Filtersystemen darstellen, bei denen CO2 direkt aus dem Abgas gefiltert, an Bord zwischengespeichert und für die Weiternutzung an Land verfügbar gemacht wird.“  
Klimaneutralität, Energiewende und Industriepolitik