Biodiversität im Bau: Biophiles Design in Neu- und Bestandsbauten

3. Juni 2024

Mit Anja Liebert MdB: Biodiversität ist entscheidend für unsere Lebensgrundlage, für unsere Lebensqualität, und die Qualität der Gewässer. Daher haben wir im zweiten Fachforum Bauen & Wohnen der Reihe Biodiversität im Bau mit dem Titel „Biophiles Design in Neu- und Bestandsbauten" unter Moderation von Dr. Ipek Ölcüm, Fachanwältin für Bau- und Architektenrecht...

Biodiversität ist entscheidend für unsere Lebensgrundlage, für unsere Lebensqualität, und die Qualität der Gewässer. Daher haben wir im zweiten Fachforum Bauen & Wohnen der Reihe Biodiversität im Bau mit dem Titel „Biophiles Design in Neu- und Bestandsbauten“ unter Moderation von Dr. Ipek Ölcüm, Fachanwältin für Bau- und Architektenrecht und Wirtschaftsmediatorin (IHK) mit Expert:innen aus Politik und Wirtschaft die Bedeutung von biophilem Design sowie biodiversitätsfördernden Lösungen wie Dachbegrünungen diskutiert. Denn versiegelte Innenstädte gefährden auch die Gesundheit von Menschen, wenn sich die Innenstädte in den Sommermonaten verstärkt aufheizen. Beim fortschreitenden Verlust von Biodiversität kann Fassadenbegrünung zwar helfen, jedoch wird die Biodiversitätskrise dadurch nicht gelöst.

Anja Liebert MdB, Ausschuss für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen, leitete die Diskussion mit einem Impulsvortrag ein, in dem sie die Relevanz der Sicherung von Biodiversität aufzeigte:

„Biodiversität im Bau nutzt nicht nur den Tieren, sondern auch den Menschen, indem Quartiere durch mehr natürliche Lebensräume aufgewertet werden. Neben der erhöhten Lebensqualität fördert der Naturschutz im Bau die Resilienz gegen sich verstärkende Wetterereignisse: Grünflächen wirken sowohl kühlend als auch als natürlicher Speicher für Wasser.“

Städte bieten vielen Arten unterschlupf, wenn auf dem Land durch landwirtschaftliche Nutzung Lebensräume zerstört werden. Dennoch werden auch in Städten immer mehr Arten durch das Wachstum der Städte verdrängt – urbane Freiräume werden immer kleiner. Dabei könnten Tiere bei der Gestaltung von Neubauten mitgedacht werden.

Landschaftsarchtektin Christine Jakoby von Studio Animal-Aided Design klärte in ihrem Impulsvortrag über gängige Fehlannahmen beim Naturschutz  im Bau auf:

„Ein Problem des Naturschutzes im Bau liegt in der Fehlannahme, dass Mensch und Tiere als unterschiedliche Systeme mit gegensätzlichen Anforderungen gesehen werden müssen. Dazu erwarten viele Auftraggeber enorme Aufwendungen für die Implementierung von biodiversitätsfördernden Maßnahmen, obgleich auch durch verhältnismäßig geringe Kosten Erfolge erzielt werden können, sofern (tierische) Artenvielfalt bei der Planung mitgedacht wird.“ 

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19.05.2022
Fachforum Lebensmittelverpackungen
Auf der ersten Sitzung des Fachforums am 19. Mai in den Räumlichkeiten des GWD diskutierten die Teilnehmer:innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, wie die gesamte Wertschöpfungskette der Lebensmittelverpackungen von der Materialherstellung bis zur Wiederverwendung oder Entsorgung, auch im Sinne eines Ökodsigns, nachhaltiger gestaltet werden kann. Es wurden Chancen zu mehr Ressourceneffizienz aufgezeigt, Hürden in der Umsetzung identifiziert und erste Vorschläge zu Regulatorik und Förderung gemacht. Dabei wurde der Blick nicht nur auf die bundespolitische, sondern auch auf die europäische Ebene (u.a. Vorschlag der Kommission zur Verpackungsrichtlinie im kommenden Juli) gerichtet. Dazu Dr. Bettina Hoffmann MdB, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV): „Auch internationale Krisen dürfen nicht davon ablenken, dass wir bei Fragen des nachhaltigen Wirtschaftens dringend vorankommen müssen – so auch beim Verpackungsrecycling. Das ist auch ein Thema auf europäischer Ebene, entlässt uns aber keineswegs aus der Verantwortung in Deutschland. Die Erarbeitung der nationalen #Kreislaufwirtschaftsstrategie, die wir gerade intensiv und ressortübergreifend vorbereiten, ist dabei prioritäres Mittel.“ Martin Schröder, Direktor Politische Beziehungen der ALBA Services Holding GmbH: „Die intelligente Gestaltung von #Verpackungen muss belohnt werden. Intelligent heißt im Bereich Verpackungen vor allem: #recyclingfähig. Lebensmittelverpackungen haben oft eine sehr kurze Nutzungsdauer. Das Ziel muss sein, viel Material nach der Nutzung wiederzubekommen und möglichst wenige #Wertstoffe verbrennen zu müssen. Dafür brauchen wir aufgeklärte #Verbraucher, die schon in den Haushalten richtig trennen. Denn nur wenn gut sortiert wird, bekommen wir hochwertige #Recyclingrohstoffe.“
07.02.2024
Öffentliche Verwaltung als Dienstleistung? Neue Wege in der Verwaltungsmodernisierung
Die Effizienz des Verwaltungsapparats nimmt mit immer mehr kleiteiligen Regulierungen und mangelnder Digitalisierung stetig ab. Lange Wartezeiten auf Termine und Bearbeitung von Anträgen führen zu Frustration und einer Verlangsamung der Transformation. Daher wurden im Fachforum Modernes Regieren verschiedene Perspektiven aus Wissenschaft, Verwaltungspraxis und den Bundesländern NRW und Baden-Württemberg aufgezeigt und mit Praxisbeispielen von Dr. Florian Stegmann, Staatsminister im Geschäftsbereich des Ministerpräsidenten und Chef der Staatskanzlei in Baden-Württemberg, Silke Krebs, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes NRW, Dr. Hanna Sammüller-Gradl, Leiterin des Kreisverwaltungsreferats der Stadt München, sowie Prof. Dr. Jörg Bogumil, Inhaber des Lehrstuhls für öffentliche Verwaltung der Ruhr-Universität Bochum untermauert. Unter Moderation von GWD-Vorständin Heidi Schiller wurde zu Beginn der Status-Quo des Verwaltungsapparats beleuchtet. Besonders ein hohes Maß an Bürokratie wurde als Grund für die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der öffentlichen Verwaltung genannt, aber auch der Fachkräftemangel und der geringe Digitalisierungsgrad tragen zur langsamen Bearbeitung von Anträgen  innerhalb der Verwaltung bei. Besonders im Hinblick auf den demographischen Wandel wird es in den kommenden 20 Jahren an ca. 50% der Beschäftigten fehlen, weshalb eine Modernisierung der Prozesse nun umso dringender wird. Ein umfassender Systemwandel kann beispielsweise durch die Implementierung digitaler Tools beschleunigt werden. Gleichzeitig gleicht die Intergration von KI fehlende Fachkräfte aus, indem beispielsweise ein KI-Einstiegstool Antragsstellende bei der Vorauswahl der Anträge hilft bzw. eruiert, ob eine Antragstellung generell einen positiven Ausgang erwarten kann. Außerdem muss die Verwaltung als Dienstleitung auch für Bürger:innen attraktiver werden. So sollten Formulare verständlicher formuliert werden und eine digitale Plattform errichtet werden, auf der aktuelle Bearbeitungsstände von Anträgen einsehbar sind und transparent gezeigt wird, welche Unterlagen noch fehlen. Generell sollte auch bei der Digitalisierung von Prozessen zeitgleich eine Optimierung mitgedacht werden – eine generelle Verschlankung der Prozesse spart Zeit sowie Arbeitskräfte, führt zu mehr Zufriedenheit bei Bürger:innen und baut so mittelfristig wieder mehr Vertrauen in den Staat auf. Staatsminister Dr. Stegmann plädiert für einen umfassenden Wandel in der Verwaltungskultur: “Verwaltungsmodernisierung kann nur mit einem Kulturwandel des gesamten Verwaltungsapparats gelingen. So braucht es eine neue Fehlerkultur, mehr Mut neue Tools und Innovationen einzubinden und einen stärkeren Fokus auf das Angebot eines Verwaltungsdienstleistungsservices, bei dem Bürgerinnen und Bürger im Mittelpunkt stehen.”   Wie eine erfolgreiches Digitalisierungskonzept aussehen kann, schlägt Dr. Sammüller-Gradl vor: „Digitalisierung ist ein win-win: Sie wird immer wichtiger für unsere Kund:innen und entlastet gleichzeitig unsere Mitarbeiter:innen. Meine Vision: Online-Anträge verbunden mit persönlicher Beratung vor Ort für Fragen, die Hilfe erfordern, sowie für Personen ohne Zugang zum Internet.“      
Innovation, Digitalisierung und Technologie
03.04.2023
GWD-Salon mit Prof. Dr. Johan Rockström
Am 3. April durften wir Prof. Dr. Johan Rockström, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, im GWD-Salon Unter den Linden begrüßen. Bekannt wurde der Schwede mit seinem Konzept der „Planetary Boundaries“, das inzwischen zu einem Standardwerk der Nachhaltigkeitswissenschaften geworden ist. Im Rahmen des Salons zum Thema „Planetare Grenzen, nachhaltige Wirtschaft und resiliente Standorte“, erläuterte Rockström, warum die 1,5 Grad-Grenze so essentiell ist und welche Maßnahmen dringend umgesetzt werden müssen, um diese Grenze zu halten. Dabei betonte er insbesondere die Vorbildfunktion von Deutschland im globalen Kampf gegen den Klimawandel. Weitere Impulse für die Diskussion lieferten GWD-Vorständin und Bauunternehmerin Annette Hering sowie Dr. Andreas Gruber, Chief Sustainability Officer der DKB. An dieser Stelle gratulieren wir Herrn Prof. Rockström herzlich zum TIME-Titel “100 most influential people in the world 2023”, der ihm für sein Engagement in der wissenschaftlichen Aufklärungsarbeit verliehen wurde: “His work is crucial to understanding the interconnected crises facing our planet and is shaping the path forward, guiding leaders on how to turn complex science into clear, quantifiable actions.” >> Zum TIME 100 Profil von Prof. Dr. Rockstöm <<
Klimaneutralität, Energiewende und Industriepolitik