Agenda 2030? Austausch mit dem Finanzminister Baden-Württembergs zu Investitionen, Krediten, Steuern

19. Juli 2024

Was lässt sich machen bei Investitionen, Krediten, Steuern – und wo wollen wir damit hin, wie kann eine „Agenda 2030“ für den Standort Deutschland aussehen? Die Bundesregierung hat diese Woche das Wachstumspaket als Teil ihres Haushaltskompromisses beschlossen. Die Maßnahmen für diese Koalition und für dieses Jahr gut, aber in Zukunft müsse mehr passieren, erklärte Danyal Bayaz, Finanzminister des Landes Baden-Württemberg. Mit ihm diskutierten mehr als 50 Mitglieder der Wirtschaftsvereinigung.

Bayaz skizzierte eine Reihe von Reformen, von einer Senkung der Unternehmensbesteuerung über längeres Arbeiten für Ältere bis hin zu stärkeren Arbeitsanreizen im Bürgergeld. Dies würde Grünen und SPD einiges abverlangen. Bayaz bezeichnete sich als Unterstützer der Schuldenbremse für konsumtive Ausgaben. Zugleich sei aber ein Sondervermögen notwendig, um Investitionen in Infrastruktur, Bundeswehr, Bildung, Forschung und Nachhaltigkeit zu finanzieren. Dies würde der FDP etwas abverlangen. Wenn die aktuelle Regierung dies nicht umsetze, werde es die nächste tun.

In der Diskussion wurden viele Einzelpunkte angesprochen, vom AI Act über die Relevanz energieintensiver Unternehmen für die deutsche Wirtschaft bis zu Investitionsmöglichkeiten der Versicherungswirtschaft in Infrastrukturprojekte. Und: Eine Agenda 2030 könne nicht nur ein Maßnahmenbündel sein – sondern müsse ein positives Narrativ einer guten Zukunft bieten.

Weitere Veranstaltungen

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03.04.2023
GWD-Salon mit Prof. Dr. Johan Rockström
Am 3. April durften wir Prof. Dr. Johan Rockström, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, im GWD-Salon Unter den Linden begrüßen. Bekannt wurde der Schwede mit seinem Konzept der „Planetary Boundaries“, das inzwischen zu einem Standardwerk der Nachhaltigkeitswissenschaften geworden ist. Im Rahmen des Salons zum Thema „Planetare Grenzen, nachhaltige Wirtschaft und resiliente Standorte“, erläuterte Rockström, warum die 1,5 Grad-Grenze so essentiell ist und welche Maßnahmen dringend umgesetzt werden müssen, um diese Grenze zu halten. Dabei betonte er insbesondere die Vorbildfunktion von Deutschland im globalen Kampf gegen den Klimawandel. Weitere Impulse für die Diskussion lieferten GWD-Vorständin und Bauunternehmerin Annette Hering sowie Dr. Andreas Gruber, Chief Sustainability Officer der DKB. An dieser Stelle gratulieren wir Herrn Prof. Rockström herzlich zum TIME-Titel “100 most influential people in the world 2023”, der ihm für sein Engagement in der wissenschaftlichen Aufklärungsarbeit verliehen wurde: “His work is crucial to understanding the interconnected crises facing our planet and is shaping the path forward, guiding leaders on how to turn complex science into clear, quantifiable actions.” >> Zum TIME 100 Profil von Prof. Dr. Rockstöm <<
Klimaneutralität, Energiewende und Industriepolitik
23.09.2022
Fachforum Kreislaufwirtschaft
In der hybriden Veranstaltung mit Dr. Jan-Niclas Gesenhues MdB und Gunda Rachut, Vorstand der Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister, diskutierten die geladenen Teilnehmer:innen zum Thema „Aufschwung der Circular Economy: Kreislaufwirtschaft gegen Rohstoffkrise“. Jan-Niclas Gesenhues, MdB hob besonders hevor, wie die Nutzung der Kreislaufwirtschaft Deutschlands Rohstoffabhängigkeiten verringern kann: „Wir müssen nicht nur über Energieunabhängigkeit sprechen, sondern auch über Rohstoffunabhängigkeit. Hier setzt die Kreislaufwirtschaft an und bekommt so eine geopolitische Dimension. Indem Rohstoffe nicht den Stoffkreislauf verlassen, werden Nationen unabhängiger von Importen – das macht die Kreislaufwirtschaft zu einer Freiheitstechnologie.“ In ihrem Impulsvortrag wies Gunda Rachut unter anderem auf die Regelungen der Kommission zum Recyclateinsatz und die dadurch zusätzlich entstehenden Hindernisse für die Kreislaufwirtschaft hin: „Einer Kreislaufwirtschaft steht in Deutschland bzw. Europa viel Bürokratie im Wege: Das Einbringen von Recyclaten in Lebensmittelverpackungen war auf rechtlicher Ebene bereits sehr kompliziert, und wurde mit den neuen Vorschriften auf EU-Ebene noch weiter bürokratisiert. Um eine echte Kreislaufwirtschaft nach vorne zu bringen, müssen auf Bundes- aber auch europäischer Ebene zukunftsfähige Rahmenbedingungen geschaffen werden, die Konzepte wie die Kreislaufwirtschaft mitdenken. Zentral werden hier auch ökonomische Lenkungsinstrumente zur Förderung des Recyclateinsatzes sein.“  
23.03.2023
Fachforum Regionale Energiewende
Die Energiewende kann nur gelingen, wenn auch auf regionaler Ebene Maßnahmen zur Transformation umgesetzt werden. Daher hat der GWD das Fachforum Regionale Energiewende ins Leben gerufen. Zur Auftaktveranstaltung des Fachforums hat Dr. Jörg Raupach-Sumiya, Professor für Internationales Management an der Ritsumeikan University (Osaka/Japan) einen spanndenden Vortrag über “Regionale Kooperationen im Rahmen unternehmerischer Klimaschutzstrategien – Stellenwert, Potentiale, Erfolgsfaktoren” gehalten. Dabei stellte er insbesondere die Ergebnisse einer Umfrage unter Unternehmen, Verwaltungen und Verbänden in Deutschland vor. Die Erkenntnisse daraus sowie unternehmensübergreifende Kooperationen mit regionalen Stakeholdern standen in der anschließenden Diskussion im Fokus.  Dazu Dr. Jörg Raupach-Sumiya:  „Die Klimakrise ist global, aber ihre Überwindung verlangt wesentlich nach Regionalkonzepten für eine integrierte, sektorübergreifende Transformation der lokalen Infrastruktur. Klimaschutz und Nachhaltigkeit entwickelt sich zugleich zu einem bedeutenden Standort- und Wettbewerbsfaktor. Eine derartige Transformation bedarf regionaler Kooperationen zwischen Unternehmen, Verwaltung, Zivilgesellschaft und anderen lokalen Akteur:innen – unterlegt mit adäquaten, handlungsfähigen Strukturen und eingebettet in entsprechende strategische Ansätze von Unternehmen und Verwaltung.“  Zustimmung gab es auch von Corinna Altenburg, Teamleiterin Forschungsbereich Umwelt am Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) “Klimaschutz regional umsetzen heißt: Kooperation, Kommunikation und Strategie. Als klassische Querschnittsaufgabe gelingt Klimaschutz nur dann, wenn er in Verwaltung, Politik und bei Stakeholdern langfristig verankert wird und Akteure miteinander vernetzt sind. Dies gibt es nicht zum Nulltarif, ist jedoch ein notwendiges Investment für resiliente und klimagerechte Regionen.“   
Klimaneutralität, Energiewende und Industriepolitik