Ad-hoc Forum Energiepolitik

30. Juni 2022

Die deutsche Energiewirtschaft und die energieintensiven Produktionsbetriebe stehen vor immensen Herausforderungen. Die angespannte geopolitische Lage und insbesondere der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine haben in vielfacher Hinsicht gravierende Auswirkungen. Es gilt, Engpasssituationen entgegenzuwirken und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Gleichzeitig drängt die ökologisch-soziale Transformation der Branche zur Erreichung der Klimaziele, welche einer klugen Umsetzung mithilfe klarer Rahmenbedingungen bedarf. Im Ad-hoc Forum Energiepolitik haben wir die aktuellen energiewirtschaftlichen Handlungsfelder identifiziert sowie unsere Ideen für mögliche Fachforen vorgestellt und mit Ihnen diskutiert.

Die gemeinsame Diskussion drehte sich dabei einerseits darum, wie Carbon Capture and Storage (CCS) und Carbon Capture and Utilisation (CCU) effektiv zum Klimaschutz beitragen kann. Dazu wurden von Dr. Erika Bellmann, Leiterin des Deutschlandprogramms bei Bellona, Leuchtturmprojekte vorgestellt, sowie Perspektiven, Hürden und Chancen der Technologie aufgezeigt.

Ein weiteres hochaktuelles Thema, welches diskutiert wurde, ist der von Deutschland forcierte Ausbau von LNG-Terminals, dessen Klimaschutzkompatibilität und Möglichkeiten zur Umnutzung der Terminals.

Foto: B’90/Die Grünen im Bundestag, Kaminski

Dazu Stefan Wenzel, MdB und Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschafts- und Klimaschutzministerium: „Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine führte zwangsläufig zu einer Neubewertung der energie- und sicherheitspolitischen Lage in Deutschland. Um die Abhängigkeit von russischem Gas zu verringern, sind die vier schwimmenden Regasifizierungsanlagen für LNG zwingend erforderlich. Sie werden so lange genutzt, bis einige wenige feste Anlagen entstehen, die auch für Wasserstoffderivate geeignet sind. Ziel ist Energiepartnerschaften zu etablieren, die in möglichst kurzer Frist die Voraussetzungen zum Import von Wasserstoffderivaten aus Erneuerbaren Energien schaffen.“

Wir bedanken uns für die rege Diskussion und die Impulsvorträge.

Weitere Veranstaltungen

Alle Veranstaltungen
26.07.2023
Digitalisierung in der Landwirtschaft
Die Veranstaltung des Fachforums Landwirtschaft und Ernährung: “Digitalisierung in der Landwirtschaft” fand im Rahmen der Sommertour der Niedersächsischen Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Miriam Staudte, statt.  Passend zum Thema „Digitalisierung der Landwirtschaft“, waren die Teilnehmenden des Fachforums zu Gast bei Seedhouse Accelerator in Osnabrück. Eine spannende Veranstaltung, bei der sich zunächst sechs Start-ups vorstellen und Fragen beantworten konnten.Im Anschluss morderierte Thomas Gambke eine einstündige Podiumsdiskussion mit Staudte, Sina M. Beckmann, Sprecherin für Innovationen und Startups der Grünen im Niedersächsischen Landtag, Charlotte Rothert, Landessprecherin für den Startup-Verband, und Dr. Henning Müller, Vorsitzender des Agrotech Valley Forum e. V.  In der Diskussion wurden drei entscheidende Barrieren der Implementierung digitaler Tools aufgezeigt, dessen Überwindung für viele engagierte Landwirt:innen herausfordernd ist: 1. Die Aufbereitung, Nutzung und der Austausch von Daten gestalten sich oft schwierig, nicht zuletzt aufgrund bürokratischer Hürden. 2. Die Infrastruktur im ländlichen Raum ist häufig nicht ausreichend ausgebaut, um eine angemessene Internetverbindung zu gewährleisten. 3. Ein wichtiger Aspekt ist die Aus- und Weiterbildung der Landwirt:innen. Die Lehrpläne sind teils veraltet und bereiten die jungen Landwirt:innen unzureichend auf die Digitalisierung vor.  Viele der einzelnen Punkte finden sich auch im GWD-Scoping-Paper „Transformation der Lebensmittelwertschöpfungskette“; hier ging es zusätzlich um die praktischen (und oft frustrierenden) Fragen der Umsetzung bzw. eben Nichtumsetzung- dieses hat GWD-Vorsitzender Roland Schüren bei der Veranstaltung an die Ministerin übergeben. Miriam Staudte fasste die Herausforderung der Digitalisierung in der Landwirtschaft wie folgt zusammen: „Die Digitalisierung und die Nutzung künstlicher Intelligenz bieten für die Landwirtschaft in Niedersachsen große Chancen aber auch Risiken. Diese Techniken müssen stets Mittel zum Zweck sein. Ihre Anwendung muss auf die Lösung wichtiger Herausforderungen, wie einen verringerten Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln einzahlen und sie dürfen nicht zu Abhängigkeiten der Landwirtinnen und Landwirte von einzelnen Herstellern dieser Technologien führen. Genormte Schnittstellen müssen daher einen Hersteller-übergreifenden Datenaustausch ermöglichen. Dies gilt auch für staatliche Agrarförder- und Meldeprogramme, die z. B. kompatibel zu betrieblichen Ackerschlagkarteien sein müssen. Darüber hinaus spielt Datensicherheit auch in der Landwirtschaft eine große Rolle. Landwirte haben einen Anspruch darauf, dass die auf ihren Feldern und in ihren Ställen erhobenen Daten sicher sind und nicht zu ihren Lasten weiterverwendet werden.“   Auch das anschließende Get-Together mit den vielen Anwesenden Agrarunternehmern, Unternehmensvertretern und Start-up-Gründern mit der Politik und dem GWD war vom Austausch und Netzwerkgedanken durchdrungen. 
Innovation, Digitalisierung und Technologie
28.10.2026
Kompetenzen für morgen: Qualifizierung und Weiterbildung im niedersächsischen Mittelstand
Welche Kompetenzen wird der niedersächsische Mittelstand in den nächsten Jahren brauchen – und sind wir darauf schon vorbereitet? Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, die Transformation zur Klimaneutralität und neue Geschäftsmodelle verändern die Anforderungen an Unternehmen und Beschäftigte. Die Wettbewerbsfähigkeit des niedersächsischen Mittelstands hängt künftig maßgeblich davon ab, wie gut es gelingt, Wissen und Kompetenzen kontinuierlich weiterzuentwickeln. Eine starke berufliche Bildung, attraktive Weiterbildungsangebote und eine Kultur des lebenslangen Lernens sind entscheidende Voraussetzungen, um den Wandel erfolgreich zu gestalten. Wie kann Niedersachsen die Kompetenzen entwickeln, die für eine innovative, nachhaltige und wettbewerbsfähige Wirtschaft von morgen benötigt werden? Gemeinsam mit unseren Mitgliedern und Julia Willie Hamburg MdL, Niedersächsische Kultusministerin sowie stellv. Ministerpräsidentin Niedersachsens, möchten wir über konkrete Herausforderungen, erfolgreiche Praxisbeispiele und neue Impulse für Aus- und Weiterbildung im niedersächsischen Mittelstand diskutieren. Hinweis: Die Veranstaltung ist nicht öffentlich und unseren Mitgliedern vorbehalten. Eine Teilnahme von Nichtmitgliedern ist im Einzelfall jedoch möglich. Wenden Sie sich dazu gerne per E-Mail an uns!
Arbeitsmarkt und DemografieRegionalforen
15.03.2023
Fachforum Ernährungswirtschaft
Zukunft der Ernährung – Welches Potential bieten alternative Proteinquellen für den Klimaschutz? Egal ob Tierwohl, Klimaschutz oder Gesundheit: bei der Ernährung dreht es sich heute längst nicht mehr nur um den Geschmack. Auch die wachsende Weltbevölkerung und veränderte Essgewohnheiten führen dazu, dass alternative Proteinquellen und Innovationen in der Lebensmittelproduktion an Bedeutung für den Klimaschutz gewinnen. Doch welche nutzbaren Alternativen gibt es eigentlich? Und inwieweit können neuartige Lebensmittel und Technologien die Land- und Ernährungswirtschaft maßgeblich verändern? Diese und weitere Fragestellungen haben wir gemeinsam mit der Impulsgeberin Viola Molkenthin, Referentin im BMEL im Referat Ökologische Lebensmittelwirtschaft, sowie den Impulsgebern Stefan Beuermann, UFOP Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V und Dr. Benjamin Leon Bodirsky vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung diskutiert. In der Veranstaltung, welche von Dr. Zoe Mayer MdB angeregt wurde, gab es unter den Teilnehmenden Übereinstimmung darüber, dass die Technologie sowie die Industrie in Deutschland bereit ist auf pflanzliche Proteinquellen umzustellen. Damit pflanzliche Alternativen jedoch auch von Endverbraucher:innen angenommen werden, bedarf es einer erhöhten Sichtbarkeit dieser Produkte, sowie einer Konsumveränderung der Verbraucher:innen. Eine erhöhte Nachfrage führt dann zu günstigeren Preisen. Zusätzlich können Instrumente wie CO2-gesteuerte Preissenkungen das Konsumverhalten lenken.        
Geoökonomie, Resilienz und Sicherheit