Ad-hoc Forum Dekarbonisierung Fernwärme und quartiersbezogene Wärmeversorgung

5. Mai 2021

Um die zentrale Herausforderung der Dekarbonisierung des Wärmesektors aufzugreifen, widmet sich der Grüne Wirtschaftsdialog zurzeit verstärkt dem Spannungsfeld Dekarbonisierung der Fernwärme bei parallelem Ausbau der quartiersbezogenen Nahwärmeversorgung. Hier treffen Wohnungswirtschaft und Energieversorgungsunternehmen mit unterschiedlichen Perspektiven aufeinander, was das große Gewicht der Fragestellung unterstreicht.
Am 5. Mai wurde in einem spannenden und konstruktiven Rundgespräch mit Politik und Energieversorgungsunternehmen skizziert, welche Hürden der Transformation im Weg stehen und welcher Rahmenbedingungen es bedarf, um die Wärmeversorgung dauerhaft jenseits von fossilen Energieträgern zu gewährleisten.
Neben der Lenkungswirkung eines höheren CO2-Preises – kostendeckend wären 190€ hieß es aus der Runde – wurden unter anderem die Wichtigkeit der sozialpolitischen Begleitung, hoher Sanierungsraten und der Akzeptanzschaffung für die Transformation vor Ort betont. Für die Umsetzung zentral ist die Schaffung quartiersbezogener Bündnisse und kommunaler Kooperationen zwischen Wohnungswirtschaft und Energieversorgungsunternehmen.

Mit: Franz Untersteller, Umweltminister Baden-Württemberg, und Gerhard Zickenheiner, MdB

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18.06.2024
Lehren aus dem Wirtschaftsnobelpreis für den Arbeitsmarkt & eine transformative Unternehmenskultur
Hindernisse abräumen: Das Potenzial von Frauen für den Arbeitsmarkt Wie können wir das volle Potenzial von Frauen auf dem Arbeitsmarkt mobilisieren? Das war die Leitfrage einer hochrangig besetzten Diskussion des Grünen Wirtschaftsdialogs diese Woche unter anderem mit der Vorsitzenden der Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer. Gerade in Zeiten des Arbeitskräftemangels kann Deutschland es sich nicht leisten, auf einen wichtigen Teil seiner Talente zu verzichten. Diskutiert wurde viele Elemente einer Lösung, vom Ausbau der Kinderbetreuung bis zur Abschaffung des steuerlichen Ehegattensplittings. Die Hindernisse insbesondere für Frauen auf dem Arbeitsmarkt, gerade mit Blick auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sind weiterhin hoch, erklärte Gabriele C. Klug,  Vorstandsvorsitzende des Wirtschaftsdialogs, der aktuell mit der Wirtschaftsvereinigung der Grünen fusioniert. Diese Barrieren seien „einer der Hauptgründe für die schlechten Wachstumszahlen, die rückläufige Innovationskraft und die abnehmende internationale Wettbewerbsfähigkeit“, so Klug – und verwies auf die Forschungsergebnisse von Claudia Goldin von der Harvard Universität, die aktuelle Trägerin des Wirtschaftsnobelpreises. Nötig sei ein Kulturwandel. Ein Kernthema ist die Flexibilität, sagte Schnitzer in ihrer Keynote (die Präsentation finden Sie weiter unten). Der Arbeitsmarkt belohnt lange Arbeitszeiten, besonders im Bereich der höheren Löhne. Flexiblere Jobs werden geringer entlohnt. Die zwischen Männern und Frauen ungleich verteilte Sorgearbeit ist ein Grund für die Verteilung am Arbeitsmarkt: Männer machen unflexiblere Jobs mit längeren Arbeitszeiten, Frauen flexiblere Jobs mit kürzeren Arbeitszeiten. Dies führt zu einem weiter hohen Gender Pay Gap und damit zu Fehlanreizen. Insbesondere in Deutschland führt die Geburt des ersten Kindes bei Frauen, nicht bei Männern, zu einem drastisch sinkenden Einkommen, und zwar auf Dauer. Etwa in Schweden ist dieser Effekt viel weniger stark, aber auch in Ostdeutschland. Wichtig seien Vorbilder, erklärte Sigrid Nikutta, Vorständin Güterverkehr der Deutschen Bahn AG und DB Cargo AG. Bei der Bahn gebe es 30% Frauen in Führungspositionen, Ziel sei die Parität. In Skandinavien, sagte Wiebke Ankersen, Geschäftsführerin der AllBright Stiftung, gebe es eine andere Arbeitszeitkultur – auch Führungskräfte könnten sich um Familie kümmern. Notwendig sei ein umfassender Ausbau der Kinderbetreuung, vor allem auch der Betreuungszeiten, betonte Gisela Erler, eine der Pionierinnen bei diesem Thema, Unternehmerin und Staatsrätin a.D. Diversität sei auch ein essentieller Faktor für Nachhaltigkeit, unter anderem weil sie zur Innovationsfähigkeit beiträgt, sagte Christian Berg vom Club of Rome. Das Gespräch moderierte Christina Bösenberg von @BCG Brighthouse. Weitere Dialogformate folgen – wir bleiben dran an diesem für Deutschlands Wirtschaft so relevanten Thema. Helfen kann auch der Austausch zu Best Practices in Unternehmen. Lilly Deutschland hat gute Erfahrungen mit geteilter Führung gemacht – Job Sharing mit zwei Personen in Teilzeit auf einer Leitungsfunktion, erklärten Lena Jurich und Stefanie Möller. Der Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz habe eine eigene Kindertagesstätte und Langzeitarbeitskonten, berichtete Brigita Jeroncic. Wichtig sei die Flexibilisierung der Arbeitszeiten, so die Erfahrung der Berliner Stadtreinigung, sagte Stefanie Hansen-Heidelk. Das ermögliche eine bessere Verbindung von Job und Familie oder Pflege. Für alle, aber real vor allem für die im Unternehmen so wichtigen Frauen.
Arbeitsmarkt und Demografie
21.03.2024
Künstliche Intelligenz als Chancentreiber für Umwelt und Klima
Im vergangenen Jahr hat der GWD begonnen, im Rahmen des Arbeitsfeldes Forschung und Innovation den verantwortungsvollen Umgang mit den aktuellen Entwicklungen der Künstliche Intelligenz (KI) zu thematisieren. Aufbauend darauf haben wir im Fachforum die ökologischen Potenziale von KI-Einsatz sowie deren Gestaltung aus Sicht der Politik und der Wirtschaft diskutiert. Aus der Politik durften wir uns dabei über einen Impuls und Beitrag zur Diskussion von der Vorsitzenden des Ausschusses für Digitales sowie Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz im Deutschen Bundestag, Tabea Rößner MdB freuen. Einen wirtschaftlichen Impus lieferte Maximilian Dekorsy (ecoplanet). In diesem Zusammenhang wurde unter anderem die  umweltfreundliche Prozessoptimierung, ressourcenschonende und energieeffiziente Anwendung von KI für alle Sektoren, beispielsweise Logistik, digitale Kraftwerke, Prozessoptimierung sowie -prognosen genannt und näher beleuchtet. Weiterführend wurde auf die Notwendigkeit von Nachhaltigkeitsstandards für die Vermeidung potenzieller Rebound-Effekte des Ressourcenverbrauchs der Digitalisierung hingewiesen. Eine Herausforderung stellt außerdem die Implementierung von KI-gestützen Tools in kleinen und mittelständischen Unternehmen dar: Hier benötigt es einen hohen Beratungsaufwand und Pilotprojekte sowie eine Förderung. Tabea Rößner macht in Ihrem Impuls auch auf Herausforderung einer erhöhten Digitalisierung aufmerksam: „Nachhaltigkeit und potenzielle Rebound-Effekte müssen bereits bei der Konzeptionierung von KI im Blick stehen: Eine bessere Energieeffizienz kann sowohl durch infrastrukturelle Anpassungen, Datensparsamkeit als auch in der modularen Entwicklung der Software erreicht werden.“ Spannende Einblicke erhielten wir außerdem durch eine exklusive Vorstellung von Fabian Seiter der Deutschen Energie-Agentur (dena) zu ihrer neuen Studie zu energieeffizienter Künstlicher Intelligenz: „In der Studie „Energieeffiziente KI“ des Future Energy Labs konnten wir erhebliche Energieeinsparpotenziale zwischen 31 und 61 Prozent nachweisen. Das KI-Training mit „Föderiertem Lernen“ – also das Training von KI direkt auf den Endgeräten und die anschließende Übertragung an den Server – sowie die Ausführung von KI kann auf Basis unserer Ergebnisse deutlich energieeffizienter durchgeführt werden.“ > Zur Studie <
Innovation, Digitalisierung und Technologie
15.01.2025
Zukunft unseres Arbeitsmarktes: Weiterbildung zielgerichtet stärken
In einer schnelllebigen und dynamischen Arbeitswelt ist es von entscheidender Bedeutung, dass Deutschland über eine wettbewerbsfähige „Workforce“ verfügt, um den Wohlstand und die Wirtschaftskraft auch in Zukunft zu sichern. Die Einführung innovativer KI-Anwendungen und zahlreiche weitere Veränderungen stellen uns vor erhebliche Herausforderungen. In diesem Kontext rücken Weiterbildung sowie das Konzept des lebenslangen Lernens immer stärker in den Fokus. Qualifizierung ist ein wesentlicher Schlüssel, um die Arbeitswelt zukunftssicher zu gestalten und um unsere wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu stärken. Wir wollen gemeinsam erörtern, wie innovative Ansätze aus der Wirtschaft bereits erfolgreich umgesetzt werden – und welche Unterstützung seitens der Politik erforderlich ist, um diese Potenziale weiter zu entfalten. In der Diskussion möchten wir insbesondere folgende Themen behandeln: Wie lassen sich Weiterbildungsangebote so gestalten, dass sie die individuellen Anforderungen von Unternehmen und Mitarbeitenden optimal erfüllen und gleichzeitig die Bereitschaft für lebenslanges Lernen stärken? Welche Hürden gibt es aktuell bei der beruflichen Weiterbildung? Und decken die aktuellen Förderprogramme den Weiterbildungsbedarf von Unternehmen und Mitarbeitenden ausreichend ab? Wir freuen uns auf Impulse durch Ricarda Lang MdB und Stellv. Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales, Bündnis 90/Die Grünen und Dr. Gunilla Fincke, Leiterin der Abteilung I, Qualifizierung, Aus- und Weiterbildung und Fachkräftesicherung, Bundesministerium für Arbeit und Soziales, sowie Praxisbeispiele von Vertreter:innen aus der Wirtschaft.
Arbeitsmarkt und Demografie