China – Partner wider Willen? Europas strategische Optionen nach Trump

24. Juni 2025

mit Jens Eskelund, Präsident Europäische Handelskammer in China und Tilman Kuban, MdB und europapolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion

Chinas wachsende wirtschaftliche und geopolitische Bedeutung stellt Europa vor strategische Entscheidungen: Zwischen De-Risking, verzerrtem Wettbewerb durch chinesische Überkapazitäten und dem Wunsch nach Kooperation muss Europa seine Rolle neu definieren. Zwischen der Hoffnung auf freien Handel und dem wachsenden Misstrauen gegenüber Chinas staatlich gelenkter Industrie stellt sich die Frage: Wo muss Europa klare Grenzen ziehen – und wo bleiben Dialog und Kooperation unabdingbar? Wie gelingt außenpolitische Eigenständigkeit angesichts schwindender Verlässlichkeit traditioneller Partner wie der USA? Und wo verlaufen künftig die roten Linien im Verhältnis zu China? Diskutieren Sie, wie Europa selbstbewusst und zukunftsfähig auf die geopolitischen Herausforderungen reagieren kann, zusammen mit unseren Gästen, Jens Eskelund, Präsident Europäische Handelskammer in China und Tilman Kuban, MdB und europapolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion (angefragt).

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27.10.2025
Industrieller Wandel zwischen Klimazielen und Versorgungssicherheit
Gemeinsam mit Julia Willie Hamburg, stellv. Ministerpräsidentin Niedersachsen, Kristian Evers, Geschäftsführer HZI Gruppe, Aurélie Alemany, CEO enercity AG, sowie Dr. Claudia Kemfert, Professorin für Energieökonomie und Energiepolitik an der Leuphana Universität Lüneburg und Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (angefragt) möchten wir über die Herausforderungen und Chancen für den Wirtschaftsstandort Niedersachsen diskutieren. Wir werden u. a. folgende Fragen zur Diskussion stellen: Was braucht die niedersächsische Wirtschaft für eine erfolgreiche und bezahlbare Energiewende? Welche Infrastrukturen, Technologien und politischen Entscheidungen sind jetzt prioritär? Wie können Unternehmen, Versorger und Politik gemeinsam Lösungen entwickeln, die zugleich ökologisch tragfähig und wirtschaftlich realistisch sind?
Klimaneutralität, Energiewende und IndustriepolitikRegionalforen
13.02.2024
CEO-Meeting: Rolle der Finanz- und Versicherungswirtschaft in der Transformation
Welche Rolle kann und sollte die Finanz- und Versicherungswirtschaft bei der Umsetzung der Transformation spielen? Um einen gemeinsamen kritischen Blick auf den Ist-Stand zu werfen sowie neue Wege und Lösungen im Zusammenspiel von Politik, Finanz- und Realwirtschaft zu identifizieren, lud der GWD zum CEO-Meeting auf dem Karriere-Campus Hannover. Rahmengebende Impulsvorträge durch den Niedersächsischen Finanzminister Gerald Heere, die Vorsitzende des Sustainable Finance-Beirats der Bundesregierung Silke Stremlau, sowie Jörg Arnold, CEO von Swiss Life Deutschland, lieferten die Grundlage für die anschließende von Tjark Melchert, politischer Repräsentant des GDV – Gesamtverband der Versicherer, moderierte Diskussion.  Themen wie die Priorisierung der Aufgaben in der Transformation, die Rahmengestaltung für Investitionen in der Zeitenwende, Definitionen von Standards für nachhaltige Investitionen und die Verantwortung des Finanz- und Versicherungsvertriebs standen dabei im Mittelpunkt. Die Finanzwirtschaft als solche wurde dabei als ein wesentlicher Hebel hinter der Transformation benannt, denn die Branche ist mit allen Wirtschaftsbereichen verknüpft und kann monetäre Mittel in transformative Projekte lenken. Es wurde diskutiert, welche strategischen Grundsatzentscheidungen aus der Politik diese Steuerung ermöglichen, erleichtern bzw. beschleunigen könnten. Klar ist, dass bereits heute enorme finanzielle Mittel im Markt vorhanden sind, diese aber noch nicht effizient für die Transformation genutzt werden. Silke Stremlau wies in ihrem Impulsbeitrag auf den bereits eingetretenen Sinneswandel in der Finanzbranche hin –  aber auch, was es für eine konsequente Finanzwende noch braucht: „Sustainable Finance ist mittlerweile im Mainstream angekommen. Ökologische und soziale Nachhaltigkeit stehen in direkter Verbindung zum Risikomanagement: Die allermeisten Geschäftsmodelle sind von einer intakten Umwelt abhängig. Es wäre daher sinnvoll, dass Natur innerhalb der verschiedenen Analysemodelle einen finanziellen Wert bekommt. Hierbei können wir von anderen Ländern, wie z.B. UK, einiges lernen.“ Der Niedersächsische Finanzminister betonte die Bedeutung eines kritisch-konstruktiven Dialogs in dieser entscheidenden Phase der Transformation: „Die aktuellen Entwicklungen der wirtschaftlichen Transformation – einschließlich der nachhaltigkeitsbezogenen Regulierung im Finanzsektor – haben zweifelsohne stellenweise disruptiven Charakter. Der Hintergrund ist aber, dass in den letzten 20 Jahren zu wenig in Sachen Transformation geschehen ist und wir ohne Disruption das Versäumte nicht aufholen werden. In dieser kritischen Phase der Transformation ist mir der kritisch-konstruktive Dialog besonders wichtig, um das gegenseitige Verständnis und somit eine stabile Vertrauensbasis zu fördern.“ Jörg Arnold, CEO von Swiss Life Deutschland zeigt noch fehlende Regelungen, welche die Transformation auf wirtschaftlicher und endkund:innenebene anschieben: „Wir sind uns einig, dass wir die ökologisch-soziale Transformation in Europa wollen und privates Kapital in entsprechende Projekte gelenkt werden sollte. Fehlende Standards für nachhaltige Finanzprodukte führen jedoch dazu, dass der Markt zu undurchsichtig ist und dies ist in der Finanzberatung schwer vermittelbar. Wir brauchen ein einheitliches, verständliches Bewertungssystem – sei es ein Skala- oder ein Stufensystem – um die Komplexität für Privatanlegerinnen und Privatanleger zu reduzieren. Gleichzeitig braucht es neuartige Investitionsgefäße für Kleinsparerinnen und -sparer, damit sie sich an Transformationsprojekten – zum Beispiel auch in ihrer eigenen Region – beteiligen können.“   
Standortpolitik, Infrastruktur und Europa
19.10.2023
Ein Jahr deutsches Lieferkettengesetz – Auswirkungen, Fortschritte, Unsicherheiten?
Beim Fachforum zum Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz mit Max Lucks MdB, Obmann im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Dr. Melanie Müller, Leiterin des Forschungsnetzwerks Nachhaltige Globale Lieferketten bei der Stiftung Wissenschaft und Politik, sowie Cornelia Heydenreich, Bereichsleiterin Unternehmensverantwortung bei Germanwatch e.V., wurde eine Bilanz nach einem Jahr deutsches Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz gezogen und erste Erkentnnisse diskutiert. Sowohl Deutschlands Verantwortung für Menschenrechtsverletzungen, als auch positive Effekte des Gesetztes für in Deutschland und Europa ansässige Unternehmen wurden dabei genannt. Denn gerade in Zeiten mutipler Krisen ist es für Unternehmen wichtig, schnell auf Veränderungen im globalpolitischen Gefüge mit Auswirkungen auf die Wertschöpfungskette reagieren zu können. Kritisch wurden hingegen die Berichtspflichten diskutiert, welche teilweise nur mit hohem bürokratischem Aufwand möglich sind. Max Lucks betonte unter anderem die Außenwirkung des Gesetzes für Deutschland: „Deutschland versteht sich als Vorreiter bei der Umsetzung globaler Umwelt- und Menschenrechtsstandards. Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz trägt zur Aufrechterhaltung Deutschlands Glaubwürdigkeit für das Einstehen dieser Standards in der Außenpolitik bei, indem es Vorgaben für die Entwicklung fairer Arbeitsbedingungen bei internationalen Zulieferunternehmen festlegt und somit die Märkte der Zukunft prägt. Nur so kann unser Wohlstand langfristig stabilisiert werden.“  Katinka Barysch, Chief Human Rights Officer bei Allianz SE, lenkte den Blick auch auf die Europäische Lieferkettenrichtlinie CSDDD (Corporate Sustainability Due Diligence Directive): „Bei der Allianz bemühen wir uns, die Anforderungen des Lieferkettengesetzes mit bestehenden Prozessen bestmöglich zu integrieren. Auch versuchen wir, Synergien zu finden zwischen den Berichtspflichten der CSRD zum Thema „Beschäftigte in der Wertschöpfungskette“ und den Sorgfaltspflichten in der Lieferkette. Wir hoffen, dass die EU solche Synergien bei der finalen CSDDD Version im Blick hat.“ Dr. Melanie Müller hob die Auswirkungen des LKSGs auf die Resilienz von Unternehmen hervor: „Untersuchungen nach der Corona-Pandemie haben gezeigt, dass solche Unternehmen, die über ihre Lieferketten detailliertere Informationen bereitstellen können auch in der Krise resilienter aufgestellt waren. In Zeiten multipler Herausforderungen unterstützen hohe Nachhaltigkeitsstands somit eine erfolgreiche Transformation.“
Geoökonomie, Resilienz und Sicherheit