2. Fachforum Altersvorsorge

11. Mai 2021

Nachdem das Forum im vergangenen Jahr den Austausch zur Weiterentwicklung des Alterssicherungssystems begonnen
hat, sollten in der zweiten Sitzung speziell zwei Themenfelder stärker in den Fokus genommen werden:
1. Wie kann der von Bündnis 90/Die Grünen geforderte Bürgerfonds konkret aussehen?
2. Welche gesellschaftliche Rolle hat die private Altersvorsorge und welche Perspektive gibt sie?
Aus der grünen Bundestagsfraktion waren Sprecher für Rentenpolitik Markus Kurth, MdB und Sprecher für Arbeitsmarktpolitik und Europäische Sozialpolitik Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn, MdB an der Diskussion beteiligt.
Einigkeit herrschte darüber, dass Beratung ein zentraler Punkt im Bereich Altersvorsorge ist, da die meisten Bürger:innen sich zu wenig mit diesem Thema beschäftigen. Die Frage, ob eine Reform des bestehenden Systems ausreicht, um eine bessere Alterssicherung zu gewährleisten, oder ein neues Instrument wie der Bürgerfonds eine maßgebliche Verbesserung mitbringen würde, wurde jedoch nicht abschließend geklärt. Das Fachforum plant daher, die unterschiedlichen Positionen in einem Diskussionspapier abzubilden und den Austausch in einer dritten Sitzung fortführen.

Weitere Veranstaltungen

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15.11.2022
GreenTeaTimeTalk mit Prof. Dr. Maja Göpel und Dr. Andreas Audretsch MdB
Am 15. November fand der GreenTeaTimeTalk (GTTT) zum Thema „Von der Verteidigung der Demokratie hin zur Gestaltung der Zukunft“ statt. Prof. Dr. Maja Göpel und Dr. Andreas Audretsch teilten dabei ihre Expertise zu gesellschaftlichen Allianzen für die Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft in den Räumlichkeiten des PalaisPopulaire der Deutschen Bank. * Dabei wurden Bedingungen und Herausforderungen für ein Gelingen dieser Transformation unter verschiedenen Aspekten diskutiert: Wie überwinden wir die Widersprüche und Dichotomien in Gesellschaft und Wirtschaft zum Umbau? Welche Bilanzierungsformen bilden die wahren Kosten und Gewinne der Wirtschaft ab, wenn die Kosten für die Umwelt miteinbezogen werden sollen?  Und zentral: Welche neuen Allianzen braucht es, um den Umbau zukunftsfähig zu gestalten, Bequemlichkeiten zu überwinden und (neuen) Wohlstand zu gewähreisten? Dr. Andreas Audretsch unterstrich in seinem Impulsvortrag die Chance umfangreicher Hilfspakete für die Transformation: „Wir investieren weit über 100 Milliarden Euro in den ökologischen Umbau. Mit dem Klima- und Transformationsfonds stützen wir die Wirtschaft nach der Corona-Krise und treiben zugleich eine nachhaltige Zukunft voran. Genau so macht es Sinn. Wenn wir nun angesichts des Energie-Krieges Russlands gegen Europa mit weiteren 200 Milliarden Euro Wirtschaft und Gesellschaft stützen, muss gleichzeitig immer im Mittelpunkt stehen, grundlegende Veränderungen anzustoßen. Nur den Status Quo mit viel Geld zu konservieren wäre ein großer Fehler. Darum subventionieren wir zum Beispiel nur einen Teil des Gasverbrauches und auch nicht bis auf Vorkriegsniveau. Es muss immer klar sein, dass sich der Umstieg lohnt. Wir müssen weg von den Fossilen, Erneuerbare sind die günstigste und sauberste Energiequelle, die wir haben – und Erneuerbare machen uns unabhängig von Diktatoren wie Wladimir Putin.“ Die Lenkungswirkung einer Internalisierung externer Effekte in Produktionsprozessen unterstrich Prof. Dr. Maja Göpel: Wir sollten aufhören, von „billiger“ Energie zu sprechen. Für die nächsten Jahrzehnte gibt es keine billige Energie, schon gar nicht grenzenlose Mengen davon: Sobald Schäden am Naturkapital wie Wasser oder Biodiversität eingepreist, oder prekäre Menschenrechtssituationen berücksichtigt werden, drängen Fragen der Effizienz und Suffizienz nach vorne und die Wertschöpfung von Unternehmen sieht deutlich anders aus.“   GWD GreenTeaTimeTalk Dr. Andreas Audretsch MdB, ist Stellv. Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag und Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales. Prof. Dr. Maja Göpel, ist Politökonomin, Expertin für Nachhaltigkeitspolitik und Transformationsforschung und Mitbegründerin von Scientists4Future.
29.05.2024
Regionale Strukturen für Kreislaufwirtschaft
Kreiswirtschaftliche Ansätze sind von entscheidender Bedeutung für eine nachhaltige Wirtschaftsweise: Dadurch wird nicht nur die Umweltbelastung reduziert, sondern auch die Abhängigkeit von endlichen Ressourcen und Drittstaaten verringert und damit Resilienz in der Wirtschaft gesteigert. Auf lange Sicht ermöglicht Kreislaufwirtschaft eine nachhaltige Entwicklung, die sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Ziele in Einklang bringt. Auf dem Weg dort hin stellen sich jedoch zahlreiche Herausforderungen in Hinblick auf Regulatorik, Neugestaltung von Lieferketten und die Finanzierung von neuen innovativen Technologien und Infrastruktur.  Im Rahmen des Regionalforums Sachsen haben wir gemeinsam mit den Teilnehmenden sowie dem Sächsischen Staatsminister für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft Wolfram Günther diskutiert, auf welche Weise Landespolitik dazu beitragen kann, kreislaufwirtschaftliche Ansätze zu fördern bzw. zu ermöglichen. Gleichzeitig haben wir beleuchtet, welche Kooperation zwischen Produzenten, Entsorgern und Verarbeitungsunternehmen möglich und notwendig sind, um Rückführungs- und Recyclingprozesse effizient zu gestalten. In einem Impulsvortrag hat Valentina Beatovic-Dobman von Dow Deutschland Inc. die Potenziale Sachsens hinsichtlich der Entwicklung eines  Kreislaufwirtschaft-Ökosystems beleuchtet und erläutert, welche politischen Rahmenbedingungen aus Sicht von Dow den Weg dorthin beschleunigen könnten. Beatovic-Dobmann betont die Möglichkeiten, die eine Transformation in Sachsen mit sich bringt: „Kreislaufwirtschaft ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und wir befinden uns zusammen mit unseren Partnern in der Transformation. Kollaborationen entlang der Wertschöpfungskette und mit Wissenschaft sind entscheidend und diese Region Sachsen hat ein großes Potential für die Skalierung der Kreislaufwirtschaft“. Staatsminister Günther stellt die Vorteile einer Kreislaufwirtschaft heraus: »Die Wirtschaft der Zukunft arbeitet in Kreisläufen. Wir müssen weg vom Raubbau an der Natur und von Abfallbergen und hin zu geschlossenen Stoffkreisläufen und Wiederverwendung. Kreislaufwirtschaft schützt Umwelt und Klima, zahlt sich aber auch betriebswirtschaftlich aus – weil neue Rohstoffe nicht mehr teuer beschafft werden müssen, weil Kreislaufwirtschaft ein Geschäftsfeld ist und unsere Volkswirtschaft resilienter macht. Denn Kreislaufwirtschaft heißt auch, sich strategisch unabhängiger von Lieferländern zu machen, in denen Menschenrechte und Umweltstandards nicht eingehalten werden.«
Geoökonomie, Resilienz und SicherheitRegionalforen
19.10.2023
Ein Jahr deutsches Lieferkettengesetz – Auswirkungen, Fortschritte, Unsicherheiten?
Beim Fachforum zum Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz mit Max Lucks MdB, Obmann im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Dr. Melanie Müller, Leiterin des Forschungsnetzwerks Nachhaltige Globale Lieferketten bei der Stiftung Wissenschaft und Politik, sowie Cornelia Heydenreich, Bereichsleiterin Unternehmensverantwortung bei Germanwatch e.V., wurde eine Bilanz nach einem Jahr deutsches Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz gezogen und erste Erkentnnisse diskutiert. Sowohl Deutschlands Verantwortung für Menschenrechtsverletzungen, als auch positive Effekte des Gesetztes für in Deutschland und Europa ansässige Unternehmen wurden dabei genannt. Denn gerade in Zeiten mutipler Krisen ist es für Unternehmen wichtig, schnell auf Veränderungen im globalpolitischen Gefüge mit Auswirkungen auf die Wertschöpfungskette reagieren zu können. Kritisch wurden hingegen die Berichtspflichten diskutiert, welche teilweise nur mit hohem bürokratischem Aufwand möglich sind. Max Lucks betonte unter anderem die Außenwirkung des Gesetzes für Deutschland: „Deutschland versteht sich als Vorreiter bei der Umsetzung globaler Umwelt- und Menschenrechtsstandards. Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz trägt zur Aufrechterhaltung Deutschlands Glaubwürdigkeit für das Einstehen dieser Standards in der Außenpolitik bei, indem es Vorgaben für die Entwicklung fairer Arbeitsbedingungen bei internationalen Zulieferunternehmen festlegt und somit die Märkte der Zukunft prägt. Nur so kann unser Wohlstand langfristig stabilisiert werden.“  Katinka Barysch, Chief Human Rights Officer bei Allianz SE, lenkte den Blick auch auf die Europäische Lieferkettenrichtlinie CSDDD (Corporate Sustainability Due Diligence Directive): „Bei der Allianz bemühen wir uns, die Anforderungen des Lieferkettengesetzes mit bestehenden Prozessen bestmöglich zu integrieren. Auch versuchen wir, Synergien zu finden zwischen den Berichtspflichten der CSRD zum Thema „Beschäftigte in der Wertschöpfungskette“ und den Sorgfaltspflichten in der Lieferkette. Wir hoffen, dass die EU solche Synergien bei der finalen CSDDD Version im Blick hat.“ Dr. Melanie Müller hob die Auswirkungen des LKSGs auf die Resilienz von Unternehmen hervor: „Untersuchungen nach der Corona-Pandemie haben gezeigt, dass solche Unternehmen, die über ihre Lieferketten detailliertere Informationen bereitstellen können auch in der Krise resilienter aufgestellt waren. In Zeiten multipler Herausforderungen unterstützen hohe Nachhaltigkeitsstands somit eine erfolgreiche Transformation.“
Geoökonomie, Resilienz und Sicherheit