Flexibilität als Schlüssel zu einem kostengünstigen Stromsystem

16. Dezember 2025 | 10:00 – 11:30 Uhr

mit Michael Kellner MdB

Die Flexibilisierung des Stromsystems macht die Transformation tragbar. Sie senkt Systemkosten, glättet Preisspitzen und stärkt die Versorgungssicherheit: sind Angebot und Nachfrage besser aufeinander abgestimmt, können Netzausbau- und Redispatch-Kosten reduziert und teure (fossile) Kraftwerke seltener genutzt werden.

Wo gibt es Flexibilitätspotenziale bei Erzeugung und Nachfrage, insbesondere von Unternehmen? Welche technischen Innovationen und marktlichen Anreize braucht es für ein effizientes, sicheres und bezahlbares Energiesystem? Wie nutzen wir Speicherkapazitäten und Sektorkopplung optimal? Diese Fragen diskutieren wir mit Michael Kellner MdB, energiepolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, und Dr. Wolf-Peter Schill, Leiter des Forschungsbereichs „Transformation der Energierwirtschaft“ am DIW Berlin.

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15.11.2022
GreenTeaTimeTalk mit Prof. Dr. Maja Göpel und Dr. Andreas Audretsch MdB
Am 15. November fand der GreenTeaTimeTalk (GTTT) zum Thema „Von der Verteidigung der Demokratie hin zur Gestaltung der Zukunft“ statt. Prof. Dr. Maja Göpel und Dr. Andreas Audretsch teilten dabei ihre Expertise zu gesellschaftlichen Allianzen für die Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft in den Räumlichkeiten des PalaisPopulaire der Deutschen Bank. * Dabei wurden Bedingungen und Herausforderungen für ein Gelingen dieser Transformation unter verschiedenen Aspekten diskutiert: Wie überwinden wir die Widersprüche und Dichotomien in Gesellschaft und Wirtschaft zum Umbau? Welche Bilanzierungsformen bilden die wahren Kosten und Gewinne der Wirtschaft ab, wenn die Kosten für die Umwelt miteinbezogen werden sollen?  Und zentral: Welche neuen Allianzen braucht es, um den Umbau zukunftsfähig zu gestalten, Bequemlichkeiten zu überwinden und (neuen) Wohlstand zu gewähreisten? Dr. Andreas Audretsch unterstrich in seinem Impulsvortrag die Chance umfangreicher Hilfspakete für die Transformation: „Wir investieren weit über 100 Milliarden Euro in den ökologischen Umbau. Mit dem Klima- und Transformationsfonds stützen wir die Wirtschaft nach der Corona-Krise und treiben zugleich eine nachhaltige Zukunft voran. Genau so macht es Sinn. Wenn wir nun angesichts des Energie-Krieges Russlands gegen Europa mit weiteren 200 Milliarden Euro Wirtschaft und Gesellschaft stützen, muss gleichzeitig immer im Mittelpunkt stehen, grundlegende Veränderungen anzustoßen. Nur den Status Quo mit viel Geld zu konservieren wäre ein großer Fehler. Darum subventionieren wir zum Beispiel nur einen Teil des Gasverbrauches und auch nicht bis auf Vorkriegsniveau. Es muss immer klar sein, dass sich der Umstieg lohnt. Wir müssen weg von den Fossilen, Erneuerbare sind die günstigste und sauberste Energiequelle, die wir haben – und Erneuerbare machen uns unabhängig von Diktatoren wie Wladimir Putin.“ Die Lenkungswirkung einer Internalisierung externer Effekte in Produktionsprozessen unterstrich Prof. Dr. Maja Göpel: Wir sollten aufhören, von „billiger“ Energie zu sprechen. Für die nächsten Jahrzehnte gibt es keine billige Energie, schon gar nicht grenzenlose Mengen davon: Sobald Schäden am Naturkapital wie Wasser oder Biodiversität eingepreist, oder prekäre Menschenrechtssituationen berücksichtigt werden, drängen Fragen der Effizienz und Suffizienz nach vorne und die Wertschöpfung von Unternehmen sieht deutlich anders aus.“   GWD GreenTeaTimeTalk Dr. Andreas Audretsch MdB, ist Stellv. Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag und Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales. Prof. Dr. Maja Göpel, ist Politökonomin, Expertin für Nachhaltigkeitspolitik und Transformationsforschung und Mitbegründerin von Scientists4Future.
10.08.2021
Governance und digitale Transformation von Staat & Verwaltung
Unter Leitung von Gabriele C. Klug und Boris von Chlebowski (Accenture) fand die erste Veranstaltung des Fachforums Digitale Transformation von Staat und Verwaltung statt. Nach Keynotes von Jan Philipp Albrecht, Digitalisierungsminister in Schleswig-Holstein und Dr. Anna Christmann, Sprecherin für Innovationspolitik der Grünen-Fraktion im Bundestag, diskutierten Vertreter:innen der Digitalbranche sowie aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft über die Voraussetzungen „Guten Regierens“ im digitalen Zeitalter. Angesichts sich ständig wandelnder gesellschaftlicher Herausforderungen wie dem Klimawandel oder nicht zuletzt der Corona-Pandemie ist eine handlungsfähige und der Geschwindigkeit der digitalisierten Welt gewachsene öffentliche Verwaltung unverzichtbar. Welche Rahmenbedingungen hierfür geschaffen werden müssen, sind im Positionspapier des GWD festgehalten. Weitere Informationen im Newsletter 11/2021.
08.02.2023
FF Energie: Kurzfristige Möglichkeiten und Herausforderungen in der CCS-Anwendung
In der Beschäftigung des GWD mit dem Thema CCS fand die Auftaktveranstaltung bereits am 25. Oktober 2022 zum Thema „CO2-Abscheidung und Speicherung (CCS/CCU)“ statt; hier konnten bereits erste politische und wirtschaftliche Handlungsfelder sowie Problemstellungen identifiziert werden. Am 8. Februar 2023 fand nun die zweite Veranstaltung zum Themenkomplex statt. Hier wurden insbesondere die kurzfristigen Möglichkeiten und Herausforderungen in der CCS-Anwendung diskutiert sowie konkrete Maßnahmen erarbeitet. Der Tenor der Beteiligten an dem Fachforum war dabei: Die Zeit drängt, es ist notwendig, bei CCS möglichst bald in die Umsetzung zu kommen. Impulsvorträge gaben Dr. Sebastian Fischer, Referent beim Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), Carolin Boßmeyer, Head of Liaison Office Berlin und Senior Manager Government Affairs bei Heidelberg Materials, sowie Sarah Endres, Projektleiterin Unternehmensentwicklung/Business Development Manager, EEW Energy from Waste GmbH. Wissenschaftliche begleitet wird die Veranstaltungsreihe von Prof. Dr. Sebastian Timmerberg von der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg). (c) BMWK, Anja Blumentritt Dr. Sebastian Fischer, Referent beim Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK): „Klimaneutralitätsstudien zeigen, dass nationale und internationale Klimaziele nur mit CCS/CCU in der Industrie und im Abfallsektor erreichbar sind. Für den erfolgreichen Hochlauf einer CCS/CCU-Wirtschaft erarbeitet die Bundesregierung aktuell eine Carbon Management Strategie (CMS). Die CMS soll den Schwerpunkt auf nicht bzw. schwer vermeidbare Prozessemissionen der Industrie legen, mögliche Anwendungsgebiete für CCU/CCS benennen, rechtliche und ökonomische Rahmenbedingungen schaffen sowie notwendige Infrastrukturentwicklungen identifizieren.“ Sarah Endres, Projektleiterin Unternehmensentwicklung/Business Development Manager, EEW Energy from Waste GmbH: „Bei der Ausgestaltung der Rahmenbedingungen muss die Politik die Besonderheiten der thermischen Abfallverwertung beachten: Wir benötigen die CO2-Abscheidung zur Erreichung unserer Emissionsminderungsziele. Gleichzeitig können wir durch die Generierung von Negativemissionen und durch die Bereitstellung von biogenem CO2 als Grundstoff für die Industrie erheblich zum Gesamtziel einer klimaneutralen Kreislaufwirtschaft 2050 beitragen.“
Klimaneutralität, Energiewende und Industriepolitik