Standortpolitik, Infrastruktur und Europa

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Für bessere Bedingungen in Deutschland und EU

Standortfaktoren gibt es eine ganze Reihe – hier im Fachforum geht es um einige besonders wichtige: Bürokratie, Infrastruktur, Steuern, Kapital. Dabei geht es uns um Deutschland, aber auch um Europa. Aus Brüssel kommt hoch relevante Regulierung; und viele Herausforderungen lassen sich von der Politik innerhalb nationaler Grenzen kaum mehr anpacken. Es zählt: der gemeinsame Binnenmarkt.

Themen im Fachforum sind unter anderem:

  • Bürokratieabbau & „gute Regulierung“
  • Ertüchtigung der physischen Infrastruktur
  • Bauwirtschaft
  • Mobilität und Logistik
  • Digitale Infrastruktur mit „Edge of Technology“-Anspruch
  • Unternehmenssteuerreform
  • Kapitalmärkte & Finanzwirtschaft
  • EU-Reformen & Vollendung des Binnenmarktes

Unsere Expert:innen

Das Fachforum leiten zwei unserer Mitglieder: Ipek Ölcüm und Martin Becker-Rethmann

In der Geschäftsstelle sind zuständig: Felix Klein, Adrian Döhr

Ipek Ölcüm
Martin Becker-Rethmann

Aktuelle Themen

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29.04.2026
Regionalforum NRW: Transformation des Schwerlastverkehrs
Beim 4. Meeting unserer Veranstaltungsreihe „Transformation des Schwerlastverkehrs: Der Roll-out“ in Kooperation mit dem Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes NRW (MWIKE) sowie Energy4Climate (E4C) stand die Frage im Mittelpunkt: Wie finanzieren wir die Transformation? Gemeinsam mit Akteur:innen aus Finanzindustrie und Politik, Spediteuren und E-Mobilitäts-Infrastrukturunternehmen haben wir aktuelle Instrumente, Herausforderungen und Lösungsansätze diskutiert. Hier vier zentrale Takeaways aus der Veranstaltung: Förderung kann Türöffner sein aber kein Dauerzustand: Öffentliche Programme setzen wichtige Anreize und ermöglichen den Markteinstieg. Langfristig soll die Transformation jedoch durch Marktmechanismen getragen werden. Dafür ist eine Verstetigung des Maut-Regimes essenziell. Engpass Infrastruktur: Während die Finanzierung von E-LKW zunehmend darstellbar ist, bleibt der Ausbau von Lade- und Energieinfrastruktur die größere Herausforderung – technisch, regulatorisch und finanziell. Planungssicherheit und Skalierung sind kritische Faktoren: Kurzfristige Förderfenster, uneinheitliche Rahmenbedingungen in den Bundesländern und hohe Kapitalbedarfe erschweren Investitionsentscheidungen, insbesondere für KMU. NRW bietet Vorteile als Finanzierungsstandort und ist damit Vorreiter: Insbesondere Bürgschaften sowie die Kombination aus Fördermitteln, Bankfinanzierung und Leasing eröffnen Spielräume – auch für Projekte ohne klassische Eigenkapitalbasis. Es gilt jedoch, diese zahlreichen Möglichkeiten in der Breite bekannter zu machen. Wir danken allen Teilnehmenden für den offenen Austausch und die praxisnahen Einblicke. Unser besonderer Dank gilt den Referenten: Michael Monstadt (Direktor, Leiter Abteilung Hausbanken- und Fördernehmerberatung, NRW.BANK), Dr. Rainer Holtmann (Direktor, PwC), Stefan Leuchten (Leiter des Referats „Klimagerechte Mobilität, Elektromobilität, Lade- und Tankinfrastruktur“, MWIKE), Bodo Sentker (Direktor, Sustainable Finance Client Solutions Firmenkunden, Deutsche Bank), Jörg Steinhoff (Leitung Transport und Logistik, Deutsche Leasing Gruppe), Bernd Reining (Geschäftsführer, ILS – Innovative Logistic Solutions).
Regionalforen Standortpolitik, Infrastruktur und Europa
22.04.2026
Investitionen in Infrastruktur: Austausch mit MdB Audretsch
Infrastruktur für einen starken Standort Deutschland – welche Rolle kann privates Kapital bei der Finanzierung spielen? Mit Andreas Audretsch, Fraktions-Vize von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, und dem Ökonom Patrick Kaczmarczyk von der Universität Mannheim am Kompetenzzentrum für Transformation diskutierten unsere Mitglieder im Fachforum. Zum Start gaben unsere Vorsitzende Marie-Luise Wolff, der Fachforums-Leiter sowie Transdev-CEO Martin Becker-Rethmann sowie unser Mitglied Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft mit Tim Ockenga Impulse für den lebhaften Austausch. Das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität, ermöglicht auch durch die Grünen, schafft Möglichkeiten für staatliche Investitionen in Verkehr, Energie, Digitales – sofern es denn tatsächlich zukunftsorientiert und zusätzlich eingesetzt würde (statt Zweckentfremdung durch die Bundesregierung, wie von Studien aufgedeckt). In jedem Fall aber kann der Staat nicht allein die Finanzierungslücke bei unserer Infrastruktur schließen: Es braucht privates Kapital. Eine Form hierfür sind ÖPP, Öffentlich-Private-Partnerschaften. Einige Punkte aus der Diskussion: Kredite für Investitionen in Infrastruktur bekommt der Staat günstiger als private Partner. Private Investoren sind teils schneller als öffentliche und dadurch kosteneffizienter. Statt nur als Finanzierungsmodell zu dienen, können ÖPP auch eine Perspektive für das Betreiben von Infrastruktur sein, im Sinne einer Dauer angelegte Partnerschaften statt wie bei manchen Finanzinvestoren mit Fokus auf raschen Exit. Knappe personelle Kapazitäten in der öffentlichen Verwaltung können entlastet werden durch private Finanzierer, Planer und Betreiber (Lebenszyklusperspektive). Ein Ansatz: ÖPP-Projekte standardisieren und Bündelung anstreben, um Eintritt für private Investoren zu erleichtern. Dabei Kompetenz für ÖPP aufbauen – insbesondere bei Städten, Landkreisen und auf Landesebene. In Verträgen kann die Verfügbarkeit einer Infrastruktur nach 20 Jahren festgelegt werden, und dadurch von Anfang an Instandhaltung eingepreist werden. Strategische Resilienz kann ein Element von ÖPP sein – hier geht es u.a. darum: Werden europäische oder chinesische Komponenten verbaut, und wer verdient entsprechend daran? Klar ist: ÖPP sind weder Teufelszeug noch Allheilmittel. Und der Staat muss Richtung und Verlässlichkeit bieten, etwa bei der Transformation – damit entstehen Märkte.
Standortpolitik, Infrastruktur und Europa
21.04.2026
Greentech auf der Hannover Messe 2026
Bei der Hannover Messe 2026 sprach die Wirtschaftsvereinigung der Grünen mit vielen Technologie-Unternehmen, die hier und heute das hinkriegen, was unsere Wirtschaft auch morgen noch zukunftsfähig macht. Modern statt von gestern, und das nachhaltig: Darum ging es bei den Gesprächen zusammen mit Dr. Franziska Brantner, Parteichefin der BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN unserem Vorsitzenden Karl Haeusgen, unserem Hauptgeschäftsführer Martin Kaul und unserem Leiter Wirtschaftsbeziehungen Christian Forster. Beispiel Schwarz Digits: Mit dem Unternehmen – Mitglied der Wirtschaftsvereinigung der Grünen – haben wir über Cloud-, Cybersecurity- und Dateninfrastruktur „made in Europe“ gesprochen. Im Mittelpunkt stand die Frage digitaler Souveränität. Souveräne Cloud-Lösungen können dazu beitragen, energieeffiziente und datenschutzkonforme IT-Infrastrukturen aufzubauen. Gleichzeitig entstehen durch Green IT, effiziente Rechenzentren und transparente Datennutzung entlang von Lieferketten neue Potenziale für mehr Nachhaltigkeit. Auch SEW-EURODRIVE haben wir auf der Messe besucht. Als führender Anbieter von Antriebs- und Automatisierungstechnik verbindet das Unternehmen Hardware und Software zu integrierten Lösungen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Energieeffizienz industrieller Prozesse. Durch Effizienzsteigerungen in globalen Produktions- und Logistiksystemen ergeben sich erhebliche Beiträge zur Reduktion von Energieverbrauch und Emissionen. Mit Agile Robots SE haben wir ein innovatives Deep-Tech-Unternehmen kennengelernt, das im Bereich KI-gestützter Robotik stark wächst. Automatisierungslösungen ermöglichen hier eine präzisere Produktion und helfen, Material- sowie Energieverbrauch zu reduzieren. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz trägt dazu bei, Prozesse zu optimieren und industrielle Wertschöpfung effizienter zu gestalten. Auch bei Schaeffler waren wir im Austausch. Der weltweit tätige Technologiekonzern in den Bereichen Mobilität und Industrie treibt die Transformation hin zur Elektromobilität aktiv voran und entwickelt energieeffiziente Komponenten – unter anderem für Wasserstoffanwendungen. Gleichzeitig verfolgt das Unternehmen eine ambitionierte Nachhaltigkeitsstrategie mit klaren Zielen zur CO₂-Reduktion entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Diese Unternehmen überlassen Greentech-Chancen nicht China – sondern nutzen unsere Stärken als Technologienation und Exportstandort. Und es gibt viele weitere, mit denen wir in Hannover gesprochen haben über das, was sie schaffen – und was sie von der Politik dafür brauchen. Danke an B2SQUARE, Einklang Energy, ebm-papst, production.AI GmbH, Wandelbots und viele andere…
Standortpolitik, Infrastruktur und Europa

Veranstaltungen

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01. Jun. 2026
Regionalforum Berlin: Zukunftsstandort Gesundheitswirtschaft
Die Berliner Gesundheitswirtschaft zählt zu den stärksten und innovativsten Wirtschaftszweigen der Hauptstadtregion – sie ist ein Motor für Wachstum, Beschäftigung und medizinischen Fortschritt auf europäischem Niveau. Die Branche steht jedoch vor zahlreichen Herausforderungen: Neben den klassischen Hürden Fachkräftemangel, Bürokratie und Digitalisierungsdefizite beeinträchtigen auch steigende Produktionskosten und fragile Lieferketten die internationale Konkurrenzfähigkeit. Vor diesem Hintergrund wollen wir im Rahmen unseres Regionalforums gemeinsam mit unseren Mitgliedern Rahmenbedingungen für den Zukunftsstandort Gesundheitswirtschaft und Life Sciences diskutieren. Welche politischen Weichenstellungen braucht Berlin jetzt, um die Metropolregion als führenden internationalen Innovationsstandort zu stärken und zu bewahren? Wir freuen uns auf eine Round Table Diskussion mit: Werner Graf MdA, Fraktionsvorsitzender und Spitzenkandidat von B90/ Die Grünen für die Berliner Abgeordnetenhauswahl 2026, Tuba Bozkurt MdA, Sprecherin für Industrie und Digitalwirtschaft, B90/ Die Grünen, sowie einem Impuls aus der Wirtschaft von Tobias Helmstorf, Project Lead Berlin Center for Gene and Cell Therapies, Bayer AG.
RegionalforenStandortpolitik, Infrastruktur und Europa
17. Jun. 2026
Bioökonomie als Standortmotor für Mecklenburg-Vorpommern
Angesichts der zunehmenden Krisen rund um Rohstoffknappheit und unsichere Lieferketten rückt die Bioökonomie immer stärker in den Fokus, denn Sie adressiert zugleich mehrere Voraussetzungen für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum: Ressourcensicherheit, Klimaschutz und regionale Wertschöpfung. Vor diesem Hintergrund wollen wir im Rahmen eines regionalen Roundtables in Rostock gemeinsam mit unseren Mitgliedern sowie unserem politischen Gast Claudia Müller MdB und Spitzenkandidatin der Grünen für die Landtagswahl, diskutieren, welche politischen Weichenstellungen Mecklenburg-Vorpommern braucht, um sein Potenzial als Modellregion für biobasierte Wertschöpfung zu realisieren: Folgende Fragen wollen wir unter anderem beleuchten: Wie kann ein „level playing field“ für bioökonomische Lösungen geschaffen werden – auf dem Markt generell und insbesondere bei der öffentlichen Beschaffung? Welche flankierenden Instrumente braucht es von politischer Seite, um den Ausbau der Bioökonomie, auch von der Forschung in die Praxis, zu fördern und welche Vernetzung zwischen den Akteuren aus Wirtschaft, Politik/Behörden und Forschung ist nötig? Welche Aspekte muss eine zukunftsgerichtete Rohstoffpolitik für M-V berücksichtigen? Die Veranstaltung setzt auf Austausch, Teilnehmer:innen dürfen gerne ihre Perspektiven, konkreten Herausforderung und Lösungsvorschläge einbringen.
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Publikationen

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07.04.2025
Was tun, Koalition – Impulse aus den Kompetenzclustern
Von Energiewende bis Arbeitsmarkt hat die Wirtschaftsvereinigung der Grünen eine  Reihe von Impulspapieren für die diesen Donnerstag startenden detaillierten Koalitionsverhandlungen vorgelegt – zusammengefasst auch in einem 11-Punkte-Plan für Deutschland. Die Vorschläge richten sich an alle relevanten Stakeholder, über Parteigrenzen hinweg. Entwickelt worden sind sie in den Kompetenzclustern der Wirtschaftsvereinigung mit Vertreterinnen und Vertretern aus den Mitgliedsunternehmen. Download 11-Punkte Plan „Vorwärts statt rückwärts, darum geht es uns“, erklärte der Co-Vorstandsvorsitzende der Wirtschaftsvereinigung, Thomas Fischer. „Drei Beispiele: Das Sondervermögen Infrastruktur muss zusätzliche Investitionen in Infrastruktur ermöglichen statt ohnehin Geplantes zu finanzieren. Die Energiewende muss smart weiterentwickelt statt dumm zurückgedreht werden. Die Sozialversicherung braucht eine Strukturreform statt etwa mit Geschenken bei der Rente die Lohnebenkosten immer weiter hoch zu treiben. – Als Unternehmer sage ich: Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit zusammen können das Geschäftsmodell Deutschland sein. Wenn wir den Mut dazu haben.“ Dazu braucht es alle demokratischen Kräfte und den Dialog mit der Wirtschaft in ihrer ganzen Breite, so Martin Kaul, Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftsvereinigung. „Dazu tragen wir gern bei. Bündnis 90/Die Grünen sind unser direktes Gegenüber in der Politik, und es ist enorm wichtig für unsere Demokratie, dass im Bundestag nicht nur ganz rechts und ganz links die Opposition bilden, sondern auch eine Kraft der Mitte. Zugleich kommt es nun auf CDU und SPD an, ob sie gute Konzepte der Vorgängerregierung weiter entwickeln oder zurückdrehen, und ob sie offen sind für Impulse von vielen Seiten.“ Impulspapier Arbeitsmarkt & MitarbeitendeImpulspapier Agrarwende & ErnährungImpulspapier AußenwirtschaftImpulspapier BauwirtschaftImpulspapier Energie & WärmewendeImpulspapier GesundheitswirtschaftImpulspapier Innovation & DigitalisierungImpulspapier Mobilität & VerkehrImpulspapier Rohstoffe & KreislaufwirtschaftImpulspapier TransformationImpulspapier Wirtschaftssicherheit
Arbeitsmarkt und Demografie Geoökonomie, Resilienz und Sicherheit Innovation, Digitalisierung und Technologie Klimaneutralität, Energiewende und Industriepolitik Standortpolitik, Infrastruktur und Europa Veröffentlichungen
06.11.2024
Perspektivenpapier: Europas Handelspolitik im Wandel
Europas Handelspolitik im Wandel: Deutschland als Akteur in einer neuen Weltordnung Wie kann Europas Handelspolitik mit den aktuellen geopolitischen Verschiebungen umgehen? Das Perspektivenpapier des Kompetenzclusters Außenwirtschaft zeigt: mit mehr Fokus auf Resilienz, Eigeninteressen und bilateralen Handelsabkommen. Download Angesichts der Gewichtsverschiebungen, insbesondere durch den Wettbewerb mit China und die mögliche weitere Abgrenzung der USA, sollte die EU auf eine strategischere Handelspolitik setzen, die zum Beispiel neben der Effizienz durch Freihandel stärker auch den Schutz kritischer Lieferketten einbezieht. Der freie und faire Handel ist dabei essenziell für die industrielle Transformation in Europa, die auf nachhaltige und grüne Technologien setzt, so das Papier. Abkommen mit wichtigen Handelspartnern wie Indien, ASEAN und Mercosur sollen beschleunigt werden, um neue Märkte zu erschließen. Gleichzeitig muss mit dem wachsenden Druck umgegangen werden, unfaire Handelspraktiken zu regulieren, etwa durch Anti-Dumping-Zölle und Maßnahmen gegen subventionierte Überkapazitäten. Die künftige Handelsagenda sollte letztlich darauf abzielen, wirtschaftliche Sicherheit und nachhaltiges Wachstum zu fördern, während auch energie- und klimapolitische Maßnahmen integriert werden. Des Weiteren sollten Handelsabkommen durch Klauseln flexibler gestaltet werden, um spätere Anpassungen bei Nachhaltigkeitsstandards zu ermöglichen.
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17.07.2024
Perspektivenpapier zu Bürokratieabbau
„Genug ist Genug“: Perspektivenpapier zu Bürokratieabbau veröffentlicht Vorschläge für eine systematische Reduzierung von Bürokratie, mit 10 Fallbeispielen aus der Perspektive der Unternehmen: Das Kuratorium der Wirtschaftsvereinigung der Grünen, in Fusion mit dem Grünen Wirtschaftsdialog, hat heute ein großes Perspektivenpapier veröffentlicht. Anlass ist, dass im Bundeskabinett an diesem Mittwoch das Wachstumspaket als Teil der Haushaltseinigung beschlossen worden, ein wesentlicher Teil ist hier der Bürokratieabbau. Doch dieses Paket muss nun noch durch Bundestag und vor allem Bundesrat. Zugleich wurde das vierte Bürokratieentlastungsgesetz von der Bundesregierung vertagt. Download Die Kosten der Bürokratie für die Wirtschaft haben einen Höchststand erreicht – zuletzt sind sie um mehr als 9 Milliarden pro Jahr gestiegen. „Dabei ist an sich Bürokratie in einem modernen Verfassungsstaat notwendig, sie stellt die gerade auch für Unternehmen so wichtige Rechtssicherheit her. Aber ihr über Jahrzehnte gewachsener Umfang wird in Deutschland inzwischen zunehmend zu einem Hemmnis für Effizienz und Innovation in der Wirtschaft“, heißt es in dem Papier. Auf Grundlage der zehn Fallbeispiele, jeweils mit konkreten Lösungsvorschlägen, gibt das Papier eine Reihe grundsätzlicher Impulse: 1. „Wirtschaft und Politik sollten nicht den Anspruch der Perfektion stellen. Gute Regulierung setzt aus unserer Sicht nicht darauf, 100 Prozent zu erreichen – sondern manchmal auch 90 oder 80 Prozent. Denn die letzten 10-20 Prozent machen beiden Seiten viel Aufwand, und die zusätzliche Wirkung ist oft gering.“ 2. „Eine bessere Regulierung bedeutet vor allem, unnötige Informations- und Erfüllungsaufwände zu reduzieren, vermehrt auf Pauschalierungen, Bagatellgrenzen, Stichtagsregelungen und Genehmigungsfiktionen zurückzugreifen. Vereinfachung bedeutet zugleich auch, die Potenziale der Digitalisierung optimal zu nutzen. Das Once-Only-Prinzip, also die einmalige Angabe von Daten, muss endlich flächendeckend eingeführt werden.“ 3. „Positiv hervorzuheben sind die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz genutzten Praxischecks als systematisches Instrument besserer Rechtssetzung. Dabei werden gemeinsam mit Expert*innen aus der Praxis die Vollzugs- und Praxistauglichkeit sowie das Zusammenspiel der Vielzahl an Vorschriften in einem bestimmten Regelungsbereich überprüft. Ziel muss es sein, diese Praxischecks generell – auch bereits vor Erlass eines Gesetzes – durchzuführen und eng mit dem Digitalcheck zu verbinden – in allen Bundesministerien und auch in den Ländern.“ 4. „Bürokratieabbau ist auch eine Frage der Ressourcen. Behörden leiden vielfach unter einem akuten Personalmangel. Dieser trägt dazu bei, dass Verfahren zu langsam verlaufen. Zugespitzt: Wir brauchen mehr Bürokraten für weniger Bürokratie.“ Politico berichtete im Berlin Playbook bereits vorab über die Veröffentlichung
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