Pandemien, Extremwetterereignisse und geopolitische Verwerfungen machen deutlich: Ein krisenfestes Gesundheitssystem ist nicht nur eine sozialpolitische Pflicht, sondern ein entscheidender Standortfaktor für die deutsche Wirtschaft. Deutschland hat die finanziellen, industriellen und technologischen Voraussetzungen – nutzt sie bislang aber nicht konsequent.
Dass die Bundesregierung mit ihrem letzte Woche beschlossenen Entwurf eines Gesetzes zur Reform der Notfallversorgung wichtige Schritte geht, ist ein richtiges Signal. Doch der Entwurf bleibt eine Reform für den Alltag. Was fehlt ist ein strategisches Fundament für den Ernstfall: Ein Gesundheitssicherstellungsgesetz, das Resilienz nicht erst im Notfall aktiviert, sondern durch robuste Alltagsstrukturen dauerhaft sicherstellt – mit verbindlicher Bevorratung, krisenfesten Vergabe- und Genehmigungsprozessen und Industrie und Digitalisierung als integralen Partnern. Hier bleibt eine zentrale Lücke, die politisch geschlossen werden muss.
Unser Impulspapier hakt genau dort ein, unter anderem mit folgenden Vorschlägen:
Eine echte, verbindliche Notfallreform umsetzen: mit klaren Zuständigkeiten, der Vernetzung von stationärer und ambulanter Versorgung sowie Vergütungslogiken, die an bedarfsgerechter Versorgung statt am Krankenhausbesuch orientiert sind.
Ein Gesundheitssicherstellungsgesetz verabschieden, das Resilienz messbar und durchsetzbar macht – durch rollierende Bevorratung, verbindliche Krisenpläne und flexibilisierte Vergabe- und Genehmigungsprozesse.
Industrie und Digitalisierung als strategische Resilienzpartner begreifen: Produktion in Europa stärken, die MDR-Reform vorantreiben und Digitalisierung konsequent als Resilienz-Multiplikator nutzen.