Zukunftsvertrauen statt Parteienstreit: Gastbeitrag im ‚Berlin Table‘

Alle Beiträge

Für Zukunftsvertrauen wirbt der Vorstandsvorsitzende der Wirtschaftsvereinigung der Grünen, Tom Fischer, in einem Gastbeitrag im Berlin Table, einem wichtigen Newsletter des Politikbetriebs in der Hauptstadt. Was aktuell bei Klima und Energie im Parteienstreit passiert, kann dieses Vertrauen kaputt machen, so Fischer; dabei werde es dringend gebraucht für die Energiewende. Statt anzupacken werde – nicht nur beim Thema Gebäudeenergie, sondern generell bei Klima und Energie – im Parteienstreit gern mit dem Finger aufeinander gezeigt. Und am liebsten auf die Grünen, als sei das Klima allein deren Problem.

„Das können wir uns am Wirtschaftsstandort Deutschland nicht länger leisten,“ schreibt Fischer. „Die Klimaneutralität ist Aufgabe aller Parteien, nicht nur der Grünen. Genauso wie sie Aufgabe aller Unternehmen ist, nicht nur von Photovoltaik-Produzenten. Viel zu lange wurde in vergangenen Legislaturperioden über Klimaziele diskutiert, jetzt muss es um die Umsetzung gehen. Nicht nur bei Heizungen, auch in der Industrie gibt es Investitionszyklen. Und für diese brauchen die Unternehmen statt all der politischen Polemik einfach mal Planungssicherheit, verlässliche Rahmenbedingungen. Etwas emotionaler gesprochen: eben Zukunftsvertrauen.“

Hier der ganze Beitrag.

Weitere Meldungen

Alle News
19.09.2025
Agrar-Handel, Tierhaltung, Präzisionsdüngung: Austausch mit CDU-CSU-Fraktionssprecher für Landwirtschaft
Vom Acker zum Teller: Wie kann die Nahrungsproduktion beides sein, wettbewerbsfähig und umweltverträglich? Mit Johannes Steininger, für die CDU-CSU-Fraktion im Bundestag  Agrar-Sprecher und Mitglied im Landwirtschaftsausschuss, diskutierten die Mitglieder der Wirtschaftsvereinigung der Grünen über aktuelle Projekte der #Bundesregierung, überparteiliche Perspektiven – und wo es aus Sicht der Unternehmen relevante Lücken gibt. Stichwort Agrar-Exporte: Hier fehle es an bilateralen Handelsabkommen Deutschlands mit den Zielländern. Dadurch entsteht für die deutschen Erzeuger ein Wettbewerbsnachteil gegenüber Ländern wie Spanien, Frankreich, Polen, die solche Agrar-Abkommen mit den Zielländern ihrer Exporte haben. Hier geht es um technische Dinge wie Veterinärzertifikate – die aber am Ende entscheidend dafür sein können, welche Export-Chancen die deutschen Erzeuger haben oder nicht haben. Bürokratie bei Geodaten abbauen für Digitalisierung Stichwort Tierhaltungskennzeichnung: Dies war kontrovers. Einige Mitglieder warben für mehr Mut bei der Verbraucher:innen-Information. Staatlicherseits ist hier nur eine sehr begrenzte Regelung geplant, mehr wäre denkbar – auch beim Außerhausverzehr, schon aus Fairness gegenüber dem Handel (in dem die Kennzeichnung teils greifen wird). Einigkeit herrschte, dass Importe hier gegenüber den einheimischen Produkten nicht besser gestellt werden sollten. Digitalisierung: Präzisions-Landwirtschaft bei Bodenbearbeitung wird erschwert durch Bürokratie bei den Geodaten. Das schwankt von Bundesland zu Bundesland und müsste dringend vereinheitlicht werden. Ein weiteres Thema: Fördermittel nicht für die Anschaffung sondern für die Nutzung der hochmodernen Maschinen, auch durch Dienstleister. So fördere etwa Baden-Württemberg den Einsatz von Präzisionsdüngung pro Hektar. Nächste Veranstaltung mit Ophelia Nick von den Grünen Mit dabei waren Mitglieder von Bayer und Corteva Agriscience bis Nestlé und PHW, von ProVeg und dem Industrieverband Agrar bis zur Schwarz-Gruppe Metro AG. Es moderierte Tim Schwertner, CCO oder J. Bauer GmbH. Und wir bleiben dran: Am 7.10. beim Roundtable zu Innovation in der Landwirtschaft für Nachhaltigkeit und Effizienz, dann mit  Ophelia Nick aus der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen.
Allgemein
14.06.2023
Energieintensive Unternehmen in Deutschland halten: Industriestrompreis Debatte #3
Mit dem Parlamentarischen Staatsekretär aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, MdB Michael Kellner, haben sich Mitglieder der Wirtschaftsvereinigung der Grünen zum Industriestrompreis ausgetauscht. Es war bereits das dritte Dialogformat zu dem Thema. Es gehe ganz pragmatisch darum, so Kellner, Branchen wie Stahl oder Chemie, aber auch Batterieproduktion und Halbleiter in Deutschland zu halten – gerade auch angesichts geopolitischer Risiken für Lieferketten. Neben Zustimmung kamen aus den Unternehmen auch kritische Fragen zum Konzept. Wenn bei insgesamt steigendem Strombedarf auf dem Weg zur elektrifizierten Wirtschaft für besonders energieintensive Unternehmen der Strom mit Staatsgeld bezuschusst werde, könne das deren Verbrauch vergrößern, so ein Argument von Unternehmensseite. Diese gesteigerte Nachfrage könnte dann die Preise im Strommarkt für andere Unternehmen steigen lassen. Gefragt wurde, ob angesichts der hohen Kosten das Geld nicht sinnvoller an anderer Stelle eingesetzt werden könnte.  Ein Vorschlag lautete, statt den Strompreis zu subventionieren besser Super-Sonderabschreibungen zu ermöglichen. Andere Entscheider*innen aus Unternehmen hoben hervor, dass der Industriestrompreis für Unternehmen Planungssicherheit herstellen helfe. Das sei für energieintensive Unternehmen tatsächlich hoch relevant für Investitionen in Deutschland. In der Diskussion zeigte sich, dass sich aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds eine Finanzierungsmöglichkeit für den Industriestrompreis bietet, die aber Super-Sonderabschreibungen nicht ermöglicht. Und das Konzept enthält eine Reihe von Punkten, die auf eine Ausweitung des Angebots von Grünstrom zielen. Dass dieser dringend benötigt wird – darin herrschte Einigkeit. (Foto: Maksym Kaharlytskyi) 
Allgemein
27.06.2025
„Grüne Ideen aus der Mitte der deutschen Wirtschaft“: Wolff und Haeusgen an die Spitze der Vereinigung gewählt
Dr. Marie-Luise Wolff und Karl Haeusgen sind neue Vorstandsvorsitzende der Wirtschaftsvereinigung der Grünen. Die beiden Unternehmerpersönlichkeiten wurden bei der heutigen (27.06.2025) Mitgliederversammlung der Wirtschaftsvereinigung in Berlin mit überwältigender Mehrheit an die Spitze des zehnköpfigen Vorstands gewählt. „In Zeiten globaler Verwerfungen und umgreifender Verunsicherung braucht es gerade in der Wirtschaftspolitik eine starke, progressive Stimme. Dafür ist die Wirtschaftsvereinigung der Grünen der richtige Ort. Wir werden im Dialog mit unseren Mitgliedsunternehmen für die Stärkung der Wirtschaftsstandorte Deutschland und Europa streiten“, so Wolff und Haeusgen nach ihrer Wahl. „Die Deutschen verharren manchmal in der Problembewunderung – wir brauchen mehr Lösungsfreude“, sagte Wolff, CEO des Energieanbieters Entega. Sie war bis vor einem Jahr Präsidentin des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). „Statt Lagerdenken braucht es offenen Austausch. Genau dafür treten wir an, genau dafür ist die Wirtschaftsvereinigung der Grünen da. Zukunftsfähige Politik braucht die Perspektiven aus den Unternehmen, braucht wirtschaftlichen Sachverstand.“ „Stagnation können wir uns nicht leisten, weder wirtschaftlich noch mit Blick auf die Klimakrise,“ erklärte Haeusgen, Aufsichtsratschef und Mehrheitseigner von HAWE Hydraulik und war bis vor einigen Monaten Präsident des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). „Transformation ist das Gegenteil von Stagnation. Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit sind eine starke Kombination. So machen wir den Standort Deutschland doppelt zukunftsfest, für uns und für unsere Kinder und Enkel.“ Haeusgen selbst ist Enkel des Gründers seines Familienunternehmens. „Wir stehen alle miteinander in der Verantwortung für Generationen – ganz besonders die neue Bundesregierung“. Grünen-Chefin Brantner: „Freue mich sehr auf die Zusammenarbeit“ „Mit Marie-Luise Wolff und Karl Haeusgen an der Spitze werden zwei sehr erfahrene Unternehmer die Grüne Wirtschaftsvereinigung führen“, sagte die Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Franziska Brantner. „Ihr Blick aus der Praxis gepaart mit einem breiten Blick auf die unterschiedlichen Branchen unserer Wirtschaft wird wertvolle Impulse liefern und die Wirtschaftsvereinigung zu einem bereichernden Austauschort für grüne Wirtschaftspolitik machen. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Vorstand!“ Die Wirtschaftsvereinigung ist kein Teil der Partei, sondern ein unabhängiger Verein, ähnlich wie der Wirtschaftsrat der CDU oder das Wirtschaftsforum der SPD. Bündnis 90/Die Grünen sind unser direktes Gegenüber in der Politik, zugleich suchen wir den Austausch mit allen demokratischen Kräften. Erfolgsgeschichte: Mehr als 260 Mitglieder, von SAP bis Mittelstand Nach erfolgreich vollendeter Fusion der zuvor zwei grün-nahen Verbände legen deren Gründer die Wirtschaftsvereinigung nun in neue Hände, sie traten nicht erneut für den Vorsitz an. „Wirtschaft und Grüne zu verbinden war und ist unser Ziel, einiges haben wir bereits geschafft, aber unsere Initiative gilt es noch weiterzuentwickeln“, so Dr. Thomas Gambke, Unternehmer und ehemaliger Bundestagsabgeordneter. „Wichtige Impulse zur Lösung komplexer Fragen kamen und kommen aus dem Dialog zwischen Wirtschaft, Politik und Wissenschaft – für Innovation und wirtschaftlichen Erfolg“, sagte Gabriele C. Klug, Rechtsanwältin und Kämmerin a.D.. Beide waren Gründungsvorsitzende des Wirtschaftsdialogs und nach der Verschmelzung Co-Vorstandsvorsitzende der Wirtschaftsvereinigung. Mehr als 260 Mitglieder hat die Wirtschaftsvereinigung heute, von SAP und RWE bis Mittelstand, und ihre Zahl und Wirkung wächst weiter: Eine Erfolgsgeschichte. „Ich möchte, dass öffentlich noch stärker sichtbare Führungspersönlichkeiten an der Spitze der Wirtschaftsvereinigung stehen – und zugleich möchte ich persönlich mich stärker wieder um inhaltliche Themen kümmern und mit diesen Wirkung entfalten. Deshalb bin ich nicht mehr als Vorsitzender angetreten, und übernehme zugleich weiterhin Verantwortung im Vorstand“, sagte Dr. Thomas Fischer, Gründer der Wirtschaftsvereinigung und CEO der Allfoye. Ebenfalls Mitglied im Vorstand bleibt Heike Discher, auch sie Vorstandsvorsitzende der ersten Stunde, CEO der Digital Classroom Group. „Konstruktiv und pragmatisch sein, vieles besser machen statt alles schlecht reden, das wollen wir als Wirtschaftsvereinigung der Grünen.“ In den neuen Vorstand gewählt wurden außerdem Stephan Beyer, Gründer mehrerer Start-Ups und heute CFO bei Dryad Networks; der freie Berater und Start-Up-Investor Ulrich Blessing; die Wirtschaftsprüferin und Steuerberaterin Barbara Hoffmann; Tatiana Ohm, COO bei Randstad Enterprise Talent Solutions; Volker Ratzmann, Executive Vice President Corporate Public Affairs der DHL Group; und Heidi Schiller, Mitglied der Geschäftsleitung bei Bäcker Schüren.
Pressemitteilung