Wirtschaftswachstum durch Kreislaufwirtschaft: Workshop in Wuppertal

Alle Beiträge

Wirtschaftswachstum durch Kreislaufwirtschaft: Wie das gelingen kann, darüber sprachen mit Mona Neubaur/Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes NRW und weiteren Politikern die Unternehmen aus unserem Kompetenzcluster Kreislaufwirtschaft in Wuppertal. Zusammen mit Circular Valley, einem der deutschlandweit wichtigsten Treiber des Themas, hatten wir zum Roundtable geladen.

„Kreislaufwirtschaft ist ein echter Wirtschaftsturbo“, erklärte Ministerin Neubaur. „Wenn wir wertvolle Rohstoffe im Kreislauf halten, reduzieren wir Abhängigkeiten von Importen, sparen Kosten und sichern die Wettbewerbsfähigkeit. Das bedeutet: stabile Lieferketten, Innovationen aus Europa und Arbeitsplätze, die auch morgen noch Bestand haben. Gleichzeitig leisten wir einen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz, indem wir Ressourcen schonen und Emissionen vermeiden. So schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe: ökonomische Stärke und ökologische Verantwortung. Nordrhein-Westfalen übernimmt dabei eine Vorreiterrolle: Wir entwickeln als eines der ersten Bundesländer eine eigene Strategie für Kreislaufwirtschaft – damit unsere Unternehmen von Anfang an die Chancen nutzen können, die in diesem Wandel liegen.“

Das Thema macht an Parteigrenzen nicht Halt. Neben der Diskussion mit Neubaur von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN NRW gab es beim Workshop auch einen sehr guten Austausch mit Dr. Christian Untrieser, CDU-Landtagsfraktion NRW und André Stinka, SPD-Fraktion im Landtag NRW.

Stoffströme in Europa halten, statt von Rohstoffimporten abhängig machen

„Wirtschaftswachstum durch Kreislaufwirtschaft, darum geht es uns“, so Johannes Hauck, Leiter unseres Kompetenzclusters Kreislaufwirtschaf und Vertreter unseres Mitglieds Hager Group. „Wachstum brauchen wir dringend, und die Potenziale bei den Kreisläufen sind enorm. Wenn wir die Stoffströme in Europa halten, statt uns immer nur noch mehr von Rohstoffimporten abhängig zu machen, steigert das unsere Stärke, unsere Sicherheit und Resilienz als Standort Deutschland und in Europa. Zugleich ist Kreislaufwirtschaft ein absoluter Innovationstreiber: Statt Müllberge aktivieren wir Kreisläufe und die hierbei entstehenden Technologien und Innovationen sind weltweit gefragt.“

Kreislaufwirtschaft schafft robuste Wertschöpfungsketten und trägt zur Dekarbonisierung in Unternehmen bei. Dafür müssen die Energiepreise aber weiter runter und die Abfall-Ende-Regelungen für Stoffströme müssen dringend weiter ausdefiniert werden. Auch das chemische Recycling muss als ergänzende Lösung besser gefördert werden. Zur Finanzierung sollten auch Investitionen aus dem Sondervermögen für die Kreislaufwirtschaft eingesetzt werden – zur Steigerung unserer Produktivkraft von morgen.

Weitere Meldungen

Alle News
17.09.2025
Heizung und Auto, Geld und Klima: Den ETS2 zum Erfolg machen – Austausch mit der Union
2027 startet der Emissionshandel für Gebäude und Verkehr – wie wird er zum Erfolg? Mit Thomas Gebhard, und Michael Pahle vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung sprachen über dieses Thema am Mittwoch unsere Mitglieder aus den Unternehmen und unser Vorstandsmitglied Ulrich Blessing. Der so genannte ETS2 wirkt arg technisch, aber am Ende geht es hier um Heizung und Auto, um Geld und Klima, und um widerstreitende Kräfte in der EU. Brisante Themen also. Die Wirtschaftsvereinigung der Grünen sucht hierbei ausdrücklich den Austausch über Parteigrenzen hinweg.Einigkeit herrschte, dass der ETS2 kommen muss, wenn wir den Ausstoß von Treibhausgasen und damit die Klimarisiken auf Dauer reduzieren wollen. Der Emissionshandel ist der zentrale marktbasierte Mechanismus der europäischen Klimapolitik. Einigkeit herrschte auch, dass durch verschiedene Maßnahmen bei den Zertifikaten der Preis beim Einstieg in das neue System zunächst gedämpft werden kann und muss. Hier ist manches möglich. Das Kompetenzcluster Energie der Wirtschaftsvereinigung der Grünen entwickelt hierzu, auch auf Grundlage des Austauschs diese Woche, ein aktuelles Perspektivenpapier. Klimageld für Sozialausgleich oder Investitionen in Transformation?Diskutiert wurde, wie die Einnahmen aus dem ETS am wirkungsvollsten eingesetzt werden, denn er kostet nicht nur, sondern bringt viel ein: Als Klimageld für soziale Abfederung oder besser für die Förderung der Transformation der betroffenen Sektoren. Klar ist: Das beste Mittel gegen einen Preisanstieg ist eine Minderung der Emissionen und damit der Nachfrage nach den Zertifikaten. Genau hierum geht es beim Emissionshandel: Er ist Investitionstreiber, nicht Kostentreiber.Diskutiert wurde aber auch das Verhetzungspotenzial beim ETS. Dieses erfordert ein Zusammenstehen der demokratischen Kräfte für marktwirtschaftlichen Klimaschutz.
Klimaneutralität, Energiewende und Industriepolitik
18.12.2024
Energiewirtschaftsgesetz im Bundestag „eine Chance“: Statements
Diesen Freitag soll die Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) noch in den Bundestag eingebracht werden. Hierzu hat die Wirtschaftsvereinigung der Grünen Statements veröffentlicht. „Der erneuerbare Mittelstand will massiv in die Modernisierung unserer Energieinfrastruktur investieren. In einem Sofortprogramm müssen alle Hemmnisse für den Ausbau von Flexibilitäten abgebaut werden“, sagte Stephan Frense, CEO der Arge Netz GmbH & Co. KG, die Mitglied der Wirtschaftsvereinigung der Grünen ist und in Norddeutschland mehr als 420 Betreiber mit 4500 Megawatt installierter Leistung bündelt. Als Co-Vorsitzender der Wirtschaftsvereinigung erklärte Thomas Gambke: „Damit Deutschland den so erfolgreichen Weg des Ausbaus der Erneuerbaren Energien weiter geht, brauchen wir eine bessere Marktintegration der Erneuerbaren.“ „Die angepasste EnWG-Novelle ist dafür eine Chance, auch zur Stärkung von Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit“, so Frense weiter. „Damit wird der Weg frei für mehr Batteriespeicher und den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft. Auch Biogasanlagen brauchen eine sichere Perspektive für den Weiterbetrieb. Die nächste Bundesregierung sollte auf diesem Weg weiter gehen und dringend auch Energy-Sharing ermöglichen.“ Energy-Sharing könnte Betreibern von Erneuerbare-Energien-Anlagen ermöglichen, nicht selbst benötigten Strom an Verbraucher in räumlicher Nähe zu liefern, ein Zusammenschluss als sogenannte Energiegemeinschaften. So könnten auch vermehrt Verbraucher, die etwa keine PV-Anlage selbst betreiben können, von erzeugtem erneuerbarem Strom in ihrer Nähe profitieren, ähnlich als wäre es günstige Eigenstromerzeugung. Thomas Gambke betonte: „Weil Strom aus Wind und Sonne heute bereits einen so starken Anteil unserer Energieversorgung leisten, geht es jetzt sehr pragmatisch um Flexibilität bei Erzeugern und Abnehmern. Dafür sind die geplanten Änderungen in der EnWG-Novelle ein wichtiger Schritt, auch zur Wettbewerbsfähigkeit unserer Energieversorgung. Eine verbesserte Steuerbarkeit der Erzeuger-Anlagen wird unnötige große Energieüberschüsse vermeiden und so die Systemsicherheit stärken. Und die erneuerbaren Energien werden durch neue Regelungen zu Anlagenvergütung in Zeiten negativer Preise sowie durch eine Entbürokratisierung der Direktvermarktung besser in den Markt integriert. Damit werden die Kosten insgesamt für das Stromsystem reduziert. Daran sollten alle demokratischen Kräfte Interesse haben, unabhängig von Parteifarben.“
Klimaneutralität, Energiewende und Industriepolitik
26.09.2025
Bürokratieberg abtragen: Perspektivenpapier veröffentlicht
Über lange Jahre ist der Bürokratieberg angehäuft worden – in den vergangenen vier Jahrzehnten 32 Jahre unter von der CDU-CSU geführten Bundesregierungen, 8 Jahre unter SPD-geführten. Wenn Schwarz-Rot nun diesen Berg abzutragen hilft, wie jetzt für die Kabinettsklausur der Bundesregierung am Montag angekündigt, unterstützen wir als Wirtschaftsvereinigung der Grünen das sehr. Heute haben wir ein Perspektivenpapier mit konkreten Vorschlägen veröffentlicht. Das Thema muss parteiübergreifend angepackt werden. „Bürokratieabbau ist für die deutsche Wirtschaft erfolgskritisch. Er wird nur gelingen, wenn er im Dialog mit der Wirtschaft vonstatten geht“, sagte unsere Vorstandsvorsitzende Marie-Luise Wolff. Unser Hauptgeschäftsführer Martin Kaul erklärte: „Damit die Ankündigungen der Bundesregierung keine Ankündigungen bleiben, sollte dringend eine Dialoggruppe mit Wirtschaft und Wissenschaft die Umsetzung beraten und überprüfen. Dabei muss es darum gehen, was für Regeln gezielt abgebaut werden, nicht nur blind wie viele. Die Staatsmodernisierung sollte fokussieren auf das zweifache Ziel, unser Land wettbewerbsfähig und klimaneutral zu machen, doppelt zukunftsfest.“ Hier das vollständige Perspektivenpapier. Im Hauptstadtbriefing von Pioneer Media wurde das Papier bereits aufgegriffen.
Standortpolitik, Infrastruktur und Europa