Wie gelingt die grüne und digitale Transformation in Europa – und wie können Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit und Klimaschutz dabei zusammen gedacht werden? Mit diesen Fragen reiste die Wirtschaftsvereinigung der Grünen zu einem mehrtägigen Austausch nach Brüssel.
Im Gespräch mit führenden Abgeordneten der Grünen/EFA im Europäischen Parlament, darunter Terry Reintke, Michael Bloss, Damian Boeselager und Anna Cavazzini, sowie Vertreter:innen der Europäischen Kommission und der Ständigen Vertretung Deutschlands, standen zentrale Themen der europäischen Wirtschaftspolitik auf der Agenda: die Umsetzung des ETS-2, der beschleunigte Hochlauf von grünem Wasserstoff, der Ausbau von Netzen und Infrastrukturen, aber auch Fragen der Rohstoffsicherheit, Kreislaufwirtschaft und Resilienz von Lieferketten.
Deutlich wurde dabei: Europa steht im globalen Wettbewerb unter Druck. Um gegenüber den USA und China nicht ins Hintertreffen zu geraten, braucht es klare industriepolitische Signale – vom Clean Industrial Deal über Investitionen in Zukunftstechnologien bis hin zu einem stärkeren europäischen Kapitalmarkt. Auch die Reform der Fiskalregeln und die Vollendung der Kapitalmarktunion spielten in den Gesprächen eine zentrale Rolle, denn der Investitionsbedarf für die Transformation wird auf bis zu eine Billion Euro pro Jahr geschätzt.
Neben den Treffen mit EU-Politiker:innen fand auch ein Austausch mit Unternehmensvertreter:innen und Thinktanks – von BASF, Bayer und Siemens bis hin zu Telekom, L’Oréal und Münchener Rück – statt. Hier wurde deutlich, wie wichtig der Dialog zwischen Wirtschaft und Politik ist, um praxisnahe und tragfähige Lösungen für die Transformation in Europa zu entwickeln.
Die Wirtschaftsvereinigung der Grünen zieht ein positives Fazit: Die Brüsselreise hat gezeigt, dass Transformation nur im engen Schulterschluss zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gelingen kann – und dass es dafür einen klaren, verlässlichen Rahmen auf europäischer Ebene braucht.