Wieviel Zukunft steckt im Sondervermögen?

Alle Beiträge

Austausch im Cluster Transformation & Finanzierung

Was kann das neue Sondervermögen Investitionen und Klimaneutralität bewirken – und wo sind die Grenzen? Hierüber diskutierten Geraltdine Dany-Knedlik, Leiterin Prognose und Konjunkturpolitik am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, und Sebastian Schäfer als Haushaltspolitiker der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen mit Mitgliedern der Wirtschaftsvereinigung im Kompetenzcluster Transformation und Finanzierung.

Das Sondervermögen soll der Möglichmacher sein, um gezielt in die Zukunft zu investieren – in Zeiten, in denen die Schuldenbremse enge Grenzen setzt. Doch entscheidend ist nicht nur das Geld, sondern wie es eingesetzt wird.

Investitionen müssen wirklich zusätzlich sein, nicht bestehende Mittel ersetzen, so hieß es in der Diskussion. Dabei sollten Infrastruktur, Ressourcensicherheit, Klimaneutralität und Energie Piorität haben. Zentral für die Glaubwürdigkeit seien dabei Transparenz und Kontrolle des Mitteleinsatzes. Für die Wirksamkeit bleiben Planungs- und Genehmigungsverfahren der größte Bremsfaktor. Entscheidend wichtig sei ein handlungsfähiger Staat mit klaren Regeln und modernem Verwaltungsrahmen.

Trotz Unsicherheiten über den tatsächlichen Mittelabfluss herrschte Einigkeit: Ein stabiler Rahmen, bessere Prozesse und Mut zur Umsetzung sind genauso wichtig wie die haushaltspolitischen Beschlüsse selbst. Wenn – und nur wenn – Sondervermögen, Strukturreformen und Innovation ineinandergreifen, dann kann daraus echter Fortschritt entstehen.

Weitere Meldungen

Alle News
15.06.2026
Perspektivenpapier Digitale Souveränität
Wie sichern wir Digitale Souveränität für Deutschland und Europa? Dazu haben wir heute ein neues Papier veröffentlicht. Mit Perspektiven aus der Praxis – erstellt mit Mitgliedsunternehmen in unserem Fachforum Innovation, Digitalisierung und Technologie, geleitet von Dr. Stephan Beyer (CFO Dryad) und Heike Discher (CEO heinekingmedia GmbH). Digitale Souveränität ist kein Zustand, sondern ein strategischer Prozess. Europa bleibt Teil globaler Technologieökosysteme, muss aber die Fähigkeiten stärken, zentrale digitale Infrastruktur, Daten und Anwendungen unter eigenen Regeln zu betreiben. Die derzeitige Debatte greift häufig zu kurz: Rechenzentren allein schaffen noch keine digitale Souveränität. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Infrastruktur, Daten, Software, Energie, Kapital – und strategische Marktgestaltung für Resilienz: Öffentliche Beschaffung strategisch nutzen Investitionen in KI-, Cloud- und Chipinfrastruktur stärken Europäische Datenräume und offene Standards aufbauen Skalierung, Wettbewerb und digitale Wertschöpfung in Europa fördern Das Perspektivenpapier in Gänze finden Sie hier. Der Europe.Table hat darüber berichtet, hier geht es zum Beitrag (Paywall).
Innovation, Digitalisierung und Technologie
13.03.2024
Imported Post
Allgemein
02.06.2026
„Am Ende zählt das Gesamtpaket“ -Karl Haeusgen in DIE ZEIT
Unser Vorsitzender Karl Haeusgen hat mit DIE ZEIT über die Reform der Erbschaftsteuer und notwendige wirtschaftspolitische Reformen gesprochen. Als Familienunternehmer, der selbst von der Erbschaftsteuer betroffen ist, plädiert er für eine Neufassung – eingebettet in ein umfassendes Reformpaket: „Am Ende zählt das Gesamtpaket. Es sollte eine Reform der Erbschaftsteuer sein, verbunden mit einer Reform der bei uns im internationalen Vergleich zu hohen Unternehmenssteuern. Dazu käme eine Reform der Einkommensteuer sowie der Renten- und Krankenversicherung. Und ein einfacherer Übergang von Personengesellschaften zu anderen Unternehmensformen. Alle, wirklich alle, müssen etwas beitragen.“ Mit Blick auf die Erbschaftsteuer spricht sich Karl Haeusgen für eine ausgewogene Reform aus, die Unternehmensnachfolgen erleichtert und gleichzeitig die Akzeptanz des Steuersystems stärkt: „Das Ergebnis einer Reform könnte sein, dass es für viele von Ihnen viel günstiger wird. Nehmen Sie zum Beispiel den Freibetrag von 500.000 Euro. Den könnte man ohne Weiteres mindestens verdoppeln. Dann würden viele, vor allem kleinere Mittelständler, eine deutlich geringe Erbschaftsteuer zahlen. Wenn man zudem noch ausgedehntere Stundungsregelungen einführt, sodass Unternehmer über Jahre hinweg die Steuerlast tilgen können, wird die Erbschaftsteuer für Unternehmen auf keinen Fall existenzbedrohend sein. Und für viele wird sich die Belastung sogar verringern. Zugleich könnten die Eigentümer einiger besonders finanzstarker und größerer Firmen mehr zahlen. Das wäre fair, und es wäre wirtschaftlich.“ Karl Haeusgen betont aber, dass wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und gesellschaftlicher Zusammenhalt gemeinsam gedacht werden müssen: „Die finanzielle Ungleichheit in unserer Gesellschaft – sowohl die tatsächliche als auch die gefühlte – darf nicht zu stark anwachsen, sonst profitiert nur die AfD davon. Diejenigen, die einen Vermögenszuwachs haben, geben durch die Steuer einen Teil an den Staat ab. Aber das muss so geregelt werden, dass die Unternehmen nicht beschädigt werden.“ Das gesamte Interview finden Sie hier. (Paywall)
Arbeitsmarkt und Demografie