„Wichtiger Impuls“: Statement zur Industriestrategie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz

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Heute hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz seine Industriestrategie veröffentlicht. Auf 56 Seiten geht es um eine Vielzahl von Punkten. Im Kern steht die Idee einer „transformativen Angebotspolitik“ und die Bedeutung der Industrie für Wohlstandsteilhabe und damit Zusammenhalt nach innen, und für Souveränität und damit Sicherheit nach außen. Die Vorstandsvorsitzenden der Wirtschaftsvereinigung der Grünen veröffentlichten hierzu ein Statement.

Thomas Fischer: „Das ist ein wirklich wichtiger Impuls. Deutschland braucht die Industrie – und die braucht eine klare Strategie und Planungssicherheit. Nur so schaffen wir nachhaltig stark den Umbau und machen unser gemeinsames Haus zukunftsfest. Energiekostenminderung, Klimaneutralität, Bürokratieabbau, Fachkräfte: Die Themen stimmen, die Bausteine passen. Weitere werden hinzukommen. Wichtig sind jetzt die Perspektiven aus den Unternehmen, damit wir zusammen die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands sichern.“

Heike Discher: „Die Industriestrategie gibt den dringend nötigen Schub für die Diskussion. Der Brückenstrompreis ist ein wichtiges Element in einem Gesamtpaket. Wer die Grundstoffindustrie in Deutschland will, und wer sie klimaneutral will, braucht für die Elektrifizierung den Brückenstrompreis. Dabei ist klar, dass es für andere Industrien andere Elemente braucht, ob bei planbarer und günstiger Energie oder Abschreibungen. Statt um das Schlechtreden des Standorts geht es jetzt um das Bessermachen.“ 

Weblink zur BMWK-Industriestrategie

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15.06.2026
Perspektivenpapier Digitale Souveränität
Wie sichern wir Digitale Souveränität für Deutschland und Europa? Dazu haben wir heute ein neues Papier veröffentlicht. Mit Perspektiven aus der Praxis – erstellt mit Mitgliedsunternehmen in unserem Fachforum Innovation, Digitalisierung und Technologie, geleitet von Dr. Stephan Beyer (CFO Dryad) und Heike Discher (CEO heinekingmedia GmbH). Digitale Souveränität ist kein Zustand, sondern ein strategischer Prozess. Europa bleibt Teil globaler Technologieökosysteme, muss aber die Fähigkeiten stärken, zentrale digitale Infrastruktur, Daten und Anwendungen unter eigenen Regeln zu betreiben. Die derzeitige Debatte greift häufig zu kurz: Rechenzentren allein schaffen noch keine digitale Souveränität. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Infrastruktur, Daten, Software, Energie, Kapital – und strategische Marktgestaltung für Resilienz: Öffentliche Beschaffung strategisch nutzen Investitionen in KI-, Cloud- und Chipinfrastruktur stärken Europäische Datenräume und offene Standards aufbauen Skalierung, Wettbewerb und digitale Wertschöpfung in Europa fördern Das Perspektivenpapier in Gänze finden Sie hier. Der Europe.Table hat darüber berichtet, hier geht es zum Beitrag (Paywall).
Innovation, Digitalisierung und Technologie
02.10.2025
Unternehmensbesuch bei der ALPLA Group
Unternehmerisch gelebte Transformation – davon hat sich eine Delegation der Wirtschaftsvereinigung der Grünen, angeführt von Hauptgeschäftsführer Martin Kaul, bei unserem Mitgliedsunternehmen ALPLA ein Bild gemacht. Von Flaschen bis zu Verschlüssen: ALPLA setzt bei der Herstellung auf moderne Technologien um Kunststoffverpackungen leichter und materialsparender zu machen. Design-for-Recycling wird dabei von Anfang an konsequent mitgedacht. So sind mittlerweile ein Viertel aller verarbeiteten Materialien Post Consumer Rezyklate. Auch abseits der Produktion ist ALPLA innovativ: Durch In-House-Produktion direkt beim Kunden entfallen Transportwege und Transportverpackungen. Und durch Photovoltaikanlagen vor Ort und Stromlieferverträgen (PPA) kann Alpla in Deutschland und anderen Ländern seinen Strombedarf für alle Basis- und Recyclinganlagen bereits zu 95 Prozent aus Erneuerbaren Energien decken und damit Emissionen einsparen. Viele der beim Besuch besprochenen Themen gehen auch über das Unternehmen und die Branche hinaus. Sie betreffen zentrale Standortfragen: Damit Deutschland ein attraktiver Produktionsstandort bleibt, braucht es ausreichend Arbeitskräfte. Gleichzeitig müssen Genehmigungsprozesse beschleunigt und regulatorische Hürden abgebaut werden, um Investitionen zu erleichtern. Und für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft braucht es stärkere Anreize für nachhaltiges Design und echte Recycelbarkeit – auch im Rahmen der EU-Verpackungsverordnung. Was technisch längst möglich ist, wird heute oft noch durch Regulierung gebremst. Hier müssen Politik und Verwaltung Möglich-Macher werden.
Geoökonomie, Resilienz und Sicherheit
27.03.2025
Sondervermögen Infrastruktur – Zukunftsinvestitionen mit Augenmaß gestalten
500 Milliarden Euro für die Zukunft – das geplante Sondervermögen Infrastruktur ist eine historische Chance, zentrale Weichen für den Standort Deutschland neu zu stellen. Doch wie kann sichergestellt werden, dass die Mittel wirklich dort ankommen, wo sie Wirkung entfalten? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines digitalen Austauschs der Wirtschaftsvereinigung der Grünen mit Dr. Sebastian Schäfer, Bundestagsabgeordneter der Grünen und Mitglied im Haushaltsausschuss, sowie Moritz Krämer, Chefvolkswirt der LBBW. Die Diskussion wurde von Gabriele C. Klug, Co-Vorstandsvorsitzende der Wirtschaftsvereinigung und frühere Kämmerin, moderiert. Deutlich wurde: Deutschland hat lange unterinvestiert. Im Vergleich mit Partnerländern wurde seit den 1990er Jahren deutlich weniger in die öffentliche Infrastruktur gesteckt. Diese Investitionslücke zu schließen, ist angesichts multipler Krisen und der Transformationsaufgaben dringender denn je. Doch hohe Investitionen allein reichen nicht. Die Diskussion machte klar, dass ein echter Schub nur dann gelingt, wenn zugleich strukturelle Voraussetzungen geschaffen werden. Dazu gehört eine Staatsreform ebenso wie der konsequente Abbau bürokratischer Hürden – damit die Mittel schnell, effizient und zielgerichtet eingesetzt werden können. Denn sowohl öffentliche Hand als auch private Unternehmen stoßen derzeit vielfach an ihre Kapazitätsgrenzen. Eine weitere Bedingung ist die Verfügbarkeit von Arbeitskräften. Migration in den Arbeitsmarkt spielt hier eine Schlüsselrolle. Ohne ausreichend Fachkräfte laufen Investitionen insbesondere in bauliche Maßnahmen Gefahr, lediglich Preissteigerungen auszulösen, anstatt realen Fortschritt zu ermöglichen. Zentral bleibt auch die Frage, ob Ausgaben tatsächlich investiven Charakter haben. Entscheidend ist, dass sie das künftige Wachstumspotenzial steigern – also nicht nur laufende Kosten decken, sondern den Standort dauerhaft stärken. Gerade im Bereich der Transformation zur Klimaneutralität ist darauf zu achten, dass Mittel tatsächlich für zukunftsgerichtete Projekte eingesetzt werden. Die Wirtschaftsvereinigung der Grünen wird das Thema weiter eng begleiten. Das Sondervermögen betrifft alle – und die Chance, es sinnvoll zu nutzen, darf nicht vertan werden. Weitere Dialogformate sind in Planung.
Standortpolitik, Infrastruktur und Europa