Wasserstoff: Industrielle Nutzungen und Luftfahrt sollten Vorrang haben

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Weil Wasserstoff absehbar knapp und teuer bleibt, sollte es für seinen Einsatz eine klare Priorisierung für Industrie und Luftfahrt geben. Das zeige sich in allen wichtigen energie-ökonomischen Szenarien, erklärte Falko Ueckerdt im Austauschformat „Wirtschaft wissenschaftlich“ der Wirtschaftsvereinigung der Grünen. Er leitet die „National Energy Transitions Group“ am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. An der Diskussion nahmen Vertreter*innen aus Unternehmen etwa der Energiewirtschaft teil, außerdem grüne Politiker*innen unter anderem aus dem Bundestag.

Die Szenarien für Wasserstoff als Teil einer klimaneutralen Energiezukunft in Deutschland zeigen für 2050 Anteile zwischen knapp 10 und gut 30 Prozent der Energie, was eine große Spannbreite ist. Weitgehend inig sind sich die Szenarien von dem des Potsdam-Instituts bis zu dem des Bundesverbandes der Deutschen Industrie aber, dass Pkw und Gebäude Wasserstoff keine große Rolle spielen wird – zu dringend wird der Brennstoff für andere Anwendungen benötigt. Dies steht in starkem Kontrast zu politischen Diskussionen wie der über das aktuell im Bundestag zum Beschluss vorliegende Gebäude-Energie-Gesetz, oder der Konferenz des Verkehrsministeriums im Vorfeld der Internationalen Automobil-Ausstellung zum Einsatz von wasserstoffbasierten E-Fuels.

In der Diskussion von Unternehmen und Politik zu dem Impulsvortrag gab es viel Einigkeit. Etwa darüber, dass zum Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur vorübergehend auch Wasserstoff eingesetzt werden solle, der zunächst noch nicht grün erzeugt ist. Und darüber, dass die vorliegende Wasserstoff-Strategie des Bundes im Grunde richtig sei – allerdings komme es jetzt auf die entschlossene  Umsetzung an.

Folien des Vortrags

Nationale Wasserstoffstrategie

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02.06.2026
„Am Ende zählt das Gesamtpaket“ -Karl Haeusgen in DIE ZEIT
Unser Vorsitzender Karl Haeusgen hat mit DIE ZEIT über die Reform der Erbschaftsteuer und notwendige wirtschaftspolitische Reformen gesprochen. Als Familienunternehmer, der selbst von der Erbschaftsteuer betroffen ist, plädiert er für eine Neufassung – eingebettet in ein umfassendes Reformpaket: „Am Ende zählt das Gesamtpaket. Es sollte eine Reform der Erbschaftsteuer sein, verbunden mit einer Reform der bei uns im internationalen Vergleich zu hohen Unternehmenssteuern. Dazu käme eine Reform der Einkommensteuer sowie der Renten- und Krankenversicherung. Und ein einfacherer Übergang von Personengesellschaften zu anderen Unternehmensformen. Alle, wirklich alle, müssen etwas beitragen.“ Mit Blick auf die Erbschaftsteuer spricht sich Karl Haeusgen für eine ausgewogene Reform aus, die Unternehmensnachfolgen erleichtert und gleichzeitig die Akzeptanz des Steuersystems stärkt: „Das Ergebnis einer Reform könnte sein, dass es für viele von Ihnen viel günstiger wird. Nehmen Sie zum Beispiel den Freibetrag von 500.000 Euro. Den könnte man ohne Weiteres mindestens verdoppeln. Dann würden viele, vor allem kleinere Mittelständler, eine deutlich geringe Erbschaftsteuer zahlen. Wenn man zudem noch ausgedehntere Stundungsregelungen einführt, sodass Unternehmer über Jahre hinweg die Steuerlast tilgen können, wird die Erbschaftsteuer für Unternehmen auf keinen Fall existenzbedrohend sein. Und für viele wird sich die Belastung sogar verringern. Zugleich könnten die Eigentümer einiger besonders finanzstarker und größerer Firmen mehr zahlen. Das wäre fair, und es wäre wirtschaftlich.“ Karl Haeusgen betont aber, dass wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und gesellschaftlicher Zusammenhalt gemeinsam gedacht werden müssen: „Die finanzielle Ungleichheit in unserer Gesellschaft – sowohl die tatsächliche als auch die gefühlte – darf nicht zu stark anwachsen, sonst profitiert nur die AfD davon. Diejenigen, die einen Vermögenszuwachs haben, geben durch die Steuer einen Teil an den Staat ab. Aber das muss so geregelt werden, dass die Unternehmen nicht beschädigt werden.“ Das gesamte Interview finden Sie hier. (Paywall)
Arbeitsmarkt und Demografie
18.07.2024
Kreislaufwirtschaft ausbauen: Roundtable Regionale Wirtschaft – Chancen für Sachsen
Was braucht es, damit Kreislaufwirtschaft ein immer wichtigerer Teil der Wertschöpfungskette sein kann? Zu dieser Frage diskutierten bei Pyral im sächsischen Freiberg gut ein Dutzend Unternehmen und Verbände aus der Region mit Michael Kellner, grüner Bundestagsabgeordneter und Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz. Pyral gehört zu PreZero aus der Schwarz-Gruppe, Mitglied der Wirtschaftsvereinigung der Grünen. Dabei ging es auch um die Chancen der Transformation am Standort Sachsen. Eines der wichtigsten Themen war das so genannte Abfallende – also ab welchem Punkt im Kreislauf ein Material statt als Müll als Rohstoff eingestuft wird, was den Unternehmen die Handhabung deutlich einfacher macht und auch Einfluss auf die Preise hat. Teils sind auch Preisunterschiede zwischen Produkten aus Neumaterial und aus Recycling eine Herausforderung, hier könnte der Staat in der Beschaffung etwa für den Bau von Straßen einen Leitmarkt etablieren. Genauso wichtig, so zeigte sich in vielen Beiträgen, ist der Bürokratiebabbau. Dabei ist es vielfach die Umsetzung vor Ort und die Furcht der Ämter vor Entscheidungen, was die Unternehmen ausbremst. Michael Kellner warb dafür, dass durch die Novelle des  Bundesimmissionsschutzgesetz jetzt bei Vorliegen vollständiger Unterlagen ein Bescheid innerhalb von drei Monaten erfolgen muss – und die Bundesregierung strebe hier weitere Verbesserungen an. PreZero Pyral zeigte sich beim Rundgang durch das Unternehmen vor dem Roundtable leistungsstark. Enorme 60% der Alu-Leichtverpackungen aus dem Gelben Sack in Deutschland verarbeitet das Unternehmen im Werk. 95% der Energie spart das Unternehmen in der Aluminiumproduktion mit innovativer Technik durch Recycling statt Neuherstellung. Und trägt damit bei zur Rohstoffsicherheit unseres Landes.Mit dabei beim intensiven Austausch waren die Pyral-Chefs Andreas Reissner und Markus Reissner, außerdem Vertreter von PreZero und Schwarz. Aus der Region und zum Thema waren weiterhin mit dabei REIKAN GmbH, Tricera Energy GmbH, SUC GmbH, Circular Saxony, Befesa, Becker Umweltdienste, LVR Sachsen, IHK Chemnitz. Ferner die Mitglieder der Wirtschaftsvereinigung ALBA, Felix Schoeller GmbH, und Interzero. Allen gemeinsam ist: Sie treiben die Kreislaufwirtschaft – für Nachhaltigkeit, für Resilienz, für den Standort Deutschland.
Geoökonomie, Resilienz und SicherheitRegionalforen
28.08.2024
Mit Vielfalt und Zusammenhalt den Wirtschaftsstandort sichern
Der Wirtschaftsstandort braucht Zusammenhalt – rechtspopulistische Hetze ist ein Risiko für die Unternehmen in Deutschland. Das erklärt der Vorstand der Wirtschaftsvereinigung der Grünen, die hervorgeht aus der Fusion der beiden Verbände Grüner Wirtschaftsdialog und Wirtschaftsvereinigung der Grünen. Über Parteigrenzen hinweg seien alle demokratischen Kräfte gefordert, sich für Vielfalt stark zu machen. „Vielfalt ist unsere Stärke. Wir arbeiten in unseren Unternehmen zusammen, unabhängig von Herkunft oder Aussehen. Wer gegen Vielfalt hetzt, gefährdet unseren Wohlstand. Ohne geordnete Zuwanderung sieht es für viele Unternehmen schlecht aus“, sagt Gabriele C. Klug, Vorstandsvorsitzende der neuen Wirtschaftsvereinigung der Grünen.  „Unsere Wirtschaft braucht alle, die mit anpacken – gemeinsam für unseren Standort Deutschland. Entweder es gibt Zuwanderung neuer Arbeitskräfte, oder es gibt Abwanderung von Unternehmen. Das ist kein Spiel, hier geht es um was“, so Heike Discher, Vorstandsvorsitzende der neuen Wirtschaftsvereinigung der Grünen. „Zusammenhalt in unserer Gesellschaft ist ein Standortfaktor, unser Rechtsstaat ist ein Standortfaktor. Wer auf Spaltung setzt oder gegen unser Recht hetzt, ist ein Risiko für Investitionen in unserem Land. Wir haben unsere Zukunft selbst in der Hand“, betont Thomas Fischer, Vorstandsvorsitzender der neuen Wirtschaftsvereinigung der Grünen. „Wir sind eine exportstarke Nation – der Austausch mit anderen Ländern sichert unseren Wohstand. Wer populistisch Europa und den Euro attackiert, der macht alles teurer und unwirtschaftlicher. Das sollten wir alle gemeinsam nicht zulassen“, erklärt Thomas Gambke, Vorstandsvorsitzender der neuen Wirtschaftsvereinigung der Grünen. Die Wirtschaftsvereinigung steht damit in einer Reihe mit Verbänden wie den Familienunternehmen in Sachsen, dem Verband der Maschinen- und Anlagenbauer, und vielen weiteren. Das zeigt: Die Haltung der Wirtschaft ist klar.
Arbeitsmarkt und Demografie