Weil Wasserstoff absehbar knapp und teuer bleibt, sollte es für seinen Einsatz eine klare Priorisierung für Industrie und Luftfahrt geben. Das zeige sich in allen wichtigen energie-ökonomischen Szenarien, erklärte Falko Ueckerdt im Austauschformat „Wirtschaft wissenschaftlich“ der Wirtschaftsvereinigung der Grünen. Er leitet die „National Energy Transitions Group“ am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. An der Diskussion nahmen Vertreter*innen aus Unternehmen etwa der Energiewirtschaft teil, außerdem grüne Politiker*innen unter anderem aus dem Bundestag.
Die Szenarien für Wasserstoff als Teil einer klimaneutralen Energiezukunft in Deutschland zeigen für 2050 Anteile zwischen knapp 10 und gut 30 Prozent der Energie, was eine große Spannbreite ist. Weitgehend inig sind sich die Szenarien von dem des Potsdam-Instituts bis zu dem des Bundesverbandes der Deutschen Industrie aber, dass Pkw und Gebäude Wasserstoff keine große Rolle spielen wird – zu dringend wird der Brennstoff für andere Anwendungen benötigt. Dies steht in starkem Kontrast zu politischen Diskussionen wie der über das aktuell im Bundestag zum Beschluss vorliegende Gebäude-Energie-Gesetz, oder der Konferenz des Verkehrsministeriums im Vorfeld der Internationalen Automobil-Ausstellung zum Einsatz von wasserstoffbasierten E-Fuels.
In der Diskussion von Unternehmen und Politik zu dem Impulsvortrag gab es viel Einigkeit. Etwa darüber, dass zum Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur vorübergehend auch Wasserstoff eingesetzt werden solle, der zunächst noch nicht grün erzeugt ist. Und darüber, dass die vorliegende Wasserstoff-Strategie des Bundes im Grunde richtig sei – allerdings komme es jetzt auf die entschlossene Umsetzung an.