Entscheider in der Wirtschaft sehen den Nutzen von Nachhaltigkeit für ihr Unternehmen. 77% nennen einen oder mehrere Aspekte, die für sie messbare wirtschaftliche Vorteile bringen. Das zeigt eine aktuelle Civey-Umfrage im Auftrag der Wirtschaftsvereinigung der Grünen. Zugleich, so die repräsentative Untersuchung, beherrscht aktuell aber offenbar die Sorge um die Wettbewerbsfähigkeit einen großen Teil der Entscheider.
„Dass so viele Führungskräfte Nachhaltigkeit für ihr Unternehmen direkt als Vorteil sehen, ist ein klares Signal“, erklärte Heike Discher, Co-Vorstandsvorsitzende der Wirtschaftsvereinigung der Grünen. „Ganz pragmatisch zeigen hier die Entscheider, wie weit die Wirtschaft bereits ist – viel weiter, als ihr oft unterstellt wird.“ Die Befragten sind nicht Mitglieder der Wirtschaftsvereinigung der Grünen, sondern zufällig und repräsentativ von Civey zusammengestellt.
Wichtigste Aspekte für, wie es in der Umfrage heißt, „messbare wirtschaftliche Vorteile für ihr Unternehmen“ sind aus Sicht der Befragten unter anderem (Mehrfachnennungen sind möglich)
– Energie- und Ressourceneffizienz (36%)
– Gewinnung qualifizierter Mitarbeitender (28%)
– Erhöhung Kundenzufriedenheit (27%)
– Stärkung der Innovationskraft (21%)
– Und weitere, darunter Produktqualität, Marktchancen, Lieferketten
– Nur 20% sehen in keinem der Aspekte von Nachhaltigkeit einen wirtschaftlichen Vorteil für ihr Unternehmen, weitere 3% sind unsicher.
„Dies gilt auch bei den Entscheidern aus der Wirtschaft, die beispielsweise. eine Wahlabsicht für die CDU äußerten – auch hier sehen in der Umfrage nur 24% in keinem der Aspekte einen wirtschaftlichen Vorteil oder sind unsicher“, so Discher. „Das ist also längst keine Frage von Parteinähe mehr.“
„Keins von beidem sollte gegen das andere ausgespielt werden“
Zugleich sind die aktuellen Herausforderungen für die deutsche Wirtschaft groß. 35% der der mehr als 1.000 Befragten finden Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit für den Standort gleich wichtig oder, dies gilt aber nur für einen kleinen Teil, Nachhaltigkeit sogar wichtiger. Umgekehrt ist in der aktuellen Situation aber für 65% der Entscheider aus der Privatwirtschaft laut der Umfrage die Wettbewerbsfähigkeit wichtiger.
„Das zeigt für die Zeit nach der Wahl zweierlei“, erklärt Martin Kaul, Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftsvereinigung. „Zum einen: Die Verbindung von Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit wird mit gut einem Drittel von deutlich mehr Entscheidern in der Privatwirtschaft als wichtig gesehen, als es etwa dem Anteil der Grünwähler entspräche. Das ist bemerkenswert. Zum anderen: Die Wettbewerbsfähigkeit muss gesichert werden, etwa durch Bürokratieabbau und günstige Energiepreise, denn die Sorgen der zu zwei Dritteln aktuell vor allem auf Wettbewerbsfähigkeit setzenden Entscheider in der Privatwirtschaft sollten alle ernst nehmen.“
„Deshalb sind Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit zusammen der Auftrag an die nächste Bundesregierung, mit der Wirtschaft im Dialog“, betont Thomas Gambke, Co-Vorstandsvorsitzender der Wirtschaftsvereinigung. „Keins von beidem sollte gegen das andere ausgespielt werden – nicht vor der Wahl und nicht danach. Ein funktionierender Wettbewerb ist in unserer Marktwirtschaft die wichtigste Grundlage für eine erfolgreiche Wirtschaft und damit Sicherheit von Arbeitsplätzen. Und: Wettbewerbsfähigkeit ist Grundlage für einen erfolgreiche Transformation in eine nachhaltige Wirtschaft.“