Mercosur ein großer Erfolg der deutschen Wirtschaftspolitik für größte Freihandelszone der Welt

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Das Mercosur-Abkommen könnte bald abgeschlossen werden, wird aber teils heftig attackiert. In dieser schwierigen Phase warb Thomas Gambke, Co-Vorstandsvorsitzender der Wirtschaftsvereinigung der Grünen, in einem Statement für das Abkommen:
„Das Mercosur-Abkommen steht nach jahrelangen Verhandlungen so dicht wie noch nie vor einem Abschluss. Wenn dieser gelingt, wäre das ein großer Erfolg der deutschen Wirtschaftspolitik, während manch andere bremsen.“

„Beteiligte aller Ebenen sollten sich nun für den Abschluss stark machen“, so Gambke. „Mit dem Abkommen kann die größte Freihandelszone der Welt mit 780 Millionen Menschen entstehen, wobei 90 Prozent der Zölle auf EU-Waren wegfallen werden. Das Handelsvolumen zwischen der EU und den Mercosur-Ländern könnte nach Schätzungen der Kommission um bis zu 30 Prozent steigen. Das ist für uns in Deutschland hoch relevant – denn als Exportnation sind wir abhängig von globalen Handelsbeziehungen, die aktuell etwa von den USA in Frage gestellt werden. Mercosur baut für deutsche Unternehmen Zölle ab, ermöglicht damit erhebliche Kosteneinsparungen und eröffnet beiden Seiten den Zugang zu einem riesigen Markt, besonders in Bereichen wie Maschinenbau, Automobilbau, Ernährungsindustrie. In Zeiten globaler Handelsspannungen bietet das Abkommen eine wertvolle Möglichkeit zur Diversifizierung der Handelsbeziehungen und stärkt die EU als Ganzes: in der Sicherung von Arbeitsplätzen, der Sicherung von Investitionen, und in der Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit europäischer Produkte und Dienstleistungen, letztlich in der Sicherung des Wohlstands für uns alle.“

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17.12.2025
Flexibilitäten im Strommarkt
Wie kann Flexibilität im Stromsystem genutzt werden, um Kosten zu senken und zugleich die Energiewende voranzubringen? Mit Michael Kellner, energiepolitischer Sprecher der Bundestagsfraktionraktion Bündnis 90/Die Grünen, und Wolf-Peter Schill vom DIW Berlin haben sich hierzu diese Woche unsere Mitglieder ausgetauscht. Unsere Vorstandsvorsitzende Dr. Marie-Luise Wolff skizzierte in ihrer Begrüßung die aktuellen Herausforderungen. Der notwendige Ausbau der Stromnetze sowie der Netzanschlüsse für Erneuerbare und Speicher lässt die Systemkosten steigen und macht das Netzengpassmanagement zunehmend komplex. Gleichzeitig wird Strom aus erneuerbaren Anlagen noch zu häufig dann erzeugt, wenn er nicht benötigt wird – und viele Anlagen sind bislang nicht steuerbar. Preissignale für netzdienliches Verhalten sind daher unerlässlich. Eine Erkenntnisse aus den Impulsen und dem Austausch: Eine Flexibilitätsagenda der Bundesregierung ist notwendig. Änderungen am Marktdesign, an Netzentgelten sowie an der Regulierung von Netzbetrieb und -anschlüssen sollten gebündelt werden. Pragmatismus statt Perfektion: Bereits vorhandene Lösungen müssen stärker genutzt werden, z. B. die Überbauung von Netzanschlüssen (auch bestehender), Direktleitungen zur Stromversorgung von Unternehmen oder ein schnellerer Ausbau von Smart Metern. Flexibilität braucht Anreize. Marktakteure müssen für netzdienliches Verhalten belohnt werden. Gleichzeitig dürfen Industrieunternehmen mit prozessbedingt durchlaufenden Anlagen durch ein neues Marktdesign nicht benachteiligt werden. Der Strommarkt bildet physische Netzgegebenheiten bislang nur unzureichend ab. Es braucht mehr Signale der Netzdienlichkeit im Markt sowie deutlich mehr steuerbare Erzeugungsanlagen und Speicher. Der Hochlauf von Batteriespeichern ist sehr positiv. Bei der Bearbeitung der Antragsflut – bei teils stark unterschiedlicher Qualität – kann ein pragmatischer Ansatz die Verfahren beschleunigen. Für aktuelle Zahlen zu Energiepreisen, Energiespeichern und Erneuerbaren lohnt sich ein Blick hierhin.
Standortpolitik, Infrastruktur und Europa
21.04.2026
Greentech auf der Hannover Messe 2026
Bei der Hannover Messe 2026 sprach die Wirtschaftsvereinigung der Grünen mit vielen Technologie-Unternehmen, die hier und heute das hinkriegen, was unsere Wirtschaft auch morgen noch zukunftsfähig macht. Modern statt von gestern, und das nachhaltig: Darum ging es bei den Gesprächen zusammen mit Dr. Franziska Brantner, Parteichefin der BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN unserem Vorsitzenden Karl Haeusgen, unserem Hauptgeschäftsführer Martin Kaul und unserem Leiter Wirtschaftsbeziehungen Christian Forster. Beispiel Schwarz Digits: Mit dem Unternehmen – Mitglied der Wirtschaftsvereinigung der Grünen – haben wir über Cloud-, Cybersecurity- und Dateninfrastruktur „made in Europe“ gesprochen. Im Mittelpunkt stand die Frage digitaler Souveränität. Souveräne Cloud-Lösungen können dazu beitragen, energieeffiziente und datenschutzkonforme IT-Infrastrukturen aufzubauen. Gleichzeitig entstehen durch Green IT, effiziente Rechenzentren und transparente Datennutzung entlang von Lieferketten neue Potenziale für mehr Nachhaltigkeit. Auch SEW-EURODRIVE haben wir auf der Messe besucht. Als führender Anbieter von Antriebs- und Automatisierungstechnik verbindet das Unternehmen Hardware und Software zu integrierten Lösungen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Energieeffizienz industrieller Prozesse. Durch Effizienzsteigerungen in globalen Produktions- und Logistiksystemen ergeben sich erhebliche Beiträge zur Reduktion von Energieverbrauch und Emissionen. Mit Agile Robots SE haben wir ein innovatives Deep-Tech-Unternehmen kennengelernt, das im Bereich KI-gestützter Robotik stark wächst. Automatisierungslösungen ermöglichen hier eine präzisere Produktion und helfen, Material- sowie Energieverbrauch zu reduzieren. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz trägt dazu bei, Prozesse zu optimieren und industrielle Wertschöpfung effizienter zu gestalten. Auch bei Schaeffler waren wir im Austausch. Der weltweit tätige Technologiekonzern in den Bereichen Mobilität und Industrie treibt die Transformation hin zur Elektromobilität aktiv voran und entwickelt energieeffiziente Komponenten – unter anderem für Wasserstoffanwendungen. Gleichzeitig verfolgt das Unternehmen eine ambitionierte Nachhaltigkeitsstrategie mit klaren Zielen zur CO₂-Reduktion entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Diese Unternehmen überlassen Greentech-Chancen nicht China – sondern nutzen unsere Stärken als Technologienation und Exportstandort. Und es gibt viele weitere, mit denen wir in Hannover gesprochen haben über das, was sie schaffen – und was sie von der Politik dafür brauchen. Danke an B2SQUARE, Einklang Energy, ebm-papst, production.AI GmbH, Wandelbots und viele andere…
Standortpolitik, Infrastruktur und Europa
29.01.2025
100 Prozent Grünstrom: Von und für Unternehmen einfach machen
Der Zugang zu Grünstrom hat sich durch die in den letzten Jahren stark steigende Erzeugung erneuerbarer Energien erheblich verbessert. Dennoch bleibt eine Grünstromlücke zwischen den Mengen auf dem Markt und den Bedarfen der Unternehmen bei einer vollen Elektrifizierung – hierzu hat die Wirtschaftsvereinigung der Grünen jetzt ein Papier veröffentlicht. Mit Eigenstromerzeugung könnten Unternehmen einen Teil dieser Lücke schließen. Allerdings stehen Unternehmen in der Praxis weiter hohe Hürden gegenüber, so die Veröffentlichung aus dem Kompetenzcluster Energie der Vereinigung: „Hier braucht die Wirtschaft jetzt mehr Freiheit für Grünstrom.“ Eine sichere Versorgung mit Grünstrom wird zunehmend zum Standortvorteil für Unternehmen. Wenn sie ihren Strom teils selbst sauber erzeugen oder von anderen Erzeugern zu attraktiven Konditionen beziehen, können sie sich Kostenvorteile sichern, Kundenforderungen erfüllen und ihre Außenwirkung verbessern. Sie sichern sich so auch gegen die steigenden CO2-Preise fossiler Energien ab.  Aus Sicht der Unternehmen kann eine Reihe konkreter Maßnahmen helfen: Genehmigungen der Behörden beschleunigen und vereinheitlichen: Bund, Länder und Gemeinden müssen sich auf bundeseinheitlich gültige Fristen und Bedingungen für Anlagengenehmigungen einigen und die Landesbauordnungen vereinheitlichen. Behördliche Genehmigungsfristen für Anlagen mit einer Leistung bis 1 Megawatt sollten auf maximal vier Wochen verkürzt, Grünstromanlagen von und für Unternehmen sollten eine baurechtliche Privilegierung erhalten. Prosuming anreizen, Hürden für Eigenverbrauch konsequent abbauen: Die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung sollte vom einzelnen Gebäude gelöst und für ganze Gebäudegruppen und Firmengelände gelten (etwa Produktionsstätten an einem Standort). Die sogenannte Anlagenverklammerung im Stromsteuerrecht sollte zügig aufgehoben werden. Netzanschlüsse beschleunigen und Netzausbau smart umsetzen: Die Fristen und die von den Antragstellenden abgefragten Informationen für Netzanschlüsse sollten bundesweit standardisiert und harmonisiert werden. Die Möglichkeit, für mehrere Erzeugungsanlagen einen gemeinsamen Netzverknüpfungspunkt zu nutzen, sollte rasch regulatorisch ausgebaut werden. Investitionen in Batteriespeicher besser ermöglichen: Batteriespeicher müssen konsequent ausgebaut, im Strommarktdesign berücksichtigt und Geschäftsmodelle mit diesen ermöglicht werden. Dafür brauchen wir eine Lösung für die Netzentgelte über 2029 hinaus, eine Standardisierung und Reduzierung der Baukostenzuschüsse und insbesondere eine Anreizung netzdienlicher Stromspeicher. PPA-Markt für den Mittelstand: Insbesondere KMUs sollte der Zugang zum Markt für Grünstromlieferverträge (Power Purchase Agreements) erleichtert werden, durch marktgetriebene Standardisierung der Verträge und staatliche Absicherung von Zahlungsansprüchen der Erzeuger*innen. Alle Einzelheiten finden Sie im Perspektivenpapier des Kompetenzclusters Energie.
Klimaneutralität, Energiewende und Industriepolitik