Massiv Investitionen für Infrastruktur ermöglichen: Schuldenbremse reformieren

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Straßen und Schienen, Schulen und Kitas, Netze für Daten und für Energie, auch Zukunftstechnologien: Wie finanzieren wir eine starke Infrastruktur und nachhaltiges Wachstum am Standort Deutschland – was ist hier der Auftrag an die nächste Bundesregierung? Hierzu diskutierten auf Einladung der Wirtschaftsvereinigung der Grünen wenige Tage vor der Wahl die CFO des Übertragungsnetzbetreibers TenneT, Dr. Arina Freitag, der Haushaltsexperte der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Sven-Christian Kindler, die Vorständin der Stiftung KlimaWirtschaft Sabine Nallinger, und der Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftsvereinigung der Grünen Martin Kaul. Rund 100 Stakeholder waren dafür ins Berliner Basecamp von Telefónica gekommen oder im Livestream online dabei.

Ganz konkret: Der Ausbaubedarf für das Leitungsnetz, das nötig ist für die Elektrifizierung der Wirtschaft und Unabhängigkeit vom russischen Gas, und für die Integration des rasch gewachsenen Angebots erneuerbaren Energien, ist enorm. Das zeigte Dr. Arina Freitag auf, und machte deutlich: Investitionen kosten, aber der Verzicht auf Investitionen kostet auch. Weil dann zum Beispiel Engpassmanagement nötig ist, oder sogar Unternehmen wegen knapper Stromkapazitäten ins Ausland streben. „Wir sind die Transformationsgeneration“, erklärte Sabine Nallinger. Bremsend sei alles Hin-und-Her. Verbrenner-Aus oder kein Verbrenner-Aus, Gebäudeenergiegesetz einschalten oder ausschalten. Dabei sei der Umbau zur nachhaltigen Wirtschaft ein Treiber von Innovation und sichere so auch technologisch die Zukunft.

Die Schuldenbremse müsse reformiert werden, forderte deshalb Sven-Christian Kindler. „Wir müssen nicht nur die Investitionen der Zukunft finanzieren, sondern auch die der Vergangenheit“, sagte er – über viele Jahre sei in Deutschland deutlich zu wenig Mittel in die Infrastruktur gesteckt worden. Das müsse aufgeholt werden. Hinzu kommen die Klimarisiken, gegen die investiert werden muss. Und für die Verteidigung müsse in der dramatisch veränderten Sicherheitslage mehr Geld ausgegeben werden.

Zugleich muss auch privates Kapital mobilisiert werden, so Martin Kaul. Entscheidend sei, mehr Planungssicherheit für Unternehmen bereit zu stellen: “Nur so könnten die notwendigen Investitionen ausgelöst werden, die wir so dringend brauchen.“

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04.06.2025
Künstliche Intelligenz als Hebel für Nachhaltigkeit
KI kann ein echter Gamechanger für Nachhaltigkeit werden – das zeigte die Veranstaltung von Microsoft in Berlin. Microsoft-Vertreter Sean Jones und Dr. Jennifer Pernau betonten, dass Klimaneutralität bis 2030 für den Konzern ein strategisches Ziel sei – trotz des wachsenden Energiebedarfs durch Rechenzentren. Auch deutsche Unternehmen zeigen, wie KI konkret zum Umweltschutz beitragen kann: WEPA nutzt sie bereits für nachhaltige Investitionsentscheidungen und Energiemanagement in der Papierindustrie. Das Start-up LoopID entwickelt KI-gestützte Lösungen für langlebigere Produkte, wie etwa selbstorganisierende Waschmaschinen im digitalen Produktkreislauf. Dryad Networks wiederum setzt KI und Sensorik zur frühzeitigen Waldbranddetektion ein. Aus Sicht der Wirtschaftsvereinigung ist jetzt die Politik gefragt. Anna Lührmann (Bündnis 90/Die Grünen) betonte, dass es für KI bessere Rahmenbedingungen brauche. Hauptgeschäftsführer Martin Kaul mahnte: „Auch die beste KI entscheidet nicht selbst, wofür sie eingesetzt wird – das ist unsere Verantwortung.“ Ein Aufruf ging an Digitalminister Karsten Wildberger: Für KI als Nachhaltigkeitstreiber brauche es mutige politische Gestaltung – und eine gemeinsame Kraftanstrengung mit der Wirtschaft.  
Innovation, Digitalisierung und Technologie
19.02.2024
Starkes Wachstum: 50 Fördermitglieder, 100 insgesamt, knapp ein Jahr nach Start
Bereits knapp ein Jahr nach dem Start der Wirtschaftsvereinigung der Grünen wächst die Organisation jetzt auf 50 Förderunternehmen an. Damit zählt die Vereinigung bereits insgesamt 100 Mitglieder, die sich für gute Rahmenbedingungen der Transformation unserer Wirtschaft einsetzen. Die Mitglieder bilden einen Querschnitt der Unternehmen ab, die Deutschland als Standort so stark machen, vom Maschinenbau und Energiesektor bis Pharma und Software, vom Weltkonzern bis zum Familienbetrieb.  „Unternehmen in Deutschland wollen etwas verändern. Die Wirtschaftsvereinigung der Grünen bietet die richtige Plattform für den erforderlichen Austausch zwischen Politik und Wirtschaft, für die Verbindung von Nachhaltigkeit und wirtschaftlichem Erfolg“, sagt die Vorstandsvorsitzende der Wirtschaftsvereinigung, Heike Discher.  „Der rasche Zuwachs an Mitgliedern zeigt: Deutschlands Unternehmen sehen Handlungsbedarf. Den Standort schlechtreden können andere. Den Standort besser machen, das wollen wir.“ Mit der großen Breite an Unternehmen wird ein tiefgehender Dialog zu einer Vielfalt von Themen möglich. In den Kompetenzclustern der Organisation zu Themen wie Arbeitskräfte, Digitalisierung, Finanzierung entwickeln die Mitglieder Positionen und Papiere für den transparenten Austausch mit der deutschen und europäischen Politik. Perspektiven aus den Unternehmen in die Politik bringen Die Vereinigung besteht etwa je zur Hälfte aus den Fördermitgliedern, oft sind das große Unternehmen oder Verbände, und aus den ordentlichen Mitgliedern. Dies sind Führungspersönlichkeiten aus der Wirtschaft, die nicht mit ihrem Unternehmen, sondern als Person mitwirken. Die Vereinigung ist ein unabhängiger Verein, keine Parteiorganisation. Aus der Wirtschaft, mit der Politik: Die Grünen sind das direkte politische Gegenüber, und sie stellen den Beirat der Wirtschaftsvereinigung. Die Auftaktveranstaltung der Wirtschaftsvereinigung war im April 2023. „Unsere Mitglieder sind unsere Stärke, sie bringen die Perspektiven aus den Unternehmen in die Politik“, erklärt Julia Eckey, die Geschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung der Grünen und Leiterin der Geschäftsstelle in Berlin. “Wir freuen uns, dass uns viele Unternehmen Vertrauen schenken und sich konstruktiv und mit viel Expertise bei uns einbringen. Und wir freuen uns, dass Monat für Monat mehr Mitglieder dazu kommen, um gemeinsam etwas zu tun zur Sicherung von Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand.“
Pressemitteilung
13.01.2026
Wege zur resilienten Notfall- und Gesundheitsversorgung in Deutschland
Wie resilient ist unser Gesundheits- und Notfallsystem wirklich – und wie machen wir es zukunftsfest? Diese Fragen standen im Mittelpunkt unseres Austauschs mit politischen Entscheidungsträger:innen sowie Vertreter:innen aus Wirtschaft und Praxis. Dr. Janosch Dahmen MdB (Bündnis 90/ Die Grünen) und Jan Weidenfeld, Senior Manager Government Affairs bei B. Braun Group, gaben zum Auftakt aufschlussreiche Impulse aus Sicht von Politik bzw. Industrie. Wichtige Punkte aus der Diskussion mit Mitgliedern und Gästen: Krisen- und Notfallversorgung ist ein zentraler Maßstab für staatliche Handlungsfähigkeit. Die anstehenden Gesetzesvorhaben, die Notfallreform und das Gesundheitssicherstellungsgesetz, stellen dabei wichtige Weichen. So muss die Notfallreform verbindliche Regelungen schaffen, um Zuständigkeiten klar festzulegen und Fehlanreize zu minimieren. Der Grundstein für Resilienz im Krisenfall muss schon im Alltag gelegt werden: mit skalierbaren Prozessen, verlässlichen Rahmenbedingungen, digital unterstützten Liefer- und Bestandskonzepten sowie einer stärkeren europäischen Zusammenarbeit. Digitalisierung wurde dabei als echter Resilienz-Multiplikator verstanden: Gerade vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftemangels sind verlässliche digitale Systeme und funktionierender Datenaustausch dringend notwendig. Die Diskussion machte deutlich: Die Resilienz des Gesundheitssystems zu stärken, ist unerlässlich. Entscheidend sind weniger neue Mittel als vielmehr schnellere Verfahren, weniger Bürokratie und eine deutlich engere, ganzheitlich gedachte Zusammenarbeit aller Akteur:innen im Gesundheitswesen.
Standortpolitik, Infrastruktur und Europa